Bausparen – Der Weg zum Eigenheim


Projektarbeit, 2010
30 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgewählte Aspekte des Bausparprinzips
2.1 Geschichte des Bausparens
2.2 Das Bausparprinzip
2.3 Vorteile des Bausparens
2.4 Der Markt und Zukunftsperspektiven

3 Der Abschluss eines Bausparvertrages
3.1 Teile des Bausparvertrages
3.2 Die Tarifvarianten
3.3 Die Legitimationsprüfung und Abgeltungssteue

4 Die Sparphase
4.1 Sparzahlungen
4.2 Bewertung der Sparleistung

5 Die Zuteilung

6 Die Bausparförderung
6.1 Die Wohnungsbauprämie
6.2 Vermögenswirksame Leistungen
6.3 Eigenheimrente (Wohn-Riester

7 Vertragsänderungen

8 Die Darlehensphase
8.1 Darlehensvoraussetzungen
8.2 Besicherung/Beleihung des Bauspardarlehens

9 Fazi

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Die folgende Ausarbeitung befasst sich mit der Thematik der Baufinanzierung. Explizit wird das Thema Bausparen behandelt. Diese Arbeit soll einen Überblick über diese komplexe Materie schaffen. Sie zeigt den Nutzen des Bausparens auf, beschäftigt sich mit dem Markt und der Geschichte dieser Finanzierungsart. Außerdem liegt ein Schwerpunkt in der Erklärung des Bausparprinzips, wie zum Beispiel auch des Vertragsabschlusses, der Spar- und Darlehensphase und der Zuteilung. Außerdem stellt auch die Bausparförderung ein wichtiges Thema dar. Diese Arbeit befasst sich mit dieser komplexen Finanzmaterie und liefert einen verständlichen Überblick.

1 Einleitung

Viele Menschen in der Bundesrepublik träumen von den eigenen vier Wänden. Egal ob das eigene Haus oder die Eigentumswohnung – die meisten haben sich darüber schon einige Gedanken gemacht. Aber die Zahl der Menschen, welche sich diesen Traum in ihrem Leben erfüllen, ist gering. Das liegt daran, dass Bauen sehr teuer ist. Es ist so teuer, dass sich die meisten Bürger ein solches Vorhaben nicht leisten können oder davon ausgehen, nicht dazu in der Lage zu sein. Ein Hausbau ist auf jeden Fall kein Zuckerschlecken und viele finanzielle Aspekte müssen diesem meist untergeordnet werden.

Durch den Bau eines Hauses oder einer Wohnung kann man jedoch auch einiges einsparen. Schon alleine, wenn man einige Aufgaben beim Bau selbst übernimmt. Aber auch bei der Finanzierung kann man kräftig sparen. Nur wird diese Möglichkeit nicht ausreichend genutzt, was daran liegt, dass die meisten Bewohner der Bundesrepublik sich nicht wirklich mit der Materie Finanzierung beschäftigen. Sie besitzen einfach nicht das nötige Know how.

Eine optimale Finanzierung hilft, den Haushalt vor unnötigen monatlichen Belastungen durch zu hohe Raten zu bewahren. Die Beratung in Banken, Sparkassen oder bei den Bausparkassen selbst ist meist fachlich ungenügend und vor allem nicht verständlich für den vermeintlichen Kunden. Das hat auch ein Test der Stiftung Warentest bewiesen. Deswegen ist es für einen angehenden Bauherren umso wichtiger, sich mit der Materie im Vornherein zu beschäftigen. Die nachfolgenden Kapitel bieten einen Einblick in das Thema der Baufinanzierung, welche nützlich dafür sind, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.[1]

2 Ausgewählte Aspekte des Bausparprinzips

2.1 Geschichte des Bausparens

Die Idee des Bausparens ist schon über 200 Jahre alt. In Deutschland fand die Verbreitung des kollektiven Bauspargedankens hauptsächlich nach dem ersten Weltkrieg statt. Die Wohnungsnot in England bewegte im Jahr 1775 englische Arbeiter dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie man mit ihren geringen finanziellen Mitteln ein Eigenheim für die Familie schaffen kann. So kamen sie gemeinsam auf das Prinzip einer Bauspargemeinschaft. Bald wurde die erste Bausparkasse in Birmingham gegründet. Später zogen Länder wie die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika und Brasilien nach. 1885 wurde in Deutschland ein Bausparverein namens ‚Bausparkasse für Jedermann‘ in Bielefeld durch Pastor von Bodelschwingh gegründet. Dadurch sollte die Wohnungsnot in Bielefeld beseitigt werden. Doch das Interesse der Bevölkerung war gering. Erst 1924 setzte sich die Idee des Bausparens durch. Der Hauptgrund dafür waren die benötigten finanziellen Mittel, welche dafür gebraucht wurden, die durch den ersten Weltkrieg zerstörten Gebäude aufzubauen. Diese finanziellen Mittel mussten zinsgünstig sein. Wüstenrot, die erste Deutsche Bausparkasse, wurde gegründet. Die heutige BHW Bausparkasse folgte kurz danach. 1930 wurde das Bausparprogramm reformiert. Mit dieser Reform wurde ein Bewertungssystem eingeführt, in dem der Auszahlungstermin von der Sparweise eines Bausparers abhängig gemacht wurde. Das Bausparkassengesetz und die Bausparkassenverordnung wurden 1973 verabschiedet. Mit diesem Gesetz wurden die Bausparkassen unter staatliche Aufsicht gestellt, Regelungen und Bestimmungen aufgestellt und die Bausparer so geschützt. Die Verordnung sichert die anvertrauten Vermögenswerte der Bausparkassen. In Deutschland gibt es heute 16 private Bausparkassen und elf Landesbausparkassen.[2]

2.2 Das Bausparprinzip

Die Grundidee des Bausparens ist der Zusammenschluss mehrerer Personen zu einer Gemeinschaft mit dem Ziel, wohnwirtschaftliche Maßnahmen zu finanzieren. Die Personen, welche sich gerade in der Sparphase befinden, finanzieren die Darlehen der Personen, deren Bausparverträge schon zugeteilt wurden. Aus dem angesammelten Kapital erhält jedes Mitglied der Gemeinschaft nach einem bestimmten Zuteilungsmodus einen Finanzierungsbetrag ausbezahlt, der sich aus dem einbezahlten Sparguthaben und einem Darlehen zusammensetzt. Anfangs ist man Sparer, später Darlehensnehmer.[3]

Fünf Personen wollen zum Beispiel ihr Eigenheim für je 50.000 € modernisieren. Jeder von ihnen kann eine jährliche Sparleistung von 10.000 € aufbringen. Ohne einen Bausparvertrag müssten alle fünf Jahre lang sparen. Haben sie jedoch einen solche Vertrag abgeschlossen, zahlen alle in das Bausparkollektiv ein. So steht das Kapital für eine Modernisierung schon nach einem Jahr zur Verfügung. Einer der Bausparer kann sein Vorhaben also schon mit 10.000 € Eigenkapital und 40.000 € Darlehen verwirklichen. Im zweiten Jahr kann dann der nächste seinen Wunsch realisieren. So sinkt die durchschnittliche Wartezeit von fünf Jahren auf ungefähr drei Jahre.[4]

2.3 Vorteile des Bausparens

Die Motive für das Bausparen liegen in der Regel in der Verwirklichung wohnwirtschaftlicher Wünsche. Ob Hausbau, Renovierung oder Modernisierung -Bausparen bedeutet nicht nur Eigentumserwerb, sondern Vorsorge für das Wohnen.

Wenn man in die eigenen vier Wände zieht, fällt keine lästige Miete mehr an. Das Eigentum schafft Sicherheit. Man ist unabhängig und kann seine Wohnvorstellungen individuell gestalten. Man trägt auch Gewinn davon: Staatliche Vergünstigungen, Wertsteigerungen und die Rendite machen das Bausparen noch attraktiver. Zudem ist es eine sichere Kapitalanlage, mit der man deutliche Steuervorteile und Zinsen erwirtschaftet. Ein Bausparvertrag ermöglicht eine günstige Finanzierung, falls man zum Beispiel beabsichtigt, sein Eigentum zu renovieren, umzubauen, zu kaufen, energiesparende Maßnahmen nachzurüsten oder etwas Neues zu bauen. Auch wer schon im eigenen Haus wohnt, kann auf Bausparen nicht verzichten, denn ob Anbau, Umbau, Renovierung oder Modernisierung, alles kann über das Bausparen finanziert werden. Bausparen ist die ‚Krankenversicherung‘ für jedes Haus. Und man sollte sich eines genau vor Augen halten: Jeder bezahlt im Laufe seines Lebens ein Haus! Die Frage ist allerdings: Wird das eigene Haus bezahlt oder das Haus des Vermieters?[5]

In den vergangenen Jahren hat das Wachstum der Bevölkerung zugenommen. In der Bundesrepublik verzeichnen wir zurzeit etwa 82 Millionen Einwohner. Aber: Nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamts wird es im Jahr 2040 nur noch etwa 72 Millionen Einwohner in Deutschland geben. Jeder dritte wird 60 Jahre oder älter sein.[6] Auch wenn man eine stärkere Zuwanderung aus dem Ausland unterstellt, wird sich daran nichts Entscheidendes ändern. Das heißt, durch diese ‚Vergreisung der Gesellschaft‘ wird die Rente immer unsicherer. Deshalb hat das mietfreie Wohnen im Alter und damit das Bausparen als Teil dieser Daseinsvorsorge einen hohen Stellenwert. Und die Mietzahlung endet auch nicht im Rentenalter, das heißt, dass ein Großteil der Rente für Mietzahlungen aufzuwenden ist. Der anfänglich höhere Finanzierungsaufwand lohnt sich also.[7]

Der Bausparvertrag bietet die Möglichkeit auch kleine Wohnwünsche zu erfüllen. Aus einem zugeteilten Bausparvertrag kann ein Darlehen bis 30000 € ohne Absicherung gewährt werden. Damit können kleine Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen schnell, günstig und unkompliziert durchgeführt werden. Bausparen ist ein in sich geschlossenes System! Die Bausparkassen sind damit vom Markt und den damit verbundenen Schwankungen unabhängig. Die Konditionen eines Bausparvertrages sind von Beginn bis Ende seiner Laufzeit überschaubar und bewahren den Kunden vor unangenehmen Überraschungen. Beim Bausparen ist während der Darlehenslaufzeit die Gefahr eines Belastungsanstieges und die Ungewissheit der Zinsentwicklung ausgeschlossen.[8]

Der Staat fördert das Bausparen als einzige risikolose Sparform der Vermögensbildung durch die Wohnungsbauprämie, das Vermögensbildungsgesetz und die Arbeitnehmerzulage, sowie die Zulagen und Steuervergünstigungen der Riester-Förderung. Darauf wird jedoch noch im Folgenden eingegangen.

2.4 Der Markt und Zukunftsperspektiven

Der Bausparvertrag gehört traditionell in Deutschland zu den beliebtesten Anlageformen. Bausparkassen sind vom Markt und dem jeweiligen Zinsniveau weitgehend unabhängig. Durch den niedrigen Festzinssatz ist Bausparen ein sehr zinsgünstiges Finanzierungsinstrument und stabilisierender Bestandteil einer jeden Baufinanzierung. Aber auch als Sparform – begünstigt durch eine garantierte Guthabenverzinsung und die staatliche Bausparförderung - ist Bausparen attraktiv. In der Bundesrepublik ist der Wunsch nach Wohneigentum stark ausgeprägt. Tatsächlich sieht die Realität allerdings anders aus: Nur 41% aller Deutschen haben Wohneigentum. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich Schlusslicht.[9]

Der Markt ist also groß: Viele Mieter, die eigentlich Eigentum wünschen, haben ihr Ziel noch nicht erreicht. Es gilt, diesen Kunden aufzuzeigen wie Eigenkapital sinnvoll und sicher aufgebaut werden kann, damit eine zukünftige Finanzierung auf gesunden Beinen steht. Der Mieter, der heute schon weiß, dass er zeitlebens zur Miete wohnen möchte, kann auch von Vorteilen eines Bausparvertrages profitieren. Denn auch der Mieter hat individuelle Wohnbedürfnisse und möchte seine Wohnqualität steigern.[10]

Aber auch Eigentümer sind potentielle Bausparer. Fast alle Kunden haben die Anschaffung der Immobilie finanziert. Der Eigentümer bildet in der Regel auch Rücklagen, um seine liebgewonnene Immobilie in Schuss zu halten und bei Bedarf zu modernisieren. Diese Rücklagen sind in einem Bausparvertrag sehr gut aufgehoben, weil damit jederzeit die Option auf ein zusätzliches zinsgünstiges Darlehen gesichert wird.[11]

Bausparen ist ein expansiver Markt mit Zukunft. Denn es ist die vom Staat am besten begünstigte, risikolose Sparform für breite Schichten unserer Bevölkerung. Heute ist es schon eine der populärsten Formen der Vermögensbildung. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Dafür sprechen gute Argumente. Es gibt viele Motive, die eine positive Zukunft des Bausparens begründen. Das Motiv Erwerb wäre eines von ihnen. Jeder träumt von seinen eigenen vier Wänden. Da nicht einmal die Hälfte der deutschen Bürger im eigenen Heim wohnt, ist dies ein Potential, welches die Nachfrage nach Bausparen auf Jahrzehnte sichert. Die Eigentumsquote in Deutschland ist im europäischen Vergleich extrem niedrig. Ein weiteres Motiv wäre die Wohnqualität. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, schöner zu wohnen. Egal ob Mieter oder Eigentümer: Jeder möchte sein eigenes Heim attraktiv gestalten. Ebenso wäre Umschuldung als Motiv zu nennen. In den nächsten Jahren wird ein Kreditvolumen über viele Milliarden Euro neu festgeschrieben. Der Zinssatz ist vom Markt abhängig. Dieses Zinsrisiko und das damit verbundene Ratenrisiko gilt es abzusichern. Alles in allem gibt es also immer Motive, die die Menschen dazu bewegen werden, einen Bausparvertrag abzuschließen.[12]

[...]


[1] Vgl. Littek, Frank (Baufinanzierung, 2005), S. 7-12

[2] Vgl. Bausparkassen-Vergleich, Hrsg. (Geschichte, Prinzip und Vorteile des Bausparens, o.J.)

[3] Vgl. Deutsche Bank Bausparkasse, Hrsg. (Prinzip des Bausparens, o.J.)

[4] Vgl. Verband der privaten Bausparkassen, Hrsg. (Grundgedanke Bausparen, 2008)

[5] Vgl. Debeka Bauwelt, Hrsg. (Eigentum statt Miete, 2010)

[6] Vgl. Statistisches Bundesamt, Hrsg. (Bevölkerungsentwicklung, 2009)

[7] Vgl. o.V. (Bausparen 2010, 2010)

[8] Vgl. Raiffeisen Bank eG, Hrsg. (Bausparen, o.J.)

[9] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Hrsg. (Mieternation Deutschland, 2009)

[10] Nach Meinung der Verfasserin

[11] Vgl. Schnur, Bernd (Bausparen und Immobilienfinanzierung, 1996), S. 13-17

[12] Vgl. Lochmann, Ulrich W. (Finanzdienstleistungen, 2006), S. 70

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Bausparen – Der Weg zum Eigenheim
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
30
Katalognummer
V170518
ISBN (eBook)
9783640894888
ISBN (Buch)
9783640894666
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bausparen, eigenheim
Arbeit zitieren
Jasmin Wollner (Autor), 2010, Bausparen – Der Weg zum Eigenheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170518

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