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Hexerei im Spätmittelalter

Der Hexenhammer und die Verwendung zugeschriebener weiblicher Eigenschaften, um Frauen den Pakt mit dem Teufel zu unterstellen

Titel: Hexerei im Spätmittelalter

Hausarbeit , 2025 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M. Maas (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit analysiert den Malleus Maleficarum (Hexenhammer) von Heinrich Institoris (ca. 1430–1505) als zentrales Dokument der spätmittelalterlichen Hexenverfolgung und untersucht, wie geschlechtsspezifische Stereotype instrumentalisiert werden, um Frauen als anfälliger für Teufelspakte darzustellen. Nach einer Einführung in gesellschaftliche Krisen (Pest, Bevölkerungsrückgang, Individualisierung der Frömmigkeit) und den historischen Kontext von Zaubereivorstellungen (Teufelspakt, Hexensabbat) wird Institoris' Biografie sowie die Entstehung und Wirkung des Werks (1486/87, ca. 30 lateinische Ausgaben bis 1669) beleuchtet. Die Quellenanalyse (Edition Behringer/Jerouschek/Tschacher) zeigt ein extrem misogynes Frauenbild: Frauen gelten als boshaft, eitel, rachsüchtig, intellektuell mangelhaft und von unersättlicher Wollust getrieben – Eigenschaften, die Institoris mit Thomas von Aquin und Bibelstellen begründet und als hexenfördernd interpretiert. Besonders Hebammen werden als überragend böse hervorgehoben; das Geschlecht wird somit zum primären Indiz für Ketzerei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Gesellschaftliche Umstände im Spätmittelalter
    • 2. 1 Zauberei im Spätmittelalter
    • 2. 2 Entstehung und Verbreitung des Hexenhammers
    • 2. 3 Heinrich Kramer (Institoris)
  • 3. Analyse des Hexenhammers
    • 3. 1 Darstellung der Frau im Hexenhammer
    • 3. 2 Darlegung der Argumentation Institoris, warum sich eher Frauen als Männer dem Teufel zuwenden
  • 4. Fazit
  • Quellenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit Heinrich Institoris' Werk „Malleus Maleficarum“, auch bekannt als Hexenhammer, und untersucht, wie Institoris die Frauen zugeschriebenen Eigenschaften nutzte, um sie als anfälliger für den Pakt mit dem Teufel und die Hexerei darzustellen, sowie welche Rolle das Geschlecht in der Ausübung von Zauberei spielte.

  • Historische und gesellschaftliche Umstände des Spätmittelalters
  • Konzept der Zauberei und des Teufelspakts in der damaligen Zeit
  • Entstehung, Verbreitung und Rezeption des Hexenhammers
  • Die Person Heinrich Kramer (Institoris) und seine Rolle als Inquisitor
  • Institoris' Frauenbild und seine Argumentation zur weiblichen Anfälligkeit für den Teufel

Auszug aus dem Buch

3. 1 Darstellung der Frau im Hexenhammer

Institoris vertritt im Hexenhammer ein sehr klares Frauenbild. Nicht nur anhand der von ihm verwendeten Zitate, sondern insbesondere durch seine eigenen Formulierungen lässt sich dieses erschließen. Generell ist auffällig, dass Institoris zu einer extremen Darstellung neigt. Zwar schreibt er oft generalisierend, wie sich anhand seiner Darstellung der Boshaftigkeit der Frau zeigt:
„Die Bosheit aber der Frau wird erörtert in Eccl. 25. [...] Und es ist kein Zorn (schlimmer) als der Zorn der Frau. Mit dem Löwen und dem Drachen zu verweilen wird (einem) lieber sein als mit einer liederlichen Frau zu wohnen."81
„Daher ist es kein Wunder, wenn die Welt (auch) jetzt unter der Boshaftigkeit der Frauen leidet." 82
Hier wird zum einen von „der Frau“ bzw. „Frauen“ gesprochen, zum anderen durch das abstrakte Beispiel mit dem Löwen bzw. dem Drachen verdeutlicht, dass selbst ein Fabelwesen angenehmer sei als „die Frau“. Andererseits finden sich einige wenige positive Darstellungen von Frauen, welche ebenfalls in die Extreme neigen.
„Von den guten Frauen aber geht so großes Lob, daß man liest, sie hätten Männer beglückt und Völker, Länder und Städte gerettet."83
Diese Einteilung in gute und damit auch schlechte Frauen hat Institoris vermutlich bewusst vorgenommen. Die sonst fast durchweg negative Darstellung von Frauen stünde in einem krassen Gegensatz zu beispielsweise heiligen und frommen Frauen. Wie sonst hätte Institoris Frauen zum einen als durchweg schlechter und anfälliger darstellen können, ohne damit zwangsläufig jede Frau, also auch die für die Kirche wichtigen Heiligen, anzugreifen? Seine Antwort auf diese Frage fällt deutlich aus. Dabei stütz er sich auch auf „manche Gelehrte“, wobei er dabei keine Autorenschaft angegeben hat und er durch solche Formulierungen vermutlich seinen Ansichten mehr Gewicht geben wollte.
„Manche Gelehrten geben als Grund an, daß es von Natur aus dreierlei (Dinge) gibt, die weder im Guten noch im Schlechten die Mitte einzuhalten wissen: die Zunge, der Kirchenmann und die Frau. Aber wo sie die Grenzen ihrer Befindlichkeit überschreiten, dort erlangen sie eine Art Gipfel und höchsten Grad im Guten oder auch im Schlechten. Im Guten, wenn sie von einem guten Geist regiert werden, sind sie daher auch die Besten. In der Bosheit aber, wenn sie vom bösen Geist regiert werden, kommt daher auch das Schlechteste heraus."84
Nicht nur die Frau vermag also „die Mitte“ nicht einzuhalten, sondern auch „die Zuge“ und „der Kirchenmann". Die Zunge bezieht sich vermutlich auf Männer und Frauen, zudem wird der Kirchenmann erwähnt, letztlich verwandelt er diesen Ansatz wieder zugespitzt auf Frauen und hinterlässt ein Bild, welches selbst Fehler der Männer als weniger schlimm als die der Frau darstellt. Institoris wertet Frauen nicht auf der Ebene herab, dass sie durchweg unfähig seien, sondern er schreibt ihnen stark ausgeprägte schlechte Eigenschaften zu. Indirekt hebt er dadurch ihr Können hervor. Dies wird an der Beschreibung der Hinterlist von Frauen deutlich."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Heinrich Institoris' Hexenhammer als ein historisch bedeutsames und grausames Werk vor, beleuchtet seine Rezeption in der Forschung und formuliert die Forschungsfrage nach Institoris' Verwendung weiblicher Eigenschaften zur Rechtfertigung der Anfälligkeit von Frauen für den Teufelspakt und Hexerei.

2. Gesellschaftliche Umstände im Spätmittelalter: Dieses Kapitel beschreibt die soziohistorischen Bedingungen des Spätmittelalters, die sich durch große Herausforderungen, soziale Ungleichheit und eine zunehmende Verunsicherung auszeichnen, welche die Grundlage für die aufkommende Hexenverfolgung bildeten.

2. 1 Zauberei im Spätmittelalter: Erörtert die unterschiedlichen Vorstellungen von Zauberei und Teufel im Mittelalter, die Entwicklung des Frauenbildes im Zusammenhang mit Magie und die Rolle des Teufelspakts als zentrales Element der Hexereivorstellung.

2. 2 Entstehung und Verbreitung des Hexenhammers: Beschreibt die Veröffentlichung des Hexenhammers im Jahr 1486 durch Institoris, seine Zielsetzung als Handbuch für Inquisitoren und seine Rezeption sowie Verbreitung im Kontext der beginnenden Hexenverfolgung.

2. 3 Heinrich Kramer (Institoris): Porträtiert Heinrich Institoris als deutschen Dominikaner und Inquisitor, der sich leidenschaftlich der Hexen- und Ketzerverfolgung widmete und dabei auch vor der Anklage Unschuldiger nicht zurückschreckte.

3. Analyse des Hexenhammers: Das Kapitel führt in die quellenkritische Betrachtung des Hexenhammers ein, erläutert seine inhaltliche Struktur in drei Teilen und identifiziert die darin behandelten Kernthemen wie Dämonen, Zauberei und die Ausrottung von Hexerei.

3. 1 Darstellung der Frau im Hexenhammer: Analysiert Institoris' extrem negatives Frauenbild, das durch Zitate und eigene Formulierungen geprägt ist, wobei Frauen als boshaft, hinterlistig und von Natur aus mangelhaft dargestellt werden, während "gute Frauen" in extremer Weise gelobt werden.

3. 2 Darlegung der Argumentation Institoris, warum sich eher Frauen als Männer dem Teufel zuwenden: Erklärt Institoris' Begründung, warum Frauen aufgrund ihrer vermeintlichen Schwäche, Leichtgläubigkeit und fleischlichen Begierde anfälliger für den Teufelspakt sind und somit die eigentlichen Verbrechen der Ketzerei eher dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen sind.

4. Fazit: Fasst zusammen, dass Institoris' Hexenhammer ein patriarchalisch verzerrtes Frauenbild zur Schau stellt, das Frauen als die eigentlichen Verursacher von Übel darstellt und dies möglicherweise aus persönlichen Überzeugungen, finanziellen Interessen oder einer Abneigung gegen Frauen begründet.

Schlüsselwörter

Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Heinrich Institoris, Hexenverfolgung, Spätmittelalter, Gender, Geschlechterrollen, Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, Zauberei, Frauenbild, Misogynie, Ketzerei, Inquisition, Dämonologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht den "Hexenhammer" von Heinrich Institoris im Kontext des Spätmittelalters und analysiert, wie Institoris weibliche Eigenschaften nutzte, um Frauen die Anfälligkeit für den Pakt mit dem Teufel und die Ausübung von Hexerei zu unterstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Geschichte der Hexenverfolgung, das Frauenbild im Spätmittelalter, die theologische und rechtliche Verortung von Zauberei und der Einfluss des "Hexenhammers" auf diese Entwicklungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie Institoris die Frauen zugeschriebenen Eigenschaften verwendete, um sie als anfälliger für den Pakt mit dem Teufel und der Hexerei darzustellen, und welche Rolle das Geschlecht dabei spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine quellenkritische Analyse des "Hexenhammers" sowie eine historische Kontextualisierung der gesellschaftlichen Umstände des Spätmittelalters.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die gesellschaftlichen Umstände im Spätmittelalter, die Entstehung und Verbreitung des "Hexenhammers" sowie eine detaillierte Analyse von Institoris' Frauenbild und seiner Argumentation bezüglich der weiblichen Anfälligkeit für den Teufelspakt behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Heinrich Institoris, Hexenverfolgung, Spätmittelalter, Gender, Frauenbild, Teufelspakt, Zauberei und Ketzerei charakterisiert.

Warum sah Institoris Frauen als das "wichtigere" Geschlecht in Bezug auf die Ketzerei an?

Institoris folgerte, dass die Ketzerei eher als "die der Hexen" (Frauen) zu bezeichnen sei, weil er Frauen aufgrund zugeschriebener Eigenschaften als anfälliger für den Pakt mit dem Teufel und die Ausübung dämonischer Magie betrachtete.

Welche Rolle spielte die Teufelsbuhlschaft in Institoris' Argumentation?

Die Teufelsbuhlschaft, die sexuelle Vereinigung mit dem Teufel, war für Institoris der zentrale Akt des Teufelspaktes und ein entscheidendes Element seiner Argumentation, warum sich Frauen eher dem Teufel zuwenden würden.

Wie erklärte Institoris die "Mängel" von Frauen?

Institoris begründete die naturgegebenen Mängel von Frauen mit der zeitgenössischen Ansicht, dass die erste Frau aus einer krummen Rippe geformt wurde, was sie zu unvollkommenen Lebewesen mache, die stets täuschten.

Gab es auch Widerstand gegen Institoris' Vorgehen bei der Hexenverfolgung?

Ja, Institoris stieß in den 1480er Jahren auf Widerstand, beispielsweise verlor er die Unterstützung des Bischofs von Innsbruck, da dieser mit Institoris' willkürlicher Vorgehensweise bei Anklagen unzufrieden war.

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Details

Titel
Hexerei im Spätmittelalter
Untertitel
Der Hexenhammer und die Verwendung zugeschriebener weiblicher Eigenschaften, um Frauen den Pakt mit dem Teufel zu unterstellen
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,0
Autor
M. Maas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
24
Katalognummer
V1705483
ISBN (PDF)
9783389181591
ISBN (Buch)
9783389181607
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexenhammer Malleus Maleficarum Institoris Spätmittelalter Misogynie Teufelspakt Geschlechterbild Hexenverfolgung Ketzerei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. Maas (Autor:in), 2025, Hexerei im Spätmittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1705483
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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