Diese Arbeit untersucht, wie Jugendliche in Deutschland in den sozialen Medien mit hegemonialen Ordnungen und Prozessen des Othering konfrontiert werden. Ausgehend vom Konzept der Postdigitalität nach Jandrić et al., des Plattform-Kapitalismus, der Hegemonietheorie nach Gramsci und Hall sowie der kritischen Bildung nach Giroux werden soziale Medien als informelle Bildungsräume verstanden, in denen Bedeutungen, Zugehörigkeiten und Abwertungen kontinuierlich ausgehandelt werden. Die Analyse quantitativer Studien zur Mediennutzung verdeutlicht, dass Jugendliche diese Prozesse in ihrer postdigitalen Lebenswelt nicht nur beobachten, sondern häufig selbst davon betroffen sind. Soziale Medien wirken damit als informelle Bildungsräume, in denen hegemoniale Vorstellungen über Zugehörigkeit, Normalität und Abweichung vermittelt und verfestigt werden. Abschließend werden die Resultate im Lichte einer kritisch-reflexiven Medienbildung diskutiert. Diese wird als zentrale Voraussetzung verstanden, um Jugendliche zu befähigen, digitale Machtverhältnisse zu erkennen, Othering-Prozesse zu hinterfragen und demokratische Handlungsspielräume in digitalen Öffentlichkeiten zu entwickeln.
- Arbeit zitieren
- Daniela Haindl (Autor:in), 2026, Teenager und ihre postdigitale Lebenswelt. Hegemonie und Othering in den sozialen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1706176