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Portugiesische Einwanderung in Luxemburg von 1970 bis 1985

Eine sozialhistorische Analyse

Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Abschlussarbeit untersucht die portugiesische Migration nach Luxemburg zwischen 1970 und 1985 aus einer soziohistorischen Perspektive. Der gewählte Zeitraum wird durch zwei zentrale Ereignisse begrenzt: die Unterzeichnung des bilateralen Anwerbeabkommens zwischen Luxemburg und Portugal im Jahr 1970 sowie den Beitritt Portugals zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1986. Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung zentraler soziodemographischer Merkmale portugiesischer Einwander:innen in Luxemburg zu analysieren und mögliche Veränderungen innerhalb dieses Zeitraums zu identifizieren und in ihren historischen Kontext zu setzen.

Leseprobe


Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Das bilaterale Anwerbeabkommen als Impulsgeber für die portugiesische Migration nach Luxemburg

3. Sozialhistorische Profilanalyse der portugiesischen Einwanderung nach Luxemburg zwischen 1970 und 1985
3.1. Quellenstand
3.2. Einwander:innenprofil
3.2.1. Ankunftsjahr
3.2.2. Geschlecht
3.2.3. Alter
3.2.4. Herkunftsort
3.2.5. Ausbildung
3.2.6. Wohnort
3.3. Arbeitsmarktprofil
3.3.1. Rekrutierungsprozess
3.3.2. Wirtschaftszweige
3.3.3. Berufsstatus

4. Schlussfolgerung

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Abschlussarbeit soll eine soziohistorische Analyse der portugiesischen Migration nach Luxemburg zwischen 1970 und 1985 zum Gegenstand haben. Das persönliche Interesse zu diesem Themas ergibt sich zum einen aus eigener familiärer Migrationsgeschichte sowie aus einem im Geschichtsstudium entwickeltem Forschungsinteresse bezüglich der Migrationsgeschichte verschiedener Epochen. Die zeitliche Eingrenzung von fünfzehn Jahren ergibt sich zum einen durch die Unterzeichnung des bilateralen Anwerbeabkommens im Jahr 1970 und zum anderen durch den Beitritt Portugals in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) 1986. Die EWG-Bestimmungen zur Freizügigkeit neuer Arbeitnehmer gemäß der Verordnung Nr. 1612/681 galten im Falle der portugiesischen Einwanderung nach Luxemburg erst nach einer verkürzten Übergangszeit von sieben Jahren2, dennoch ist bereits ab dem Beitritt ein erheblicherAnstieg dieser Einwanderung zu verzeichnen.3

Ziel dieser Arbeit wird es sein, die Entwicklung der soziodemographischen Merkmale portugiesischer Einwanderinnen in Luxemburg zu untersuchen, um das Profil der Portugiesinnen dieser Zeit und mögliche Veränderungen dieser Merkmale im definierten Zeitraum zu erfassen. Eine Reihe von Forschungsfragen lehnt sich an dieses Ziel an. Wer wanderte nach Luxemburg aus? In welchem Alter? Woher stammten sie? Wo ließen sie sich nieder? Welche Berufe übten sie aus? Diese und weitere soziodemographische Merkmale sollen geordnet in Form von Unterkapiteln analysiert werden - weitere Ausführungen hierzu sind im Abschnitt zur Methodik festgehalten. Diese verschiedenen Forschungsfragen lassen sich in der folgenden Leitfrage zusammenfassen: Welche soziodemographischen Entwicklungen lassen sich unter den Portugiesinnen in Luxemburg zwischen 1970 und 1985 beobachten?

Die aus den Forschungsfragen abgeleiteten Hypothesen lassen vermuten, dass während des festgelegten Zeitraums keine signifikanten Veränderungen zu beobachten sein werden und dass auch fünfzehn Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens die Einwanderung weiterhin hauptsächlich von Männern und später vermehrt auch Familien aus ländlichen Regionen Portugals betrieben wurde, die hauptsächlich im Baugewerbe und im Bereich der Hygienedienste arbeiteten, Wirtschaftsbranchen, die auch heute noch zu den gängigen Tätigkeitbereichen portugiesischer Einwanderinnen in Luxemburg gehören.

Zu diesen Hypothesen bieten mehrere Forschungsbeiträge bereits einige Antworten. So wird hieraus deutlich, dass es sich anfangs vor allem um eine junge männliche Einwanderung handelte, die jedoch durch den familiären Nachzug ebenfalls verstärkt des weiblichen Geschlechtes mit sich brachte4, größtenteils aus ländlichen Gegenden Portugals.5 Frauen ließen sich vor allem in häuslichen Dienstleistungen, im Gastgewerbe sowie im Handel nieder, während die Männer fast ausschließlich im Baugewerbe tätig waren sowie im Handel, in der Landwirtschaft6 und in der Industrie.7 Als Gründe für die Dominanz dieser Sektoren werden die geringe Ausbildung8 sowie die bereits im Herkunftsland erworbene Erfahrung in diesen Bereichen9 genannt und ihr Einsatz als Ersatz für andere Nationalitäten in diesen Branchen.10 Die portugiesischen Einwanderinnen waren im Gegensatz zu anderen Nationalitäten von Anfang an über das ganze Land verstreut11, wobei sie sich als Wohnorte vor allem Ortschaften im Süden Luxemburgs und in den südlichen Stadtteilen der Hauptstadt12 auswählten sowie im Osten Luxemburgs und in urbanen Zentren des Norden, um Diekirch und Ettelbrück.13 Angesichts des Umstandes, dass die in dieser Arbeit analysierte Einwanderung hauptsächlich auf das Anwerben neuer Arbeitskräfte für die Wirtschaft vonseiten Luxemburgs beruht, sollen einige Ansätze aus der Wirtschaftswissenschaft zur Migrationsgeschichte herangezogen werden. Hier sind vor allem vier Theorien zu nennen: die makro- und mikroökonomischen Ansätze der neoklassischen Wirtschaftstheorie, die sich auf Angebots- und Nachfrageverhältnisse ausrichten, die neue Wirtschaftstheorie der Migration, die die Auswanderung nicht nur als individuelle, sondern auch als familienbezogene Entscheidung betrachtet, und die Migrationstheorie von Michael J. Piore, die den Schwerpunkt auf die strukturellen Anforderungen moderner Industriegesellschaften legt.14 Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse sollen als theoretische Grundlage dienen und dem Fall der Portugiesinnen in Luxemburg gegenübergestellt werden. Darüber hinaus sollen ebenfalls aktuellere Theorien bezüglich der Rolle der Frauen bei dieser Einwanderung hervorgehoben werden, insbesondere in Hinblick auf geschlechtsspezifische Merkmale, die in dieser Abschlussarbeit aufkommen können.15

Als erster soziohistorischer Beitrag zu diesem Thema wird die Studie Cordeiros von 197516 genannt17, auf die vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren weitere zentrale Forschungsbeiträge von luxemburgischen und portugiesischen Forschern folgten, sodass diese auch für die vorliegende Abschlussarbeit von großer Bedeutung sind. Aufgrund seiner geringen geographischen Fläche und der damit verbundenen geringen absoluten Einwanderungszahlen im Vergleich zu größeren Staaten wird der Fall Luxemburgs jedoch in umfangreicheren Studien zur Migrationsgeschichte Portugals häufig vernachlässigt.18 Dies wird durch Studien ausgeglichen, die sich gezielt mit verschiedenen Aspekten der portugiesischen Auswanderung im luxemburgischen Kontext befassen, wie beispielsweise geographische Mobilität, sprachliches Erbe oder Presselandschaft, und nicht zuletzt auch auf die verstärkte luxemburgischen Forschungstätigkeit seit der Gründung der Universität Luxemburg zurückzuführen sind.19 für diese Abschlussarbeit von großem Nutzen sein werden. In den konsultierten Forschungsarbeiten wurden die zuvor erwähnten Erkenntnisse zu dieser Einwanderung vor allem auf quantitativen Konzepten anhand statistischer Daten erarbeitet, die hauptsächlich vom STATEC und aus Studien Arroteias hervorgehen.20 Vor allem die Daten der Volkszählung von 1981 werden hier mehrmals thematisiert, während Daten von 1970 nur begrenzt aufgegriffen werden. Informationen zur Anfangsphase um 1970 werden nämlich vor allem in qualitativen Forschungsarbeiten thematisiert, die mit Befragungen von Einwanderinnen erster und zweiter Generation arbeiten. Als gängigste soziodemographische Merkmale werden das Geschlecht, das Alter und die berufliche Tätigkeit analysiert, während Herkunftsort in Portugal und Wohnort in Luxemburg nur vereinzelt thematisiert werden.

Nach der Gegenüberstellung verschiedener methodischen Ansätze erscheint ein quantitativer Ansatz geeigneter, um den Großteil der Leit- und Forschungsfragen dieser Abschlussarbeit zu behandeln. Dieser soll es ermöglichen auf Grundlage statistischer Daten die Methode der Komparatistik aus der Wirtschafts- und Sozialgeschichte anzuwenden und einen intertemporalen Vergleich innerhalb des definierten Zeitraums durchzuführen21, die Erkenntnisse hierzu geordnet gegenüberzustellen und soziohistorisch zu kontextualisieren. Dieser Ansatz soll sich als konsequenter argumentativer roter Faden durch die gesamte Arbeit ziehen, insbesondere bei den Merkmalen, für die umfassende statistische Daten vorliegen. Erleichtert soll dieser Vergleich durch die Verwendung von Prozentsätzen anstelle von absoluten Zahlen werden, da letztere in den 1980er-Jahren verständlicherweise viel höher waren als noch zu Beginn der Einwanderung. An ausgewählten Stellen soll ein qualitativer Ansatz verfolgt werden, beispielsweise bei der Auslegung der Bestimmungen des bilateralen Abkommens und bei der Konsultation der Sekundärliteratur zu soziodemographischen Merkmalen, zu denen nur wenige statistische Daten verfügbar sind.

Unter Berücksichtigung dieser Vorüberlegungen wird sich diese Abschlussarbeit methodisch an einer 2021 veröffentlichten Monografie orientieren, die eine jüngere portugiesische Migration nach Luxemburg zwischen 2000 und 2015 analysiert, insbesondere die quantitative Analyse des vierten Kapitels „Die neuen portugiesischen Migranten: Statistische Analyse"22, die einzelne soziodemographische Merkmale in Form von Unterkapiteln in die Gliederung einbaut. Die Aufnahme dieser Verfahrensweise in die vorliegende Abschlussarbeit wird den gewünschten argumentativen roten Faden und die strukturierte Auseinandersetzung mit den beobachteten Entwicklungen ermöglichen. Zunächst soll anhand des Ankunftsjahres, Geschlechts, Alters, Geburtsorts, Ausbildungsniveaus und Wohnorts eine Profilierung der portugiesischen Einwanderinnen angelegt werden. Anschließend folgt eine auf die Wirtschaftstätigkeit ausgerichtete Profilierung mit Informationen zu deren Beschäftigung in den einzelnen Wirtschaftszweigen (gemäß der N.A.C.E.- Kategorisierung23, um einen besserem Vergleich zu ermöglichen) sowie dem Berufsstatus. Anders als in der oben genannten Monografie sollen in der Abschlussarbeit „Portugiesinnen" als Einwohnerinnen portugiesischer Nationalität begriffen werden und nicht als Einwohner, die in Portugal geboren sind24, da das Anwerbeabkommen ebenfalls diese Definition aufführt.25 Diese Klarstellung scheint vor allem in Hinblick auf die nachfolgende Quellenwahl wichtig, da das STATEC einige statistische Daten gemäß der Nationalitäten ordnet und andere gemäß der Geburtsländer.

Als Quellen eignen sich das bilaterale Abkommen von 1970 sowie die vorgenommenen Änderungen von 1977 und 1978 in Form von Protokollen, die in den Amtsblättern des Großherzogtums Luxemburgs und der Portugiesischen Republik aufzufinden sind. Statistische Daten sind zum einen in den annuaires statistiques des STATEC aufzufinden, die überdie Online-Datenbank der Luxemburger Nationalbibliothek„eLuxemburgensia" eingesehen werden können, während die Daten der Volkszählungen von 1970 und 1981.

2. Das bilaterale Anwerbeabkommen als Impulsgeber für die portugiesische Migration nach Luxemburg

Es lassen sich mehrere Gründe für die portugiesische Einwanderung nach Luxemburg seit den 1960er-Jahren anführen, die ab Mitte jenes Jahrzehnts durch die Abwanderung von Portugiesinnen aus Frankreich ins Großherzogtum gekennzeichnet war.23 In der Forschungsliteratur werden vor allem finanzielle Gründe als „ Push-Faktoren"24 genannt. So übten viele Portugiesinnen bereits vor ihrer Auswanderung ähnliche Berufe aus, konnten jedoch aufgrund der niedrigen Löhne Portugals ihre persönlichen Lebensprojekte nicht verwirklichen.25 Die Auswanderung, die oft nur als kurzfristige Maßnahme gedacht war, sollte es ihnen ermöglichen, finanzielle Rücklagen zu schaffen und etwa den Hausbau in ihrem Herkunftsland zu finanzieren, um später zurückkehren26 und den eigenen Kindern bessere Lebensumstände in Portugal zu ermöglichen.27 Darüber hinaus sei ebenfalls die Flucht vor den Kolonialkriegen in Afrika unter dem Regime Salazars und seines Nachfolgers erwähnt28, die in den 1960er-Jahren begannen und bis zur Nelkenrevolution andauerten. Die Notwendigkeit der portugiesischen Einwanderung aus luxemburgischer Sicht bestand aufgrund der Schwierigkeiten vor allem weniger qualifizierten Tätigkeiten zu belegen.29 Gründe hierfür waren die niedrigen Geburtenraten in der luxemburgischen Bevölkerung30, die zunehmende Auswanderung italienischer Arbeitskräfte31 und misslungene Anwerbestrategien gegenüber anderen Ländern wie etwa Spanien und Jugoslawien.32 Das am 20. Mai 1970 in Lissabon unterzeichnete bilaterale Anwerbeabkommen markierte einen ersten Schritt hin zu einer verstärkten regulären Einwanderung aus Portugal ins Großherzogtum, doch aufgrund der anhaltend restriktiven Auswanderungspolitik des damals noch autoritären portugiesischen Regimes unter Caetano hielt auch eine irreguläre Einwanderung weiterhin an.33 Obwohl das Abkommen erst zwei Jahre später von der luxemburgischen Abgeordnetenkammer ratifiziert wurde34, trat es bereits am 1. Juli 1970 in Kraft.35 An dieser Stelle soll ausschließlich auf die Bestimmungen eingegangen werden, die als Impulsgeber für die portugiesische Einwanderung fungieren sollten, während die Vereinbarungen zum Rekrutierungsprozess später in dem dafür vorgesehenen Unterkapitel dieser Forschungsarbeit behandelt werden.

Das Abkommen umfasst sechzehn Artikel und drei Annexe. Einleitend wird eine kurze Begründung für die Vereinbarungen des Abkommens aufgeführt. Hier wird auf die europäische Solidarität und auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern aufmerksam gemacht sowie auf das beidseitige Interesse die Anwerbung portugiesischer Arbeitnehmerinnen in Luxemburg zu reglementieren.36 Als zentraler Impulsgeber ist der Familiennachzug zu nennen37, der es portugiesischen Einwandern38 ermöglicht, ihre Ehepartnerinnen und Kinder nachziehen zu lassen. Voraussetzungen hierfür sind eine mindestens dreimonatige Beschäftigung in Luxemburg und die Verfügbarkeit einer geeigneten Unterkunft.43 Zudem sollen Nachzugsanträge anderer Familienangehöriger von den luxemburgischen Behörden „ mit bienveillance"44 geprüft werden. Jeder dieser Angehörigen kann anschließend ebenfalls einer beruflichen Tätigkeit nachgehen und bekommt während der anfänglichen Anpassungsphase Unterstützung von den Behörden.45 Im Fall von minderjährigen Kindern, die nach ihrer Ankunft zunächst eine luxemburgische Schule besuchen, erhalten diese nach Abschluss einer Berufsausbildung ebenfalls Unterstützung von luxemburgischen Behörden bei der Arbeitssuche.46 Die drei Annexe47 dienen abschließend als Vorlagen für die Erfassung der personenbezogenen Daten interessierter Einwanderungswilliger, für die Erstellung eines Stellenangebots und für die Ausarbeitung eines Arbeitsvertrags mit den wesentlichen praktischen Bestimmungen zur Arbeitsorganisation, zur Einreise und zur Unterbringung der Neuankömmlinge. Von besonderem Interesse für diese Forschungsarbeit ist der Verweis auf die Reglementierung über die Arbeitsbedingungen im Baugewerbe, insbesondere hinsichtlich der Festlegung der je nach Monaten unterschiedlichen wöchentlichen Arbeitszeiten.48 Die ausdrückliche Erwähnung dieses Tätigkeitsbereichs deutet darauf hin, dass Luxemburg bei der Ausfertigung dieses Abkommens ein Interesse daran hatte, dass portugiesische Einwanderinnen verstärkt in diesem Sektor arbeiten sollten.

Am 6. Januar 1977 kam es mit der Unterzeichnung eines Änderungsprotokolls zu einer ersten Modifikation des Anwerbeabkommens. Als Begründung wird im Protokoll die neue Migrationspolitik Portugals nach der Nelkenrevolution angeführt, die auf einen besseren Schutz von Einwanderinnen abziele und zu entsprechenden Empfehlungen der aus Vertretern beider Regierungen bestehenden Gemischten Kommission führte.49 Es wird nun festgelegt, dass die luxemburgischen Behörden zunächst die von den Arbeitgebern angebotenen Unterbringungsbedingungen prüfen müssen, bevor sie den Arbeitsvertrag39 und die Reisedokumente, einschließlich der vom Arbeitgeber zu tragenden Reiseversicherung, nach Portugal übermitteln.40 Des Weiteren ist vorgesehen, dass portugiesische Arbeitnehmer nicht für die entstehenden Kosten aufkommen müssen, falls deren Qualifikationen nicht den erwarteten Anforderungen entsprechen.41 Diese Änderungen reflektieren in erster Linie die Begünstigung der portugiesischen Seite, da aus luxemburgischer Sicht die einzigen neuen relevanten Schutzklauseln darin bestehen, dass die portugiesischen Behörden einen Ersatz bereitstellen oder die entstandenen Kosten übernehmen, falls eine geplante Stelle nicht besetzt wird42, und dass Arbeitgeber bei Nichteinhaltung der festgelegten Qualifikationsanforderungen keine Abreisekosten zu entrichten haben.43

Erst mit dem zweiten Änderungsprotokoll von 197844 wird das Abkommen umfassender überarbeitet. Dabei geht es weniger um wesentliche Änderungen der bestehenden Bestimmungen als vielmehr um deren Erweiterung, um den Schutz der Portugiesinnen nach der Revolution erneut zu akzentuieren. Neben neuen Bestimmungen im Bereich der Arbeitssicherheit in Form von Unfall- und Krankheitsprävention sowie Rechtsbeistand bei Streitigkeiten45 wurden vier neue Kapitel hinzugefügt, die neben Bestimmungen zur Stärkung sozialer und beruflicher Rechte auch Maßnahmen zur Förderung kultureller Initiativen und der schulischen Integration von Einwandererkindern vorsehen.46 Da der Schwerpunkt dieser Abschlussarbeit auch aus Platzgründen nicht auf der Analyse gesellschaftspolitischer Maßnahmen liegt, sollen auf den folgenden Seiten vielmehr die Gründe für die Notwendigkeit dieser Abkommensmodifikationen weiter in einen soziohistorischen Kontext gestellt werden.

3. Sozialhistorische Profilanalyse der portugiesischen Einwanderung nach Luxemburg zwischen 1970 und 1985

3.1. Quellenstand

Durch die starke Fokussierung der Forschungsarbeit auf eine sozialhistorische Analyse von Statistiken, sind die Quellen der nationalen Statistikbehörde Luxemburgs STATEC von großer Bedeutung. Für Daten bezüglich des Alters, des Wohnorts und der beruflichen Aktivität innerhalb der Wirtschaftszweige, in denen die Portugiesinnen arbeiteten, werden die Daten aus dem recensement général de la population der Jahre 1970 sowie 1981 herangezogen. Diese Quellen erweisen sich auch deshalb als besonders nützlich, weil die Gliederung der dargebotenen Daten von 1981 gegenüber 1970 nahezu unverändert geblieben ist, sodassein direkter vergleich möglich ist und nur vereinzelte Anpassungen vorgenommen werden müssen, welche in den entsprechenden Tabellen in Form von Fußnoten gekennzeichnet sind. Außerdem wird aus der Bibliothek der Statistikbehörde ebenfalls die Publikation statistiques historiques 1839 - 1989 herangezogen, in der die Daten über Ankünfte, Abreisen sowie dem Migrationssaldo für den gewünschten Zeitraum nach Geschlecht gruppiert werden. In der OnlineDatenbank der luxemburgischen Nationalbibliothek „eLuxemburgensia" können die annuaires statistiques herangezogen werden, aus denen jährliche Informationen zu den Anteilen der Portugiesinnen innerhalb der ausländischen Arbeitskräfte herausgearbeitet werden und zusammen mit der Forschungsliteratur ebenfalls eine Auseinandersetzung mit dem Berufsstatuts als Untersuchungsmerkmal erlaubt. Zur besseren Aufarbeitung werden die für die Abschlussarbeit relevanten Daten des STATEC in eigene Tabellen zusammengefasst, die zur besseren Nachvollziehbarkeit an den entsprechenden Stellen dem Text beigefügt sind. Einige der Prozentsätze werden selbst berechnet, in diesen Fällen wird dies in den Tabellen ebenfalls angegeben.

Daten zu den Herkunftsorten in Portugal konnten beim STATEC nicht aufgefunden werden. Hierfür bietet der Bericht von Arroteia aus dem Jahr 1986 im Auftrag des Staatssekretariats für die portugiesischen Gemeinschaften zur portugiesischen Einwanderung in Luxemburg bedeutsame Daten. Aus diesem Bericht sind ebenfalls Informationen zum Ausbildungsstand der Einwanderinnen aufzufinden, die es gemeinsam mit der Forschungsliteratur ermöglichen wird auch zu diesem Merkmal eine soziohistorische Analyse anzufertigen.

3.2. Einwanderinnenprofil

3.2.1. Ankunftsjahr

Albano Cordeiro spricht von durchschnittlich einer Zuwanderung aus Portugal pro Stunde in den ersten drei Monaten nach Unterzeichnung des bilateralen Abkommens58, eine Zahl, die auch in anderen zentralen Forschungsarbeiten zu diesem Thema zitiert wird.59 Anhand der konsultierten STATEC-Daten lässt sich dies nicht überprüfen, da lediglich die Jahreszahlen verfügbar sind und keine genaueren Angaben zu den einzelnen Monaten. Dennoch fungiert Cordeiros Schilderung als Hinweis darauf, wie wichtig das Abkommen für das Interesse der Portugiesinnen an Luxemburg als Einwanderungsland war. So zeigen die Daten des STATEC einen deutlichen und frühen Anstieg der Zahl portugiesischer Einwandererinnen von 1.793 im Jahr 1969 auf 2.852 im Jahr 197O60, dem Jahr der Abkommensunterzeichnung. Mit einem Anteil von über 38% an der Gesamtzuwanderung wird Portugal somit bereits im ersten Jahr dieser verstärkten regulären Einwanderung zum wichtigsten Zuwanderungsland für das Großherzogtum.61 Der Höchstwert in absoluten Zahlen wird 1974 mit über 6.OOO registrierten portugiesischen Einwanderinnen erreicht, während dieser Wert in den drei vorangegangenen Jahren durchschnittlich bereits bei über4.6OO liegt. DasJahr1974 kann nicht nur hinsichtlich absoluterZahlen, sondern auch hinsichtlich des prozentualen Anteils Portugals an der Gesamtzuwanderung als Höhepunkt betrachtet werden. Mit knapp 52% macht sie mehr als die Hälfte aller Einwanderinnen aus, eine Marke, die 1973 nur knapp verfehlt wird. Neben der starken luxemburgischen Nachfrage lässt sich auch die Übermittlung interpersoneller Erfahrungen als relevanter Faktor anführen62, der im Grunde einen „ transnationalisme"zwischen den beiden Ländern geschaffen hat, indem die portugiesischen Einwanderinnen enge Verbindungen zu ihrem Herkunftsland unterhielten.63 Dies fungierte als Multiplikatoreffekt und veranlasste direkte Familienmitglieder wie Ehepartner und Kinder, aber auch entferntere Verwandte wie Cousins, gemäß den Bestimmungen des Abkommens nachzuziehen und weckte darüber hinaus ebenfalls bei Freunden und Bekannten ein wachsendes Interesse an diesem Land als Auswanderungsziel.47 Darüber hinaus profitierte Luxemburg anfangs von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten seiner Nachbarländer im Zusammenhang mit der Ölkrise der 1970er-Jahre und den in diesem Zusammenhang ergriffenen politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Einwanderung48, wodurch sich der portugiesische Auswanderungsstrom unter anderem nach Luxemburg verlagerte49, zumal die hohe Nachfrage trotz der Krise weiterhin Neuankömmlingen zuließ.50

Das darauffolgende Jahr verzeichnen einen erster Rückgang, der 1975 mit über 3.800 neuen Einwanderinnen jedoch weiterhin auf einem hohen Wert bleibt. Zwischen 1976 und 1981 setzt sich diese Entwicklung jedoch verstärkt fort, so dass die durchschnittliche Zuwanderung nur noch bei etwa 1.730 Personen liegt und ab 1982 unter die Marke von 1.000 Person fällt. Als ein erster Grund für diese Entwicklung ab 1976 lässt sich die Hoffnung vieler Portugiesinnen auf einen positiven Wandel in ihrem Heimatland nach der Nelkenrevolution anführen.51 Gleichzeitig ist jedoch auch eine starke Abhängigkeit vom luxemburgischen Bedarf zu verzeichnen, die sich etwa darin äußerte, dass das Großherzogtum seine Einwanderungspolitik letztlich doch an die wirtschaftliche Entwicklung anpassen musste. So führte die Ölkrise nicht von Anfang an zu einem Rückgang der Einwanderung nach Luxemburg, aber die darauf folgende Stahlkrise ab 1975 beeinträchtigte nach und nach die nationale Wirtschaft52, sodass das Großherzogtum 1978, später als viele andere europäische Einwanderungsländer, ebenfalls die Zuwanderung einschränkte.53 Dies zeigte sich insbesondere in einem Rückgang der Neuaufnahmen und einer Verschärfung der Anspruchsvoraussetzungen für eine Aufenthaltsgenehmigung, die nun erst nach einem Jahr Beschäftigung erteilt werden konnte, anschließend nur für fünf Jahre gültig war und den Einwanderinnen erst nach dem sechsten Jahr ermöglichte ihren Berufszweig zu wechseln.54 Aufgrund dieser wirtschaftlichen Lage, aber auch angesichts der demographischen Herausforderungen infolge der starken Einwanderungswellen kam es in diesem Zeitraum zudem in der luxemburgischen Gesellschaft und Politik zu Debatten über Alternativen zur bisherigen Anwerbepolitik im Sinne einer „ politique nataliste", was die Verabschiedung solcher restriktiver Maßnahmen begünstigte.55

Tabelle 1: Zuwanderung nach Luxemburg

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 60 - 61.

Die Zunahme der Zuwanderung nach Luxemburg geht mit einem Anstieg der Zuwanderung einher, was zeigt, dass diese Auswanderungsentscheidung für viele nur eine kurzfristige Maßnahme darstellte und mit den Angaben der bereits vorher erwähnten Forschungsliteratur übereinstimmt. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum zwischen 1972 und 1974, in dem durchschnittlich etwa 1.970 Einwanderinnen jährlich wieder auswandern. Dennoch bleibt der Migrationssaldo bis einschließlich 1981 positiv, was bedeutet, dass die Zahl der Einwanderinnen aus Portugal höher ausfällt als die der Auswanderinnen. Dies lässt sich insbesondere auf den Umstand zurückführen, dass die ursprünglich nur für kurze Zeit geplante Auswanderung letztendlich länger andauert, beispielsweise aufgrund der Umgewöhnung der Kinder an das Einwanderungsland, der an einer anderen Stelle dieser Arbeit vertieft werden soll, sowie der nur langsam eintretenden positiven Veränderungen im Herkunftsland.56 Das Ziel des bilateralen Abkommens scheint somit erreicht zu sein, da im Falle Portugals im Gegensatz zu den früheren, eher kurzfristigen Migrationstrends aus anderen Ländern57 allgemein zu anhaltenden Niederlassung aus diesem Land anzutreffen ist. Hieraus resultiert letztlich ein langfristiger Anstieg der portugiesischen Bevölkerung in Luxemburg mit insgesamt 39.973 Einwanderungen zwischen 1970 und 1985 gegenüber 19.531 Auswanderungen, ein Bevölkerungszuwachs, der in absoluten Zahlen seit 1875 bis zu diesem Zeitpunkt bei keiner anderen Nationalität im Großherzogtum festgestellt wurde.58

Ab 1982 ist erstmals ein negativer Migrationssaldo zu beobachten, der sich wiederum vor allem durch eine deutlich geringere Einwanderung erklärt. Erst mit dem Beitritt Portugals zur EWG im Jahr 1986 und der damit verbundenen Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene59 nimmt die Zuwanderung nach Luxemburg wieder zu60, sodass der Migrationssaldo wieder positiv wird.

Tabelle 2: Auswanderung aus Luxemburg

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Annuaire statistique 1975, Luxemburg 1975, URL: https://persist.lu/ark:70795/sjq61dn3j5 (06/10/2025), S. 56 ; STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 62 - 63.

Tabelle 3: Migrationssaldo in Luxemburg

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 64.

3.2.2. Geschlecht

Die Betrachtung der Geschlechterverteilung unter den Einwandererinnen soll nun in einem nächsten Schritt dazu dienen, die Entwicklungen hinsichtlich des vorgesehenen Familiennachzugs während des Zeitraums, den diese Arbeit abdeckt, zu erfassen. Nogueira unterscheidet in diesem Zusammenhang zwei Phasen: eine männlich dominierte Phase zwischen 1970 und 1975 und eine weiblich dominierte Phase ab 1976, wobei in den Daten ebenfalls Kinder einbegriffen sind61, deren Anteil an der Gesamtzahl jedoch gering bleibt. Diese Unterteilung bestätigt sich bei näherer Betrachtung der vorliegenden STATEC-Daten. Während in der Anfangsphase nach Unterzeichnung des Abkommens bis 1975 der weibliche Anteil im Durchschnitt etwas unter 31% liegt, steigt er zwischen 1976 und 1985 auf über 55%, was bedeutet, dass in diesem zweiten Zeitraum, mit Ausnahme von 1979, mehr Frauen als Männer nach Luxemburg einwandern. Die Ursachen hierfür lassen sich durch den soziohistorischen Kontext und eine gezielte Strategie vieler Portugiesinnen aufführen, die darin bestand, dass männliche Einwanderer zunächst allein ausreisten, um die Arbeitsbedingungen zu klären und eine geeignete Unterkunft zu finden.62 Dies entspricht dem vorgesehenen Einwanderungsprozess, der im Anwerbeabkommen festgelegt ist, und definiert, wie bereits in der vorangegangenen Inhaltsanalyse jener Bestimmungen erwähnt, die Einwanderung des Mannes als Ausgangspunkt für weitere Zuwanderungen. Dies spiegeln auch die Ergebnisse wider, die Arroteia in seinem vom portugiesischen Staatssekretariat in Auftrag gegebenen Bericht vorlegt, wonach männliche Einwanderer durchschnittlich 10 bis 15 Jahre in Luxemburg blieben, Frauen hingegen nur 7 bis 13 Jahre.63 In diesem Zusammenhang erscheint die im Abkommen vorgesehene Möglichkeit, Geldtransfers durchzuführen, wichtig, um die im Herkunftsland zurückgebliebene Familie in der Zeit dieser geographischen Trennung finanziell zu unterstützen.64 Die Entscheidung für einen solchen Familiennachzug lassen sich auf strategische und rationale Beweggründe zurückführen. So sei Vasco Correia zufolge eine solche Entscheidung Teil einer „ Strategie du second salaire"65, die es dem Haushalt ermöglicht habe, gemeinsame finanzielle Ziele schneller zu erreichen, wenn beide Ehepartner:innnen arbeiteten. Es sei daran erinnert, dass diese finanzielle Grundlage und die darauffolgende Rückkehr ins Heimatsland bereits auf den vorangegangenen Seiten dieser Abschlussarbeit als einer der Hauptgründe für die Auswanderung ins Großherzogtum dargelegt wurden. Dies führt zu einer Mischform aus dem Mikroansatz der neoklassischen Wirtschaftstheorie, nach dem die Auswanderungsentscheidung auf Basis einer „Kosten-Nutzen-Analyse" getroffen wird, weil die Arbeitsleistung im Aufnahmeland höhere Löhne bietet und die Erreichung von Lebenszielen beschleunigt66 und diese Möglichkeiten als finanzieller „ Pull-Faktor"67 in diesem Migrationsstrom fungieren. Zugleich beinhaltet es Aspekte der neuen Wirtschaftstheorie der Migration, wonach solche Entscheidungen oft nicht nur von einem Individuum getroffen werden, sondern vielmehr im Rahmen einer größeren „Kollektiveinheit" gemeinsam getroffen und umgesetzt werden, in diesem Fall in Form der Familie.68

Die Betrachtung der Gesamtzahl an Einwanderungen nach Geschlecht zeigt deutlich, dass es sich jedoch nicht ausschließlich um Familienzuwanderung handelt. Dieser Nachzug wird in der Forschungsliteratur immer wieder hervorgehoben, da das Abkommen diese Möglichkeit ausdrücklich vorsieht. Es sei darauf hingewiesen, dass dies beispielsweise bei dem sehr ähnlich gestalteten Anwerbeabkommen mit Jugoslawien im selben Jahr69 nicht der Fall ist , was Pauly unter anderem auf kulturelle und religiöse Unterschiede zurückführt70, wodurch die Portugiesinnen in dieser Hinsicht als kulturell „ähnlicher" angesehen wurden.71 Trotz dieser oft zitierten Besonderheit des portugiesischen Falls darf jedoch nicht vergessen werden, dass zwischen 1970 und 1985 24.608 männliche und 15.365 weibliche Einwanderinnen ins Großherzogtum kamen.

Hieraus kann abgelesen werden, dass es neben dem Familienphänomen, ebenfalls ein großerTeil von männlichen Portugiesen gab, die allein nach Luxemburg einwanderten.

Tabelle 4: Zuwanderung aus Portugal (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 60 - 61.

Die in diesem Zeitraum erfassten Auswanderungen lassen sich hingegen nicht in dieselben Unterteilungen wie die Einwanderungen einordnen, wenngleich bestimmte Tendenzen vergleichbar sind. So kehren in der Anfangsphase zwischen 1970 und 1974 stets mehr männliche Einwanderer aus Luxemburg nach Portugal zurück, während der weibliche Anteil hier nur etwas mehr als 17% beträgt. Zwischen 1975 und 1979 ist zunächst ein leichter Anstieg zu beobachten, wobei der weibliche Anteil erstmals zwischen ungefähr 30% und 36,5% liegt. Allerdings ist vor allem ab 1980 eine relativ gleichmäßige Verteilung der Geschlechter unter den Auswanderinnen zu beobachten, sodass der Anteil des weiblichen Geschlechtes zwischen 1980 und 1985 bei ungefähr 49,8% liegt und auch die Auswanderung stärker als zu Beginn ein familienbezogenes Phänomen wird. Aufgrund dieses Umstandes soll in der nachfolgenden Untersuchung der Altersstrukturen daher erneut eine Analyse des geschlechtsbezogenen Merkmals an den entsprechenden Stellen vorgenommen werden.

Tabelle 5: Auswanderung nach Portugal (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Annuaire statistique 1975, Luxemburg 1975, URL: https://persist.lu/ark:70795/sjq61dn3j5 (06/10/2025), S. 56 ; STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 62 - 63.

3.2.3. Alter

Aus der Volkszählung von 1970 geht hervor, dass die zunehmende portugiesische Einwanderung nach Luxemburg von Anfang an nicht nur aus Erwachsenen bestand, sondern ebenfalls Kindern. So sind 1970 mehr als 24,5% der Portugiesinnen unter 15 Jahre alt. Der überwiegende Teil dieser Einwanderungsgruppe besteht jedoch aus jenen, die zwischen dem damals auf 15 Jahre festgelegte schulpflichtige Alter73 und 39 Jahre alt sind. Die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sticht hierbei mit mehr als 28% besonders hervor, während die restlichen drei Altersgruppen zwischen 15 und 39 Jahren jeweils Werte um die 11% aufweisen. Die beiden Altersgruppen zwischen 40 und 49 Jahren machen schließlich zusammen weitere 12% aus, während die darüber liegenden Altersstufen äußerst schwach vertreten sind.

Die Statistikbehörde unterteilt diese altersbezogenen Daten ferner in zwei Geschlechtsgruppen, wodurch eine genauere Betrachtung dieses Merkmals möglich ist. Hier wird ersichtlich, dass der Mädchenanteil bei den Altersklassen bis 14 Jahre mit 44 bis 49% relativ hoch ist. Dagegen nimmt der Frauenanteil in den erwerbsfähigen Altersklassen von 25 bis 49 Jahren kontinuierlich ab (die Altersgruppen über 50 Jahren umfassen nur wenige Einwanderinnen, sodass bereits geringe Unterschiede in den absoluten Zahlen zu erheblichen prozentualen Ausschlägen führen können, was einen Vergleich mit ihnen an dieser Stelle wenig aussagekräftig machen würde). Dies spiegelt die bereits erwähnten Beobachtungen hinsichtlich der Ankunftszeitpunkte der Geschlechter wider und bietet ein weiteres Argument für die von Nogueira vorgeschlagene Unterteilung, wonach die Einwanderung aus Portugal zunächst hauptsächlich von allein reisenden Männern ausging. Während Nogueira sich nämlich ausschließlich auf die Ankunftsjahre als Indikator für die Dominanz eines Geschlechts stützt, können auch die vorliegenden Altersangaben zu diesem Zweck herangezogen werden. So besteht diese Einwanderung nach Luxemburg nach Unterzeichnung des Abkommens überwiegend aus jungen Männern im Alter von 15 bis 19 Jahren und von 25- bis 39-Jährigen. Lediglich in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen ist das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen.

Tabelle 6: Alter der Portugiesinnen im Jahr 1970 (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 1: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975,S.41-43.

Diesen Daten gegenüber stehen die Daten von 1981, die bereits einige erhebliche Veränderungen aufweisen. Insbesondere ist ein Anstieg in den Altersgruppen der Kinder unter 15 Jahren zu verzeichnen, die zusammen mit einem Anteil von 33% das stärkste Wachstum (über 8%) im Vergleich zu 1970 aufweisen. Der stärkste Rückgang ist in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen zu verzeichnen. Dieser wird teilweise durch die höheren Altersgruppen (insbesondere die 50- bis 54-Jährigen) aufgefangen. Einerseits lässt sich dies durch den längeren Aufenthalt der Einwanderinnen, die 1970 noch zwischen 40 und 44 Jahre alt waren, erklären. Es ist jedoch anzunehmen, dass inzwischen auch ältere Portugiesinnen eingewandert sind, da die Alterung der 40- bis 44-Jährigen seit 1971 allein nicht ausgereicht hätte, um den Wert von 1981 in absoluten Zahlen zu erreichen. Ein ähnlicherTrend ist, wenn auch in geringerem Maße, bei den 55- bis 59-Jährigen zu beobachten, während die nachfolgenden Altersgruppen weiterhin niedrige Werte aufweisen. Trotz dieser vereinzelten Ausnahmen lässt sich die portugiesische Einwanderungsbevölkerung nach wie vor als relativ junge Bevölkerungsgruppe charakterisieren. So machen die Portugiesinnen mit einem Alter unter 40 Jahren 1970 rund 86% aus, gegenüber mehr als 84% im Jahr 1981-eine äußerst konstante Entwicklung. Betrachtet man in diesem Kontext erneut die geschlechtsspezifische Ausprägung der Altersstufen, so lassen sich gegenüber 1970 erhebliche Veränderungen feststellen. Während zu Beginn der portugiesischen Einwanderung der Frauenanteil in den relevanten Altersgruppen zwischen 25 und 49 Jahren zwischen 27,5% und 35% liegt, ist 1981 ein Anstieg des Frauenanteils über alle Altersgruppen zwischen 15 und 49 Jahren zu beobachten. Besonders auffällig ist die äußerst ausgeglichene Geschlechterverteilung bei den 15- bis 29-Jährigen, gefolgt von den 30- bis 44-Jährigen, die mit jeweils etwa 40% ebenfalls ein stärkeres Gleichgeweicht zwischen den Geschlechtern aufweisen als 1970.

Auf Basis der vorliegenden Daten bezüglich der Entwicklung zwischen 1970 und 1981 des altersbezogenen Untersuchungsmerkmals, lässt sich die im vorangegangenen Unterkapitel genannte Strategie des doppelten Einkommens nicht nur auf die Ehepartnerinnen beschränken, sondern kann auch auf die Kinder ausgedehnt werden.74 Diese Beobachtung wird unter anderem von Marques' vorgeschlagener Unterteilung gestützt, der ebenso wie Nogueira hier zwischen zwei Phasen unterscheidet. Im Vergleich zur letzterem geht Marques jedoch einen Schritt weiter, indem er auch die Kinder einbezieht. Er spricht daher von einer Einwanderung, die zwischen 1970 und 1975 hauptsächlich von männlichen Arbeitsmigranten dominiert wurde, gefolgt von einer Einwanderung, die hauptsächlich aus Familienangehörigen (Ehefrauen und Kindern) bestand.75 Dies führte zu einer regelrechten „ immigrationfamiliale" 76 , die vom Aufnahmeland begrüßt wurde, da das frühere „Rotationsmodell" anderer Migrationswellen, bei dem kurzfristige Einwanderinnen durch neue Zuwanderinnen ersetzt wurden, nicht mehr ausreichte, um die Nachfrage der luxemburgischen Arbeitgeberinnen zu decken.77 Folglich wird die daraus resultierende Begrenzung der Zahl neuer Einwanderinnen - in Luxemburg, wie bereits erwähnt, vor allem ab 1978 - und deren Ersatz durch einen weiterhin möglichen Familiennachzug zu einem zentralen Faktor für den Anstieg des Anteils von weiblichen Einwanderinnen und Kindern.78

Tabelle 7: Alter der Portugiesinnen im Jahr 1981 (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 1: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1984, S. 40.

3.2.4. Herkunftsort

Der vom portugiesischen Staatssekretariat in Auftrag gegebene Bericht Arroteias aus dem Jahr 1986 liefert wesentliche Informationen über die Herkunftsorte der portugiesischen Einwanderinnen im hier untersuchten Zeitraum. In seiner Analyse hebt der Verfasser des Berichtes die überwiegend ländliche Prägung der Herkunftsorte hervor, insbesondere in den nordwestlichen Regionen Portugals.80 Die diesem Bericht beigefügte Karte, die auch hier als „Abbildung 1" ersichtlich ist, liefert uns diesbezüglich prozentuale Angaben. Dass viele Portugiesinnen vor allem aus diesen Gebieten auswanderten, ist in erster Linie auf die geringe Industrialisierung dieser Gebiete des Landesinneren zurückzuführen.81 Angesichts der zu dieser Zeit allgegenwärtigen wirtschaftlichen Instabilität und der gesellschaftlichen Umbrüche nach der Revolution von 1974 ist neben der Abwanderung aus ländlicheren Gebieten auch eine Zuwanderung aus den urbaneren Regionen des Landes zu verzeichnen82, beispielsweise aus den Region um Lissabon im südlicheren Teil Portugals sowie aus den nördlicheren Regionen um Figueira da Foz, Coimbra und Porto.83 Vereinzelt sind ebenfalls Gegenden aus dem südlichsten Teil des Landes aus den Regionen Alentejo84 und Algarve aufzufinden, deren Einwanderung sich ebenfalls auf Luxemburgs Grenzregionen ausweiteten.85

Im Falle der „semi-ruralen"86 Gebiete zeigen die Daten des portugiesischen Staatssekretariats, dass ein großerTeil dieserZuwanderer nicht unbedingt aus den dicht besiedelten Gebieten (etwa Braga und Vila Real) selbst stammten, sondern eher aus den umliegenden kleineren Ortschaften.87 Dies geht aus dem Arroteia-Bericht insbesondere für den Fall von Viseu hervor, wo die Nachbargemeinden Tondela und Seia stärker vertreten sind als Viseu selbst. Daraus folgend lässt sich für den nördlichen Teil des Landeszentrums ein „ triangle du Centre" um Viseu, Coimbra und Figueira da Foz abgrenzen, das nicht nur diese drei dicht besiedelten Gebiete, sondern ebenfalls die angrenzenden ländlicheren Gegenden umfasst.88 Eine weitere Unterteilung wird für den nördlichen Teil des Landes vorgeschlagen, der ein „ triangle du Nord" umfasst, in dem Porto, Braga und Vila Real als zentrale Orte dieser Region, aber auch ihre angrenzenden Gebiete89, die wie ihre Pendants des Zentrums einen wesentlichen Beitrag zum Anteil dieser Region an den Herkunftsorten der portugiesischen Einwanderung ins Großherzogtum leisten90, was die auf der Karte visuell dargestellten Daten verdeutlichen. Was diese beiden Dreiecke gemeinsam haben, sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die ihre Bevölkerungen zur Auswanderung bewegten.91 Ein daraus entstehender „ cycle vicieux" begünstigte im Anschluss das Ausbleiben größerer Veränderungen in der Anteilsverteilung der Herkunftsorte, indem die Auswanderung insbesondere junger Einwohnerinnen langfristig diesen wirtschaftlich bereits wenig anziehenden Regionen jegliche Möglichkeit nahm, aus dieser Situation herauszukommen.92 Nicht zuletzt ist hier auch der bereits erwähnte Multiplikatoreffekt zu nennen, die durch den Austausch zwischen den bereits ausgewanderten Portugiesinnen und ihren im Heimatland verbliebenen Bekannten entstanden ist und die Entstehung regelrechter „ ondes locales" einer regionalen Auswanderung begünstigte.93

Abbildung 1: Herkunft der Portugiesinnen

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Arroteia, Jorge C.: A emigrado portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, Porto 1986, S. 77 (die Ortsangaben und die dazugehörenden Pfeile wurden im Rahmen der Abschlussarbeit hinzugefügt, um eine geographische Orientierung zu erleichtern).

3.2.5. Ausbildung

Das Ausmaß der Bildung portugiesischer Einwanderinnen hängt eng mit der geographischen Verteilung ihrer Herkunftsorte zusammen. So geht die oben erwähnte vermehrte Einwanderung aus urbaneren Regionen wie Lissabon und Figueira da Foz auch mit einem Anstieg der vom Aufnahmeland sehr geschätzten beruflichen Qualifikationen einher, wie Cordeiro in seinem von der luxemburgischen Regierung in Auftrag gegebenen Bericht hervorhebt.94 So legt der erste Annex des Anwerbeabkommens in Form eines persönlichen Datenblattes95 nicht nur Wert auf Berufserfahrung, sondern ebenso auf die formelle Ausbildungsqualifikation.96 Die anhaltende Dominanz ländlicher Gebiete führte jedoch dazu, dass weiterhin eine Mehrheit der eingewanderten Portugiesinnen gering qualifiziert und ohne Berufsausbildung blieb.97 Ihre Schullaufbahnen waren geprägt von einem im Bildungsbereich unterentwickelten98 diktatorischen Regime, in dem Bildung ein „ privilege social" darstellte, wodurch ein Schulabschluss odereine formelle Ausbildung für einen Großteil der Bevölkerung erschwert wurde.99 Angesichts dieser äußerst kurzen Schulzeit war ein beträchtlicher Teil der portugiesischen Bevölkerung zudem Analphabet.100

In den Folgejahren der Revolution wurden bedeutende Änderungen am Bildungssystem vorgenommen, um die Bildung zu einem Grundrecht zu erheben.101 In der Realität gestaltete sich die Umsetzung jedoch schwieriger als erwartet. Dies spiegelte sich insbesondere in der Entwicklung der Analphabetenquote in der portugiesischen Bevölkerung wider, die zwischen 1970 und 1979 lediglich um 5 % zurückging.102 Die vom neuen politischen System angestrebte Ausweitung der Bildungsmöglichkeiten auf eine größere Zahl von Menschen führte aufgrund des strukturellen Lehrkräftemangels zunächst sogar zu einer Verkürzung der obligatorischen Schulzeit. Erst mit den 1986 in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen zur Förderung pädagogischer Mechanismen, die eine gerechte Umsetzung der Schulpflicht gewährleisten sollten121, konnten zunehmend auch bislang benachteiligte Bevölkerungsgruppen davon einen Nutzen tragen.

3.2.6. Wohnort

Vor der nachfolgenden wirtschaftszentrierten Fokussierung, soll zuvor noch die des Wohnorts im Großherzogtum betachtet werden. 1970 leben mehr als 80% der Portugiesinnen im Distrikt Luxemburg. Diese deutliche Dominanz gegenüber den beiden anderen Distrikten erklärt sich vor allem durch den hohen Anteil der Kantone rund um Luxemburg-Stadt, Esch im südlichen Teil des Landes und Mersch, die diesem Distrikt angehören. An zweiter Stelle folgt der östlich gelegene Distrikt Grevenmacher mit etwa 11%, der aus den drei Kantonen Remich, Grevenmacher und Echternach besteht. An letzter Stelle liegt der Diekircher Distrikt mit weniger als 9%, zu dem die nördlicheren Kantone gehören, insbesondere der Kanton Diekirch mit etwas weniger als 6%, gefolgt von den anderen nördlichen Kantonen Redange, Vianden, Wiltz und Clervaux mit einem Anteil der teilweise deutlich unter 1,2% liegt.

Tabelle 8: Wohnort der Portugiesinnen im Jahr 1970 (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 1: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975, S. 105.

Die Daten des STATEC zum Jahr 1981 lassen im Vergleich zu 1970 erste Entwicklungen in der geographischen Verteilung der Portugiesinnen erkennen. Auf Distriktebene bleibt die Dominanz des Distrikts Luxemburg mit knapp 80% bestehen. Bei Betrachtung der zu dieser regionalen Einteilung gehörenden Kantone lassen sich jedoch einige Verschiebungen feststellen. So übernimmt Luxemburg-Stadt die Führung vor dem Kanton Esch, während der Kanton Mersch leicht an Bedeutung verliert. Hinsichtlich der beidenverbleibenden Distrikte übernimmt Diekirch nun die Führung vorGrevenmacher. DieserTrend lässt sich auf Kantonsebene weiter verdeutlichen. Während die Anteile der östlichen Kantone Grevenmacher und Remich leicht zurückgehen, tragen insbesondere die Kantone Clervaux und Diekirch zur Stärkung ihres nördlichen Distrikts bei.

Tabelle 9: Wohnort der Portugiesinnen im Jahr 1981 (nach Geschlecht)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 6: Résultats par subdivision territoriale. Fascicule A, Luxemburg 1984, S. 54.

In der Forschungsliteratur wird vermehrt darauf hingewiesen, dass sich die portugiesischen Einwanderinnen über das gesamte Gebiet Luxemburgs verteilt haben.103 Dennoch lässt sich anhand dieser Daten eine deutliche Konzentration auf zwei Ballungsräume um die Stadt Luxemburg und die Stadt Esch im Süden des Landes feststellen, die sowohl 1970 als auch 1981 bestehen bleibt. Die Veranschaulichung der Wohnortwahl erweist sich aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Faktoren als äußerst komplex, wie bereits Arroteias Bericht verdeutlicht. Dieser hebt insbesondere die Bedeutung der Lebenshaltungskosten hervor, die die Ansiedlung in ländlicheren Regionen104 sowie in Arbeitervierteln der Städte begünstigten.105 Die vorangegangen Beobachtung, dass sich zwischen 1970 und 1981 insgesamt wenig Veränderungen feststellen lassen, mag auch auf den starken Multiplikatoreffekt innerhalb dieser Einwanderung zurückzuführen sein, der dazu führte, dass Personen aus einem gleichen Herkunftsort sich dafür entscheiden, im Aufnahmeland ebenso in einer gleichen geographischen Gegend zu wohnen.126 Dies lässt sich an einigen Beispielen der portugiesischen Einwanderung in Luxemburg beobachten, etwa in den um Larochette (Kanton Mersch), sowie den nördlicher gelegenen Gegenden um Ettelbruck und Vianden.127 Für die ersten Einwanderinnen stellte zudem die im Anwerbeabkommen vorgesehene Möglichkeit, eine von den Arbeitgeberinnen zur Verfügung gestellte Unterkunft zu nutzen, einen wichtigen Faktor dar, weshalb viele Portugiesinnen in der Anfangsphase in den Wohneinheiten der Arbeitgeberinnen128 oder aber in deren Nähe wohnten.129 Arroteia hebt diesen Faktor der Nähe zum Arbeitsplatz in seinem Bericht ebenfalls hervor130 und erwähnt in diesem Zusammenhang zusätzlich den Einfluss der Standorte der jeweiligen Wirtschaftssektoren als Ganze, in denen die portugiesischen Frauen arbeiteten131, um Veränderungen in dieser geographischen Verteilung zu identifizieren. Dies zeigt sich insbesondere angesichts der Auswirkungen des zunehmenden Familiennachzugs ab 1976, der sich 1981 im Vergleich zu 1970 mit einem ausgewogeneren Frauenanteil von 43 bis knapp 50% in den jeweiligen Kantonen auszeichnet und folglich ebenfalls zu einer ausgewogeneren geographischen Familienverteilung führte.132 Diese Faktoren sollen in einem nächsten Schritt bei der Analyse der Wirtschaftstätigkeit und derer geographischen Verteilung näher betrachtet werden.

3.3. Arbeitsmarktprofil

3.3.1. Rekrutierungsprozess

Zunächst soll jedoch eine weitere inhaltliche Analyse der Anwerbeabkommens ein Verständnis darüber geben, wie der in diesem Dokument vorgesehene Rekrutierungsprozess neuer Arbeitskräfte durchgeführt wurde. Dieser blieb trotz der beiden Änderungsprotokolle von 1977 und 1978, die sich vielmehr mit anderen, bereits auf den vorangegangenen Seiten behandelten Aspekten befassten, im Wesentlichen unverändert.

In einem ersten Schritt sieht das Abkommen vor, dass die im Großherzogtum zu besetzenden Stellen erfasst werden, was auf zwei Wegen erfolgen kann. Zum einen übermitteln die luxemburgischen Behörden Portugal regelmäßig eine nach Wirtschaftsund Berufsbranchen gegliederte Liste der zu besetzenden Stellen.133 Zum anderen haben luxemburgische Arbeitgeberinnen zusätzlich die Möglichkeit, individuelle Stellenangebote zu platzieren, die ebenfalls an Portugal weitergeleitet werden.134 In einem zweiten Schritt informieren die portugiesischen Behörden die an einer Auswanderung interessierten Personen.135 Die anschließende Auswahl wird von Portugal in Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Behörden oder den zu diesem Zweck entsandten Vertretern der Arbeitgeberinnen vorgenommen.136 Diese Auswahl beruht erstens auf der Durchführung einer ärztlichen Untersuchung zur Feststellung der Arbeitsfähigkeit und zweitens auf der Prüfung der Qualifikationen in Bezug auf Ausbildung und Berufserfahrung.137 Die personenbezogenen Angaben zu den ausgewählten Personen werden in einem der bereits erwähnten Annexen des Abkommens in Form von Datenbögen zusammengetragen und anschließend an die zuständigen Arbeitgeberinnen weitergeleitet.138 Bekunden letztere Interesse an einer potenziellen Arbeitskraft, so erstellen sie einen Arbeitsvertrag gemäß dem Muster, das ebenfalls als Annex dem Abkommen beigefügt ist und der anschließend von den portugiesischen Behörden den betroffenen Personen zur Unterzeichnung ausgehändigt wird.139 Im Anschluss wird ein Reisepass, eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung und ein Dokument mit Angaben zum Familienstand und zu den „ personnes a Charge" (die im Rahmen des Familiennachzugs später nachkommen könnten) des Arbeitnehmers ausgestellt.140 Die Transportbestimmungen werden zwischen den Behörden beider Länder vereinbart, wobei die Kosten von den Arbeitgeberinnen zu tragen sind.141 Nach der Ankunft in Luxemburg können die eingestellten Neuankömmlinge unverzüglich ihre Arbeit antreten, während die Arbeitgeberinnen die Formalitäten bei der Sozialversicherung übernehmen.142 Abschließend erhalten die Arbeitskräfte eine Arbeitserlaubnis mit einjähriger Gültigkeit, die verlängert werden kann.143 Sollte eine vorgesehene Arbeitskraft aus Gründen, die sie nicht zu verantworten hat, die vorgesehene Stelle nicht antreten können oder aber diese verlieren, verhelfen ihr die luxemburgischen Behörden bei der Suche nach einer anderen geeigneten Arbeitsstelle.144

3.3.2. Wirtschaftszweige

Der Rekrutierungsprozess veranschaulicht einmal mehr, dass es sich um einen stark wirtschaftsorientierten Prozess handelt, der bewusst dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gemäß dem Makroansatz der neoklassischen Wirtschaftstheorie folgt und den Bedürfnissen des ,,kapitalreiche[ren]" Aufnahmelandes entgegenkommt soll.145 Dies wird in diesem Abkommen umso deutlicher, indem eine direkte Beteiligungsmöglichkeit der Arbeitgeberinnen in diesen Prozess vorgesehen ist. Die langfristige Bedeutung der portugiesischen Arbeitskräfte für den luxemburgischen Arbeitsmarkt geht aus den Daten des STATEC hervor, die zeigen, dass sie ab 1974 mindestens ein Viertel der ausländischen Erwerbstätigen in Luxemburg ausmachen und ab 1981 in die Nähe von 30% kommen. Ab 1974 überholen die Portugiesinnen zudem die italienischen Einwanderinnen als größte Gruppe unter den ausländischen Arbeitskräften.146

Tabelle 10: Ausländische Arbeitskräfte (Einheit: Tausend)

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Annuaire statistique 1973 rétrospectif, Luxemburg 1973, URL: https://persist.lu/ark:70795/7q8zgh2kqk (06/10/2025), S. 69 ; STATEC: Annuaire statistique 1975, Luxemburg 1975, URL: https://persist.lu/ark:70795/sjq61dn3j5 (06/10/2025), S. 32 ; STATEC: Annuaire statistique 1980, Luxemburg 1980, URL: https://persist.lu/ark:70795/cfmgh9n5g7 (06/10/2025), S. 39 ; STATEC: Annuaire statistique 1985/86, Luxemburg 1986, URL: https://persist.lu/ark:70795/drdwxm7trn (06/10/2025), S. 41 ; STATEC: Annuaire statistique 1990, Luxemburg 1990, URL: https://persist.lu/ark:70795/5jwcnjgp3c (06/10/2025), S. 41.

In diesem Zusammenhang lassen sich aus der Forschungsliteratur zwei unterschiedliche Hypothesen ableiten. Während einerseits die Aktivitäten der Portugiesinnen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen hauptsächlich auf die „Lücken" zurückgeführt werden, die etwa aufgrund der zunehmenden italienischen Auswanderung entstanden seien106, betont beispielsweise Schlitz, dass „ les Portugais n'arrivent pas parce que les Italiens partent"107. Es ist daher lohnenswert, einen kurzen Blick auf die Entwicklung der italienischen Tätigkeit zu werfen. Die Volkszählungen zeigen, dass zwischen 1970 und 1981 die Zahl der Italienerinnen in der Erwerbsbevölkerung leicht zurückgeht. Vor allem aber ist eine Verlagerung in den jeweiligen Wirtschaftssektoren zu beobachten.108 So gibt es einen deutlichen Rückgang der Beschäftigten im Baugewerbe (Klasse 5109 ), aber auch in der Gewinnung und Bearbeitung von Mineralien (Kl. 2) und in der metallverarbeitenden Industrie (Kl. 3). Diese Arbeitsplätze werden hauptsächlich durch den Handel, dem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe (Kl. 6) sowie durch den Dienstleistungssektor (Kl. 9) kompensiert. Neben der zunehmenden Rückkehr in das Herkunftsland geht diese seit längerem bestehende Migration aufgrund der sozialen Mobilität auch mit diesen Verschiebungen hin zu neuen Wirtschaftssektoren einher.110

Tabelle 11: Italienische Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren111

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975, S. 88 ; STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1984, S. 96.

Betrachtet man nun die Verteilung der portugiesischen Erwerbstätigen auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren, so wird aus den Daten deutlich, dass der Anstieg der Einwanderung in absoluten Zahlen so stark ist, dass allein der Rückgang der Italienerinnen diese Notwendigkeit nicht rechtfertigt hätte. Vielmehr ist diese durch das Abkommen von Anfang an auf die wirtschaftliche Nachfrage ausgerichtete Einwanderung durch die günstige Konjunkturlage Luxemburgs und die Ansiedlung neuer Unternehmen von 1969 bis 1974 bedingt.112 Diese Faktoren ermöglichten es, auch in Zeiten gesetzlicher Einwanderungsbeschränkungen, Neuankömmlinge entsprechend den wirtschaftlichen Erfordernissen ins Land zu holen.113 Dies verleitet Calmes und Bosaert zum Schluss, dass die Nachfrage nicht nur „konjunkturell", sondern auf längere Sicht auch „strukturell" bedingt ist.114 Dies resultierte aus einem Arbeitsmarkt, der trotz mehrerer Krisen bis einschließlich der 1980er-Jahre florierte115, und den bereits erwähnten demographischen Herausforderungen, denen sich die einheimische Bevölkerung stellen musste.

Bereits im Jahr der Unterzeichnung des Abkommens zeigt sich die „ dispersión" unter den Portugiesinnen in verschiedenen Wirtschaftssektoren.116 Allerdings dominiert mit über 47% das Baugewerbe (Kl. 5). Es folgen die Dienstleistungen, das Gastgewerbe, die metallverarbeitende Industrie (Kl. 3) und die sonstigen verarbeitenden Industrien (Kl. 4). Im Vergleich dazu sind 1981 bereits erste Verschiebungen zu erkennen, wie etwa der sinkende Anteil des Baugewerbes und der steigende Anteil des Gastgewerbes. Die schwächsten Ausprägungen weisen die Energie- und Wasserversorgung (Kl. 1) auf, ein Bereich, der damals fast ausschließlich Luxemburgerinnen vorbehalten war117, das das Kreditwesen (Kl. 8), das für das gering qualifizierte Profil der portugiesischen Zuwanderinnen kaum geeignet ist und auch später noch für portugiesische Zuwanderinnen der zweiten Generation weitgehend verschlossen blieb118, sowie die Landwirtschaft (Kl. 0), die eher einer saisonalen Nachfrage etwa in der östlichen Moselregion betraf.119 Um die Verschiebungen innerhalb einiger Branchen genauer zu erfassen, soll im Folgenden der Faktor des geschlechtsbezogenen Merkmals näher betrachtet werden.

Tabelle 12: Portugiesische Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren161

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975, S. 88 - 97; STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1984, S. 96- 105.

Bei den männlichen Arbeitnehmern zeigt sich die Dominanz des Bausektors (Kl. 5) noch deutlicher, da 1970 60% der Portugiesen in diesem Sektor beschäftigt sind und es 1981 weiterhin etwa 59% sind. Im Vergleich zu 1970 ist neben dem Bauwesen auch ein verstärkten Anteil im Gastgewerbe (Kl. 6) mit einem Wachstum von fast 5% aufzufinden und dem Straßenverkehr (Kl. 7) mit einem Wachstum von 2,5%.

Neben dem Vergleich der Prozentsätze ist hier ein Blick auf die absoluten Zahlen sinnvoll. Auch wenn der Anteil der Klassen 2 bis 4 prozentual zurückgegangen ist, ist hier ein Anstieg in absoluten Zahlen zu verzeichnen, der mit einem Verlust an italienischen Arbeitskräften und einer steigenden Zahl portugiesischer Arbeitnehmerinnen einhergeht und zwischen 6 und 8% ausmachen. Hier heben sich in der Klasse 4 des120 produzierenden Gewerbes bereits 1970 einige Produkte hervor121, die in der Forschungsliteratur häufig unbeachtet bleiben. Der wichtigsten Arbeitgeberinnen sind hier die traditionelle Tabakindustrie122 und die nationale Lebensmittelproduktion. Darüber hinaus sind das „Goodyear"-Werk in Colmar-Berg und die Kunststoffverarbeitungsindustrie rund um das Unternehmen „Dupont de Nemours" in Contern zu nennen.123 Diese beiden letzten Beispiele entstanden gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Industrieunternehmen im ganzen Land, um die Bevölkerung auch außerhalb der großen Städte in den nördlicheren ländlichen Gegenden zu halten.124 Diese Diversifizierung der Wirtschaftssektoren und ihre Lokalisierung erhöhen ebenfalls die Nachfrage nach Bauarbeiten im Zusammenhang mit deren infrastrukturellem Bedarf.125

Tabelle 13: Männliche portugiesische Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975, S. 88 - 97; STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1984, S. 96- 105.

In Bezug auf die weiblichen Beschäftigten zeigen die Daten von 1970 eine deutliche Dominanz des Dienstleistungssektors (Kl. 9), der hauptsächlich häusliche Dienstleistungen umfasst126, mit einem Anteil von fast 59%. Im Jahr 1981 sinkt dieser Anteil auf 48%, was vor allem auf eine breitere Verteilung auf die verschiedenen Sektoren zurückzuführen ist. So versiebenfacht sich die absolute Anzahl der erwerbstätigen Frauen von 1970 bis 1981 infolge des verstärkten Familiennachzugs ab 1976. In diesem Zeitraum gewinnt das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe (Kl. 6) im Vergleich zu 1970 an Bedeutung und macht nun knapp 32% aus, ein Sektor, der hauptsächlich imTourismus-orientierten Osten des Landes angesiedelt ist.127 Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber 1970 bleibt das produzierende Gewerbe (Kl. 4) mit 7% auf dem dritten Platz. Hier sind erneut die Tabak- und Lebensmittelindustrie wie bei den Männern die stärksten Branchen, gefolgt von der Bekleidungsindustrie.128 Den größten Zuwachs verzeichnet jedoch die metallverarbeitende Industrie, die in der Forschungsliteratur. wenig thematisiert wird und 1981 einen Anteil von über 4,5% ausmacht. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Notwendigkeit einer verstärkten beruflichen Tätigkeit der Frauen, sowohl Luxemburgerinnen als auch Ausländerinnen129, die durch die im Abkommen vorgesehene Familienzusammenführung gefördert wird130 und in diesem Fall auch in Sektoren anzutreffen ist, die zuvor äußerst männlich dominiert waren.

Tabelle 14: Weibliche portugiesische Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren

Abb. in Leseprobe nicht enthalten

Eigene Darstellung, basierend auf: STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1975, S. 88 - 97; STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 2: Caractéristiques socio-économiques de la population, Luxemburg 1984, S. 96- 105.

3.3.3. Berufsstatus

Durch diese starke wirtschaftsorientierte Einwanderungspolitik Luxemburgs wurden vor allem gering qualifizierte und preisgünstige Arbeitskräfte angezogen131, die Tätigkeiten ausübten, welche Einheimische nicht mehr alleine ausüben konnten oder wollten132, wodurch Länder wie Portugal als eine „ réserve de main d'œuvre"133 angesehen wurden, welche die nationale Nachfrage gemäß der Migrationstheorie von Michael J. Piore134 je nach Bedarf in einzelnen Wirtschaftssektoren decken sollten. Diese „ immigration séléctive"135 war zudem nur mit befristeten Arbeitsgenehmigungen geprägt, die eine Gültigkeit von höchstens einem Jahr besaßen und immer wieder erneuert werden mussten, was zu einer permanenten Situation des „ permis de travail à durée déterminée" führte.136 Verstärkt wurde dieser Zustand durch die Überzeugung zahlreicher Portugiesinnen, dass deren Auswanderung eine kurzfristige Maßnahme sei mit anschließender Rückkehr in ihr Herkunftsland und dementsprechend keine langfristige berufliche Entwicklung begründet hätte.137 Selbst wenn ein solches Interesse bestanden hätte, machte das Großherzogtum mit der zuvor erwähnten Verschärfung der Aufenthaltsbedingungen ab 1978 auch jede Möglichkeit einer beruflichen Weiterentwicklung über den Arbeiterstatus hinaus138 schwieriger, sodass etwa ein Berufswechsel erst nach sechsjähriger Beschäftigung möglich war. Diese „düsteren"139 beruflichen Aussichten, wie Arroteia sie prägnant bezeichnet, erschwerten folglich ebenfalls die Chancen auf einen sozialen Aufstieg, die sich erst wie bei den vorherigen Migrationswellen140 durch einen längerfristigen Aufenthalt der portugiesischen Einwanderung im Großherzogtum ermöglicht werden könnte.141

4. Schlussfolgerung

Ziel der vorliegenden Abschlussarbeit war es nicht, verschiedene Migrationstheorien zueinander zu vergleichen. Deren Einbeziehung ermöglichte es jedoch, im Verlauf des Arbeitsprozesses unterschiedliche theoretische Perspektiven einzunehmen, was die Betrachtung und stetige Hinterfragung von Vorannahmen förderte. Vor allem aber wurde dadurch die Komplexität des Migrationsphänomens deutlich, das sich kaum in ein einheitlichestheoretisches Modell einordnen lässt.

Im Falle der Portugiesen, die zwischen 1970 und 1985 nach Luxemburg einwanderten, spiegelt sich dies in der Komplexität der unterschiedlichen Auswanderungsmotive wider. Eng damit verknüpft ist die Abwägung auf Seiten des Aufnahmelandes zwischen einer selektiven und konjunkturbedingten Einwanderungspolitik einerseits und den langfristigen strukturellen Herausforderungen andererseits, die seine wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven beeinflussen. So sind in diesem Zeitraum unterschiedlichen Ausprägungen der Einwanderungszahlen zu verzeichnen, die stets mit dem wirtschaftlichen Interesse des Landes einhergingen und dennoch aus strukturellen Gründen zu einer langfristig anhaltenden Niederlassung der Portugiesinnen im Großherzogtum führte. Die Geschlechterverteilung in diesen Daten zeigt, dass sich das im Abkommen vorgesehene Verfahren, wonach der Mann zunächst allein einwandert und später von seiner Familie nachgezogen wird, weitgehend in dieser Einwanderung widerspiegelt. Zusätzlich zu dieser Entscheidung, die gemeinsam im Rahmen der Familie erfolgte, wurde in dieser Arbeit auch ein hoher Anteil an Einwanderern unter alleinstehenden Männern festgestellt, was durch die gezielte Verwendung der geschlechts- und altersbezogene Daten zustande kam.

Von besonderem Interesse zeigte sich auch die Bedeutung des zwischenmenschlichen Erfahrungsaustauschs für dieses Migrationsphänomen als Multiplikatoreffekt. Langfristig führte dies zur Dominanz einzelner Regionen als Herkunftsorte und beeinflusste zudem auch die geographische Verteilung dieser Zuwander:innen im Aufnahmeland. Eng damit verbunden war zudem der Standort der Arbeitsplätze, an denen die Portugiesinnen beschäftigt waren. Aufgrund der starken wirtschaftlichen Nachfrage nach weniger qualifizierten Arbeitskräften, die vor allem für Tätigkeiten benötigt wurden, die von Einheimischen oder anderen Nationalitäten nicht mehr ausgeübt werden konnten, konzentrierte sich die Beschäftigung der Männer hauptsächlich auf das Baugewerbe in den Gegenden des Landes, in denen solche neue Infrastrukturen wirtschaftsbedingt notwendig waren. Bei den Frauen führte dies hingegen zu einer verstärkten Tätigkeiten in den Bereichen der häuslichen Dienstleistungen und im östlich gelegenen Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. Diese stark wirtschaftlich selektierten beruflichen Perspektiven erschwerten den sozialen Aufstieg in dieser Zeit, der aus wirtschaftlichen Gründen vom Aufnahmeland ohnehin nicht zwingend erwünscht war. Neben diesen drei Sektoren zeigen die Daten des STATEC jedoch auch Ausnahmen auf, die in der Forschungsliteratur nur wenig Beachtung finden, insbesondere bei den Frauen. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist der Anstieg der Zahl portugiesischer Einwanderinnen, die in verschiedenen Industriezweigen beschäftigt waren.

Dies unterstreicht auch die Bedeutung jüngster Forschungsbemühungen, etwa geschlechtsspezifische Merkmale umfassender zu berücksichtigen, was auch die Auswahl der hier untersuchten Merkmale beeinflusste. Darüber hinaus wird deutlich, dass eine Verallgemeinerung der Einwander:innnenprofille der historischen und gesellschaftlichen Komplexität dieses Phänomens nicht gerecht werden kann und dass es bei der Beschäftigung mit diesem Thema unerlässlich ist, unterschiedliche Untersuchungsmerkmalen und deren Ausnahmen zu beachten.

Quellenverzeichnis

1) Arroteia, Jorge C.: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, Porto 1986.

2) Cordeiro, Albano: 1ère conférence nationale de l'immigration Luxembourg. État de l'immigration au Luxembourg 1975, Grenoble 1975.

3) Cordeiro, Albano: Immigration - Luxembourg 1975. Aspects économiques, historiques et sociologiques, Grenoble 1976.

4) Loi du 11 avril 1972 portant approbation de l'Accord entre le Grand-Duché de Luxembourg et la République portugaise relatif à l'emploi des travailleurs portugais au Luxembourg, signé à Lisbonne, le 20 mai 1970, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 26, Luxemburg 1972, S. 856 - 863, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1972/04/11/n2/jo (15/10/2025).

5) Loi du 14 mars 1978 portant approbation du Protocole, signé à Luxembourg, le 6 janvier 1977, modifiant l'Accord entre le Grand-Duché de Luxembourg et la République portugaise relatif à l'emploi des travailleurs portugais au Luxembourg, signé à Lisbonne, le 20 mai 1970, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 12, Luxemburg 1978, S. 152 - 161, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1978/03/14/n1/jo (15/10/2025).

6) Loi du 15 avril 1980 portant approbation du Deuxième Protocole, signé à Luxembourg, le 19 septembre 1978, modifiant l'Accord entre le Grand-Duché de Luxembourg et la République portugaise relatif à l'emploi des travailleurs portugais au Luxembourg, signé à Lisbonne, le 20 mai 1970, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 36, Luxemburg 1980, S. 826 - 832, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1980/04/15/n9/jo (15/10/2025).

7) Loi du 5 août 1963 portant réforme de l'éducation préscolaire et de l'enseignement primaire, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 47, Luxemburg 1963, S. 749 - 754, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1978/03/14/nl/jo (12/11/2025).

8) STATEC: Annuaire statistique 1973 rétrospectif, Luxemburg 1973, URL: https://persist.lu/ark:70795/7q8zgh2kqk (06/10/2025).

9) STATEC: Annuaire statistique 1975, Luxemburg 1975,URL: https://persist.lu/ark:70795/sjq61dn3j5 (06/10/2025).

10) STATEC: Annuaire statistique 1980, Luxemburg 1980, URL: https://persist.lu/ark:70795/cfmgh9n5g7 (06/10/2025).

11) STATEC: Annuaire statistique 1985/86, Luxemburg 1986, URL: https://persist.lu/ark:70795/drdwxm7trn (06/10/2025).

12) STATEC: Annuaire statistique 1990, Luxemburg 1990, URL: https://persist.lu/ark:70795/5jwcnjgp3c (06/10/2025).

13) STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 1: Caractéristiquessocio-économiquesde la population, Luxemburg 1975.

14) STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiquessocio-économiquesde la population, Luxemburg 1975.

15) STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 1: Caractéristiquessocio-économiquesde la population, Luxemburg 1984.

16) STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 2: Caractéristiquessocio-économiquesde la population, Luxemburg 1984.

17) STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 6: Résultats par subdivision territoriale. Fascicule A, Luxemburg 1984.

18) STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990.

19) Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften: Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige in den Europäischen Gemeinschaften. N.A.C.E. - 1970, Luxemburg 1970, URL: https://op.europa.eu/s/z7Qf (11/10/2025).

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2) Arroteia, Jorge C.: A Crianza Portuguesa no Contexto Migratorio Portugués no G.-D. do Luxemburgo, Lissabon 1992.

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12)Ghemmaz, Malika: Des Portugais en Europe du Nord. Une comparaison France, Belgique, Luxembourg. Contribution à une sociologie électorale de la citoyenneté de l'Union européenne, Thèse de doctorat, Lille: Université de Lille II, 2008.

13) Han, Petrus: Theorien zur internationalen Migration. Ausgewählte interdisziplinäre Migrationstheorien und deren zentralen Aussagen, Konstanz 22018.

14) Hartmann-Hirsch, Claudia/Amétépé, Fofo S.: Zwischen Europäisierung und Renationalisierung der Freizügigkeit. Eine Finanzkrisen-bedingte Migration von Portugal nach Luxemburg, Wiesbaden 2021.

15) Hoesch, Kirsten: Migration und Integration. Eine Einführung, Wiesbaden 2018.

16) Hoffmann, Serge: L'immigration au Grand-Duché de Luxembourg, de l'époque industrielle à aujourd'hui, in: Migrance 10:20 (2002), S. 60 - 69.

17) Marques, José C.: Die portugiesische Emigration nach dem „Ende der portugiesischen Emigration", in: Pinheiro, Teresa (Hrsg.): Portugiesische Migrationen. Geschichte, Repräsentation und Erinnerungskulturen, Wiesbaden 2010, S. 23-26.

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19) Newcomer, James: The Grand Duchy of Luxembourg. The Evolution of Nationhood, Chritsnach 1995.

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21) Nogueira, Antonio de V.: Os Portugueses no Luxemburgo. Contribuiçao para a historia das migraçôes, Lissabon 2011.

22) Parnreiter, Christof: Theorien und Forschungsansätze zu Migration, in: Husa, Karl/Parnreiter, Christof/Stacher, Irene (Hrsg.): Internationale Migration. Die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 2000, S. 25 - 52.

23) Pauly, Michel: L'immigration dans la longue durée. Esquisse introductive, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés: Lëtzebuerg de Lëtzebuerger? Le Luxembourg face à l'immigration, Luxemburg 1985, S.7- 22.

24) Pauly, Michel: Le phénomène migratoire. Une constante de l'histoire luxembourgeoise, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés (Hrsg.): ASTI 30+, 30 ans de migrations/30 ans de recherches/30 ans d'engagements, Luxemburg, 2010, S. 62-75.

25) Pauly, Michel: Geschichte Luxemburg, München 22013.

26) Pereira, Claudia/Azevedo, Joana: The Fourth Wave of Portuguese Emigration: Austerity Policies, European Peripheries and Postcolonial Continuities, in: Pereira, Claudia/Azevedo, Joana (Hrsg.): New and Old Routes of Portuguese Emigration, Cham 2019, S.1-26.

27) Pinheiro, Teresa: Einleitung. Deutschland, Portugal und die europäische Migrationsgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: Pinheiro, Teresa (Hrsg.): Portugiesische Migrationen. Geschichte, Repräsentation und Erinnerungskulturen, Wiesbaden 2010, S. 9-19.

28) Rodrigues, Maria de L. u.a.: A construçao do sistema democrático de ensino, in: Rodrigues, Maria de L. u.a. (Hrsg.): 40 anos de políticas de educaçao em Portugal, Bd. 1: A construçao do sistema democrático de ensino, Coimbra 2014, S. 35 - 88.

29) Santos, Vanda: O discurso oficial do estado sobre a emigraçao nos anos 60 e 80 e imigraçao dos anos 90 à actualidade, Lissabon 2004.

30) Schiltz, Aline: Luxembourg <-> Portugal: quarante ans après, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés: ASTI 30+, 30 ans de migrations/30 ans de recherches/30 ans d'engagements, Luxemburg, 2010, S. 312 - 317.

31) Schiltz, Aline: Migrations et développement dans un espace politique changeant. Analyse de la mobilité intra-européenne entre le Portugal et le Luxembourg, Thèse de doctorat, Luxembourg: Université du Luxembourg, 2013.

32) Scuto, Denis: La naissance de la protection sociale au Luxembourg. Le contexte économique et social, les acteurs et les enjeux politiques, in: Bulletin luxembourgeois des questions sociales 10 (2001), S. 39 - 59.

33) Simon, Gildas: La géodynamique des migrations internationales dans le monde, Paris 1995.

34) Thomas, Adrien: Cross-border labour markets and the role of trade unions in representing migrant workers' interests Journal of Industrial Relations 62:2 (2020), S. 235-255.

35) Vasco Correia, Sarah: Les Portugais du Luxembourg. Questions sur la transmission intergénérationnelle de la langue et de la culture d'origine, Luxemburg 2013.

36) Walter, Rolf: Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Köln 22008.

37) Wiltgen, Paul: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg. Le cas des Portugais, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés (Hrsg.): Lëtzebuerg de Lëtzebuerger? Le Luxembourg face à l'immigration, Luxemburg 1985, S. 91 - 113.

[...]


1 Claudia Hartmann-Hirsch/Fofo S. Amétépé: Zwischen Europäisierung und Renationalisierung der Freizügigkeit. Eine Finanzkrisen-bedingte Migration von Portugal nach Luxemburg, Wiesbaden 2021, S. 3.

2 Sylke Nissen: Arbeitnehmerfreizügigkeit. Gebremste Europäisierung des Arbeitsmarkts, in: Sylke Nissen/Georg Vobruba (Hrsg.): Die Ökonomie der Gesellschaft, Wiesbaden 2009, S. 173-204, hierS. 176.

3 STATEC: Statistiques historiques 1839 - 1989, Luxemburg 1990, S. 60 - 61.

4 Vanda Santos: O discurso oficial do estado sobre a emigraçao nos anos 60 e 80 e imigraçao dos anos 90 à actualidade, Lissabon 2004, S. 91.

5 Adrien Thomas: Cross-border labour markets and the role of trade unions in representing migrant workers' interests Journal of Industrial Relations 62:2 (2020), S. 235 - 255, hier S. 243.

6 Jorge C. Arroteia: A Criança Portuguesa no Contexto Migratorio Portugués no G.-D. do Luxemburgo, Lissabon 1992,S.7-8.

7 Serge Hoffmann: L'immigration au Grand-Duché de Luxembourg, de l'époque industrielle à aujourd'hui, in: Migrance 10:20 (2002), S. 60 - 69, hier S. 67.

8 Jorge C. Arroteia: A emigraçao portuguesa. Características e perspectivas recentes, in: Povos e Culturas 1:1 (1986), 129 - 147, hier S. 134.

9 Delfina Beirao: Les portugais du Luxembourg. Des familles racontent leur vie, Paris 1999, S. 45.

10 Paul Wiltgen: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg. Le cas des Portugais, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés (Hrsg.): Lëtzebuerg de Lëtzebuerger? Le Luxembourg face à l'immigration, Luxemburg 1985, S. 91 - 113, hier S. 100.

11 Albano Cordeiro: L'immigration au Luxembourg dans le dernier quart du siècle dernier, in: Passerelles 13:22 (2001), S. 93 - 100, hier S. 99.

12 Claude Gengler: Les étrangers au Grand-Duché du Luxembourg. Aspects démographiques et socioéconomiques, in: Espace, populations, sociétés 2 (1990), S. 291 - 303, hier S. 300.

13 Ebd., hierS. 298.

14 Petrus Han: Theorien zur internationalen Migration. Ausgewählte interdisziplinäre Migrationstheorien und deren zentralen Aussagen, Konstanz 22018, S. 174 - 177.

15 Christof Parnreiter: Theorien und Forschungsansätze zu Migration, in: Karl Husa/Christof Parnreiter/Irene Stacher (Hrsg.): Internationale Migration. Die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 2000, S. 25 - 52, hier S. 41 - 43.

16 Albano Cordeiro: 1ère conférence nationale de l'immigration Luxembourg. État de l'immigration au Luxembourg 1975, Grenoble 1975.

17 Vgl. hingegen: Malika Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord. Une comparaison France, Belgique, Luxembourg. Contribution à une sociologie électorale de la citoyenneté de l'Union européenne, Thèse de doctorat, Lille: Université de Lille II, 2008, S. 37.

18 Aline Schiltz: Luxembourg <-> Portugal: quarante ans après, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés: ASTI 30+, 30 ans de migrations/30 ans de recherches/30 ans d'engagements, Luxemburg, 2010, S. 312-317, hierS. 313.

19 Fernand Fehlen: Les migrations au cœur des mutation sociales et démographiques de la société luxembourgeoise, in: Hémecht 69:3 - 4 (2017), S. 419 - 432, hier S. 420 - 421.

20 Vor allem:Jorge C. Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, Porto 1986.

21 Rolf Walter: Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Köln 22008, S. 48 - 49.

22 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo.

23 Antonio de V. Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo. Contribuiçao para a historia das migraçôes, Lissabon 2011, S. 179.

24 Kirsten Hoesch: Migration und Integration. Eine Einführung, Wiesbaden 2018, S. 62.

25 Beirao: Les portugais du Luxembourg, S. 45.

26 Schütz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 313.

27 Sarah Vasco Correia: Les Portugais du Luxembourg. Questions sur la transmission intergénérationnelle de la langue et de la culture d'origine, Luxemburg 2013, S. 74.

28 Michel Pauly: Le phénomène migratoire. Une constante de l'histoire luxembourgeoise, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés: ASTI 30+, 30 ans de migrations/30 ans de recherches/30 ans d'engagements, Luxemburg, 2010, S. 62 - 75, hier S. 68.

29 Schütz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 312.

30 Frank Caestecker: Belgien und Luxemburg, in: Klaus J. Bade u.a. (Hrsg..): Enzyklopädie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Paderborn 22007, S. 110 - 121, hier S. 118.

31 Pauly: Le phénomène migratoire, hierS. 68.

32 Joel S. Fetzer: Luxembourg as an immigration success story. The Grand Duchy in pan-European perspective, Lanham, MD 2011, S. 9.

33 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 312.

34 Loi du 11 avril 1972, hier S. 856.

35 Ebd., hier S. 860.

36 Ebd., hierS. 856.

37 Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo, S. 181.

38 Im Gegensatz zu den anderen Passagen dieser Abschlussarbeit wird die geschlechtergerechte Sprache hier nicht verwendet, da das Abkommen ausdrücklich die männliche Form „ travailleur" verwendet und bei Ehepartnern die weibliche Form „ épouse".

39 Ebd., hierS. 153.

40 Ebd., hier S. 154.

41 Ebd., hierS. 155.

42 Ebd., hier S. 154.

43 Ebd., hierS. 160.

44 Loi du 15 avril 1980 portant approbation du Deuxième Protocole, signé à Luxembourg, le 19 septembre 1978, modifiant l'Accord entre le Grand-Duché de Luxembourg et la République portugaise relatif à l'emploi des travailleurs portugais au Luxembourg, signé à Lisbonne, le 20 mai 1970, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 36, Luxemburg 1980, S. 826 - 832, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1980/04/15/n9/jo (15/10/2025).

45 Ebd., hierS. 828.

46 Ebd., hierS. 829-832.

47 Schütz: Migrations et développement dans un espace politique changeant. Analyse de la mobilité intra- européenne entre le Portugal et le Luxembourg, Thèse de doctorat, Luxembourg: Université du Luxembourg, 2013, S. 94.

48 José C. Marques: Die portugiesische Emigration nach dem „Ende der portugiesischen Emigration", in: Teresa Pinheiro (Hrsg.): Portugiesische Migrationen. Geschichte, Repräsentation und Erinnerungskulturen, Wiesbaden 2010, S. 23 - 36, hier S. 23.

49 Santos: O discurso oficial do estado sobre a emigraçao nos anos 60 e 80, S. 92.

50 Pauly, Michel: L'immigration dans la longue durée. Esquisse introductive, in: Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés: Lëtzebuerg de Lëtzebuerger? Le Luxembourg face à l'immigration, Luxemburg 1985,S.7-22,S. 16.

51 Claudia Pereira/Joana Azevedo: The Fourth Wave of Portuguese Emigration: Austerity Policies, European Peripheries and Postcolonial Continuities, in: Claudia Pereira/Joana Azevedo (Hrsg.): New and Old Routes of Portuguese Emigration, Cham 2019, S. 1 - 26, hier S. 5.

52 Michel Pauly: Geschichte Luxemburg, München 22013, S. 108.

53 Gildas Simon: La géodynamique des migrations internationales dans le monde, Paris 1995, S. 279.

54 Jean-Marie Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, in: Hommes et Terres du Nord, hors- série 2 (1981), S. 743 - 762, hier S. 749 - 750.

55 Schütz: Migrations et développement, S. 151- 152.

56 Ebd., S. 84.

57 Pauly: Le phénomène migratoire, hierS. 67.

58 STATEC: Recensement général de la population du 31 mars 1981, Bd. 1: Caractéristiques socioéconomiques de la population, Luxemburg 1984, S. 60.

59 Teresa Pinheiro: Einleitung. Deutschland, Portugal und die europäische Migrationsgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: Teresa Pinheiro (Hrsg.): Portugiesische Migrationen. Geschichte, Repräsentation und Erinnerungskulturen, Wiesbaden 2010, S. 9 - 19, hier S. 11.

60 STATEC: Statistiques historiques, S. 60.

61 Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo, S. 182 - 183.

62 Pauly: Le phénomène migratoire, hierS. 68.

63 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 76.

64 Loi du 11 avril 1972, hier S. 859.

65 Vasco Correia: Les Portugais du Luxembourg, S. 75.

66 Han: Theorien zur internationalen Migration, S. 175.

67 Hoesch: Migration und Integration, S. 62 - 63.

68 Han: Theorien zur internationalen Migration, S. 175.

69 Arroteia: A Criança Portuguesa, S. 6.

70 Pauly: Le phénomène migratoire, hierS. 68.

71 Ebd. & Fetzer: Luxembourg as an immigration success story, S. 112.

72 Für das Jahr 1973 gibt die Quelle des STATEC von 1990 eine Gesamtzahl von 2.625 Portugiesen anstelle von 2.626 an, was nicht mit einer eigenen Berechnungen (Summe der männlichen und weiblichen portugiesischen Personen) übereingestimmt hat. Zur Klärung dieser Abweichung wurde daher die Quelle des STATEC von 1975 konsultiert, die die korrekte Gesamtzahl von 2.626 angibt.

73 Loi du 5 août 1963 portant réforme de l'éducation préscolaire et de l'enseignement primaire, in: Mémorial. Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg A - N° 47, Luxemburg 1963, S. 749-754, URL: http://data.legilux.public.lu/eli/etat/leg/loi/1978/03/14/n1/jo (12/11/2025), hier S. 750.

74 Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo, S. 183.

75 Marques: Die portugiesische Emigration, hierS. 23.

76 Cordeiro: L'immigration au Luxembourg dans le dernier quart du siècle dernier, hier S. 99.

77 Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo, S. 183.

78 Arroteia: A emigraçao portuguesa. Características e perspectivas, hier S. 133.

79 Die separaten Altersstufen „75 - 79", „80 - 84" und „85 et plus" aus der Quelle des STATEC wurden im Rahmen dieser Forschungsarbeit in der Altersstufe „75 & >" gruppiert, um einen direkten Vergleich mit 1970 zu ermöglichen.

80 Arroteia: A emigrado portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 75.

81 Schütz: Migrations et développement, S. 88.

82 Vasco Correia: Les Portugais du Luxembourg, S. 74.

83 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 75 - 76.

84 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 753.

85 Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord, S. 137.

86 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 76.

87 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 312.

88 Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord, S. 346.

89 Ebd.

90 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 312.

91 Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord, S. 346.

92 Schütz: Migrations et développement, S. 88.

93 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 753.

94 Albano Cordeiro: Immigration - Luxembourg 1975. Aspects économiques, historiques et sociologiques, Grenoble 1976, S. 30. Die Angabe wurde ursprünglich in zitierter Form in folgender Forschungsarbeit gefunden: Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord, S. 346.

95 Loi du 11 avril 1972, hier S. 861.

96 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 753.

97 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 75.

98 Vasco Correia: Les Portugais du Luxembourg, S. 74.

99 Ebd.,S. 81.

100 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 312.

101 Maria de L. Rodrigues et u.a.: Aconstruçao do sistema democrático de ensino, in: Maria de L. Rodrigues u.a. (Hrsg.): 40 anos de políticas de educaçao em Portugal, Bd. 1: A construçao do sistema democrático de ensino, Coimbra 2014, S. 35 - 88, hier S. 45.

102 Arroteia: A emigraçao portuguesa. Características e perspectivas, hier S. 134.

103 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 313.

104 Arroteia: A emigrado portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 78 - 79.

105 Arroteia: A Crianza Portuguesa no Contexto Migratorio Portugués, S. 10.

106 Übersetzung des portugiesischen Wortes „ lacunas" aus: Arroteia: A Criança Portuguesa, S. 7.

107 Schütz: Migrations et développement, S. 94.

108 Die Bezeichnungen der verschiedenen N.A.C.E.-Klassen auf: Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften: Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige, S. 28 - 103.

109 Im Folgenden wird das Wort „Klassen" mit „Kl." abgekürzt.

110 Arroteia: A emigrado portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 86.

111 Die Kategorie „ sans travail á la recherche d'un emploi" von 1970 und „ sans indications" von 1981 werden nicht aufgeführt, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

112 Hoffmann: L'immigration au Grand-Duché de Luxembourg, hier S. 67.

113 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 749.

114 Christian Calmes/Danielle Bosaert: Geschichte des Großherzogtums Luxemburg. Von 1815 bis heute, Luxemburg 1996, S. 460.

115 James Newcomer: The Grand Duchy of Luxembourg. The Evolution of Nationhood, Chritsnach 1995, S. 270.

116 Cordeiro: L'immigration au Luxembourg dans le dernier quart du siècle dernier, hier S. 99.

117 Wiltgen: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg, hier S. 97.

118 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 758.

119 Ghemmaz: Des Portugais en Europe du Nord, S. 352 161 In den Tabellen 12 -14 zu den Wirtschaftssektoren, werden die 7 Personen der Kategorie „ sans travail a la recherche d'un emploi" von 1970 und die 183 Personen der Kategorie „ sans indications" von 1981 nicht aufgeführt, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

121 STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, Bd. 2: Caractéristiques socioéconomiques de la population, Luxemburg 1975, S. 92.

122 Siehe Fußnote 5, in: Denis Scuto: La naissance de la protection sociale au Luxembourg. Le contexte économique et social, les acteurs et les enjeux politiques, in: Bulletin luxembourgeois des questions sociales 10 (2001), S. 39 - 59, hier S. 45.

123 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 81.

124 Newcomer: The Grand Duchy of Luxembourg, S. 261.

125 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 760.

126 STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, S. 92.

127 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 79.

128 STATEC: Recensement général de la population du 31 décembre 1970, S. 95.

129 Wiltgen: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg, hier S. 96.

130 Schiltz: Migrations et développement, S. 114.

131 Nogueira: Os Portugueses no Luxemburgo, S. 183.

132 Wiltgen: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg, hier S. 97.

133 Gehring: L'immigration portugaise au Luxembourg, hier S. 749.

134 Han: Theorien zur internationalen Migration, S. 176.

135 Schiltz: Luxembourg <-> Portugal, hier S. 313

136 Vasco Correia: Les Portugais du Luxembourg, S. 78.

137 Ebd.,S. 81.

138 Pauly: Le phénomène migratoire, hierS. 69.

139 Übersetzung des portugiesischen Wortes ,,sombria" aus Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 87.

140 Arroteia: A emigraçao portuguesa no Grao Ducado do Luxemburgo, S. 86.

141 Wiltgen: Les effets économiques de l'immigration au Luxembourg, hier S. 99.

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Titel: Portugiesische Einwanderung in Luxemburg von 1970 bis 1985

Bachelorarbeit , 2025 , 48 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Luis Durães Oliveira (Autor:in)

Geschichte - Europa
Blick ins Buch

Details

Titel
Portugiesische Einwanderung in Luxemburg von 1970 bis 1985
Untertitel
Eine sozialhistorische Analyse
Hochschule
Universität Trier
Note
1.3
Autor
Luis Durães Oliveira (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
48
Katalognummer
V1706837
ISBN (PDF)
9783389182796
ISBN (Buch)
9783389182802
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migrationsgeschichte Wirtschaftsgeschichte Luxemburg Portugal
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luis Durães Oliveira (Autor:in), 2025, Portugiesische Einwanderung in Luxemburg von 1970 bis 1985, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1706837
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