Diese kurze Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage,ob (und wenn ja warum) zivilreligiöse Rhetorik in der ‚Declaration of Independence’ und Barrack Obamas ‚New Hampshire Speech’ verwendet wurde und ob dabei Gemeinsamkeiten zu finden sind.
Dazu werden zunächst die Begriffe 'Rhetorik' sowie 'Zivilreligion' definiert. Anschließend werden die infrage kommenden Formulierungen aus der ‚Declaration of Independence’ sowie Obamas Rede herausgearbeitet und erläutert, bevor die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Rhetorik
2.2 Zivilreligion
3. Zivilreligiöse Formulierungen in der ‚Declaration of Independence’
4. Zivilreligiöse Formulierungen in Barack Obamas ‚New Hampshire Speech’
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
6.1 Primärquellen
6.2 Sekundärquellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob und warum in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sowie in Barack Obamas „New Hampshire Speech“ zivilreligiöse Rhetorik eingesetzt wird, um die heterogene Bevölkerung durch gemeinsame Werte zu einen.
- Definition und Funktion von Rhetorik und Zivilreligion
- Analyse zivilreligiöser Sprachmuster in der „Declaration of Independence“
- Untersuchung der rhetorischen Strategien in Barack Obamas „New Hampshire Speech“
- Die Rolle der „Founding Documents“ als Quelle für nationale Identität
- Vergleich der Integrationskraft religiös geprägter politischer Sprache
Auszug aus dem Buch
Zivilreligiöse Formulierungen in der ‚Declaration of Independence’
In der Einleitung wird deutlich gemacht, dass die anstehende Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika von außen beeinflusst und unumgänglich ist. Des Weiteren sei sie durch die besondere und gleichberechtigte Stellung des Menschen gerechtfertigt. Diese Gleichberechtigung aller Menschen ist wiederum bedingt durch „The Laws of Nature and Nature’s God“11. Bereits im allerersten Abschnitt der Unabhängigkeitserklärung wird also Gott als Schöpfer gleichberechtigter Menschen genannt, obwohl in Amerika eine ungeheure religiöse Vielfalt vorherrschte.12 Warum also die namentliche Erwähnung eines Gottes an dieser Stelle? Dank des vorausgehenden „Nature’s“ darf angenommen werden, dass Thomas Jefferson, der Verfasser der ‚Declaration’, selbst ein Anhänger des Deismus war.13 Er glaubte also vermutlich an einen allem Lebenden innewohnenden Gott, der Dingen Sinn verleiht. Da dieser deistische Gott nicht personifiziert wird wie beispielsweise Jesus bei den Christen, ist er kompatibel mit anderen Gottesvorstellungen. Jefferson wollte also vermutlich die vielen existierenden und zum Teil auch rivalisierenden Religionen Amerikas, die sich über die einzelnen Staaten der späteren USA verteilten, unter dem Sammelbegriff des „Nature’s God“ vereinen. Denn nur eine geschlossene Staatengemeinschaft war im Stande, die Unabhängigkeitserklärung gegen Widerstände durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund ist auch die in der Präambel verwendete Formulierung „that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable rights“14 zu sehen. Auch hier wird auf einen Schöpfer aller gleichberechtigten Menschen verwiesen, eine implizite Anspielung auf den Garten Eden.15 Die Gründe dürften dieselben sein wie oben bereits geschildert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Verwendung zivilreligiöser Rhetorik in den untersuchten Dokumenten und kurzer Abriss des methodischen Vorgehens.
2. Begriffsklärungen: Definition der für die Analyse zentralen Termini Rhetorik als Überzeugungsmittel und Zivilreligion als gemeinschaftsstiftendes Element einer politischen Kultur.
3. Zivilreligiöse Formulierungen in der ‚Declaration of Independence’: Analyse der religiösen Anspielungen und Gottesbezüge in der Unabhängigkeitserklärung, die als einigendes Element der heterogenen amerikanischen Gesellschaft dienen.
4. Zivilreligiöse Formulierungen in Barack Obamas ‚New Hampshire Speech’: Untersuchung der rhetorischen Anlehnungen Obamas an biblische Motive und Gründungsdokumente zur Mobilisierung der Wählerschaft.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass beide untersuchten Texte zivilreligiöse Rhetorik nutzen, um in einer diversen Gesellschaft Konsens und Identität zu erzeugen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Zivilreligion, Rhetorik, Declaration of Independence, Barack Obama, New Hampshire Speech, Deismus, amerikanische Identität, politisches Gemeinwesen, Patriotismus, Thomas Jefferson, Integration, nationale Symbole, religiöse Vielfalt, Gründungsdokumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verwendung zivilreligiöser Rhetorik als Mittel der politischen Überzeugung und gesellschaftlichen Einigung in zwei bedeutenden amerikanischen Texten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Politik und Religion, die Funktion von Mythen und Symbolen in einer Demokratie sowie die rhetorische Gestaltung politischer Identität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, warum sowohl Thomas Jefferson in der Unabhängigkeitserklärung als auch Barack Obama in seiner Rede zivilreligiöse Motive wählen, um die amerikanische Bevölkerung anzusprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Begriffe definiert und gezielt textliche Formulierungen auf ihre zivilreligiöse Bedeutung und Wirkung hin untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Unabhängigkeitserklärung und einer vergleichenden Betrachtung der Rede von Barack Obama.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zivilreligion, rhetorische Strategien, Deismus, nationale Identität und die Instrumentalisierung religiöser Sprache in der Politik.
Warum spielt der Begriff des „Nature’s God“ eine so wichtige Rolle?
Er dient als deistische, nicht-personifizierte Gottesvorstellung, die es Jefferson ermöglichte, eine religiös heterogene Gesellschaft unter einem gemeinsamen Schöpferbegriff zu vereinen.
Wie nutzt Obama biblische Anlehnungen in seiner „New Hampshire Speech“?
Obama nutzt Begriffe wie „darkness“ oder das Bild des „gelobten Landes“, um an die biblische Geschichte der Befreiung anzuknüpfen und so eine emotionale und patriotische Identifikation bei seinen Wählern zu erzeugen.
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- Patrick Hausen (Author), 2008, Zivilreligiöse Rhetorik in der 'Declaration of Independence' und Barack Obamas 'New Hampshire Speech', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170853