Historische Entwicklung des Laufens


Hausarbeit, 2011
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Ursprung des Laufens

2. Laufen als Beruf
2.1. Die Botenlegende

3. Laufen bei den Olympischen Spielen

4. Laufen im Mittelalter
4.1. Der Beruf des Vorläufers

5. Laufen und der Einfluss auf die Schule

6. Laufen in England
6.1. Frauenlauf

7. Laufen als Zukunftsperspektive?

8. Die Voraussetzungen für einen Rekord im Laufbereich

9. Literaturverzeichnis

1. Ursprung des Laufens

Die Geschichte des Laufens ist nahezu so alt, wie die Menschheit selbst. Schon in der Frühgeschichte stellte Laufen eine lebenserhaltende Notwendigkeit beim Jagen, Sammeln oder bei der Flucht dar. Es ist durch Bilddarstellungen zu belegen, dass Laufen, Gehen, Springen und Werfen in der Frühzeit der Geschichte der Menschheit einen elementaren Beitrag zur Lebenserhaltung geleistet hat. Zu einer raschen Übermittlung von Informationen und Nachrichten gab es so genannte Botenläufer. Nach dem Entstehen der ersten Kulturen, entstanden auch sportive Laufformen, vor allem in den Adelsgesellschaften. Als Beispiel für gute Läufer wären hier die ägyptischen Könige Sesostris I. (ca. 1900 v. Chr.) und Amenophis II.(ca. 1400 v. Chr.) zu nennen.

Wie noch lebende Urvölker zeigen, ist die tägliche Fortbewegung über 20 km eine normale körperliche Anforderung an den Jäger und Sammler. Eine bewiesene Tatsache, die bei manchen Menschen eines Industrielandes aufgrund der Degeneration der Muskulatur erhebliche Probleme bereiten würde.

Das genetische Programm zur muskulären Belastbarkeit ist in der Menschheitsgeschichte unverändert geblieben. Das ererbte muskuläre Leistungspotential wird heutzutage nur noch von einem Leistungssportler genutzt, während der aktive Fitnesssportler ca. 10% seiner Möglichkeiten nutzt. (Neumann G., Hottenrott K., „Das grosse Buch vom Laufen“, S. 11)

2. Laufen als Beruf

Dieser Beruf ist sehr alt. Bereits König Salomon (965 bis 926 v. Chr.) soll 1000 Läufer beschäftigt haben. Sie waren nahezu die einzige Möglichkeit der schnellen Nachrichtenübertragung, solange es noch wenige, bis keine befestigten Wege gab. Es war ein ganz normaler Beruf, der des laufenden Boten. In gut organisierten Kulturen gab es so genannte Stafettenläufer. Auf diese Art konnten Nachrichten über Hunderte von Kilometern in kürzester Zeit überbracht werden. Diese Nachrichtensysteme gab es bei den Inkas, den Römern, den Persern und den Arabern. In Deutschland ließen sich keine Botenketten aufbauen. Es war deshalb auch keine Seltenheit, dass ein einzelner Läufer über Hunderte von Kilometern laufen musste. Den Boten war dies auch lieber so, denn sie hatten eine Art Tarifsystem, wie heutzutage die Taxifahrer. Sie wurden pro zurückgelegter Meile bezahlt. Die Läufer waren kein Berufsstand mit besonders gutem Ansehen. „Sie galten als streitlustig und trunksüchtig, als Aufschneider und Lügner.“(Dahms,C. 2001, ... S11)

Viele Berichte über den angeblich lebensgefährlichen Beruf des Botenläufers ließen das Laufen auch nicht gerade als gesund erscheinen.

Im archaischen (ca. 800 bis 500 v. Chr.) und klassischen (ca. 500 bis 300 v. Chr.) Griechenland wurden läuferische Leistungen hoch geschätzt. Homer (ca. 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.) schrieb in seinen Epen detailliert über Laufwettbewerbe, die im Rahmen von Totenfeiern, Hochzeiten, Gästeempfängen und anderen Feierlichkeiten veranstaltete wurden.

In der ausgehenden Klassik und in der darauf folgenden Zeitepoche des Hellenismus entwickelte sich ein Berufsathletentum mit berühmten Läufern. Neben dem Spitzensport war den Hellenen bereits der Wert des Laufens für Erziehung und Gesundheit bekannt. Es wurden Gymnasien mit Laufbahnen gebaut. Der berühmte griechische Philosoph Platon ( 427 bis 347 v. Chr.) forderte, dem Laufwettbewerb unter allen Disziplinen die erste Stelle einzuräumen. Auch von den Etruskern, die zur gleichen Zeit auf der italienischen Halbinsel lebten, ist bekannt, dass sie Laufwettbewerbe bei kultischen Spielen durchführten. Viele Volksstämme der Antike, unter anderem auch die Etrusker mussten sich der militärischen Disziplin der Römer unterwerfen, bei denen Laufübungen ein wichtiger Bestandteil der militärisch orientierten Leibeserziehung der männlichen Jugend waren. Darüber hinaus fanden auch bei den Römern Läufe zu besonderen Anlässen statt. Auch Frauen konnten daran teilnehmen. (Wessinghage, T.1996, "Laufen“, S. 10)

2.1. Die Botenlegende

In diese Zeit gehört auch eine der wohl bekanntesten, wenn nicht die bekannteste Legende eines Laufboten. Man hört immer wieder von der bekannten Legende rund um den Marathonlauf, nach der ein Bote nach dem Sieg der Athener über die Perser im Jahre 490 v. Chr. mit der Siegesbotschaft vom Schlachtfeld bis nach Athen gelaufen sei und nach der Verkündung der Triumphesbotschaft tot zusammengebrochen sei. Es ist historisch belegt, dass der griechische Philosoph Plutarch bei der Niederschrift der Geschichte den Tod des Läufers erfunden hat, um seine Leistung noch heldenhafter erscheinen zu lassen.

3. Laufen bei den Olympischen Spielen

In Olympia wurden ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. kultische Wettkämpfe zu Ehren des Zeus veranstaltet. Weiter Höhepunkte der sportlichen Entwicklung zeigten sich bei den Olympien von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. Sportarten waren damals Laufen, Boxen, Fünfkampf, Wagenrennen und Waffenläufe. Ab 776 v. Chr. wurden die Sieger der Olympischen Spiele regelmäßig ausgezeichnet. Mit diesem Jahr begann auch die Zählung der Olympien. Zunächst wurde bei den Olympischen Spielen nur ein Lauf über ein Stadion (192 m) durchgeführt, später kamen neben anderen Disziplinen auch weitere Laufstrecken hinzu. In der Folgezeit gewannen die Spiele an höchster kultureller und politischer Bedeutung, was sich auch für die damaligen Olympiasieger, die ein hohes gesellschaftliches Ansehen genossen, in ideeller und materieller Hinsicht auszahlte (Olympiasieger konnten aber nur freie Griechen sein). Für die Zeit der Spiele herrschte in ganz Griechenland heilige Waffenruhe. Zu dieser Zeit wurden Grundbegriffe wie Gymnastik und Athletik geprägt und praktiziert.

Mit einer fortschreitenden Christianisierung und unter dem Einfluss hellenistischer Lebensphilosophien setzten sich ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. körperfeindliche Tendenzen durch. Es ging sogar so weit, dass im Jahre 393 n. Chr. der Oströmische Kaiser Theodosius der Grosse die Olympischen Spiele, die fast 1200 Jahre bestanden hatten, verbot. Für ihn galten sie als „heidnische Feste “.

Bei den germanischen Volksstämmen im frühen Mittelalter war läuferisches Können eine zwingende Voraussetzung für Erfolg im Krieg und auf der Jagd. Auch in den germanischen Götter – und Heldenliedern spielte der Lauf eine Rolle, so wie z.B. im Nibelungenlied beim Wettlauf zwischen Siegfried und Hagen.

Es dauerte über 1500 Jahre, bis die Olympischen Spiele wieder ins Leben gerufen wurden.

Es gab in verschiedenen Ländern im 19. Jahrhundert große Bemühungen die Olympischen Spiele der Antike wieder aufleben zu lassen, doch erst der französische Baron Pierre de Coubertin, der ursprünglich eine Bildungsreform durchsetzen wollte, verhalft durch seinen unermüdlichen Einsatz der Olympischen Idee zum Durchbruch. 1894 fasste eine von ihm einberufene Versammlung den Beschluss zur Erneuerung der Spiele. 1896 war es so weit, es fanden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit mit Erfolg statt (Athen). Während die nächsten beiden Spiele im Schatten der Weltausstellung standen (Paris 1900 und St. Louis 1904), verliefen die vierten Spiele in London 1908 sowie die fünften in Stockholm 1912 glanzvoll. Jahrzehntelang waren (und sind nach wie vor) die Olympischen Spiele das höchste Ziel aller Sportler, nicht nur explizit der Läufer. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erwächst den Olympischen Spielen vermehrt Konkurrenz durch internationale Grossportfeste wie der Grand Prix (seit 1985), die Leichtathletik Weltmeisterschaft (seit 1983, erstmals in Helsinki). Dennoch erscheint eine Olympische Goldmedaille weiterhin als eines der höchsten Ziele eines Läufers. Heutzutage haben die Olympischen Spiele dank moderner Medientechnik eine immense Bedeutung erlangt und weltweite Präsenz erreicht, so dass sie gefährdet sind für politische bzw. machtpolitische Interessen ausgenutzt zu werden. Sie dürfen ihre Identität nicht verlieren. Man darf auch den internationalen Terrorismus nicht außer Acht lassen.

Unbeeinflusst von all diesen externen und internen Problemen findet eine ständige Fortentwicklung der Leistung statt. Erhöhte Trainingsumfänge und – intensitäten und professionelles Betreiben des Sports führen zu immer neuen Rekorden (sowohl bei Frauen als auch bei Männern). Es stellt sich nun die Frage nach den Grenzen der Leistungsfähigkeit, gibt es sie überhaupt?

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Historische Entwicklung des Laufens
Hochschule
Universitätssportinstitut Wien
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V170562
ISBN (eBook)
9783640895038
ISBN (Buch)
9783640894826
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Historische Information über den Ursprung des Laufens
Schlagworte
Laufen, Ausdauer, Geschichte, England, Männer, Frauen, Medidation
Arbeit zitieren
Magister Rainer Hofmann (Autor), 2011, Historische Entwicklung des Laufens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170562

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