Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

Sprachenbiographie

Identität und Sprache

Title: Sprachenbiographie

Seminar Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Sara Claire Kerschbaumer (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung
Im Allgemeinen gestaltet sich das Verfassen einer Seminararbeit immer mehr oder weniger nach demselben Schema: Ein Thema wird gewählt, die verfügbare Sekundärliteratur zum Untersuchungsobjekt gelesen und die Ergebnisse nach formulieren einer Leitfrage in einer Synthese des Gelesenen zusammengefasst. Bei dieser Seminararbeit steht im Zentrum aber das Spracheninterview, welches sich mit dem Thema Sprache und Identität auseinandersetzen soll. Dabei ist das Interview selbst „Untersuchungsobjekt“; Sprache und Identität, das bedeutet ein Wechselspiel der Einflussbereiche, denn einerseits kann die Sprache die Identität formen; und umgekehrt die Identität den Sprachgebrauch.
Durch das Beispiel der Sprachenbiografie (also hier spezifische jener der interviewten Person), soll die Diversität des Sujets illustriert und einige Theorien zur Konstruktion von Sprache und Identität sowie der Bedeutung von Mehrsprachigkeit präsentiert und diskutiert werden. Dabei sollen einerseits die Erscheinungsformen der Identität im Rahmen von Gruppengefügen festgehalten und andererseits die Besonderheiten eines Lebens mit und in den verschiedenen Sprachen gezeigt werden. Im Zentrum stehen hier das mehrsprachige Individuum und sein ganz persönlicher Umgang mit Mehrsprachigkeit in seiner Umgebung; dabei sollen Faktoren die zu einer „gelungenen“ Mehrsprachigkeit beitragen können besonders hervorgehoben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Zum Identitätsbegriff

II. Gruppenidentität, Sprache und Nationalität

II.I Nationalsprachen oder sprachlicher Nationalismus

III Identität und Mehrsprachigkeit

III.I. Unfreiwillige Mehrsprachigkeit bei Migration

III.II Freiwillige Mehrsprachigkeit

IV. Sprachenbiografie

IV.I Methodenwahl und Zielsetzung

IV.I.I Semistrukturiertes Interviews

IV.I.II Die Sprachen

IV.I.III Prozesse des Spracherwerbs

V. Ergebnisse:

Faktoren der harmonischen Identitätsbildung

V.I Sprach(selbst)bewusstsein

V.II Aktive Mehrsprachigkeit

Kommentar

Transkription des Interviews

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen Sprache und Identität am Beispiel einer spezifischen Sprachenbiografie. Das primäre Ziel ist es, mittels eines semistrukturierten Interviews zu analysieren, wie das mehrsprachige Individuum seine verschiedenen Sprachen im Alltag nutzt, wie diese zur Identitätsbildung beitragen und welche Faktoren eine harmonische Mehrsprachigkeit begünstigen.

  • Theoretische Grundlagen zu Identitätsbegriff, Gruppenidentität und Mehrsprachigkeit.
  • Analyse der Sprachenbiografie als Methode zur Erforschung individueller Sprachverwendung.
  • Untersuchung von Faktoren, die zu einer gelungenen Identitätskonstitution im Kontext von Mehrsprachigkeit führen.
  • Diskussion der Bedeutung von Freiwilligkeit und Sprach(selbst)bewusstsein im Spracherwerb.
  • Reflektion über die gesellschaftliche Bedeutung und Notwendigkeit multilingualer Lebensräume.

Auszug aus dem Buch

IV. Sprachenbiografie

Was ist eine Sprachenbiografie? Beim Nachschlagen in sprachwissenschaftlichen Werken wird man zu dieser Bezeichnung ebenso wenig fündig wie im Duden oder anderen Wörterbüchern, wenn man hingegen einen Blick in den DaF/DaZ -Bereich sowie dem Fremdsprachen-Portfolio nach dem europäischen Referenzrahmen oder aktuellen Sprachlehrplänen Ausschau hält schon eher. Doris Tophinke erläutert die Sprachenbiografie aus linguistischer Sicht. Ihre Definition besagt,

[...] dass Menschen sich in ihrem Verhältnis zu Sprache bzw. zu Sprachen und Sprachvarietäten in einem Entwicklungsprozess befinden, der von sprachrelevanten lebensgeschichtlichen Ereignissen beeinflusst ist. 10

Das Konzept der Sprachenbiografie kann erst einmal die sprachliche Rekonstruktion einer Sprachbiografie bezeichnen (in diverser medialer Ausformung, als Filmaufzeichnung, Text, Interview,…), diese basiert auf der (rekonstruierten) Erinnerung an sprachbiographisch relevante Ereignisse. Und schließlich bezeichnet sie die die Sprachpraxis und die persönliche Einstellung zur Sprache im Sozial- und Lebensraum des Individuums. Die Sprachenbiografie zeigt nicht nur die Sprachkompetenzen im Sinne einer „Lernbiographie“ auf, sondern die Veränderungen des Individuums im Bezug auf seine Sprachverwendung und sein Verhältnis zu verschiedenen Sprachen. Allerdings ist die aufgezeichnete, vor allem aber die erinnerte Sprachbiographie immer der Rekonstruktion unterworfen, mit der jedes Individuum dem Erlebten und Erinnerten Sinn gibt und Kohärenz schafft. Das gilt auch wenn Ereignisse ursprünglich nicht unmittelbar miteinander verbunden waren. Da es sich aber bei der Aufzeichnung von Sprachbiografien immer um das individuelle Erlebnis handelt ist auch diese ‚kohärenzstiftende Interpretation im Nachhinein’ für die Untersuchung relevant, da gerade diese Konstrukte Aufschluss über das Verhältnis zur Sprache geben können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung erläutert das Ziel der Seminararbeit, anhand einer Sprachenbiografie das Wechselspiel zwischen Sprache und Identitätskonstruktion zu untersuchen.

I. Zum Identitätsbegriff: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ansätze des Identitätsbegriffs und betont dessen Variabilität sowie die Bedeutung der gruppenbezogenen Identität.

II. Gruppenidentität, Sprache und Nationalität: Hier wird die Rolle der Sprache als identitätsstiftendes Merkmal innerhalb von Gruppen und das Konzept des sprachlichen Nationalismus beleuchtet.

III Identität und Mehrsprachigkeit: Das Kapitel differenziert zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Mehrsprachigkeit und deren Einfluss auf die individuelle Identitätsentwicklung bei Migration.

IV. Sprachenbiografie: Dieses methodische Kapitel definiert den Begriff der Sprachenbiografie und begründet die Wahl des semistrukturierten Interviews als Forschungsinstrument.

V. Ergebnisse: Faktoren der harmonischen Identitätsbildung: Die Ergebnisse zeigen auf, dass Sprach(selbst)bewusstsein und aktive, kontextbezogene Mehrsprachigkeit zentrale Faktoren für eine konfliktfreie Identitätskonstitution sind.

Schlüsselwörter

Sprachenbiografie, Identität, Mehrsprachigkeit, Sprach(selbst)bewusstsein, Gruppenidentität, Migration, Spracherwerb, semistrukturiertes Interview, sprachlicher Nationalismus, Muttersprache, Identitätsbildung, Sprachvarietät, Mehrfachzugehörigkeit, Sprachpraxis, Diversität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der engen Wechselbeziehung zwischen Sprache und der Identität eines Individuums im Kontext von Mehrsprachigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen gehören der Identitätsbegriff, die Funktion von Sprache bei der Gruppenidentitätsbildung, die Unterscheidung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Mehrsprachigkeit sowie die methodische Erfassung von Sprachbiografien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse einer individuellen Sprachenbiografie zu verstehen, wie das Individuum seine Mehrsprachigkeit lebt und welche Faktoren zu einer gelungenen, harmonischen Identitätsbildung beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?

Die Autorin wählte die Methode des semistrukturierten Interviews, um ein tieferes Verständnis für den alltäglichen Umgang der interviewten Person mit ihren verschiedenen Sprachen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Identität und Mehrsprachigkeit, eine methodische Herleitung des Interviews und eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Sprachbewusstsein und aktiver Mehrsprachigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Sprachenbiografie, Identität, Mehrsprachigkeit, Sprach(selbst)bewusstsein und Identitätsbildung.

Welche Rolle spielt die Trennung der Sprachen im Alltag des interviewten Dimitri?

Dimitri hält die Trennung seiner Muttersprachen penibel ein und ordnet sie bestimmten Funktionen oder Bezugspersonen zu, was maßgeblich zur Stabilität seiner Identität beiträgt.

Welchen Einfluss hat die „Sprachursprungsländer“-Erfahrung auf die Identität?

Die regelmäßigen Besuche in den Herkunftsländern ermöglichen Dimitri einen authentischen Sprachaustausch, was seine Mehrsprachigkeit festigt und ihn als „Chamäleon“ zwischen den verschiedenen Kulturen agieren lässt.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Sprachenbiographie
Subtitle
Identität und Sprache
College
University of Vienna  (Germanistik, DaF)
Course
SE Identität und Sprache
Grade
Sehr gut
Author
Sara Claire Kerschbaumer (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V170417
ISBN (eBook)
9783640958016
ISBN (Book)
9783640958269
Language
German
Tags
Migration Identität Sprachenbiographie Nationalsprachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sara Claire Kerschbaumer (Author), 2009, Sprachenbiographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170417
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint