Doping im Sport und Maßnahmen der Bekämpfung


Hausarbeit, 2010

35 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Fragestellung

3 Zielsetzung

4 Theoretische Analysen
4.1 Der Versuch einer Dopingdefinition
4.2 Die Dopingliste – verbotene Substanzen und Methoden
4.2.1 Beschreibung verbotener Substanzen
4.2.2 Beschreibung verbotener Methoden
4.3 Die Dopingbekämpfung
4.3.1 Die Dopingkontrollen
4.3.2 Weitere Möglichkeiten der Dopingbekämpfung
4.3.3 Die Dopingfreigabe

5 Zusammenfassung

6 Beantwortung der Fragestellung

7 Ausblick

Tabellenverzeichnis

Literatur

1 Problemstellung

In der heutigen Gesellschaft, vor allem im Hochleistungssport, zählt hauptsächlich nur noch die Leistung jedes Einzelnen. Man wird an dem gemessen, was man erreicht beziehungsweise nicht erreicht hat und steht demzufolge unter einer besonderen Art des Leistungsdrucks. Es geht insbesondere darum, alle anderen Mitstreiter aus seiner Branche hinter sich zu lassen und als alleiniger Gewinner oder als Bester seines Faches zu glänzen. Alles andere als der Erste oder der Sieger zählt hierbei nicht mehr. Der Zweitbeste wird nicht als derjenige angesehen, der fast genauso gut war wie der Erste, sondern er wird als der erste Verlierer betrachtet oder gar mit Häme oder Spott belohnt.

Ein sehr gut zu veranschaulichendes Beispiel ist der Leistungssport. Hinter jedem Sportler oder jeder Mannschaft stehen ein Trainerteam, ein Verein, ein Verband und vor allem die Sponsoren. Und all diese Personen oder Instanzen haben eine besondere Erwartung, die sie an den Sportler oder die Mannschaft stellen. Sie wollen die investierten Mittel bestmöglich umgesetzt sehen. Das Trainerteam und der Verein investieren viel Zeit und Anstrengung in den Sportler und verzichten zu großen Teilen auf ihr Privat- und Familienleben. Zudem steht auch noch der organisatorische Aufwand drum herum, den es zu bewältigen gibt. Der Verband und insbesondere die Sponsoren investieren finanzielle Mittel in die Sportler, um sie zu fördern und um sie weiter nach oben zu bringen. Zudem investieren die Sponsoren auch ihren Namen in die Sportler, da sie diesen meist durch Trikot- oder Bandenwerbung unterstützen. Und bestmöglich umgesetzt sind diese Investitionen nur durch Siege der Sportler. Kein Sponsor oder Verband sieht seinen Sportler oder seine Mannschaft gerne auf dem zweiten Platz. Dies könnte gleichzeitig damit assoziiert werden, dass das Produkt oder die Dienstleistung des Sponsors nur das oder die Zweitbeste ist. So besteht dann das Problem, dass sich Sponsoren anderen und erfolgreicheren Sportlern zuwenden, bei denen sie sich besser repräsentiert sehen. In manchen Sportarten ist es auch üblich, dass sich Trainer andere Athleten suchen, mit denen sie sich mehr Erfolg versprechen. Denn auch sie sind erfolgsorientiert und haben einen Ruf zu verlieren.

All diese Gründe zwingen den Sportler dazu, sein Bestes zu geben und möglichst erfolgreich zu sein. Und erfolgreich zu sein heißt unter diesen Umständen, als Bester beziehungsweise als Sieger den Wettkampf zu beenden und den Rest hinter sich zu lassen. Dazu muss der Sportler dementsprechend die beste Leistung aller abliefern und den Sieg erringen. Dies gelingt aber nur unter den Umständen, dass sein Körper die besten sportlichen Leistungsvoraussetzungen mitbringt und den anderen überlegen ist. Was ist aber, wenn sein Körper dem der anderen Athleten sportlich unterlegen ist, obwohl er sich schon am Leistungsoptimum befindet. Oder wie sieht es aus, wenn sein Körper in kürzester Zeit eine maximale sportliche Leistung erbringen soll? Oder was macht ein Sportler, wenn von ihm ein neuer Rekord erwartet wird und er dies wahrscheinlich nicht aus seinem Körper herausholen kann?

Für die Beantwortung dieser Fragen bleiben im Grunde nur zwei Antworten übrig. Die eine ist, der Sportler sieht ein, dass er dem geforderten Leistungsniveau nicht gewachsen ist und gibt trotzdem sein Bestes, unter in Kaufnahme, dass er nicht gewinnt. Und die andere Antwortmöglichkeit auf die oben gestellten Fragen ist, dass der Sportler um seine Unterlegenheit oder seinen Nachteil weis und daher zu unerlaubten Möglichkeiten der Leistungssteigerung greift. Kurz gesagt: er dopt.

Aus dieser ausführlich beschriebenen Problemstellung lässt sich im nächsten Abschnitt eine präzise und deutlich formulierte Fragestellung ableiten.

2 Fragestellung

Der vorangegangene Abschnitt schildert deutlich, wie weitläufig das Problem des Dopings ist und welche verschiedenen Ursachen es hervorrufen können. Zudem wurde gezeigt, wie schnell sich ein Sportler im Dopingmilieu wieder finden kann. Um den Kern des Dopingphänomens noch genauer herauszustellen, soll an dieser Stelle eine genaue Fragestellung hergeleitet werden. Der Rest dieser Arbeit soll den Zweck erfüllen, auf die Beantwortung dieser prägnanten Frage im Detail hinzuarbeiten. Die Fragestellung soll gleichzeitig die Hinzuführung zum Doping und dessen Durchführung sowie Interventionsmaßnamen zur Bekämpfung einschließen. Um diese Punkte alle beantworten zu können, lautet die Fragestellung: „Auf welche Weise dopen sich Sportler und welche Maßnahmen zur Bekämpfung gibt es?“.

Im folgenden Abschnitt werden die Gründe dargelegt, mit welcher Zielsetzung diese Fragestellung ausgewählt wurde und wozu sie bedeutsam ist.

3 Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist aufzuzeigen, auf welche verschiedenen Arten und Weisen sich Sportler einen unerlaubten Leistungsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffen. Dabei soll näher auf den Begriff „Doping“ selbst eingegangen werden, damit das angewandte abweichende Verhalten der Sportler thematisch richtig eingeordnet werden kann und keine definitorischen Unklarheiten über diesen Vorgang im Raum stehen. Hierbei soll die Arbeit auch im Detail klären, was genau zum abweichenden Verhalten gezählt wird und auf welcher Grundlage dieses Anwendung findet. Auf dieses Verhaltensmuster beziehend sollen dann Wege und Strategien vorgestellt werden, die das Dopingproblem eindämmen und sofern möglich auch im besten Falle lösen können. Dazu soll sowohl ein bekanntes Kontrollsystem vorgestellt werden als auch weitere Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich bei der Dopingbekämpfung als nützlich erweisen können. Die in dieser Arbeit bearbeiteten Themen und die Beantwortung der zu Beginn aufgeworfenen Fragestellung sollen dabei helfen, das im Sport vorgelebte Fair play – Prinzip und damit auch die kulturelle und pädagogische Bedeutung aufrechtzuerhalten. Zudem soll zugleich versucht werden, die dabei entstehende Vorbildfunktion des Sports in Bezug auf die körperliche Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu erhalten. Aber auch die Chancengleichheit aller Sportler in einem Wettkampf muss zum Schutz gleicher Wettkampfbedingungen und der Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit des Sportes selbst beibehalten werden. Der Prozess des „Dopings“ darf im Sport nicht zum Alltag werden und nicht als Maßstab für die sportliche Leistung und einen sportlichen Vergleich herangezogen werden. Der Sport sollte nicht unter dem Motto laufen: „Der Ehrlich ist der Dumme“ (vgl. Arndt, Singler & Treutlein, 2004).

4 Theoretische Analysen

Die vorangestellten Abschnitte zeigen, dass es sich bei dem Dopingproblem um ein sehr komplexes Konstrukt handelt. Es gibt viele kleine Nebenschauplätze, die schlussendlich zum Doping führen. Doch nicht alleine das „Dopen“ ist das Ende dieser riesigen Kette, die sich in alle Richtungen verstrickt. Damit der Dopingprozess besser verstanden werden und die eingangs gestellte Frage adäquat beantwortet werden kann, müssen in diesem Abschnitt zunächst bestimmte Termini genau definiert beziehungsweise beschrieben und erklärt werden. Dabei soll zuerst mit einem Versuch einer Dopingdefinition begonnen werden.

4.1 Der Versuch einer Dopingdefinition

Der Begriff „Doping“ soll aus dem niederländischen Sprachgebrauch stammen, was aber nicht eindeutig bewiesen ist. Demzufolge bedeutet das niederländische Verb „doopen“ im Deutschen „tauchen“ oder „taufen“ und als Nomen wird „doop“ ins Deutsche als eine dickflüssige Mixtur übersetzt, die die Leistungsfähigkeit steigert. Durch niederländische Kolonien in Amerika wurde aus dem Begriff „doop“ der in der amerikanischen Umgangssprache gebräuchliche Begriff „doping“, welcher für eine zähe Flüssigkeit stand, die man unter Skier schmiert, um das Gleiten auf Schnee zu verbessern. Zudem wurden unter „doping“ auch ein Schmiermittel und ein Lack für Flugzeugflügel verstanden. Diese Bedeutungen haben allesamt gemein, dass sie für eine Verbesserung der Eigenschaften des Objektes stehen, auf welches sie angewandt werden (vgl. Figura, 2009).

Anderen Ansätzen zufolge stammte der Begriff „doping“ aus einem Dialekt der Kaffern, einer Völkerfamilie im südöstlichen Afrika. Das Wort „dope“ bezeichnet hier einen hochprozentigen, selbstgebrauten Schnaps, der bei religiösen Anlässen als eine Art Elixier verwendet wurde. Durch die Buren, ein Stamm aus Südafrika und Namibia, gelangte der Begriff „doping“ dann nach Europa, wo er dann erstmalig im Jahre 1889 in einem englischsprachigen Wörterbuch auftauchte und übersetzt wird als eine Mischung aus Opium und Narkotika, die bei Pferderennen eingesetzt wurde (vgl. Haug in Nickel & Rous, 2009). Hierbei ging es um die Manipulation von Pferderennen. Ziel war jedoch nicht eine Leistungssteigerung der eigenen Pferde, sondern die Leistungsminderung der konkurrierenden Pferde durch die oben genannten Mittel. Es handelte sich also um eine entgegengesetzte Art der Leistungssteigerung und wurde somit als Anti- oder Paradoping bezeichnet (vgl. Figura, 2009).

Welche der beiden Entstehungsgeschichten zu einhundert Prozent stimmt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es stimmt wohl aus jeder der Geschichten ein bestimmter Teil. Fakt ist jedoch, dass beide Beispiele zeigen, wie ungenau schon allein die Begriffsentstehung des „Dopings“ ist und wie schwierig sich der Begriff eingrenzen lässt.

Heutzutage findet der Begriff „Doping“ in vielen Lebensbereichen Anwendung, doch hauptsächlich wird er im Bereich des Sports gebraucht. Demzufolge war es von großer Bedeutung, dass eine klare Definition gefunden wird, die den Begriff „Doping“ exakt determiniert und festlegt, welche Verhaltensmuster im Sport zu unterbinden sind. Dazu gab es viele Versuche und Weiterentwicklungen, um diesen Begriff klar abzustecken. Einen ersten bedeutsamen Versuch zu einer Definition unternahm der Deutsche Sportbund im Jahre 1952, nachdem die Verbände lediglich einfache Verbote aussprachen:

„Die Einnahme eines jeden Medikaments – ob es wirksam ist oder nicht – mit der Absicht der Leistungssteigerung während des Wettkampfes ist als Doping zu bezeichnen (vgl. Nickel & Rous, 2009).“

Aber dieser Definitionsversuch zeigt auf, wie ungenau der Dopingvorgang festgehalten wird. Hier ist lediglich die Sprache von der „Einnahme eines jeden Medikaments“ und nicht genau, wie dieses Medikament zusammengesetzt ist oder woraus es besteht. So war es ein Einfaches für jeden Dopingwilligen dieses Verbot mit Hilfe der richtigen Dopingmethoden zu umgehen. Und so entwickelten sich die Dopingmethoden immer weiter, vor allem auch durch die Aufwendung von Anabolika. Um dem entgegenzuwirken entwickelte der Europarat im Jahre 1963 folgende Dopingdefinition:

„Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung im Wettkampf (vgl. Hansmeier, 2009).“

Doch auch dieser Definition fehlen die konkreten verbotenen Substanzen, also was genau mit „körperfremden“ und „physiologischen“ Substanzen gemeint ist. Zudem enthält diese Definitionsfassung auch keine Aussagen über die Dopingkontrollen und die Konsequenzen des unerlaubten Dopings. Einen großen Fortschritt brachte dann im Jahre 1967 der so genannte „Medical Code“, der vom IOC (International Olympic Committee) entwickelt wurde. Dieser Code beschreibt den Vorgang des Dopings als Ergebnis von unerlaubten Substanzen und verbotenen Methoden:

„Doping besteht aus:

1. der Verwendung von Substanzen aus den verbotenen pharmakologischen Wirkstoffgruppen und/ oder
2. der Anwendung verbotener Methoden (vgl. Nickel & Rous, 2009).“

Mit dieser Definition fand eine bedeutende Verbesserung der Dopingbekämpfung ihren Anfang, denn das IOC hatte erkannt, dass eine Definition des Dopingverbots immer verbunden sein muss mit den dazugehörigen verbotenen Substanzen. So wurden die verbotenen Substanzen und Methoden mittels einer Verbotsliste aufgeführt und festgehalten. Die Kehrseite der Medaille ist dabei aber, dass die Verbotsliste immer den neusten und innovativsten Substanzen und Methoden im Doping hinterherhinken würde. Denn solch eine Verbotsliste treibt die Dopingwilligen immer wieder dazu an, neue Wege zu erfinden, um sich den bestehenden Dopingkontrollen und deren Nachweis zu entziehen und möglichst unentdeckt zu bleiben. Dabei stellten auch die internationalen Sportverbände Verbotslisten auf, die mit der Zeit immer umfangreicher wurden (vgl. Nickel & Rous, 2009). Dies wurde auch 1999 auf der Welt – Doping – Konferenz in Lausanne nochmals untermauert, als die Definition des Dopings als enumerativ erklärt und festgelegt wurde (vgl. Hansmeier, 2009). Eine Vereinheitlichung einer Dopingdefinition brachte der World Anti – Doping Code (WADC), der im Jahre 2004 von der Welt – Anti – Doping – Agentur (WADA) beschlossen wurde und das Reglement des IOC erweitert hat. Dabei wird Doping nach Artikel 1 als „das Vorliegen eines oder mehrerer der nachfolgend in Artikel 2.1 bis Artikel 2.8 festgelegten Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen“ definiert. Bei den Verstößen gegen die Anti – Doping – Regeln aus den Artikeln 2.1 bis 2.8 handelt es sich nicht nur um die Anwendung oder einer versuchten Anwendung verbotener Substanzen und Methoden, sondern sie beziehen sich auch auf die Verfügbarkeit und den Betrugsversuch bei Dopingkontrollen. Des Weiteren untersagen die Artikel auch den Besitz von, das Handeln mit und die Weitergabe von verbotenen Substanzen. Zusammengefasst besagt die WADA – Definition, dass Doping die Verwendung von Substanzen aus verbotenen Wirkstoffgruppen und die Anwendung der dazugehörigen verbotenen Methoden ist. Um dies klar herauszustellen, werden dazu die verbotenen Wirkstoffgruppen mit einigen Beispielen aufgelistet und die verbotenen Methoden deutlich gemacht (vgl. NADA, 2009).

An dieser Stelle ist ausreichend über die Entstehungsgeschichte des Begriffs „Doping“ und dessen Definitionsversuche bis hin zu einer heute gültigen und umfassenden Endfassung einer Definition gesprochenen worden. Im nachfolgenden Abschnitt soll ein Überblick über die eben genannten verbotenen Substanzen und Methoden gegeben werden.

4.2 Die Dopingliste – verbotene Substanzen und Methoden

In diesem Abschnitt soll ein Überblick über die verbotenen Mittel und Methoden des Dopings gegeben werden. Zur Übersichtlichkeit wird hierzu die Verbotsliste der WADA aufgeführt. Zudem werden einige verbotene Mittel und Methoden etwas detaillierter beschrieben, um auf die nachhaltige Wirkung aufmerksam zu machen und um zu verdeutlichen, welche Wege ein Sportler zur unerlaubten Leistungssteigerung einschlägt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Doping im Sport und Maßnahmen der Bekämpfung
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Sportwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V170821
ISBN (eBook)
9783640898602
ISBN (Buch)
9783640898565
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doping, sport, maßnahmen, bekämpfung
Arbeit zitieren
Florian Prause (Autor:in), 2010, Doping im Sport und Maßnahmen der Bekämpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170821

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