Unterrichtsreflexion „Geschlechtssensibles Unterrichten“


Unterrichtsentwurf, 2004

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Arbeitsaufgabe

2. Stundenreflexionen
2.1 Stundenreflexion vom 15.3.2004
2.2 Stundenreflexion vom 17.4.2004
2.3 Stundenreflexion vom 13.5.2004
2.4 Stundenreflexion vom 8.6.2004

3. Abschlussarbeit
3.1 Stundenbild
3.2 Stundenbild
3.3 Stundenbild

4. Literatur

1. Arbeitsaufgabe vom 15.03.04:

a) Abklärung folgender Begriffe:

1. Gender vs. Sex

Das Englische unterscheidet sprachlich zwischen "sex", dem biologischen Geschlecht, und "gender", dem sozialen Geschlecht. Mit Gender sind die gesellschaftlichen Geschlechterrollen gemeint, die Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollen. Die Geschlechterrollen können sich im Lauf der Zeit ändern und sind innerhalb und zwischen den Kulturen unterschiedlich.

2. Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming ist eine Strategie, um das Ziel Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erreichen. Es heißt, dass soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und bei allen Planungs- und Entscheidungsschritten immer bewusst wahrgenommen und berücksichtigt werden. Alle Vorhaben werden so gestaltet, dass sie auch einen Beitrag zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern leisten.

3. Doing Gender

Mit "doing gender" wird beschrieben, wie sich Menschen performativ als männlich oder weiblich zu erkennen geben und mittels welcher Verfahren das so gestaltete kulturelle Geschlecht im Alltag relevant gesetzt wird, dh wie man sich dem anderen gegenüber geschlechtlich verhält.

4. Geschlechtssensible Pädagogik

Hier werden unterschiedliche Situationen und Bedürfnisse von Mädchen und Burschen berücksichtigt, und alle Vorhaben auf ihre geschlechtsspezifischen Wirkungen hin überprüft. Alle Maßnahmen werden so gestaltet, dass sie die Chancengleichheit von Mädchen und Burschen fördern.

b) Weiter war folgende Frage zu klären: An welchen Schulen gibt es Projekte zu Gender Mainsatreaming?

a. HTL Ettenreichgasse
b. BORG Deutschlandsberg
c. HTL Braunau
d. Vienna Bussines School

c) Der Teil des Lehrplans, in welchem der Begriff geschlechtersensibles unterrichten vorkommt:

„Bildungs- und Lehraufgabe:

Der Unterrichtsgegenstand Leibesübungen soll gleichrangig zur Entwicklung der Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz beitragen: Durch [] Umgang mit Geschlechterrollen im Sport und Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Interessen und Bedürfnisse; []“ (URL: www.schule.at)

2. Stundenreflexionen:

2.1 Stundenreflexion vom 15.3.04:

Im Prinzip war ich mir nicht ganz sicher, was ich in diesem Seminar zu erwarten habe. "Geschlechtersensibles Unterrichten", es war mir nicht ganz klar, was denn das überhaupt für eine Bedeutung hat.

Als wir dann auch noch mit einer quasi "Selbsteinschätzungsübung" angefangen haben, dachte ich mir, dass dieses Seminar eher in die Richtung Selbsterfahrung bzw. Selbsterkenntnis tendiert. Trotzdem habe ich meine Aufgaben erfüllt und konzentriert abgewartet. Als wir anschließend an diese erste Übung unsere Einschätzungen besprochen haben, wurde die Stimmung ein wenig lockerer (ich denke mir, dass die anderen Teilnehmer ähnlich empfunden haben). Jeder gab ohne gröbere Bedenken einfach seine persönlichen Gedanken preis. Das hat dem Klima in diesem Seminar sicherlich gut getan.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass diese Kennenlernübung gar nicht schlecht war und auch im Schulbereich durchaus ein akzeptabler Weg ist, um ein wenig über seine Mitschüler in Erfahrung zu bringen. Ziel dieser Übung ist es meiner Meinung nach, die Gemeinschaft innerhalb einer Klasse zu stärken.

Nach dieser Übung haben wir das leidige Problem des "Anfangens" besprochen. Es ist öfter der Fall, dass sich in einer Klasse niemand den Mut hat, als Erster oder Erste anzufangen und einmal über sich zu sprechen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wenn so ein Fall eintreten würde, der Lehrer selbst als Erster beginnen sollte, um ein wenig die Spannung bzw. die Unsicherheit der Schüler zu reduzieren. Eine gelungene erste Seminareinheit!

2.2 Stundenreflexion vom 17.4.04:

Unsere 2te Einheit haben wir mit einem Spiel begonnen, das ideal dazu war, Leute dazu zu bringen, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Im Zuge dieser Übung mussten wir andere Seminarteilnehmer finden, die uns bestimmte Fachbegriffe aus dem Themengebiet des geschlechtersensiblen Unterrichtens erklären. Des Weiteren dienten Auflockungsfragen dazu, diese Übung etwas lockerer zu gestalten. Ich finde diese Übung, mit dem Ziel des aufeinander Zugehens, sehr überzeugend. Weiters sind einige interessante Diskussionsthemen aufgrund dieser Übung ins Rollen gekommen, die aber leider wegen der Zusammenlegung der beiden geschlechtshomogenen Gruppen zu einer Großgruppe zwecks einer gemeinsamen Übung, vorzeitig abgebrochen werden mussten (wir diskutierten z.B. über die Frage, ob der Mann etwas an dem klassischen Männerbild ändern sollte/wollte, und wenn ja bzw. nein, warum?).

Ich für meinen Teil habe eine sehr interessante Übung, um die sozialen Kontakte innerhalb einer Gruppe, Klasse zu verbessern kennen gelernt, die ich sicher auch einmal in den Unterricht einfließen lassen werde.

Der 2te, oben schon angesprochene Stundenteil verlief folgendermaßen:

Wir wurden mit den Studentinnen zusammengelegt und mussten zunächst ein Übungsblatt ausfüllen. Hierbei ging es um Geschlechterrollen und damit verbundene Vorurteile bzw. Klischees. Diese(r) Test/ Übung hat den Leser manchmal dazu gezwungen eine bestimmte Person in das leere Feld einzusetzen. Es war sozusagen richtig aufgelegt. Man konnte bei manchen Lücken nur Herr bzw. Frau eintragen, weil dies der Test so erforderte. Zu dieser ganzen Thematik der Vorurteile bzw. Rollenklischees will ich nur sagen, dass in der heutigen Zeit ein Wandel begonnen hat.

Dieser Wandel, weg von typisch weiblichem bzw. männlichem Verhalten, vollzieht sich verstärkt seit dem 20. Jahrhundert. Nur ist dies ein Prozess, der sich erst langsam entwickeln muss. Wenn man die Geschichte der Geschlechterrollen betrachtet, muss gesagt sein, dass über Hunderte von Jahren die Rolle der Frau bzw. die des Mannes mehr oder weniger fix vorgegeben war. Der Mann, der Ernährer der Familie, das Familienoberhaupt,… und die Frau hat ihre Zuständigkeitsbereiche im Haushalt und bei der Kinderversorgung gefunden. Ich bin sehr zuversichtlich, was die Entwicklung hin zu einer Gesellschaft, in der jede/ jeder gleiche Chancen hat und es keine geschlechterspezifischen Vorurteile gibt, betrifft.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsreflexion „Geschlechtssensibles Unterrichten“
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V170565
ISBN (eBook)
9783640904532
ISBN (Buch)
9783640904891
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechtssensibel, sensibel, gender, main stream, Pädagogik
Arbeit zitieren
Rainer Hofmann (Autor), 2004, Unterrichtsreflexion „Geschlechtssensibles Unterrichten“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170565

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