„Wenn die traditionellen Retail Banks nicht kurzfristig einen strategischen Kurswechsel zum Strukturwandel vollziehen, werden innerhalb von acht Jahren die Finanzinstitute von Einzelhandelsunternehmen, die Direktbanken sowie virtuellen Banken von Softwaren-Häusern den Markt dominieren.“
Der Trend der Kundenbedürfnisse nach Bequemlichkeit, Zeitersparnis sowie eine von Öffnungszeiten und Standort ungebundene Kommunikation führt zu völlig neuen Verhaltensmustern. Schon heute kann der Kunde wählen, welchen Zugang zu Bankleistungen er wann und wo nutzen möchte – der typische Bankkunde der Zukunft ist „Multikanalnutzer“.
Die neuen Kommunikationstechnologien haben die Wettbewerbersituation radikal verschärft. Direktbanken und sogar Non- und Nearbanks können immer rascher und vor allem preis- und kostengünstiger in die Märkte eindringen.
Neue Technologien, geänderte Wettbewerbsbedingungen sowie der Wandel im Kundenverhalten fordern von den Banken eines: neue Vertriebsstrategien! Denn nur diejenigen Banken werden auch in Zukunft erfolgreich sein, denen es gelingt ihre Vertriebskonzeption den gestiegenen und differenzierten Ansprüchen der Kunden anzupassen. Telefon-Banking, Handy-Banking und Internet-Banking sind nur einige Schlagworte, die die Vielfalt des modernen Multi-Channel-Vertriebs kennzeichnen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der alternativen „Vertriebswege im Retail Banking“. Hiezu wird nach einer einführende Erläuterung zum Begriff „Retail Bank“ die derzeitige Problematik auf diesem Gebiet dargestellt und ein Einblick in die Wünsche der Kunde gewährt. Dies alles führt im Großen und Ganzen zu einem äußerst interessanten und sehr aktuellen Begriff, dem „Multi-Channel-Vertrieb“. Es wird erklärt, was genau sich dahinter verbirgt, welche neuen Vertriebsformen es in Zukunft geben wird und was aus der klassischen Filiale wird. Um einige Arten der künftigen Vertriebswege näher zu beleuchten, folgt im Anschluss daran eine kurze Vorstellung der beiden Direct Banking-Formen Telefon- und Internet-Banking.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Retail Banking?
3. Welche Probleme gibt es derzeit?
4. Welche Kundenwünsche bestehen?
5. Was ist Multi-Channel-Vertrieb?
i. Filialen der Zukunft
ii. Direct Banking
iii. Telefon- & Mobile-Banking
iv. Internet-Banking
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit eines strukturellen Wandels im Retail Banking angesichts veränderter Kundenbedürfnisse. Das Ziel besteht darin, das Konzept des Multi-Channel-Vertriebs als strategische Antwort auf den Wettbewerbsdruck und die Anforderungen an moderne Bankdienstleistungen zu untersuchen.
- Analyse des aktuellen Marktumfelds und der Problemstellungen im Retail Banking
- Untersuchung veränderter Kundenerwartungen hinsichtlich Bequemlichkeit und Flexibilität
- Definition und Erläuterung des Multi-Channel-Vertriebs
- Detaillierte Vorstellung alternativer Vertriebskanäle wie Telefon- und Internet-Banking
- Diskussion über die Zukunft der klassischen Bankfiliale
Auszug aus dem Buch
5. i. Filialen der Zukunft
Die traditionelle Zweigstelle wird zwar nicht völlig aus dem Vertriebsnetz verschwinden, stellt aber nur noch eine von mehreren Varianten dar. Auch die Filiale selbst wird nicht mehr die gewöhnte Form haben. Im Mittelpunkt stehen die Kundenwünsche, welche Auswirkungen auf Standort und Form haben werden. Hierbei konzentriert man sich vor allem auch auf eine hohe Verkaufsorientierung und das Entwickeln von Kompetenzzentren zur ganzheitlichen Problemlösung. Allein das Telefon- und/oder Internet-Banking ist hierfür nur bedingt geeignet.
Kompetenzcenter: Allgemein wird sich in den Filialen auf die Abdeckung des Grundbedarfs der Privat- und Gewerbekunden konzentriert. Darüber hinaus werden die Kompetenzen und Ressourcen zur Abdeckung von Spezialbedarf in so genannten Kompetenzzentren gebündelt. In dieser Vollservicezweigstelle erhält der Kunde neben der Bedienung ein breites und tiefes Leistungsprogramm. Dieser Geschäftstyp übernimmt gleichzeitig die Funktion einer Haupt- bzw. Kopfstelle und erbringt hochwertige Beratungsleistungen – dies können zum Beispiel die Vermögensberatung, Immobiliengeschäft oder Firmen- und Gewerbekundengeschäft sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den dringenden Anpassungsbedarf traditioneller Banken an neue Technologien und veränderte Kundenbedürfnisse.
2. Was ist Retail Banking?: Dieses Kapitel definiert das Retail Banking als standardisiertes Massengeschäft für Privatkunden.
3. Welche Probleme gibt es derzeit?: Hier werden aktuelle Schwachstellen im Bankensektor wie mangelnde Kundenbindung und hohe Kostenstrukturen analysiert.
4. Welche Kundenwünsche bestehen?: Es werden empirische Trends aufgezeigt, die den Wunsch nach bequemen, orts- und zeitunabhängigen Bankzugängen unterstreichen.
5. Was ist Multi-Channel-Vertrieb?: Dieses Kapitel erläutert den Multi-Channel-Ansatz als Integration vielfältiger Kommunikationskanäle.
5. i. Filialen der Zukunft: Dieser Abschnitt beschreibt die Evolution der Filiale hin zu spezialisierten Kompetenzzentren.
5. ii. Direct Banking: Hier wird Direct Banking als unpersönliche oder semipersönliche Interaktionsform zwischen Bank und Kunde definiert.
5. iii. Telefon- & Mobile-Banking: Das Kapitel behandelt technologische Ansätze wie SMS-, WAP- und UMTS-Banking zur Optimierung des Vertriebs.
5. iv. Internet-Banking: Es wird die strategische Bedeutung des Internets als kostengünstiger Vertriebskanal diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Multi-Channel-Banking eine notwendige Strategie für die Wettbewerbsfähigkeit von Banken darstellt.
Schlüsselwörter
Retail Banking, Multi-Channel-Vertrieb, Kundenbedürfnisse, Direktbanken, Filialen der Zukunft, Internet-Banking, Telefon-Banking, Mobile-Banking, Kostenmanagement, Wettbewerbsstrategie, Kundenbindung, Finanzdienstleistungen, Banktechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den notwendigen Strukturwandel im Retail Banking, bedingt durch den Druck, den neue Vertriebskanäle und geänderte Kundenanforderungen auf traditionelle Bankmodelle ausüben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse des aktuellen Retail-Banking-Marktes, die Identifikation von Kundenwünschen und die Erläuterung moderner, technologiestützter Vertriebswege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Banken durch die Implementierung eines Multi-Channel-Vertriebskonzepts wettbewerbsfähig bleiben und Kostenvorteile realisieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Rückgriff auf statistische Marktforschungsergebnisse, um die Notwendigkeit strategischer Kurswechsel zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Definition des Retail Bankings, aktuelle Herausforderungen, die Wünsche der Kunden, das Konzept des Multi-Channel-Vertriebs sowie spezifische Vertriebsformen wie Direct, Telefon- und Internet-Banking.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Multi-Channel-Vertrieb, Retail Banking, Kundenorientierung, Technologiewandel und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie verändert sich die Rolle der klassischen Filiale laut der Arbeit?
Die Filiale verschwindet nicht vollständig, wandelt sich aber von einer reinen Abwicklungsstelle hin zu einem spezialisierten Kompetenzzentrum für komplexe Beratungsleistungen.
Warum ist das Internet-Banking für Banken so bedeutend?
Es dient primär dazu, Kunden zum kostengünstigsten Vertriebskanal zu führen, während gleichzeitig die Transparenz erhöht und ein Full-Service-Angebot unabhängig von Öffnungszeiten ermöglicht wird.
- Arbeit zitieren
- Alina Dorl (Autor:in), 2003, Vertriebswege im Retail Banking, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17062