Grundsätzlich wird der Begriff Integration als Eingliederung einzelner Teile in ein größeres
Ganzes definiert. Integration versteht sich als Prozess und setzt bestimmte Schritte voraus.
Nun wenn man von Integrationsschritten europäischer Union spricht, handelt es sich
hauptsächlich um die unterschiedlichen Verträge, die zur Einheit der europäischen Völker
führen. Der europäische Integrationsprozess begann vor allem mit den wirtschaftlichen
Interessen, zielte aber auch darauf das politische Interesse zu verwirklichen und strebt später
nach der Justiz- und Innenpolitik sowie nach einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Daraufhin wurde die Union als eine Supranationale Institution bezeichnet.
Die Entwicklung des Integrationsprozesses erfolgt nicht zufällig, sondern lässt sich mit Hilfe
von Theorien erklären. Welche sind die gemeinsamen Interessen, nach denen die Entstehung
der Europäischen Union notwendig ist? In diesem Essay wird insbesondere der Vertrag von
Amsterdam betrachtet. Darüber hinaus wird gezeigt wie der Neofunktionalismus dazu
beiträgt, diesen Integrationsschritt zu begründen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Der Vertrag von Amsterdam
1.1. Geschichtlicher Hintergrund
1.2. Ziele und Inhalt des Vertrags
1.2.1. Ziele
2. Erklärungstheoretischer Ansatz: der Neofunktionalismus
2.1. Das Konzept von Funktionalismus
2.2. Die Integration nach dem Neofunktionalismus
3. Prozess der Integration
3.1. Funktionaler „spill over“
3.2. Politischer „spill-over“
3.3. Erzeugter „spill-over“
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert den Amsterdamer Vertrag als zentralen Integrationsschritt der Europäischen Union und untersucht, inwiefern die neofunktionalistische Theorie diesen Prozess erklären und begründen kann.
- Historische Einordnung des Amsterdamer Vertrags
- Ziele und inhaltliche Schwerpunkte des Vertrags
- Grundlagen des Funktionalismus nach Mitrany
- Die neofunktionalistische Perspektive auf europäische Integration
- Die Dynamik des Spill-over-Konzepts
Auszug aus dem Buch
3.1. Funktionaler „spill over“
Der funktionale „Spill-over“ wird aufgrund der Verflechtung unterschiedlicher wirtschaftlicher Sektoren entstanden. Genauer gesagt heißt dies, wenn ein bereits erreichter Integrationsschritt neue Probleme schafft, die durch weitere Integration bearbeitet werden. Dadurch entstehen weitere Probleme, die wiederum durch neue Integration bearbeitet werden und so weiter. Darüber hinaus erzeugt die Verflechtung in einem Bereich wegen der damit verbundenen Nutzenerweiterungen der Akteure und er geringeren Effizienz bloß sektoraler Lösungen weiteren Integrationsdruck(Vgl.Conzelmann 2003:152) Integrationsbedingte Probleme werden durch „Upgrading of the common interest“ gelöst. Folgendes schafft ein Politiksfeld neue Politiksfelder. Ein Beispiel dafür war der freie Personenverkehr als zentrales Thema der Tagesordnung am Amsterdamer Vertrag. Ziel war die Abschaffung der Personenkontrollen an den Binnengrenzen. Darauf hin wird der Bedarf nach neuen Massnahmen notwendig wie zum Beispiel verstärkte polizeiliche Zusammenarbeit, gemeinsame Visapolitik, Standards zur Sicherung der Außengrenzen, usw.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Vertrag von Amsterdam: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, den geschichtlichen Hintergrund sowie die zentralen Ziele und Inhalte des Amsterdamer Vertrags als wichtigen Schritt der EU-Integration.
2. Erklärungstheoretischer Ansatz: der Neofunktionalismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Funktionalismus erläutert und die spezifische neofunktionalistische Sichtweise auf den Integrationsprozess dargestellt.
3. Prozess der Integration: Dieses Kapitel analysiert die dynamische Komponente der Integration durch das Spill-over-Konzept, unterteilt in funktionale, politische und erzeugte spill-over-Effekte.
Schlüsselwörter
Europäische Integration, Amsterdamer Vertrag, Neofunktionalismus, Supranationalität, Spill-over, Europäische Union, Vertrag von Maastricht, Politische Union, Wirtschaftliche Integration, Integrationsprozess, Interessengruppen, Entscheidungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Integrationsschritten der Europäischen Union, wobei der Fokus auf dem Vertrag von Amsterdam und dessen theoretischer Einordnung liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse des Amsterdamer Vertrags, die neofunktionalistische Integrationstheorie und die Dynamik supranationaler Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Vertrag von Amsterdam als Integrationsschritt durch die Theorie des Neofunktionalismus begründet und erklärt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und wendet diese auf den konkreten Fall des Amsterdamer Vertrags an.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Betrachtung des Amsterdamer Vertrags sowie eine detaillierte Erläuterung der verschiedenen Spill-over-Varianten des Neofunktionalismus.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Europäische Integration, Amsterdamer Vertrag, Neofunktionalismus und Spill-over-Konzept charakterisieren.
Welche Bedeutung kommt dem Schengen-Abkommen im Rahmen des Vertrags zu?
Der Vertrag von Amsterdam integrierte den „Schengen acquis“ in die EU, was einen zentralen Schritt zur Abschaffung der Personenkontrollen an den Binnengrenzen darstellte.
Wie unterscheidet der Neofunktionalismus verschiedene Formen des Spill-over?
Der Neofunktionalismus unterscheidet zwischen funktionalem, politischem und erzeugtem Spill-over, um zu erklären, wie Integration von einem Bereich auf andere Bereiche übergreift.
- Arbeit zitieren
- Bernard Yaovi Agboyi (Autor:in), 2010, Zentrale Integrationsschritte in der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170621