Vernetzung - Auswirkungen auf den Alltag

Literaturarbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „In Freiheit gefangen – mobil, flexibel und immer und überall erreichbar“ aus dem Buch „Angriff auf die Freiheit“ von Ilja Trojanow und Juli Zeh


Rezension / Literaturbericht, 2009

5 Seiten, Note: 2,13


Leseprobe

Dem Vortrag „Vernetzung - Auswirkungen auf den Alltag“ im Rahmen der Lehrveranstaltung „In Freiheit gefangen - mobil, flexibel und immer und überall erreichbar“ liegt das Buch von Ilija Trojanow und Juli Zeh zugrunde. In diesem Buch mit dem Titel „Angriff auf die Freiheit“ geht es um den Sicherheitswahn des deutschen Staates und die daraus resultierenden Konsequenzen. Das Buch ist in elf Kapiteln unterteilt und endet mit einem Epilog. Jedes Kapitel behandelt eine eigene Situation oder Problemstellung. Zu Beginn wird man in das Lesen durch eine Art „wachrütteln“ eingeführt. Die Einführung beschreibt einen Tagesablauf einer Person, mit den Eigenschaften eines Überwachungsstaates. Hier wird das erste Mal auf die neuen Eigenheiten des kontrollierten Lebens hingewiesen. Wie zum Beispiel, Überwachungskameras in U-Bahnen oder an öffentlichen Plätzen.

Jedes Kapitel ist mit einem Zitat eines Politikers oder eines berühmten Philosophen untertitelt. Der Titel des ersten Kapitels lautet „Raus aus dem Topf“. Es folgen weitere Kapitel, wie „Gesetz ohne Sinn und Verstand“, „Angst sells“ oder „Denn Sie wissen nicht was Sie tun“. Die verschiedenen Kapitel greifen immer wieder die Problematik der heutigen Zeit auf: Terrorismus. Wobei hierbei explizit auf Begrifflichkeiten oder Definition eingegangen und Acht gegeben wird. Die beiden Schriftsteller beschreiben Situationen des täglichen Alltags und hinterfragen deren Ursprung oder teilweise auch deren rechtliche Rahmenbedingungen. Als Beispiel ist hier das Luftsicherheitsgesetz vom Januar 2005 zu nennen. Dieses Gesetz verursachte in mehreren Landesregierungen eine Art Misstrauen, sodass es teilweise in einigen Bundesländern als verfassungswidrig deklariert wurde.

Das Buch beschreibt viele Handlungen oder Konsequenzen, die aus dem Anschlag auf das World Trade Center in den Vereinigten Staaten von Amerika, vom 11. September 2001, resultieren. Ausgehend von diesem Ereignis werden viele verschiedene Beispiele gegeben, wie Regierungen versuchen den internationalen Terrorismus zu bekämpfen. Regierungsprogramme wie das „Echelon“ in den USA oder der „Bundestrojaner“ in der Bundesrepublik Deutschland, sind Resultate der Bekämpfung.

Der Bundestrojaner ist ein Teil einer bundesweiten Online-Durchsuchung. Hierbei handelt es sich um Sichtung und Zugriff durch den Staat auf private oder auch geschäftliche Computer und digitale Daten, um bei einem Verdacht auf einen terroristischen Anschlag präventiv oder Beweis sichernd einzuwirken. Da

diesbezüglich Teile des Grundgesetztes geändert werden mussten, wurde dieses Thema breit und lang in den Medien diskutiert. Das folgende Zitat von Herrn Innenminister Schäuble aus dem Jahre 2007 zeigt, dass auch die Politik mit dieser Thematik nicht verständlich umgehen kann. Auf die Frage was der Bürger unter Online-Durchsuchung verstehen darf, antwortete Herr Schäuble wie folgt: „Unter Online-Durchsuchung wird Verschiedenes verstanden, das ist klar. Da wird A da wird sowohl verstanden A der Telekommunikation A der A der Verkehr, als auch die Durchsuchung in den Systemen selbst, weil die technische Entwicklung eben so ist, aber da müssen wir jetzt schon die A die A die Internetexperten genauer befragen. Sich so entwickelt, dass eben unsere, oder meine laienhafte Vorstellung, dass Internet so etwas Ähnliches sei wie ne moderne Telefonanlage, das stimmt eben schon lange nicht mehr, und deswegen braucht man da A Wenn Sie wollen, kann das der Herr Fromm genauer erläutern, der versteht´s ein wenig, richtig verstehen tut er´s wahrscheinlich auch nicht, denn das wär ja gar nicht gut (Gelächter unter den versammelten Journalisten), wenn der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz ein Online Experte wäre.“

Ausgehend von diesem Kommentar und auch weiteren Interviewauszügen berufen sich die Schriftsteller darauf, dass die meisten Regierungsprogramme, die auf Bekämpfung des Terrorismus abzielen, vorschnell und teilweise unüberlegt über die Richtertische laufen. Sie kritisieren auch, dass teilweise durch unnötige Panikmache die Bevölkerung zu bestimmten Denkweisen gezwungen wird. Die USA hat weitaus einflussreichere und institutionellere Projekte oder Programme, die der Bekämpfung dienen. Bei dem Spionagenetz „Echelon“ handelt es sich beispielsweise um ein internationales Kommunikations- und Abhörnetz, das in den Zeiten des Kalten Krieges ins Leben gerufen wurde. Ursprünglich hatte es einen militärischen und diplomatischen Charakter. Es wurde aber bald, nach Erkenntnis seines Potentials für die heutigen Problemfelder, umfunktioniert und dient heute somit der Suche nach terroristischen Verschwörungen. Aber auch in Bezug auf Drogenhandel und Wirtschaftsspionage findet das System heute Anwendung.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Vernetzung - Auswirkungen auf den Alltag
Untertitel
Literaturarbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „In Freiheit gefangen – mobil, flexibel und immer und überall erreichbar“ aus dem Buch „Angriff auf die Freiheit“ von Ilja Trojanow und Juli Zeh
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (studium plus)
Veranstaltung
In Freiheit gefangen – mobil, flexibel und immer und überall erreichbar
Note
2,13
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V170449
ISBN (eBook)
9783640892891
Dateigröße
629 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ilja Trojanow, Juli Zeh, Angriff auf die Freiheit, In Freiheit gefangen, mobil, flexibel, immer und überall erreichbar, Triebel, Vernetzung, Angst sells, Gesetz ohne Sinn und Verstand, Denn sie wissen nicht was Sie tun
Arbeit zitieren
Jens Dell´Anna (Autor), 2009, Vernetzung - Auswirkungen auf den Alltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170449

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