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Berichterstattung über Sexualität: Zwischen Tabu und Pornografisierung

Eine Literaturanalyse zum gegenwärtigen Stand der Diskussion

Titel: Berichterstattung über Sexualität: Zwischen Tabu und Pornografisierung

Diplomarbeit , 2010 , 170 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Tina Knaut (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diplomarbeit „Berichterstattung über Sexualität: Zwischen Tabu und Pornografisierung“ liefert Erkenntnisse über die Darstellung von Sexualität in den Medien sowie über den aktuellen Forschungsstand zur Thematik. Dabei sind zwei Ausgangsfragen zentral für die Untersuchung: Gibt es in unserer sexualisierten Medienlandschaft eine seriöse journalistische Berichterstattung, die auch vormals tabuisierte Themen zur Sexualität umfassend und ausgewogen artikuliert? Und: Wie ist die mediale Darstellung von Sexualität bereits wissenschaftlich erfasst respektive welche Forschungslücken bestehen noch? Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen „Übersichtsatlas“ zu schaffen, der die vorhandene wissenschaftliche Literatur zum Thema „Sexualität und Journalismus / Medien“ analysiert und kategorisiert.

Dazu wurden 87 wissenschaftliche Studien, Aufsätze und Monographien aus den Jahren 1985 bis 2010 gesichtet, inhaltlich erschlossen und bewertet. Eine Ausnahme zum vorgegebenen Zeitraum bildet die Analyse von zwei Werken aus den Jahren 1977 und 1980. Insgesamt erwiesen sich 31 Publikationen als relevant sowie thematisch passend. Sie wurden anhand einer Literaturanalyse erörtert, durch ein Stichwortverzeichnis kategorisiert und in verschiedene Koronen eingeteilt: Journalismus und Sexualität, Medieninhaltsforschung, Medienwirkungsforschung, Publikums- und Mediennutzungsforschung, Medien- und Sexualpädagogik sowie Kulturgeschichte. Wichtig war hierbei ein interdisziplinäres Vorgehen, das über die Journalistik hinausreicht. Durch die Analyse der Literatur auf einer Metaebene (Was wird von den Autoren vorrangig untersucht?) konnten Erkenntnisse zum gegenwärtigen Forschungs- und Diskussionsstand gewonnen werden.

Der theoretische Teil der Diplomarbeit beschäftigt sich eingehender mit einer Begriffsbestimmung zur Sexualität, mit der Bedeutung der Medien für die sexuelle Sozialisation und mit der Darstellung sexueller Medieninhalte. Dabei wird vor allem die journalistische Berichterstattung über Sexualität in den Fokus gerückt. Zudem wird erläutert, wo die Medien zwischen Pornografisierung auf der einen und (immer noch existenter) Tabuisierung auf der anderen Seite zu verorten sind. Der literaturanalytische Teil der Arbeit fasst in kompakten Abstracts zusammen, was andere Forscher bislang in ihren Studien zu Medien und Sexualität untersucht haben, wie methodisch vorgegangen wurde, was die wichtigsten Resultate sind und wie die jeweilige Studie zu bewerten ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

1.1 Problemdarstellung

1.2 Gegenstand und Ziel der Untersuchung

1.2.1 Erkenntnisinteresse

1.2.2 Forschungsfragen

1.3 Methodik und Vorgehensweise

1.3.1 Untersuchungsdesign

1.3.2 Literaturanalyse

1.3.3 Zur Literaturauswahl

1.4 Konzeption und Struktur der Arbeit

2 SEXUALITÄT UND SEXUELLE MEDIENINHALTE

2.1 Eine Begriffsbestimmung zur Sexualität

2.2 Sexuelle Sozialisation durch Medien

2.3 Mediale Darstellungen von Sexualität

2.3.1 Journalistische Berichterstattung über Sexualität

2.3.2 Zwischen Pornografisierung und Tabuisierung

3 LITERATURANALYSE

3.1 Erste Korona: Journalismus und Sexualität

3.2 Zweite Korona: Medieninhaltsforschung

3.3 Dritte Korona: Medienwirkungsforschung

3.4 Vierte Korona: Weitere Forschungsgebiete

3.4.1 Publikums- und Mediennutzungsforschung

3.4.2 Medien- und Sexualpädagogik

3.4.3 Kulturgeschichte

4 RESÜMEE UND DISKUSSION

4.1 Fazit und Zusammenfassung der Literaturanalyse

4.1.1 Ergebnisse zur medialen Darstellung von Sexualität

4.1.2 Ergebnisse zum aktuellen Forschungsstand

4.2 Implikationen für den medialen Umgang mit Sexualität

4.3 Limitationen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Forschungsstand zur journalistischen Berichterstattung über Sexualität durch eine systematische Literaturanalyse von 31 relevanten wissenschaftlichen Publikationen aufzuarbeiten, zu kategorisieren und bestehende Forschungslücken zu identifizieren.

  • Mediale Repräsentation von Sexualität
  • Journalistische Berichterstattung und Ethik
  • Sexuelle Sozialisation durch Medien
  • Wirkung medialer Sexualinhalte auf Jugendliche

Auszug aus dem Buch

2.3 Mediale Darstellungen von Sexualität

Sexualität wird in den Medien in vielfältiger Art und Weise dargestellt – abhängig vom Medium, vom Genre und der Darstellungsform, und vom konkreten Thema. Sexuelle Medieninhalte sollen in dieser Diplomarbeit, angelehnt an Mehling (2005), als solche Inhalte definiert sein, die „vermitteln, wie Sexualität, Intimität und sexuelle Orientierung aussehen (können oder sollen), d. h. welche Praktiken und Verhaltensweisen sie konstituieren, welche davon akzeptabel oder erwünscht sind, welche nicht normkonform und welche abzulehnen sind“ (ebd.: 19).

Diese Definition transportiert den Gedanken der sexuellen Sozialisation durch Medien. Meines Erachtens beschäftigen sich sexuelle Medieninhalte zusätzlich mit weiblichen und männlichen Rollenbildern, sexuellen Krankheiten, sexueller Unterdrückung und sexuellen Verbrechen wie Vergewaltigung sowie Folgen von sexuellem Handeln, beispielsweise Schwangerschaft. Mediale Darstellungen von Sexualität finden sich in allen Programmbestandteilen und begegnen uns täglich in Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Hörfunk, Musik, Musikvideos, Filmen, Internet, Büchern und Werbung: „Wir sind von sexuellen Reizen umstellt“ (Schmidt 2001: 49). Allein die Explizitheit der Darstellungen ist sehr unterschiedlich.

Sexualität kann sowohl verbal als auch bildlich dargestellt werden. Obgleich die bildliche Präsentation expliziter ist, findet die mediale Sexualisierung primär auf der verbalen Ebene statt (Mehling 2005: 19). Dabei geht es zum Teil um „Entblößung, die den, der sich entblößt, gesund machen soll“ (Kuhlbrodt 1994: 202), denn das Thema Sexualität erhält in der Verbalisierung „einen spezifischen Stellenwert für die Problematisierung, für das Sprechen über und die Sorge um sich“ (Bänziger / Duttweiler / Sarasin / Wellmann 2010: 10). Auf dieser Grundlage entstanden in den 1990er Jahren zahlreiche Fernseh-Talkshows, in denen sich Menschen verbal entblößten und intimste Details über ihr Sexualleben preisgaben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel legt die Problemstellung dar, definiert das Ziel der Untersuchung und erläutert die methodische Vorgehensweise der Literaturanalyse sowie die Struktur der Arbeit.

2 SEXUALITÄT UND SEXUELLE MEDIENINHALTE: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem Sexualität definiert, der Prozess der sexuellen Sozialisation durch Medien beleuchtet und die mediale Darstellung sowie das Spannungsfeld zwischen Pornografisierung und Tabuisierung analysiert werden.

3 LITERATURANALYSE: Dies ist der Hauptteil, in dem die ausgewählten 31 wissenschaftlichen Publikationen in vier thematische „Koronen“ (Journalismus, Inhaltsforschung, Wirkungsforschung, weitere Gebiete) eingeteilt und inhaltlich erschlossen werden.

4 RESÜMEE UND DISKUSSION: Die Ergebnisse der Literaturanalyse werden hier zusammengeführt, zentrale Forschungsfragen beantwortet, Implikationen für den medialen Umgang mit Sexualität abgeleitet sowie Limitationen und ein Ausblick für zukünftige Forschung formuliert.

Schlüsselwörter

Sexualität, Medien, Journalismus, Sexuelle Sozialisation, Medieninhaltsforschung, Medienwirkungsforschung, Tabu, Pornografie, Berichterstattung, Jugendliche, Sexualpädagogik, Kulturgeschichte, Rollenbilder, Mediennutzung, Inhaltsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Diplomarbeit untersucht den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zur journalistischen Berichterstattung über Sexualität in den Medien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die journalistische Darstellung von Sexualität, den Einfluss von Medien auf die sexuelle Sozialisation (insbesondere bei Jugendlichen) und das Spannungsfeld zwischen zunehmender Sexualisierung und verbleibenden Tabus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den fragmentierten Forschungsstand zu sichten, zu systematisieren und als „Übersichtsatlas“ aufzubereiten, um die mediale Behandlung des Themas Sexualität besser verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literaturanalyse. Dabei werden 31 relevante wissenschaftliche Publikationen gesichtet, kategorisiert und auf einer Metaebene ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die analysierten Publikationen in vier inhaltliche Cluster („Koronen“) unterteilt, die sich mit Journalismus, Inhaltsforschung, Wirkungsforschung und spezifischen Bereichen wie Medienpädagogik oder Kulturgeschichte befassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sexualität, Medien, Journalismus, Sexuelle Sozialisation, Inhaltsanalyse und Tabu charakterisiert.

Wie bewerten die untersuchten Studien die Darstellung von Sexualität im Fernsehen?

Die Studien kommen oft zu dem Schluss, dass Sexualität im Fernsehen häufig reduziert, klischeehaft oder als risikofreier Spaß dargestellt wird, wobei eine ernsthafte politische Komponente meist fehlt.

Welche Rolle spielt das „Tabu“ in der Berichterstattung?

Obwohl eine allgemeine Sexualisierung der Medien feststellbar ist, existieren weiterhin Tabuisierungen. Tabus dienen dabei häufig einer Schutzfunktion, können aber auch einen journalistischen Reflexionsprozess behindern.

Ende der Leseprobe aus 170 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Berichterstattung über Sexualität: Zwischen Tabu und Pornografisierung
Untertitel
Eine Literaturanalyse zum gegenwärtigen Stand der Diskussion
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Note
1,1
Autor
Tina Knaut (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
170
Katalognummer
V170389
ISBN (eBook)
9783640891955
ISBN (Buch)
9783640892181
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Sexualität Journalismus Journalistik Berichterstattung Tabu Pornografie Tabuisierung Pornografisierung Literaturanalyse TV Fernsehen Internet Medienlandschaft Forschungsstand Forschungslücken Sex Porno Pornographie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tina Knaut (Autor:in), 2010, Berichterstattung über Sexualität: Zwischen Tabu und Pornografisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170389
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Leseprobe aus  170  Seiten
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