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Ästhetizismus-Kritik in Hofmannsthals "Das Märchen der 672. Nacht"

Wie die schönen und leblosen Dinge den Kaufmannssohn in den Tod führen

Title: Ästhetizismus-Kritik in Hofmannsthals "Das Märchen der 672. Nacht"

Term Paper , 2025 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Feline Sommer (Author)

Literature - General
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In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, warum der Kaufmannssohn in Hofmannsthals "Das Märchen der 672. Nacht" sterben musste. Dabei wird die These vertreten, dass ihn das Festhalten an den schönen und leblosen Dingen in den Tod treibt, was anhand einer Analyse einzelner Passagen gezeigt werden soll. In einem zweiten Schritt wird dargelegt, inwiefern sich daraus eine bestimmte Form der Ästhetizismus-Kritik ableiten lässt, nachdem in einem Theorieteil erläutert wurde, was für die Strömung des Ästhetizismus kennzeichnend war, was den ‚Kult der leblosen Dinge‘ ausmachte und welche kritischen Perspektiven es gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Einordnung: Hofmannsthal und Das Märchen der 672. Nacht.
    • 2.1 Analyse: Festhalten an den schönen und leblosen Dingen.
  • 3 Die Strömung des Ästhetizismus
    • 3.1 Der Kult der leblosen Dinge..
    • 3.2 Ästhetizismus-Kritik
  • 4 Fazit.
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Hugo von Hofmannsthals Erzählung „Das Märchen der 672. Nacht“ mit der zentralen Forschungsfrage, warum der Kaufmannssohn stirbt. Die Arbeit vertritt die These, dass sein Festhalten an schönen und leblosen Dingen seinen Tod herbeiführt, und leitet daraus eine spezifische Form der Ästhetizismus-Kritik ab, nachdem die Strömung des Ästhetizismus, der „Kult der leblosen Dinge“ und kritische Perspektiven erläutert wurden.

  • Hofmannsthals Erzählung „Das Märchen der 672. Nacht“
  • Die literarische Strömung des Ästhetizismus und Décadence
  • Der "Kult der leblosen Dinge" und seine Auswirkungen
  • Die Rolle von Schönheit, Todesthematik und Einsamkeit im Werk
  • Kritik und Rezeption des Ästhetizismus in der Literaturwissenschaft
  • Einordnung Hofmannsthals in die Wiener Moderne und das Fin de Siècle

Auszug aus dem Buch

2.1 Analyse: Festhalten an den schönen und leblosen Dingen

Ein heterodiegetischer Erzähler in der Nullfokalisierung erzählt in den ersten Zeilen des Textes Das Märchen der 672. Nacht in einem unmittelbaren Einstieg von einem Kaufmannssohn, der schön ist, keine Eltern hat und seit seinem 25. Lebensjahr keine Lust mehr auf „Geselligkeit und d[a]s gastliche[] Leben[]“ (15). Es wird direkt im ersten Satz und in der ersten Beschreibung des Protagonisten dessen Schönheit erwähnt, wodurch sich die Frage stellt, warum das an dieser Stelle wichtig ist. Womöglich spielt seine Schönheit im weiteren Verlauf noch eine zentrale Rolle oder sie ist ein wiederkehrendes Motiv, das wichtig für den Text ist. Zudem wird die Frage, was mit seinen Eltern passiert ist und seit wann sie nicht mehr da sind, aufgeworfen. Durch die Bezeichnung der Figur erfährt man, dass sein Vater ein Kauffmann war und es könnte vermutet werden, dass seine Eltern seit seinem 25. Geburtstag nicht mehr da sind, womöglich verstorben, denn irgendein Ereignis muss dazu geführt haben, dass er seitdem keine Gesellschaft mehr mag. Das Wort „überdrüssig“ (15) deutet darauf hin, dass er zuvor viel davon hatte. Zudem entließ er da fast alle seine

DienerInnen und behält nur noch vier von ihnen, was bedeutet, dass er zuvor viel mehr hatte. Er scheint also sehr wohlhabend zu sein und dadurch, dass er die Befugnis hat, Bedienstete zu entlassen, wird er wohl eine hohe Position in seinem Haus innehaben. Auch das lässt die Vermutung zu, dass seine Eltern gestorben sind und ihm das Haus mitsamt der Dienerschaft überlassen haben. Außerdem wird erzählt, dass er weder Freunde noch eine Frau hat. (15) Stattdessen wird nun detailliert sein Mobiliar und die Dekoration seines Besitzes beschrieben und dass ihm die Schönheit all dieser Dinge „so bedeutungsvoll [wurde], wie er es nie geahnt hatte“ (15). Von allem Lebendigen, also der Geselligkeit, dem Großteil seiner Dienerschaft, Freunden und Frauen, hat er sich abgewendet, doch die leblosen Schmuckstücke seines Hauses sind ihm wichtig. Es heißt ganz explizit „Er war für lange Zeit trunken von dieser großen, tiefsinnigen Schönheit, die ihm gehörte [...]“ (16), wodurch erneut die Schönheit der Dinge hervorgehoben wird und auch, dass sie sein Besitz sind. Zudem werden sie als ein „großes Erbe“ (16) bezeichnet, was erneut darauf hindeutet, dass er all das von seinen Eltern geerbt hat. Die Worte ‚schönʻ und „Schönheitʻ tauchen gehäuft auf den ersten zwei Seiten des Textes auf, was die Interpretation zulässt, dass schöne Dinge für ihn eine wichtige Rolle spielen und sich alles in seinem Leben nun nur noch darum dreht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach dem Tod des Kaufmannssohnes in Hofmannsthals Märchen vor und legt die These der Ästhetizismus-Kritik durch das Festhalten an leblosen Dingen dar.

2 Einordnung: Hofmannsthal und Das Märchen der 672. Nacht: Ordnet Hofmannsthal und sein Werk in den Kontext des Fin de Siècle und der Wiener Moderne ein und beschreibt die Entstehung der Erzählung.

2.1 Analyse: Festhalten an den schönen und leblosen Dingen: Analysiert detailliert, wie der Kaufmannssohn an materiellen Besitztümern und leblosen Dienern festhält und wie diese Fixierung zu seiner Isolation und letztlich zu seinem Tod führt.

3 Die Strömung des Ästhetizismus: Erläutert die historische Entwicklung und die charakteristischen Merkmale des Ästhetizismus, einschließlich des „Kults der leblosen Dinge“ und seiner Abgrenzung von der Wirklichkeit.

3.1 Der Kult der leblosen Dinge: Beschreibt den ästhetizistischen Fokus auf die Schönheit der Kunst über das Leben und die Ablehnung der Realität, die als hässlich empfunden wird.

3.2 Ästhetizismus-Kritik: Beleuchtet die negative Konnotation und Kritik am Ästhetizismus in der Literaturwissenschaft, oft als unreife oder überwindungsbedürftige Phase angesehen.

4 Fazit: Fasst die Argumente zusammen, dass das Festhalten an ästhetischen und leblosen Dingen den Kaufmannssohn in den Tod treibt und Hofmannsthals Erzählung als eine Form der Ästhetizismus-Kritik verstanden werden kann.

Schlüsselwörter

Ästhetizismus, Hofmannsthal, Das Märchen der 672. Nacht, Fin de Siècle, Wiener Moderne, Literaturkritik, Kult der Dinge, Décadence, Leblosigkeit, Schönheit, Todesthematik, Einsamkeit, Literaturwissenschaft, Analyse, Kaufmannssohn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht Hugo von Hofmannsthals Erzählung „Das Märchen der 672. Nacht“, um die Ursachen für den Tod des Kaufmannssohnes zu ergründen und eine Form der Ästhetizismus-Kritik abzuleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Analyse von Hofmannsthals Erzählung, die Strömung des Ästhetizismus, der „Kult der leblosen Dinge“, Décadence, sowie Kritik am Ästhetizismus und die Einordnung Hofmannsthals in die Wiener Moderne.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten, warum der Kaufmannssohn in „Das Märchen der 672. Nacht“ sterben musste, und dies durch die These des Festhaltens an schönen und leblosen Dingen sowie durch eine Ästhetizismus-Kritik zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse einzelner Passagen des Originaltextes, um die These zu untermauern und die Strömung des Ästhetizismus theoretisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Einordnung Hofmannsthals und der Erzählung, eine detaillierte Textanalyse des Festhaltens an schönen und leblosen Dingen, die theoretische Darlegung des Ästhetizismus und seiner Kritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Ästhetizismus, Hofmannsthal, Das Märchen der 672. Nacht, Fin de Siècle, Wiener Moderne, Kult der Dinge und Décadence.

Wie wird Hofmannsthals Werk in den Kontext des Ästhetizismus eingeordnet?

Hofmannsthal wird als wichtiger Repräsentant des deutschsprachigen Fin de Siècle und der Wiener Moderne eingeordnet, dessen frühes Werk oft als Ausdruck des Ästhetizismus, manchmal sogar als "Jugendsünde", betrachtet wird.

Welche Rolle spielen die DienerInnen des Kaufmannssohnes in der Analyse?

Die DienerInnen werden vom Kaufmannssohn als sein "Besitz" und Lebensinhalt wahrgenommen, wobei ihnen oft leblose oder mit dem Tod verbundene Attribute zugeschrieben werden, was seine Fixierung auf Dinge über Menschen verdeutlicht.

Welche Parallele zieht der Autor zwischen dem Kaufmannssohn und seinem Vater?

Der Kaufmannssohn gesteht sich ein, dass er ähnlich wie sein Vater eine "angstvolle Liebe" zu materiellem Reichtum empfindet und ebenso stark an seinem Besitz hängt, was ihn früher als Kind wütend gemacht hatte.

Inwiefern dient die Erzählung als Kritik am Ästhetizismus?

Die Erzählung dient als Ästhetizismus-Kritik, indem sie zeigt, dass das Befolgen ästhetizistischer Ideale – das Anhaften an Materiellem, die Hochschätzung des Künstlichen gegenüber dem realen Leben und die Kunst als Wirklichkeitsersatz – für den Protagonisten zu einem tödlichen Ende führt.

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Details

Title
Ästhetizismus-Kritik in Hofmannsthals "Das Märchen der 672. Nacht"
Subtitle
Wie die schönen und leblosen Dinge den Kaufmannssohn in den Tod führen
College
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Course
Kleine Prosa um 1900
Grade
1,3
Author
Feline Sommer (Author)
Publication Year
2025
Pages
15
Catalog Number
V1705157
ISBN (PDF)
9783389182031
ISBN (Book)
9783389182048
Language
German
Tags
Prosa Hugo von Hofmannsthal Ästhetizismus Ästhetizismus-Kritik Das Märchen der 672. Nacht Kult der leblosen Dinge Wiener Moderne Jung-Wien Hofmannsthal Fin de Siècle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Feline Sommer (Author), 2025, Ästhetizismus-Kritik in Hofmannsthals "Das Märchen der 672. Nacht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1705157
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