1. Stress: Begriffbestimmung, Umweltstress
Der Begriff „Stress“ wird sehr häufig im Alltag benutzt und ist von der modernen Welt kaum wegzudenken. Dieser Begriff ist sogar so etwas wie ein „Modebegriff“ geworden und wird in schulischen, alltäglichen und vor allem arbeitsbezogenen Kontexten sowohl im positiven als auch im negativen Sinne benutzt. Da der Begriff so vielseitig ist, erscheint es sogar notwendig, ihn erst mal zu definieren.
Das Wort „Stress" stammt aus dem Englischen und bedeutet „Druck", „Zwang“ und „Belastung“. Den Begriff hat der kanadische Wissenschaftler Selye in den 50-er Jahren der vorausgegangenen Jahrhunderts in der Medizin geprägt und damit den Anfang der wissenschaftlichen Stressforschung gegründet. (vgl. Allenspach/Brechbühler, 2005, S. 26)
Selye (1957) beschreibt Stress in seinem Handbuch „Stress beherrscht unser Leben“ als:
„Die Belastungen, Anstrengungen und Ärgernisse, denen ein Lebewesen täglich durch viele Umweltein¬flüsse ausgesetzt ist. Es handelt sich um Anspannungen und Anpassungszwänge, die einen aus dem persönli¬chen Gleichgewicht bringen können und bei denen man seelisch und körperlich unter Druck steht.“ (Wagner-Link, https://www.tk-online.de/centaurus/generator/tkonline.de/b01__bestellungen__downloads/z99__downloads__bilder/pdf/broschuere__der__stress,property=Data.pdf)
Allgemein gesprochen entsteht Stress in einer Situation, in der der Mensch als Individuum eine Anpassungsleistung vollbringen muss: Er muss sich an neue oder veränderte Umweltgegebenheiten anpassen. Wenn man sich im Gleichgewicht zwischen äußeren Reizen und seinen individuellen Bedürfnissen befindet, entsteht der Zustand der Homöostase. (vgl. Walden, 1998, S. 69) Wenn es dem Individuum nicht gelingt, sich der Umwelt anzupassen oder die Umwelt zu ändern, entsteht Stress. Dieser Zustand wird von Ereignissen eingeführt, die für das physische und psychische Wohlbefinden als bedrohlich empfunden werden, und wenn die betreffende Person unsicher darüber ist, ob sie mit der Situation umgehen kann oder nicht. Stress ist also auch mit der Einschätzung der eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung von Überlastung und mit der subjektiven Wahrnehmung von dieser Belastung verbunden. (vgl. Walden, 1998, S. 69)
Inhaltsverzeichnis
1. Stress: Begriffbestimmung, Umweltstress
2. General Adaptation Syndrome (GAS), der reaktionsorientierte Ansatz nach Selye (1957)
3. 3 Faktoren von Umweltstress, The Stress Process nach Green (1990)
4. Streß als Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt, der transaktionale und kognitive Ansatz nach Lazarus & Launier (1981)
5. Umweltstressoren
6. Klassen von Stressoren
6.1. Soziale Stressoren bzw. physische Stressoren
6.2. Aktuelle Stressoren bzw. chronische Stressoren
6.3. Individuelle Stressoren bzw. kollektive Stressoren
7. Klima
7.1. Raumklima
7.2. Wetterfühligkeit
8. Hitze, Kälte
8.1. Hitze
8.2. Kälte
9. Gerüche
9.1. Aromatherapie
10. Luftverschmutzung, Schadstoffe
10.1. Kohlenmonoxid
10.2. Die Kognitive- Dissonanz Theorie – Festinger (1957)
11. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in die Umweltpsychologie mit dem Fokus auf Stressoren. Das Ziel besteht darin, theoretische Konzepte zur Entstehung von Umweltstress zu erläutern und spezifische Belastungsfaktoren wie Klima, Schadstoffe und Gerüche hinsichtlich ihrer psychologischen Wirkung zu analysieren.
- Grundlagendefinitionen von Stress und Umweltstress
- Reaktionsorientierte und transaktionale Stressmodelle
- Klassifizierung von Umweltstressoren
- Einfluss von Klima, Hitze und Kälte auf das Wohlbefinden
- Psychologische Wirkungsweise von Gerüchen und Luftschadstoffen
Auszug aus dem Buch
1. Stress: Begriffbestimmung, Umweltstress
Der Begriff „Stress“ wird sehr häufig im Alltag benutzt und ist von der modernen Welt kaum wegzudenken. Dieser Begriff ist sogar so etwas wie ein „Modebegriff“ geworden und wird in schulischen, alltäglichen und vor allem arbeitsbezogenen Kontexten sowohl im positiven als auch im negativen Sinne benutzt. Da der Begriff so vielseitig ist, erscheint es sogar notwendig, ihn erst mal zu definieren.
Das Wort „Stress" stammt aus dem Englischen und bedeutet „Druck", „Zwang“ und „Belastung“. Den Begriff hat der kanadische Wissenschaftler Selye in den 50-er Jahren der vorausgegangenen Jahrhunderts in der Medizin geprägt und damit den Anfang der wissenschaftlichen Stressforschung gegründet. (vgl. Allenspach/Brechbühler, 2005, S. 26)
Selye (1957) beschreibt Stress in seinem Handbuch „Stress beherrscht unser Leben“ als: „Die Belastungen, Anstrengungen und Ärgernisse, denen ein Lebewesen täglich durch viele Umwelteinflüsse ausgesetzt ist. Es handelt sich um Anspannungen und Anpassungszwänge, die einen aus dem persönlichen Gleichgewicht bringen können und bei denen man seelisch und körperlich unter Druck steht.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Stress: Begriffbestimmung, Umweltstress: Einführung in die Begrifflichkeit von Stress und dessen Bedeutung im wissenschaftlichen und alltäglichen Kontext.
2. General Adaptation Syndrome (GAS), der reaktionsorientierte Ansatz nach Selye (1957): Erläuterung des Modells von Selye, welches Stress als unspezifische Reaktion des Organismus auf Anforderungen definiert.
3. 3 Faktoren von Umweltstress, The Stress Process nach Green (1990): Vorstellung des Prozessmodells nach Green, das die subjektive Bewertung von Stressoren hervorhebt.
4. Streß als Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt, der transaktionale und kognitive Ansatz nach Lazarus & Launier (1981): Analyse der kognitiven Bewertung und der Bewältigungsstrategien bei der Interaktion zwischen Individuum und Umwelt.
5. Umweltstressoren: Definition von Reizen und Situationen, die Stressreaktionen auslösen, als Umweltstressoren.
6. Klassen von Stressoren: Differenzierung von Stressoren nach physischer, sozialer, aktueller oder chronischer Natur.
7. Klima: Untersuchung des Einflusses atmosphärischer Bedingungen auf Stimmung, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.
8. Hitze, Kälte: Darstellung der physiologischen und psychologischen Auswirkungen extremer Temperaturen.
9. Gerüche: Analyse der Wirkung von Umgebungsgerüchen und der Einsatzmöglichkeiten von Aromatherapie.
10. Luftverschmutzung, Schadstoffe: Erörterung der gesundheitlichen Folgen von Luftschadstoffen und der kognitiven Anpassungsmechanismen.
11. Zusammenfassung: Resümee der behandelten Stressmodelle und der Bedeutung von Bewältigungsstrategien gegenüber Umweltstressoren.
Schlüsselwörter
Umweltpsychologie, Stressoren, Umweltstress, Selye, Lazarus, transaktionales Stressmodell, Klimawandel, Hitze, Kälte, Luftverschmutzung, Schadstoffe, Gerüche, Aromatherapie, Stressbewältigung, Kognitive Dissonanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen von Umweltstress und untersucht, wie verschiedene Umweltfaktoren als Stressoren auf den Menschen wirken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen theoretische Stressmodelle, Klassen von Stressoren sowie spezifische Umweltreize wie Klima, Temperatur, Gerüche und Schadstoffe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Einordnung und Analyse von Umweltstressoren, um zu verstehen, wie äußere Bedingungen das menschliche Wohlbefinden und Verhalten beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Stressforschung, insbesondere auf die Ansätze von Selye (GAS-Modell) sowie Lazarus & Launier (transaktionaler Ansatz).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Stressbegriffe und eine detaillierte Untersuchung konkreter Belastungsfaktoren aus der physischen Umwelt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Umweltpsychologie, Stressoren, kognitive Bewertung, physische Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien.
Wie unterscheidet sich chronischer von aktuellem Stress?
Aktueller Stress entsteht durch kurzfristige Ereignisse wie den Straßenverkehr, während chronischer Stress meist durch länger andauernde Belastungen wie soziale Konflikte oder schwere Arbeitsbedingungen hervorgerufen wird.
Inwiefern beeinflusst Hitze das soziale Verhalten?
Hitze steht oft im Zusammenhang mit erhöhter Aggressivität, wobei die Forschung hier differenziert: Es wird diskutiert, ob die Temperatur allein oder Begleitumstände wie Alkoholkonsum in der Sommerzeit ursächlich für Gewaltverbrechen sind.
Was besagt die Kognitive-Dissonanz-Theorie im Kontext von Luftschadstoffen?
Sie beschreibt, dass Bewohner stark belasteter Gebiete Schadstoffbelastungen oft bewusst ignorieren oder verharmlosen, um ihr inneres Gleichgewicht (die Dissonanz zwischen Wissen und Wohnort) zu wahren.
- Arbeit zitieren
- Malgorzata Swietlik (Autor:in), 2008, Grundbegriffe der Umweltpsychologie: Stressoren (Klima, Hitze, Kälte, Gerüche, Schadstoffe), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170692