Die vorliegende Hausarbeit untersucht, wie digitale Bildungsplattformen wie Microsoft for Education Bildungsungleichheit im schulischen Kontext reproduzieren und verstärken. Im Zuge der Plattformisierung von Bildung werden digitale Lernumgebungen zu zentralen Infrastrukturen schulischer Organisation, die Lernprozesse, Leistungsbewertungen und soziale Interaktionen datenbasiert strukturieren. Die Arbeit stützt sich auf Bourdieus Habitus- und Kapitaltheorie, den Ansatz des digitalen Habitus, des Plattform-Kapitalismus und der Postdigitalität. Die Analyse basiert auf aktueller Literatur zur digitalen Ausstattung, Nutzung und Kompetenz in Deutschland sowie auf Forschung zu Microsoft for Education. Die Resultate weisen darauf hin, dass die Lernplattform trotz formaler Kostenfreiheit an ungleich verteilte Kapitalformen anschließt. Zugang und Nutzung setzen materielle Ressourcen, digitale Kompetenzen und selbstregulative Lernfähigkeiten voraus, die insbesondere bei benachteiligten Schüler*innen eingeschränkt vorhanden sind. Algorithmische Klassifikationen und datenbasierte Leistungsbewertung tragen zudem zur Legitimation, Stabilisierung und Verstärkung bestehender Bildungsungleichheiten bei.
- Arbeit zitieren
- Daniela Haindl (Autor:in), 2026, Ökonomisierung der Bildung im Plattform-Kapitalismus. Bildungsungleichheit und Microsoft Education, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708836