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Das Internet verändert unsere Sprache - Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung des Weges von "ist" und "ein/den" unter dem Einfluss von internetbasierter Kommunikation

Title: Das Internet verändert unsere Sprache - Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung des Weges von "ist" und "ein/den" unter dem Einfluss von internetbasierter Kommunikation

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Miriam Marie Hirschauer (Author)

German Studies - Linguistics
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In den letzten Jahren, seit das Internet die bevorzugte (schriftliche) Kommunikationsart geworden ist, finden sich in der (deutschen) Sprache immer wieder die seltsamsten Wortschöpfungen und Sprachphänomene (zum Beispiel „gruscheln“). Denn im Internet hat jeder die Möglichkeit sich mit seiner ihm eigenen Sprache zu äußern und hier „konsumieren“ viel schneller und in viel größerer Zahl Menschen aller sozialen Gruppen jegliche Sprache. Das heißt, Neologismen und andere Neuheiten können schneller den Weg in die Alltagssprache und somit womöglich auch in die Schriftsprache finden.
„Das ist faszinierend“, würde der Linguist dazu sagen und sich an die Untersuchung machen. „Das’ ja uninteressant“, würde der nicht linguistisch Interessierte sagen – oder auch schreiben!
Findet Sprachwandel heutzutage schneller statt oder gibt es nur mehr sprachliche Varietäten, die aber auch ebenso schnell wieder verschwinden?
Diese Arbeit versucht anhand von bestimmten Beispielen zu analysieren, wie diese neuen Fälle zustande kommen, welchen Weg sie bereits hinter sich und welchen sie vor sich haben könnten. Hierbei wird vor allem auf die in bestimmten Situationen veränderte Form des Wortes ist eingegangen und mithilfe von anderen Beispielen zu erklären versucht.
Außerdem soll angerissen werden, welchen Einfluss das schriftliche Gespräch (Chats, Sms) auf die Sprache hat und ob das „Sprechen“ via Internet die Macht hat, Sprache nachhaltig zu verändern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verwendung des Ists als Hilfsverb, Vollverb und Kopulaverb - Beispiele

2.1 Im Mündlichen

2.2 Im Schriftlichen

2.2.1 Formaldeutsch

2.2.2 Umgangssprachliches Deutsch

3. Analyse der Beispiele

3.1 Untersuchung der vorliegenden Phänomene

3.2 Erklärungsansätze

4. Web- und Umgangssprache

5. Synthese

5.1 Motive für die veränderten Formen

5.2 Findet Wandel statt?

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss von internetbasierter Kommunikation auf den Sprachwandel im Deutschen, mit einem speziellen Fokus auf die Verkürzung und den Wegfall des Verbs „sein“ (in Form von „ist“) sowie bestimmter Artikel.

  • Phänomenologie der Verkürzung von „ist“ und Artikeln
  • Rolle der Sprachökonomie und Sprechgeschwindigkeit
  • Unterscheidung zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation
  • Grammatikalisierungsprozesse von Vollverben zu Kopula- und Hilfsverben
  • Auswirkungen der Chatsprache auf die Schriftsprache

Auszug aus dem Buch

3.1 Untersuchung der vorliegenden Phänomene

Grammatikalisierung ist ein Merkmal von Sprachwandel. Aus einem lexikalischen Zeichen entwickelt sich ein grammatisches. Auch das Verb sein ist dabei, diesen Prozess zu durchlaufen. Wie in den Beispielen angeführt, wird sein heute hauptsächlich als Hilfs- oder Kopulaverb verwendet. Das heißt, seine lexikalische Bedeutung wurde hinter die grammatische zurückgedrängt. Die letzte Stufe der Grammatikalisierung ist der vollständige Schwund. Die Frage, die sich bei dem zu untersuchenden Beispiel stellt, ist, welchen Grad der Grammatikalisierung ist – oder gar sein – erreicht hat und ob die letzte Stufe mit dem Weglassen des Ists in manchen Erscheinungen schon realisiert worden ist.

In dem Fall des „ein/einen“ zu „’n/’nen“ (siehe Bsp.1) ist die Sache recht eindeutig. Hier handelt es sich um das Weglassen der unbetonten Silbe „ei-“, also um eine Elision oder, weil es sich hier um Anlautschwund handelt, eine Aphärese. Bei Beispiel 2 wird sogar das ganze Wort verschluckt. Dies kann allerdings nur passieren, wenn das vorherige Wort auf „-n“ endet und sich somit die verkürzte Form von „ein“ phonologisch an das vorherige Wort anschließt (Enklise oder Assimilation): [vɪɐ bɘ’zu:xn: mu:’ze:ʊm]. Nicht möglich ist dagegen die Elision des unbestimmten Artikels, wenn das vorangegangene Wort nicht auf „n“ endet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Sprachwandel im Internetzeitalter und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Entwicklung des Wortes „ist“.

2. Verwendung des Ists als Hilfsverb, Vollverb und Kopulaverb - Beispiele: Vorstellung empirischer Beispiele aus dem mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch, die Verkürzungen und Elisionen verdeutlichen.

3. Analyse der Beispiele: Sprachwissenschaftliche Untersuchung der beobachteten Phänomene sowie theoretische Einordnung mittels Grammatikalisierungsparametern.

4. Web- und Umgangssprache: Erörterung der Spezifika der Internetkommunikation, insbesondere der Tendenz zur Sprechökonomie und der Annäherung von Schrift- an Mündlichkeit.

5. Synthese: Zusammenführende Diskussion der Motive für Sprachwandel und Bewertung, ob tatsächlich ein dauerhafter Wandel vorliegt.

6. Zusammenfassung: Fazit über die Rolle des Internets als Beschleuniger für mündlich geprägte Sprachinnovationen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Grammatikalisierung, Internetkommunikation, Kopulaverb, Hilfsverb, Sprechökonomie, Elision, Klitisierung, Chatsprache, Sprachinnovation, Nullallomorph, Schriftsprache, Linguistik, Phonologie, Syntax.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der internetbasierten Kommunikation auf die deutsche Sprache, insbesondere auf die strukturellen Veränderungen des Verbs „sein“ und bestimmter Artikel.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Sprachökonomie, die Annäherung von geschriebener an gesprochene Sprache in digitalen Medien sowie der Prozess der Grammatikalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Weg der Wortformen „ist“ und „ein/den“ unter dem Einfluss informeller digitaler Kommunikation zu analysieren und festzustellen, inwieweit diese durch Grammatikalisierung verkürzt oder elidiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine sprachwissenschaftliche Analyse, basierend auf Beispielen aus der Alltagssprache und dem Vergleich mit theoretischen Grammatikalisierungsparametern nach Lehmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Sammlung und phonologische Analyse von Beispielen, die Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der Web- und Umgangssprache sowie die theoretische Synthese der Befunde.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sprachwandel, Grammatikalisierung, Internetkommunikation und Sprechökonomie beschreiben.

Was bedeutet es, wenn das Wort „ist“ zum Nullallomorph wird?

Dies beschreibt einen Zustand, in dem die grammatische Funktion des Wortes „ist“ zwar noch im Verständnis des Sprachbenutzers vorhanden ist, das Wort selbst in bestimmten Konstruktionen jedoch graphematisch vollständig weggelassen wird.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Verkürzung im Mündlichen und im Schriftlichen?

Die Arbeit zeigt, dass durch das Internet mündliche Verkürzungsmuster wie Elisionen und Klitisierungen zunehmend in schriftliche Medien (Chats, SMS) übernommen werden, was zu einer Verschriftlichung gesprochener Sprachformen führt.

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Details

Title
Das Internet verändert unsere Sprache - Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung des Weges von "ist" und "ein/den" unter dem Einfluss von internetbasierter Kommunikation
College
University of Hannover
Course
Sprachwandel
Grade
2,7
Author
Miriam Marie Hirschauer (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V170424
ISBN (eBook)
9783640892754
ISBN (Book)
9783640892945
Language
German
Tags
ein ist Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Marie Hirschauer (Author), 2010, Das Internet verändert unsere Sprache - Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung des Weges von "ist" und "ein/den" unter dem Einfluss von internetbasierter Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170424
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