Stockhausens Einfluss auf die Popmusik


Seminararbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stockhausen
2.1 Kurzbiografie
2.2 Musikalische Stationen

3 Stockhausens Musik
3.1 Einflüsse und Inspirationsquellen
3.2 Musikalische Charakteristika

4 Popmusiker wider Willens
4.1 Stockhausens Einfluss auf die Pop-Kultur
4.2 Björk als Beispiel

5 Fazit

Bibliografie

Medien

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1 Einleitung

Vielfach ist Karlheinz Stockhausen als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gerühmt, aber auch gleichermaßen diffamiert worden. Die vorliegende Arbeit thematisiert den Einfluss Stockhausens auf die heutige Popmusik und veranschaulicht den Werdegang seiner Person und dessen Werke.

In dem gegebenen Rahmen ist es leider unmöglich seine kompositorischen Stationen und sein Gesamtwerk im Detail zu behandeln. Ebenso wenig kann Stockhausens Einfluss auf die vergangene und gegenwärtige Popmusik vollständig eruiert werden. Die Ausführungen der einzelnen Themen erheben daher Aufgrund ihrer Komplexität keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sollen aber einen nachvollziehbaren Überblick gewährleisten.

Diese Arbeit wendet sich generell an aktive und interessierte Personen im Bereich der neuen Musik, die ein gewisses Hintergrundwissen mit sich bringen und soll ihnen am Beispiel Stockhausens eine Idee vermitteln, in wie weit die heutige Popmusik auf dem Fundament ernsthafter Komponisten aufbaut.

2 Stockhausen

Eine Kurzbiografie Stockhausens und ein Überblick seines musikalischen Werde- gangs.

2.1 Kurzbiografie Stockhausens

Stockhausen, am 22. August 1928 in Mödrath bei Köln geboren, wächst zunächst in mehreren rheinischen Orten auf. Darunter in Altenberg, wo er von 1935 bis 1941 seine Jugend verbringt und auf die Dorfschule geht. Auch seinen ersten Kla- vierunterricht bekommt er hier von dem ortsansässigen Domorganisten Franz-Jo- sef Kloth.1

Im Januar 1942 wird er von seinem Vater auf das Internat der LBA (Lehrerbil- dungsanstalt) Xanten geschickt. Früh verliert er beide Eltern; die depressive Mutter wird 1931 in ein Sanatorium eingewiesen und im Zuge der Euthanasie durch die Nazis 1941 ermordet, der Vater meldet sich 1939 freiwillig zur Wehrmacht und fällt 1945 in Ungarn. Wegen des Krieges wird Stockhausen im Herbst 1944 in die LBA Bedburg/Erft versetzt, die kurz darauf in ein Lazarett umfunktioniert wird. Er wird als Krankenträger eingesetzt. 1945 erhält er hier sein Abiturzeugnis und flieht anschließend zurück nach Altenberg.2

Ab 1946 besucht er, weil sein Kriegsabitur der LBA nicht anerkannt wird, das hu- manistische Gymnasium in Bergisch-Gladbach, wo er 1947 sein Abitur macht. Da- nach studiert er Schulmusik an der Musikhochschule Köln, wo er 1951 sein Staatsexamen für das künstlerische Lehramt an höheren Schulen mit Hauptfach Klavier macht und unter Auszeichnung besteht. Gleichzeitig studiert er an der Uni- versität zu Köln Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft.3 Bevor er im Januar 1952 sein Studium bei Messiaen und Milhaud in Paris beginnt, heiratet er seine erste Frau Doris Andreae im Dezember 1951, mit der er vier Kinder haben wird: Suja (1953), Christel (1956), Markus (1957) und Majella (1961). Er beginnt 1953 seine Arbeit im elektronischen Studio beim WDR in Köln, wo er im November des selben Jahres seine Studie I fertigstellt.4 Die nächsten zehn Jahre wird er dort ein ständiger Mitarbeiter sein, ab 1963 bis 1977 als künstlerischer Leiter und bis 1990 dann als künstlerischer Berater. Als der WDR ihm ein Promotionsstipendium gewährt, beginnt er 1954 in Bonn sein Studium bei Werner Meyer-Eppler in Pho- netik und Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft, das er 1956 wieder abbricht.5 Von 1953 bis 1974 ist er im übrigen Dozent bei den jähr- lich stattfindenden Internationalen Ferienkursen für neue Musik in Darmstadt. Ab 1965 ist er mehrfach Gastprofessor, darunter an der University of Pennsylvania in Philadelphia, der University of California in Davis und an der Staatlichen Hoch- schule für Musik in Köln. Im April 1967 heiratet er Mary Baumeister, mit der er zwei Kinder hat: Julika (1966) und Simon (1967). Mit seinem Kugelauditorium auf der Expo 70 (1970) in Osaka, Japan, erlangt er schließlich weltweit Bekanntheit. Ab 1977 widmet er sich hauptsächlich seinem sieben Tage umspannenden und knapp 29 Stunden dauernden Opernzyklus Licht, den er erst nach etwa 25 Jahren 2003 fertigstellen wird. Einen weiteren Zyklus, Klang, beginnt er im Jahr 2003. Dieser soll die 24 Stunden des Tages musikalisch abbilden. Leider wird er bis zu seinem Tod am 5. Dezember 2007 nur 21 Stücke davon fertig stellen. Einen Tag vor sei- nem Ableben schließt er als letzte Arbeit eine Auftragskomposition für das Mozart- Orchester in Bologna ab.

Von 1950 bis 2007 komponiert Stockhausen knapp 650 Werke, von denen viele, vor allem in den frühen Jahren, für Aufsehen und Erregung sorgen. Laut seinem Verlag Stockhausen Foundation for Music umfasst Stockhausens Werk 375 selbstständig aufführbare Kompositionen und circa 270 Werke elektroakustischer Musik.

2.2 Musikalische Stationen Stockhausens

Stockhausens musikalische Stationen sind zahlreich und vielseitig. In seiner Kind- heit dient die Mutter, die auch Klavier spielt, sicherlich als Vorbild, da er schon mit vier Jahren anfängt ihr auf dem Klavier nach zu eifern. Bei seinem ersten Klavier- unterricht, den er von Domorganist Franz-Josef Kloth 1936 in Altenberg erhält, macht er schnell Fortschritte und spielt deshalb nach nur einem Jahr schon auf Festen. Er übt täglich und konnte alles einmal gehörte sofort nachspielen.6 Im Ja- nuar 1942 wird er auf die LBA (Lehrerbildungsanstalt) Xanten geschickt, wo er ne- ben Klavierunterricht bei Domorganist Theo Thernierssen auch noch die vierte O- boe im Sinfonieorchester und Spielmannszug und das Klavier im Salonorchester und einer Tanzmusik-Combo spielt.7 Violine lernt jeder Schüler in der LBA. In sei- ner Kölner Studienzeit von 1947 bis 1951 beschäftigt er sich neben seinem Studi- um mit freitonalen und zwölftönigen Kompositionen, wird aber 1951 bei den Darm- städter Ferienkursen nachhaltig von Karel Goeyvaerts Sonate für zwei Klaviere (1951) und Messiaens Klavieretüde Mode de Valeurs et d Intensit é s (1949) ge- prägt, die ausschlaggebend für sein Studium in Paris sind und ihn zu seinem punktuellen Kreuzspiel (1951) inspirieren.8 Der Aufenthalt in einem Versuchsstudio der Technischen Hochschule der P.T.T. (franz. Post) im November 1952 in Paris, wo Stockhausen systematische Klanganalysen durchführt, verhelfen ihm zu einem tiefergehenden Verständnis von Klängen und nähren seine Überlegungen synthe- tische Klänge herzustellen bzw. Klänge zu synthetisieren.9 Diese ersten Studioer- fahrungen und Herbert Eimerts Angebot ihn im Studio für elektronischen Musik als Mitarbeiter anzustellen, sind ausschlaggebend dafür die Klangsynthese in Köln konsequent zu verwirklichen. Letztlich gründen sich alle elektroakustischen Arbei- ten Stockhausens auf diesen Erfahrungen. Dass er, um seinen Lebensunterhalt während des Studiums zu verdienen, viel in Kölner Kneipen gespielt und für den Zauberer Adrion am Klavier improvisiert hat, sollte auch noch herausgestellt werden, da ihn diese Erfahrung am Klavier und im Umgang mit Publikum weiterbrachten. Seine musikalischen Stationen lassen sich noch weiter fortführen, jedoch eher in einem Rahmen der Erfahrungen, die er in seinem Leben gemacht hat und die seine Arbeit in entscheidendem Maße geprägt haben.

[...]


1 Kurtz, Michael: Stockhausen - Eine Biografie, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1998, S.31

2 Ebenda, S. 36 ff

3 Blumröder, Christoph von: Die Grundlegung … , Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1993, S. 5 f

4 Kurtz, Michael: Stockhausen - Eine Biografie, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1998, S.92 - 95

5 Ebenda S. 100 - 103

6 Kurtz, Michael: Stockhausen - Eine Biografie, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1998, S.31

7 Ebenda, S. 36 f

8 Frisius, Rudolf: Karlheinz Stockhausen II, Schott, Mainz 2008, S. 29

9 Lecture V: Four Criteria of Electronic Music… , Stockhausen Verlag, Kürten 1972

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Stockhausens Einfluss auf die Popmusik
Hochschule
Universität der Künste Berlin  (Sound Studies)
Veranstaltung
Experimentelle Klanggestaltung
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V170412
ISBN (eBook)
9783640893294
ISBN (Buch)
9783640893225
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stockhausen, Karlheinz Stockhausen, Neue Musik, Serielle Musik, Aleatorik, Experimentelle Klanggestaltung, Sound Studies, UdK, Stockhausen Biografie, Popmusik, Kurzbiografie, Stockhausen Kurzbiografie
Arbeit zitieren
Marius Braun (Autor), 2010, Stockhausens Einfluss auf die Popmusik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170412

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