Wilhelm II. und Bernhard von Bülow - “Kaiser versus Kanzler” oder “persönliches Regiment im guten Sinne”?


Hausarbeit, 2009
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Wer war Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow?
1.2 Methodische Vorüberlegungen - Hat Hans-Ulrich Wehler Recht?

2 Das „Persönliche Regiment” des Kaisers - Ist nur einer “Herr im Reich”?
2.1 Regieren im Deutschen Kaiserreich - Zwischen „Königsmechanismus“ und „Hohlraum an der Spitze“
2.2 Das „Persönliche Regiment“ im Wandel der Kanzlerschaften

3 Der Kanzler als Höfling - Wie lenkt man den Kaiser?

4 Das „System Bülow“ - Eine Zwischenbilanz

5 Weltpolitik bis nach Marokko - Bernhard von Bülow und der „Platz an der Sonne“

6 Abschlussbetrachtung - War Bülow an allem schuld?

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Wer war Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow?

Wer war Bernhard von Bülow? Mit Sicherheit lässt sich als Antwort auf diese Frage formulieren, dass er seit 1874 als Diplomat und Beamter für das Kaiserreich tätig war. Bülow, über den Otto von Bismarck in dessen Kindheitstagen befand, dass „der Junge ehrgeizig aussehe“1, befand sich im weiteren Verlauf seines Lebens im ständigen Aufstieg. Über den Gesandtenposten in Bukarest 1888 gelangte er 1893/94 als Botschafter nach Rom, trat anschließend 1897 den Staatssekretärposten im Auswärtigen Amt an und wurde als Nachfolger von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst am 16. Oktober 1900 von Wilhelm II. zum Reichskanzler ernannt.

Soweit und oberflächlich betrachtet, erscheint Bülow als der strebsame und brave Karrierediplomat, mit dem der Kaiser „ad majorem Germaniae gloriam [zur größeren Ehre Deutschlands]“2 hätte arbeiten können. Ähnlich stellte sich auch die zeitgenössische Retrospektive dar, die die, später pejorativ3 eingefärbte „Ära Bülow“ als „goldenes Zeitalter des Friedens“4 erinnerte. Spätestens nachdem seine umfangreichen Memoiren in Form der dickbändigen „Denkwürdigkeiten“ posthum erschienen, war er aber nur noch der „elende Scharlatan, der infame Schwindler, der Urheber alles deutschen Unglücks und der Schmierfink, der sein eigenes Nest beschmutzt“.5

Interessantere Perspektiven eröffnen sich allerdings, wenn nach der politischen Bilanz der Kanzlerschaft Bülows gefragt wird. Welche Konsequenzen hatte die von Kaiser Wilhelm am Telefon schnarrend vorgetragene Aufforderung - „Hier Kaiser Wilhelm. Hohenlohe hat mir erklärt, dass er es nicht länger machen kann und will. Kommen Sie nach Homburg“6 -, zur Übernahme des Reichskanzleramtes an Bülow für das Deutsche Kaiserreich in außen- und innenpolitischer Dimension? Wie ist sein Einfluss auf den Kaiser und dessen womöglich vorhandenes „Persönliches Regiment“ zu bewerten? Konnte Bülow die Autorität des Amtes, die während der Regierungszeit Hohenlohes offensichtlich erodierte und durch die Krone vermindert wurde, restaurieren und heben? Denn unbestreitbar stand fest, dass das geminderte Ansehen des Reichskanzleramtes in dieser Form wahrlich „a danger for his [Hohenlohe's] sucessor, and indeed for our entire future“7 darstellte.

Bei der Beantwortung dieser Fragen ist es notwendig, sich die beiden „extremen Pole“ der Bülow-Forschung vor Augen zu führen und bewusst zu machen. Die eine Seite, die von Peter Winzen und Wolfgang J. Mommsen angeführt wird, betrachtet Bernhard von Bülow als den großen Manipulator, den intellektuellen Überflieger, der „machiavellistisch“8 agierte und somit als schmeichelnder Byzantinist die höfische Form wahrte, um den Kaiser geschickt zu lenken.9 Dies befähigte ihn dazu, mit einer „Weltmachtstrategie unter der unschuldigen Fassade der ,Weltpolitik'“10 das Deutsche Reich zu führen und letztlich ungewollt in die Isolation zu treiben. Diese Position geht einher mit der Herabstufung des Kaisers zu einem sekundären Akteur, dem jegliche Möglichkeit zur Selbstherrschaft und persönlichen Regieren abgesprochen wird.

Konträr dazu formiert sich die andere Seite um John C.G. Röhl, der eine besondere Form eines persönlichen Regiments in Form des „Königsmechanismus“11 annimmt und damit Bülow zu einem „[ausführenden] Werkzeug“12 degradiert, dessen Handlungsrahmen eng determiniert war. Die autokratische Selbstherrschaft bleibt jedoch auch bei Röhl eine Fiktion. Philipp zu Eulenburg und Hertefeld leistete mit seinem „persönlichen Regiment im guten Sinne“ einem Regime Vorschub, das zwar im Großen und Ganzen eine monarchisch-autokratische Regierungsweise erlauben, letztendlich aber den Kaiser vor sich selbst beschützen und seine gröbsten „Patzer und Fehltritte“ ausmerzen sollte.13

Wie ist also die Kanzlerschaft Bülows zu bewerten? Welche Bilanz muss gezogen werden? Ist die Selbsteinschätzung Bülows korrekt, der konstatierte, dass er „nicht alles ausgeführt“ habe, was er erreichen wollte, „aber keine Ruinen hinterlassen (habe)“14 ; oder hat er sich mitschuldig gemacht an der „Auskreisung“ und dem schließlichen Untergang des deutschen Kaiserreiches?

1.2 Methodische Vorüberlegungen - Hat Hans-Ulrich Wehler Recht?

Oben wurde bereits eine erste Polarität des anvisierten Forschungsfeldes aufgezeigt. Eine andere Kontroverse, die ebenfalls in die betrachtete Thematik hineinreicht, ist von ähnlicher Natur und beschäftigt sich mit der Herrschaftsstruktur des zweiten Deutschen Reiches.

Hans-Ulrich Wehler beschreibt das Kaiserreich als einen Staat, der seine Struktur durch die soziale und politische Dominanz des preußischen Adels erhielt. Das Deutsche Kaiserreich war eine kaum verschleierte Aristokratie in Zeiten der Moderne, der Industrialisierung und des sozialen Wandels. Das autokratische Regierungssystem gab sich die Gestalt eines militärischen Despotismus, um Preußen und seine Vorherrschaft sowie die Monarchie preußischer Provenienz zu erhalten. Die zentrale Rolle fiel hierbei den Junkern zu, die als Machtbasis vor politischen und sozialen Umstürzen beschützt werden sollten, sich aber gleichzeitig als eigentliche Potentaten das gesamte Reich unterordneten und demokratische Erneuerungstendenzen unterdrückten.15

Fraglich ist, ob dieser Ansatz der „historischen Sozialwissenschaften“16 alleine eine ausreichende Erklärungskraft entfalten kann. Zudem würde der Forschungsgegenstand „Bernhard von Bülow“, insbesondere in seinem Verhältnis zu Wilhelm II., als Person und Reichskanzler, fast völlig wegbrechen. Eine personen- und politikgeschichtliche Betrachtung würde sich erübrigen, da die eigentliche politische Macht in der wirtschaftlichen Sphäre der Junker beheimatet wäre, wo sie eine Transformation zu politischem Einfluss durchmachen und anstelle der personellen Machtanteile, aber immer noch „top-down“, bestimmend für das Herrschaftssystem des Deutschen Reiches würde.17

In dieser Arbeit wird daher versucht, eine Synthese verschiedener Ansätze zur Anwendung zu bringen: Im Gegenzug kann nämlich auch kein Rückzug auf einen ausschließlich biographisch interessierten „strukturblinden Personalismus“18 erfolgen. „Männer machen nur im soziopolitisch abgesteckten Terrain ihrer Epoche Geschichte.“ Daher verfolgt der hier favorisierte Ansatz eine Verknüpfung der sozialen Strukturen mit den dazugehörigen Personen. Die bülowsche Weltpolitik kann dementsprechend nicht als alleiniges Produkt der Schaffenskraft des Reichskanzlers erklärt werden. Vielmehr bündelte sie unter seiner Federführung Strömungen und Vorstellungen einer imperialistisch und nationalistisch disponierten Gesellschaft.19 Ähnlich verhielt es sich mit der Flottenpolitik und Alfred von Tirpitz. Für eine pointierte Zusammenfassung kann Isabel V. Hull herangezogen werden, die erklärt: „For it is people who make history, but they do so neither as free-willed individuals (as liberals suggest), nor as social automata.“20

2 Das “Persönliche Regiment” des Kaisers - Ist nur einer “Herr im Reich”?

2.1 Regieren im Deutschen Kaiserreich - Zwischen „Königsmechanismus“ und „Hohlraum an der Spitze“

Der Begriff des persönlichen Regiments ist ein umstrittener Begriff. Zeitgenössisch handelte es sich mehr oder minder um einen negativ konnotierten “Kampfbegriff”, der von beiden Seiten - den Monarchisten und Konservativen sowie den vornehmlich demokratisch gesinnten Kaisergegnern - in der jeweiligen Instrumentalisierung für sich reklamiert wurde.21

Die Historisierung des Begriffes hat dem Streit über das Regiment des Kaisers eine andere Richtung gegeben. In der historischen Rückschau gilt es zu ergründen, ob es ein persönliches Regiment Wilhelms gegeben hat und, wenn ja, welche Auswirkungen damit verbunden waren. Eine Beantwortung dieser grundlegenden Frage gibt Auskunft über die Verfassungswirklichkeit des Reiches und ist zentral für eine Bewertung der Rolle Bülows, da so sein politischer Einfluss genauer kalkuliert werden kann.

In der zeitgenössischen und zeitnahen Geschichtsschreibung wurde das persönliche Regiment noch als eine absolutistische Regierungsform begriffen. Fritz Hartung sieht in Wilhelm II. einen autokratischen Monarchen, der die Richtlinien der Politik selbst setzte und die Ausführung überwachte. Letztlich war der Kaiser aber nicht an einer stringenten und kontinuierlichen Lenkung der Minister und Staatssekretäre interessiert. Es fehle der „wahre Ernst, die Ehrfurcht vor gründlicher Arbeit“ und damit sei der Kaiser keine „überragende Persönlichkeit“22 gewesen. Das Persönliche Regiment ist hier mehr Rhetorik als Institution.

Den Vorstoß in die andere Richtung erfolgte 1948 durch Erich Eyck, der Wilhelm II. einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der inneren sowie äußeren Politik zusprach sowie vor allem die Personalpolitik hervorhob, über die der Kaiser seine Ansichten zu harter Politik gerinnen lassen konnte. Die Hauptkritik gilt bei Eyck aber dem System, das „die Entscheidungen über das Schicksal eines ganzen Volkes in die Hand eines einzelnen, noch dazu völlig unfähigen Individuums legte und das die richtige Verteilung zwischen politischer und militärischer Gewalt nicht gefunden hat.“23 Eycks Ausführungen blieben jedoch unerhört und so wurde der nichtdeutsche Forschungskonsens erst durch John C.G. Röhl stetig in Richtung der Annahme eines tatsächlich existierenden persönlichen Regiments verschoben.

In seinem 1967 publizierten Buch „Germany without Bismarck“ argumentiert Röhl, dass Eulenburg und seine Mitverschwörer Bülow und die erste Zeit auch Friedrich von Holstein, der sich später aber zu einem entschiedenen Gegner des persönlichen Herrschaftsstils wandelte, an einem persönlichen Regiment gearbeitet hätten. Besonders Eulenburg war der Überzeugung, dass der Kaiser ein „perfect right“24 habe selbstständig die Stoßrichtung der Regierungspolitik vorzugeben. Spätestens 1897 sei der Kaiser „his own chancellor“25 gewesen. Bei dem etablierten System habe es sich allerdings nicht um einen Neoabsolutismus gehandelt, für den der Kaiser wesentlich mehr detailierte und konsistentere Arbeit hätte leisten müssen; vielmehr war das Deutsche Reich ein monarchisches System, in dem die politischen Entscheidungsfäden bei Wilhelm zusammenliefen. Das System und das politische Handeln befand sich somit in Abhängigkeit zum Monarchen. Röhl spricht daher auch nicht von einem persönlichen Regiment, sondern eher von der Kombination aus einem „negativen persönlichen Regiment“26, bei dem der Kaiser Einfluss über den Entzug des Vertrauens zu einem politischen Entscheidungsträger ausübte, und dem von Norbert Elias27 entdeckten und beschriebenen „Königsmechanismus“28, der die Politiker und Beamten dazu bewegte, um die Gunst des Kaisers zu werben und sich so mit seinen Ansichten zu synchronisieren, um Karriere zu machen.

Gemäßigte Gegner dieser Position finden sich in Gerd Fesser, Walther Bußmann und Geoff Eley. Walther Bussmann konstatiert: „Wilhelm II. hätte gern persönlich regiert, aber für ein ,persönliches Regiment' reichten Kraft und Können eben nicht aus.“29 Geoff Eley kommt nach der Rekapitulation von Röhls Argumenten zu dem Ergebnis, es sei „hard to see why we should be expected to take Wilhelm II seriously as a political figure. After the first few years of the reign he was woefully ill informed totally irresponsible (in the most literal of senses) in his approach to the business of governing, and temperamentally incapable of sustained application.“30 Speziell für die Regierungsperiode nach 1897 sieht Eley ein „system of personal rule“ durch die Einsetzung von Bülow als nicht gegeben an; er postuliert aber, dass Bülow sein eigenes „political regimen“ etabliert habe, das „owed very little to any coherent or directive vision on the part of Wilhelm II.“31 Einen ähnlichen Widerspruch bringt auch Fesser an, der sich gegen ein „institutionalisiertes persönliches Regiment“ des Kaisers ausspricht und dieses höchstens in improvisierter und vorübergehender Form in den Jahren der Kanzlerschaft des greisen Kanzlers Hohenlohe erkennen möchte. Als Hauptargument führt er die unkritische „Quellenhörigkeit“ Röhls an, die einen gerade im Fall Bülows nicht dazu verleiten sollte, die bekundeten Absichten mit seinen wahren Intentionen gleichzusetzen.32

Der entschiedenste Kritiker einer Geschichtsschreibung, die sich auf ein persönliches Regiment des Kaisers stützt, ist Hans-Ulrich Wehler von seiner sozialhistorisch-systemischen Warte aus. Passend zu seinem bereits oben angeführten Bild des Kaiserreiches sieht Wehler einen „Hohlraum an der Spitze der Machtpyramide“33 des Reiches, nachdem der bonarpartistisch regierende Lotse von Bord gegangen war. Hinter der „glänzenden Fassade der autoritären Monarchie (schwelte) eine permanente Staatskrise“ was dazu führte, dass sich schließlich eine „Polykratie miteinander rivalisierender Machtzentren“ etablierte. Die daraus resultierten, ständig fluktuierenden Kräftekonstellationen hatten einen „Zickzackkurs“ zur Folge, der sich vornehmlich in der Innen- und Außenpolitik des Reiches niederschlug.34 Es war also nicht Wilhelm - den er nach Hans Delbrück als „Schattenkaiser“35 bezeichnet -, der dem Deutschen Reich die politische Richtung gab, sondern eher die traditionellen Oligarchen im Verbund mit den anonymen Kräften der autoritären Polykratie.36

2.2 Das persönliche Regiment im Wandel der Kanzlerschaften

Wehlers Analyse des Kaiserreiches erscheint prima facie bedenkenswert. Abgesehen davon, dass das Adjektiv „anonym“ in Wehlers Buch eine erstaunlich häufige Erwähnung findet, stellt sich die Frage, wer denn diese anonymen Kräfte waren? Überhaupt bleibt ein fahler Beigeschmack zurück, da sich nach Ansicht Wehlers politische Macht nirgendwo im System des Deutschen Reiches wirklich manifestierte, sondern eine latente Variable blieb, die indirekt den politischen Prozess steuerte. In Bezug auf die Flottenpolitik Deutschlands stellt Wehler bezeichnenderweise fest, dass „auf die interne Planung der Experten um Tirpitz der ,Flottenverein' keinen Einfluß aus(übte). Die Entscheidungen im Arkanbereich nahm er vielmehr als vorgegeben hin[.]“37 Nach einer solchen Feststellung, nach der die Entscheidungen in puncto Flottenpolitik von einem politischen Funktionär abhingen, stellt sich dann auch die Frage, was denn im Bezug auf den politischen Arkanbereich im größeren Rahmen anders gewesen sein könnte? Aus dieser Perspektive muss man der sozialhistorischen Perspektive tatsächlich vorwerfen, sie schreibe „die Geschichte des Kaiserreiches ohne Kaiser, die des Wilhelminismus ohne Wilhelm“38 Allerdings wird sich zeigen, das gesellschaftliche Phänomene, Vorstellungen und Ideologien mitbestimmend für die Politik des Kaiserreichs waren.

Notwendig ist an dieser Stelle eine knappe Analyse des Regierungssystems, dem dann die Verfassungswirklichkeit bzgl. Entscheidungsfindung und „policy setting“ gegenübergestellt werden kann. Die Verfassung des Deutschen Kaiserreiches ging auf die preußische Verfassung von 1850 sowie des norddeutschen Bundes von 1867 zurück. Durch die Gestaltung Bismarcks entstand jedoch eine Verfassung sui generis, die als preußisch-deutscher Konstitutionalismus bezeichnet wurde. Dieser verband absolutistisch-monarchistische mit parlamentarisch-repräsentativen, demokratisch- plebiszitäre und föderative Elemente zu einer eigenartigen Mischung. Die Machtanteile waren aber eindeutig zugunsten der Monarchie verschoben. Diese Prämisse war bereits in der Präambel fixiert, in der es hieß, dass das Deutsche Reich durch „eine Revolution von oben gegründet“39 worden sei.

Der Reichskanzler wurde durch den Kaiser ernannt. Dieser konnte sich daher nicht auf parlamentarische Mehrheiten stützen, sondern musste diese nach seiner Ernennung erst selber schaffen und über die Dauer der Legislatur auch bei Laune halten. Die Reichsverfassung war also ein sehr komplexes Gebilde, das vor allem von der Reichsleitung großes Geschick im Umgang erforderte. Gerade der Reichskanzler befand sich zeitweise in einem „brutal dilemma“40, da er zwischen einem tendenziell autokratischen Kaiser und einem demokratisch-ambitioniertem Reichstag vermitteln musste.

[...]


1 Winzen, Peter: Bernhard Fürst von Bülow. Weltmachtstratege ohne Fortune. Wegbereiter der großen Katastrophe, Göttingen 2003, S.16.

2 Zit. n. Thimme, Friedrich Wilhelm Karl et al. (Hrsg.): Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches, 1871-1914, Bd.2, Berlin 1928, S.620.

3 „In der Ära Bülow wurde das Beschönigen und Vertuschen, das Bemänteln und Frisieren der Tatsachen zum System erhoben.“ Haller, Johannes: Die Ära Bülow, Stuttgart 1922, S.148.

4 Hull, Isabel V.: Bernhard von Bülow, in: Sternburg, Wilhelm von (Hrsg.): Die deutschen Kanzler. Von Bismarck bis Schmidt, Königstein im Taunus 1985, S.69-87, S.69.

5 Wolff, Theodor: Die wilhelminische Epoche. Fürst Bülow am Fenster und andere Begegnungen, Frankfurt a. M. 1989, S.14.

6 Zit. n. Fesser, Gerd: Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow. Eine Biographie, Berlin 1991, S.62.

7 Röhl, John C.G.: Germany without Bismarck. The Crisis of Government in the Second Reich 18901900, London 1967, S.268.

8 Vgl. Kurlander, Eric: Reviewed work. Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow. Weltmachtstratege ohne Fortune. Wegbereiter der großen Katastrophe von Peter Winzen, in: German Studies Review 28 (2005), S.170-171, S.170.

9 Vgl. Mommsen, Wolfgang J.: War der Kaiser an allem schuld? Wilhelm II. und die preußisch- deutschen Machteliten, München 2002, S.131f.

10 Winzen: Bülow, S.94.

11 Vgl. Röhl, John C.G.: Kaiser, Hof und Staat. Wilhelm II. Und die deutsche Politik München 1995, S.11ff.

12 Zit. n. Ebd.

13 Vgl. Hull: Isabel V.: The entourage of Kaiser Wilhelm II 1888-1918, Cambridge 1982, S.90.

14 Hull: Bernhard von Bülow, S.69.

15 Vgl. Wehler, Hans-Ulrich: Das Deutsche Kaiserreich 1871-1914, Göttingen 1973, insbes. S.228ff.

16 Vgl. Wehler, Hans-Ulrich: Historische Sozialwissenschaften und Geschichtsschreibung, Göttingen 1980, inbes. S.7-42.

17 Vgl. Hull, Isabel V.: The entourage of Kaiser Wilhelm II, S.4.

18 Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Von der Deutschen Doppelrevolution bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849-1914, 3.Bd., München 1995, S.1017.

19 Vgl. Winzen, Peter: Zur Genesis von Weltmachtkonzept und Weltpolitik, in: Röhl, John C.G.: Der Ort Kaiser Wilhelms in der deutschen Geschichte, München 1991, S.189-222, S.189.

20 Hull: The entourage of Kaiser Wilhelm II, S.4.

21 Vgl. Hull, Isabel V.: Persönliches Regiment, in: Röhl, John C.G.: Der Ort Kaiser Wilhelms in der deutschen Geschichte, München 1991, S.3-25, S.3.

22 Hartung, Fritz: Deutsche Geschichte vom Frankfurter Frieden bis zum Vertrag von Versailles 1871- 1919, 3. neu bearb. u. erw. Aufl., Bonn 1930, S.149f.

23 Vgl. Eyck, Erich: Das persönliche Regiment. Politische Geschichte des Deutschen Kaiserreiches von 1890 bis 1914, Erlenbach-Zürich 1948, S.782.

24 Röhl: Germany without Bismarck, S.127.

25 Ebd., S.278.

26 Röhl: Kaiser, Hof und Staats, S.126.

27 Elias, Norbert: Die höfische Gesellschaft. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie, Neuwied 1969.

28 Ebd., S.11.

29 Bußmann, Walther: Einleitung, in: Balfour, Michael: Der Kaiser. Wilhelm II. und seine Zeit, 3. Aufl., Berlin 1967, S.7-16, S.9.

30 Eley, Geoff: The View from the throne. The personal rule of Kaiser Wilhelm II, in: The Historical Journal 28 (1985), S.469-485, S.480.

31 Ebd., S.484f.

32 Vgl. Fesser, Gerd: Kaiser Wilhelm II und der Wilhelminismus, in: Holl, Karl (Hrsg.) et al.: Caligula. Wilhelm II und der Cäsarenwahnsinn. Antikenrezeption und wilhelminische Politik am Beispiel des „Caligula“ von Ludwig Quidde, Bremen 2001, S.117-153, S.144.

33 Wehler: Das Deutsche Kaiserreich, S.220.

34 Vgl. Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, S.1000.

35 Wehler: Das Deutsche Kaiserreich, S.70.

36 Vgl. Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, S.1004.

37 Ebd., S.1077.

38 Sombart, Nicolaus: Wilhelm II. Sündenbock und Herr der Mitte, Berlin 1996, S.15f.

39 Berghahn, Volker: Das Kaiserreich 1871-1914, in: Gebhardt. Bruno: Handbuch der deutschen Geschichte, 10. völlig neu bearb. Aufl., Bd.16, Stuttgart 2003, S.291.

40 Cole, Terry: Kaiser versus Chancellor: The Crisis of Bülow's Chancellorship 1905-6, in: Evans, Richard J.: Society and Politics in Wilhelmine Germany, London 1978, S.40-71, S.41.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Wilhelm II. und Bernhard von Bülow - “Kaiser versus Kanzler” oder “persönliches Regiment im guten Sinne”?
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Veranstaltung
Wilhelm II.
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
34
Katalognummer
V170836
ISBN (eBook)
9783640899494
ISBN (Buch)
9783640899395
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wilhelm II., Deutsches Kaiserreich, Bernhard von Bülow, Persönliches Regiment, Erster Weltkrieg, Deutsche Außenpolitik, Reichskanzler
Arbeit zitieren
M.A. Jens Hildebrandt (Autor), 2009, Wilhelm II. und Bernhard von Bülow - “Kaiser versus Kanzler” oder “persönliches Regiment im guten Sinne”?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170836

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Wilhelm II. und Bernhard von Bülow - “Kaiser versus Kanzler” oder “persönliches Regiment im guten Sinne”?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden