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„Neu-Atlantis“ von Francis Bacon

Eine Utopie zwischen Renaissance und Moderne

Title: „Neu-Atlantis“ von Francis Bacon

Term Paper , 2008 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Felicitas Aull (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Francis Bacon gilt als großer Kopf seiner Zeit, als herausragendes Talent zwischen Politik und Philosophie. Die Anekdote, die ihn als Zweijährigen zeichnet, der von Königin Elisabeth nur „mein kleiner Lord-Siegelbewahrer“ genannt wird, lassen bereits, auch unter der Beachtung der Fama, ein bezeichnendes Licht auf ihn werfen und zeigen die gesellschaftlichen Kreise, in denen er sich Zeit seines Lebens bewegt, die ihn prägen und Anstoß für seine Karriere, seinen Ehrgeiz und seine Werke sind.
Neid und Missgunst am englischen Court, seine verzwickte Stellung unter der Herrschaft Elisabeths, mit seinem Freund und deren Günstling Lord Essex, seine späte Karriere, die ihr abruptes Ende in einer Anklage wegen Bestechlichkeit findet und zudem seine zahlreichen Schriften und Essays lassen ihn seinen Tod überdauern.
Einerseits werden ihm die Schriften Shakespears zugesprochen, seine Reden vor dem Court wurden mit Angst verfolgt, seine Rhetorik war laut Zeitzeugen unnachahmlich, andererseits wurden ihm fundierte wissenschaftliche Kenntnisse abgesprochen, deren Wahrheitsgehalt sich in der Abbildung seines Todes zeigt, der auf sein erstes und einziges empirisches Experiment gefolgt sein soll, in dem beweisen wollte, dass sich die Haltbarkeit toter Hühnchen durch Ausstopfen mit Schnee verlängern ließe, sich dabei erkältete und schließlich an einer Lungenentzündung verstarb.
All das reicht bereits aus nicht nur um Legende zu werden, sondern auch das Wirken Bacons zu seiner Zeit, seine Werke im historischen Kontext, sowie deren Relevanz für unsere Zeit zu hinterfragen.
Folgende Arbeit will sich einerseits mit der Person Francis Bacon befassen, seine Werke und Ideen vorstellen und in den historischen Kontext einordnen, um im Hauptteil eine eingehende Betrachtung der Utopie Bacons „Nova Atlantis“ vorzunehmen, deren Anspruch an die Renaissance und Versprechen für die Moderne schließlich in einer Konklusion besprochen werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Francis Bacon

1.1 Biographie

1.2 Werk

1.3 Idee

1.3.1 Geistiges Erbe

1.3.2 Philosophie

1.3.2.1 Idole

1.3.2.2 Methode der Induktion

2 Renaissance

2.1 England um 1600

2.1.1 Vom Feudalismus zum Kapitalismus

2.1.2 Humanismus und Kunst

2.1.3 Politische Möglichkeiten

3 Neu-Atlantis – Die Möglichkeiten einer Insel

3.1 Utopie

3.2 Die Insel

3.3 Gesellschaft

3.3.1 Menschentypus

3.4 Wirtschaft

3.4.1 Handel

3.4.3 Sozialleistung

3.5 Der Staat

3.5.1 Entstehung des Staates

3.5.2 Einwanderungspolitik

3.5.3 Außenpolitik

3.5.4 Verteidigung

3.5.5 Repräsentation von Staatsgewalt durch Luxus

3.6 Die Wissenschaft

3.6.1 Das Institut

3.6.2 Die Fachbereiche

3.6.3 Wissenschaftler als politische Berater

3.6.4 Die Expeditionen

3.7 Religion und Sitte

3.7.1 Christentum

3.7.2 Religionsfreiheit

3.7.3 Okkultismus

3.7.4 Moral

3.8 Kultur und Rituale

3.8.1 Kulturelle Einrichtungen

3.8.2 Gebräuche

4 Konklusion

4.1 Utopie als Realphilosophie

4.2 Erkenntnis zum Wohle der Menschheit

4.3 Durch Institution und Wissenschaft zum humanistischen Ideal

4.4 Der Mensch in eigener Verantwortung

4.5 Bacon in der Neuzeit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht Francis Bacons Werk "Neu-Atlantis" im historischen Kontext der Renaissance und analysiert dessen Bedeutung als wegweisenden Entwurf für die Verbindung von empirischer Wissenschaft und staatlicher Ordnung in der Moderne.

  • Biographische und philosophische Einordnung von Francis Bacon
  • Analyse des gesellschaftlichen und politischen Wandels während der Renaissance
  • Untersuchung der Struktur und Wissenschaftstheorie in "Neu-Atlantis"
  • Bewertung des Einflusses von Wissen und Technik auf die Staatsführung
  • Reflexion über die Relevanz von Bacons Fortschrittsgedanken in der heutigen Zeit

Auszug aus dem Buch

Die Methode der Induktion

Bacon als Realphilosoph benennt hier die Methode und die Basis seiner Wissenschaft, die Induktion. Ein Phänomen ist nicht in seiner Gänze erfassbar, sondern muss auf seine Bestandteile zerlegt und überprüft werden. So können alle Bedingungen gefiltert und erkannt werden, die zur Erscheinung des Naturvorgangs führen.

„Wie die wahre Betrachtung der Dinge die menschliche Wahrnehmung ist nach Abzug aller Idole, so sind die wahren Bedingungen eines Phänomens die vorhandenen nach Abzug der zufälligen.“

Nur durch die Auslöschung von Trugbildern kann man zu wahrer Erkenntnis gelangen und so muss das Erforschen beim Einzelnen und Besonderem ansetzen, um zum Allgemeinen zu gelangen. Dazu muss zwischen zufälligen und wahren Bedingungen unterschieden werden, und diese voneinander getrennt werden. Hierzu sind viele Erforschungen ein und desselben Naturvorgangs erforderlich, um durch die Masse der Experimente exakte Aussagen zu treffen. Die Induktion setzt beim Sammeln und Vergleichen von Beobachtungen an, um dann in sukzessiver Verallgemeinerung die allgemeinen Formen der Natur zu erfassen. Dabei werden alle zufälligen Erfahrungen vermieden, und stattdessen planmäßige geordnete Wahrnehmungen mit gezielten Experimenten angestrebt.

Zusammenfassung der Kapitel

Francis Bacon: Detaillierte Darstellung der Lebensgeschichte des Autors, seines intellektuellen Werdegangs sowie der Grundlagen seiner empirischen Philosophie und der Lehre von den Idolen.

Renaissance: Analyse der politischen und gesellschaftlichen Transformation Englands um 1600, insbesondere der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus und der aufkommende Humanismus.

Neu-Atlantis – Die Möglichkeiten einer Insel: Kernkapitel zur Analyse von Bacons Utopie, das Aufbau, Gesellschaftsstruktur, Wirtschaftsweise, religiöse Integration und die zentrale Rolle des "Hauses Salomon" beleuchtet.

Konklusion: Abschließende Betrachtung, die "Neu-Atlantis" als literarische Manifestation eines realen wissenschaftspolitischen Anspruchs interpretiert und dessen Einfluss auf die moderne Wissenschaftsgesellschaft aufzeigt.

Schlüsselwörter

Francis Bacon, Neu-Atlantis, Renaissance, Utopie, Induktion, Empirismus, Wissenschaftsgesellschaft, Haus Salomon, Naturbeherrschung, Fortschritt, Staatslehre, Erkenntnistheorie, Humanismus, Realphilosophie, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Francis Bacons utopischen Roman "Neu-Atlantis" und setzt ihn in den historischen Kontext der Renaissance sowie in Bezug zur wissenschaftlichen Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Philosophie Bacons, den gesellschaftlichen Wandel Englands um 1600, die utopische Staatsgestaltung und die Verknüpfung von wissenschaftlichem Fortschritt mit politischer Macht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Bacons Vision einer durch Wissenschaft gelenkten Gesellschaft herauszuarbeiten und zu prüfen, inwiefern diese Vorstellungen als Grundlage für moderne Institutionen dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer strukturierten Analyse, welche biographische, historische und werkimmanente Quellen auswertet, um Bacons philosophisches Denken im literarischen Kontext zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv der "Neu-Atlantis", wobei er insbesondere auf die Gesellschaftsstruktur, die Rolle der Wissenschaftler, das Wirtschaftssystem und die moralischen sowie religiösen Rahmenbedingungen eingeht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Utopie, Induktion, Naturbeherrschung, Haus Salomon, Renaissance, Fortschrittsglaube und Wissenschaftslehre.

Welche besondere Rolle nimmt das "Haus Salomon" ein?

Es fungiert als zentrales wissenschaftliches Institut und politisches Beratungsgremium, das durch die Erforschung der Natur die Staatsgeschicke lenkt und als "Auge des Reiches" dient.

Wie bewertet die Arbeit die Verbindung von Religion und Wissenschaft?

Die Autorin zeigt auf, dass auf Bensalem Religion und Wissenschaft nicht im Konflikt stehen, sondern eine friedliche Koalition bilden, wobei die Wissenschaftsgesellschaft die theologische Rechtfertigung durch das Prinzip der Caritas erfährt.

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Details

Title
„Neu-Atlantis“ von Francis Bacon
Subtitle
Eine Utopie zwischen Renaissance und Moderne
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Course
Utopien und Staatsentwürfe in Europa Von Platon bis Francis Bacon
Grade
1,3
Author
Felicitas Aull (Author)
Publication Year
2008
Pages
35
Catalog Number
V170541
ISBN (eBook)
9783640895236
ISBN (Book)
9783640895953
Language
German
Tags
francis bacon eine utopie renaissance moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felicitas Aull (Author), 2008, „Neu-Atlantis“ von Francis Bacon , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170541
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