Franz Reder-Broili (Mellrichstadt 1854 - München 1918) war in der Kunstmetropole München in der Zeit zwischen 1880 und 1918 ein erfolgreicher Landschaftsmaler. Seine Gemälde vor allem aus dem Dachauer Moos und aus der Alpenregion wurden gerne gekauft. Auch Prinzregent Luitpold erwarb im Jahre 1900 ein Gemälde für seine Privatsammlung. Noch heute werden Reder-Broilis Gemälde immer wieder im Kunsthandel angeboten. Auch wenn Reder-Broili nicht zu den Akademie-Professoren oder gar den Künstlerfürsten der Epoche gehörte, so lohnt doch der Versuch, seine Biografie und sein Oeuvre zu rekonstruieren. Auch in Reder-Broilis Werk drückt sich der Wandel der Malstile und Kunstauffassungen aus, der sich zwischen Biedermeier, Gründerzeit, Impressionismus und Symbolismus erstreckt. So verarbeitet er in seiner Malerei Anregungen von Eduard Schleich, Ludwig Neubert und Arnold Böcklin. Auch scheint sich Reder-Broili im Laufe seines Schaffens eine durchaus eigenständige Position in Bezug auf das erarbeitet zu haben, was Stimmungslandschaft leisten soll: die Vergänglichkeit alles Menschlichen in Erinnerung zu rufen angesichts der Erhabenheit der Naturkräfte.
Zum Autor: Joachim Stark ist Soziologe, Politikwissenschaftler und Kunsthistoriker. In seiner Eigenschaft als Soziologe hat er einen großen Teil seiner Forschungen dem Werk des französischen Soziologen Raymond Aron gewidmet. Als Kunsthistoriker hat er unter anderem beim Grin-Verlag Studien über Louise Bourgeois und Christo & Jeanne-Claude veröffentlicht.
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- Joachim Stark (Author), 2026, Zwischen Gründerzeit und Symbolismus. Franz Reder-Broilis Landschaftsmalerei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708093