Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Impostor-Phänomen (IP) mit einem externalen, instabilen und spezifischen Erfolgsattributionsstil sowie mit einer Unterschätzung der eigenen Leistung zusammenhängt. Im Rahmen einer querschnittlichen Korrelationsstudie bearbeiteten N = 43 Psychologiestudierende der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) den Online d2-R und schätzten ihre Leistung anschließend auf T-Wert-Basis ein. IP wurde mit der deutschen Version der Clance Impostor Phenomenon Scale erfasst, der external instabil spezifische Erfolgsattributionsstil mit einer zusammengesetzten Kennzahl aus dem Attributional Style Questionnaire. Leistungsunterschätzung wurde als Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und objektiver Testleistung gebildet und für die Analysen z-standardisiert, wobei für die Diskrepanzanalysen ein bereinigter Datensatz von N = 40 genutzt wurde. Die Hypothesen wurden mittels einfacher linearer Regressionen geprüft und durch explorative Gruppenvergleiche auf Basis von Median-Splits ergänzt. Es zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen Erfolgsattributionsstil und IP (β = .25, R² = .06, p = .111). IP sagte Leistungsunterschätzung in keinem der drei Kennwerte signifikant vorher (R² = .04 bis .06, β = −.21 bis −.23, p = .146 bis .197). Ebenso ergaben sich keine signifikanten Zusammenhänge zwischen Erfolgsattributionsstil und Leistungsunterschätzung (R² = .00 bis .04, β = −.05 bis −.19, p = .240 bis .752). Die ergänzenden Gruppenvergleiche zeigten ebenfalls keine bedeutsamen Unterschiede (|d| ≤ 0.35). Insgesamt zeigten sich in dieser Stichprobe keine signifikanten Zusammenhänge zwischen IP, Erfolgsattributionsstil und Leistungsunterschätzung. Für zukünftige Studien erscheint eine Replikation mit größerer Stichprobe sowie eine validierte deutschsprachige Erfassung des Erfolgsattributionsstils und eine weniger fehleranfällige Erfassung der Leistungsunterschätzung sinnvoll.
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- Judith Waibel (Author), 2026, Selbstzweifel trotz Leistung. Der Zusammenhang von Impostor-Tendenzen, Attributionsstil und Leistungsunterschätzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1705320