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Das Phänomen Amok - Motive und Hintergründe

Title: Das Phänomen Amok - Motive und Hintergründe

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Patana (Author)

Psychology - Social Psychology
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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die antreibenden Motive eines Amoklaufs in den meisten Fällen in dieselbe Richtung führen. Sei es bei Amokläufen Probleme in der Partnerschaft, Trennung oder Krisen im Beruf, wo sich hingegen im Bereich des School-Shootings Hintergründe wie drohender Schulausschuss, Nichtversetzung oder die Zurückweisung eines Mädchens herausstellen lassen. Jüngere Studien haben jedoch gezeigt, dass diese Gründe alleine zumeist noch nicht zu solch einer Gewalttat führen, sondern dass mehrere Risikofaktoren im Zusammenspiel vorliegen müssen.
Auch die Rolle bzw. das Verhalten der Medien wurde hinreichend diskutiert mit dem Ergebnis, dass sich die Konzentration der Medienberichterstattung weg von den Tätern und hin zu den Opfern bewegen sollte, um so eine Identifikation mit den Leittragenden zu generieren.
Grundsätzlich herrscht unter den Experten keine Einigkeit über die Verhinderbarkeit eines Amoklaufs. An dieser Stelle schließe ich mich z.B. der Meinung von Kriminologin Prof. Dr. Britta Bannenberg an, dass solche Gewalttaten mit allgemeinen Präventionsprogrammen nicht verhinderbar sind, da es sich um individuelle Motive der Täter handelt, die objektiv nur schwer aufzudecken sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hintergründe

2.1 Statistische Daten

2.2 Auslösende Motive

2.2.1 Soziales Umfeld

2.2.2 Psychische Hintergründe

3. Die Tatplanung

3.1 Leaking

4. Einfluss der Medien

5. Ansätze zur Prävention

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Amok unter Berücksichtigung psychologischer und sozialer Faktoren sowie der Rolle medialer Einflüsse. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Motive einen Amoklauf auslösen und ob diese durch präventive Maßnahmen frühzeitig erkennbar oder verhinderbar sind.

  • Definitionskriterien und Formen des Amoklaufs
  • Statistische Analyse und psychologische Hintergründe von Tätern
  • Die Bedeutung von Tatplanung und Leaking
  • Der Einfluss medialer Darstellung und Videospiele
  • Möglichkeiten und Grenzen der Prävention

Auszug aus dem Buch

3.1 Leaking

Dieser Begriff beschreibt die Situation, in der vor einem Amoklauf Informationen über eine mögliche „Katastrophe“ seitens des Täters an seine Umwelt abgegeben werden. Leaking beinhaltet verschiedenste Fantasien bis hin zu weitreichenden Planungen, alle erdenklichen Ankündigungen, welche auch nur im Entferntesten mit der bevorstehenden Tat in Zusammenhang gebracht werden können. Die Literatur unterscheidet hierbei das direkte sowie das indirekte Leaking.

Das indirekte Leaking macht sich durch auffällige Verhaltensweisen einer Person bemerkbar. In den meisten Fällen des School-Shootings lässt sich nachvollziehen, dass sich ein Großteil der Amoktäter vor ihren Gewalttaten mit Verbrechen gleichaltriger Amokläufer beschäftigten. Hierunter fallen auch verhaltensauffällige Schüler, welche ihr lautstarkes Interesse an Waffen sowie Kriegen bekunden.

Beim direkten Leaking hingegen wird die Tatankündigungen in schriftlicher oder mündlicher Form an Dritte offenbart. Diese direkte Art erfolgt meist beiläufig, so dass diesen Aussagen kaum Interesse bzw. Glaube entgegengebracht wird.

Eine weitere Möglichkeit beinhaltet das Niederschreiben oder Zeichnen von Fantasien und Gedanken. Aus Dylan Klebolds (Columbine) Tagebüchern ist beispielsweise die Resignation und Verzweiflung herauszulesen: „Ich bin der Gott der Traurigkeit. Ich werde nie aufhören nachzudenken. Wir werden unsere Rache an der Gesellschaft nehmen und dann frei sein, an einem zeitlosen, raumlosen Ort reinen Glücks zu existieren." Hier kommt es nun zu anfänglichem direktem Leaking. Dieser „Egoismus“ führt wie vorangegangene Aktionen dazu, dass die Umwelt sich weiter von der Person abwendet, was wiederum den Hass des Täters weiter schürt und seine Zweifel an einer möglichen sozialen Integration in die Gesellschaft vermehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Begriffs Amok und Festlegung von fünf Kriterien zur Abgrenzung von anderen Gewaltverbrechen, ergänzt durch eine Differenzierung verschiedener Amokformen.

2. Hintergründe: Analyse statistischer Daten zu Täterprofilen sowie Erörterung der sozialen und psychischen Motive, die hinter solchen Gewalttaten stehen können.

3. Die Tatplanung: Untersuchung der mittel- bis langfristigen Vorbereitungsphasen und des Phänomens "Leaking" als Ankündigung zukünftiger Taten.

4. Einfluss der Medien: Betrachtung der Rolle von Medienberichterstattung und Videospielen hinsichtlich des "Copycat-Phänomens" und der Förderung von Aggressionspotenzial.

5. Ansätze zur Prävention: Erläuterung von Früherkennungssystemen und Sicherheitsmaßnahmen, wobei die Schwierigkeit einer effektiven Verhinderung solcher Einzeltaten betont wird.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ursachen und die Schlussfolgerung, dass Amokläufe aufgrund individueller Täterprofile kaum durch allgemeine Präventionsprogramme verhinderbar sind.

Schlüsselwörter

Amok, School Shooting, Leaking, Gewaltprävention, Psychische Störungen, Medienberichterstattung, Videospiele, Narzissmus, Bedrohungsanalyse, Täterprofil, Aggression, Schulgewalt, Coping, Copycat-Phänomen, Threat Assessment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Amoklaufs, seinen Ursprüngen, den Hintergründen der Täter und den Möglichkeiten, solche Taten durch Prävention zu beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Definition von Amok, psychologische und soziale Risikofaktoren, die Rolle der Medien bei der Nachahmung sowie Ansätze zur Früherkennung und Bedrohungsanalyse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Motive von Amokläufern zu entwickeln und zu hinterfragen, ob und wie die Gesellschaft und Schulen präventiv gegen diese Gewalttaten vorgehen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Studien (u.a. von Adler, Hempel et al.) auswertet und theoretische Modelle zur Verbrechensentstehung auf das Phänomen Amok anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Hintergründen der Tat insbesondere die Tatplanung (Leaking), die Rolle medialer Einflüsse wie Ego-Shooter und die verschiedenen Konzepte der Prävention und Bedrohungsanalyse detailliert besprochen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Amok, School Shooting, Leaking, Prävention und mediale Einflüsse charakterisieren.

Was genau versteht der Autor unter dem Begriff "Leaking"?

Leaking bezeichnet die Vorankündigung einer geplanten Gewalttat durch den Täter. Dies kann direkt durch Äußerungen oder indirekt durch auffälliges Verhalten, wie das Interesse an Waffen oder anderen Amokläufern, geschehen.

Warum spielt das soziale Umfeld laut der Arbeit eine so wichtige Rolle?

Das soziale Umfeld ist laut der Studie bedeutsam, weil Amokläufe oft aus individuellen Krisen resultieren, in denen soziale Zurückweisung, Mobbing oder Verlust von Ehre im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren zu einer Eskalation führen.

Welche Rolle spielen Videospiele laut der Untersuchung?

Videospiele können als eine Komponente in einem Geflecht von Risikofaktoren wirken, indem sie durch Wiederholung Gedankenmuster verfestigen und das Erleben von Macht und Dominanz fördern.

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Details

Title
Das Phänomen Amok - Motive und Hintergründe
College
University of Kaiserslautern
Grade
1,3
Author
Andreas Patana (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V170745
ISBN (eBook)
9783640897292
ISBN (Book)
9783640897353
Language
German
Tags
phänomen amok motive hintergründe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Patana (Author), 2010, Das Phänomen Amok - Motive und Hintergründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170745
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