Der Mensch ist von Natur aus ein kommunikatives Wesen und benötigt leibhaftige Mitmenschen, um sich wohlzufühlen. Fehlen diese, meldet sich irgendwann sein Unbewusstes und signalisiert: Einsamkeit!
Jederzeit erreichbar zu sein, ist die Voraussetzung dafür, Karriere zu machen und Beziehungen zu pflegen. Diese Pflege geschieht aber in zunehmendem Maße auf Kosten der Vis-à-Vis-Kommunikation. Die häufigen Beschäftigungen mit digitalen Medien schaffen Distanz zur personalen Interaktion. Menschen erleben immer weniger miteinander und mit der Zeit vergrößert sich mangels Gelegenheiten die Unsicherheit im Umgang mit Anderen. Stabile und erfüllende Beziehungen aber sind wesentliche Faktoren für unser psychisches Wohlbefinden. Sie stärken unser Selbstbewusstsein und schenken Vertrauen, Sicherheit und Geborgenheit. Wir fühlen uns gesehen, verstanden und nicht selten getröstet, wenn wir traurig sind. Auch sich auf jemand anderen einzulassen, mit all seinen Facetten, verletzbar zu sein, schöne und weniger schöne Erlebnisse zu teilen, das benötigen wir Menschen und dies trägt dazu bei, dass wir gesund bleiben und Stress abbauen können. Eine KI, eine Künstliche Intelligenz, kann dafür kein wirklicher Ersatz sein, auch wenn sie noch so perfekt auf das Dialogisieren mit den Menschen programmiert ist; sie ist und bleibt nur eine Maschine.
Das vorliegende Buch soll - neben den vielfältigen Formen von existenzbedrohlichen Formen von Einsamkeit - die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft erläutern und deren Möglichkeiten der Entgegenwirkung aufzeigen.
- Arbeit zitieren
- Karin Weingartz-Perschel (Autor:in), 2026, Die einsame Gesellschaft. Allein unter Vielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708090