Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Miscellaneous

Soziale Ungleichheit und ihre Reproduktion bei Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann

Title: Soziale Ungleichheit und ihre Reproduktion bei Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Soziale Ungleichheit erfasst Unterschiede, die die Lebenschancen von Personen beeinflussen. In dieser Arbeit soll eine Verbindung von Bourdieus Theorie mit der sozialen Ungleichheit hergestellt werden. Hierfür werden zunächst die Kapitalarten nach Bourdieu erläutert und ein Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit hergestellt. Anschließend wird die ungleichheitsproduzierende und -reproduzierende Wirkung des Habitus betrachtet.

In den 80er und 90er Jahren war Niklas Luhmann der Sozial- und Gesellschaftstheoretiker, der in der deutschen Soziologie die größte Aufmerksamkeit erhielt. Daher wird im zweiten Teil dieser Arbeit Luhmanns Beitrag zur sozialen Ungleichheit betrachtet. Da nach Armin Nassehi bisher eine Zusammenführung der Theorie sozialer Ungleichheit und der Theorie funktionaler Differenzierung [nach Luhmann] noch keinen Erfolg brachte, soll diese Arbeit diesem Ziel ein wenig näher kommen. Diese beiden theoretischen Konzepte sind nach dem Soziologen Schwinn die wichtigsten, die die Soziologie liefern kann, um moderne Gesellschaften zu untersuchen. In dieser Arbeit beginnt das Kapitel über die sozialen Ungleichheit bei Luhmann mit relevanten Begriffsdefinitionen und erläutert im Anschluss seine Überlegungen zur sozialen Klasse und zur Schichtung. Danach wird darauf eingegangen, wie sich nach Luhmann soziale Ungleichheiten verstärken. Ebenso werden die Prozesse der Inklusion und Exklusion erklärt. Abschließend werden die Zugänge Luhmanns und Bourdieus zur sozialen Ungleichheit verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hintergrund und Überblick über diese Arbeit

2. Soziale Ungleichheit bei Pierre Bourdieu

2.1 Kulturelles Kapital, soziales Kapital, ökonomisches Kapital

2.2 Der Einfluss des Habitus auf die Klassenbildung

3. Soziale Ungleichheit bei Niklas Luhmann

3.1 Begriffsdefinitionen, soziale Klasse und Schichtung

3.2 Die Verstärkung von Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion

4. Vergleich der Zugänge von Luhmann und Bourdieu zur sozialen Ungleichheit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich das Ziel, die theoretischen Konzepte von Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann hinsichtlich der Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit zu analysieren und kritisch gegenüberzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Ungleichheit in modernen Gesellschaften verstanden werden kann und welche Rolle individuelle Kapitalressourcen beziehungsweise systemtheoretische Inklusions- und Exklusionsmechanismen dabei spielen.

  • Kapitalarten nach Bourdieu (kulturelles, soziales und ökonomisches Kapital)
  • Die prägende Rolle des Habitus für die Klassenbildung
  • Systemtheoretische Perspektive auf funktionale Differenzierung bei Luhmann
  • Inklusion und Exklusion als Mechanismen sozialer Ausgrenzung
  • Komparative Analyse der theoretischen Zugänge zur sozialen Ungleichheit

Auszug aus dem Buch

2.1 Kulturelles Kapital, soziales Kapital, ökonomisches Kapital

Nach Bourdieu existiert Ungleichheit in der sozialen Welt. Die historisch entwickelten Möglichkeiten sind ungleich verteilt. Dies ergibt sich zum einen durch das Kapital. Dieses untergliedert Bourdieu in ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital und soziales Kapital. Diese Unterscheidungsmerkmale beziehen sich auf die 70er-Jahre in Frankreich und könnten in anderen Gesellschaften anders beschaffen sein (vgl. Weiß 2004: S. 211). „Kapital ist akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter, ‚inkorporierter‘ Form.“ (Bourdieu 1983: S. 183). Der Wert von Kapital bemisst sich durch die Anerkennung, die ihm entgegengebracht wird. So unterscheidet sich die Anerkennung von verschiedenem kulturellen Kapital je nach Kultur (vgl. Weiß 2004: S. 212). Während beispielsweise das Abitur in Deutschland wertvolles kulturelles Kapital ist, ist dieses in Südafrika als kulturelles Kapital wahrscheinlich wertlos.

Da die verschiedenen Kapitalarten bei Bourdieu für die soziale Ungleichheit eine wichtige Rolle spielen, werden diese im Folgenden erläutert. Zunächst wird auf das kulturelle Kapital sowie den Zusammenhang zur Sozialstruktur näher eingegangen. Bourdieus Theorie erhebt den Anspruch, Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit, Kultur und Herrschaft zu begründen (vgl. Rössel/Beckert-Zieglschmid 2002: S. 498). Dabei dient die Kultur der Aufrechterhaltung von Klassenstrukturen (vgl. Müller 1986: S. 162). Die Klassenstruktur resultiert aus der Allokation der Kapitalsorten in der Gesellschaft und reproduziert sich durch ungleiche Chancen im Bereich der Bildung (vgl. Bourdieu/Passeron 1971) und durch den Übertrag der Kapitalsorten durch die Eltern an die Kinder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hintergrund und Überblick über diese Arbeit: Einleitung in die Thematik der sozialen Ungleichheit und Vorstellung der theoretischen Ansätze von Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann.

2. Soziale Ungleichheit bei Pierre Bourdieu: Analyse der verschiedenen Kapitalarten und des Konzepts des Habitus zur Erklärung von Klassenbildung und Bildungsungleichheit.

2.1 Kulturelles Kapital, soziales Kapital, ökonomisches Kapital: Detaillierte Betrachtung der von Bourdieu unterschiedenen Kapitalformen und ihrer Bedeutung für die soziale Positionierung.

2.2 Der Einfluss des Habitus auf die Klassenbildung: Untersuchung der Verbindung von Kapitalbesitz, Sozialisation und der daraus resultierenden klassenspezifischen Lebensführung.

3. Soziale Ungleichheit bei Niklas Luhmann: Darstellung der systemtheoretischen Sichtweise, in der soziale Ungleichheit als Ergebnis funktionaler Differenzierung verstanden wird.

3.1 Begriffsdefinitionen, soziale Klasse und Schichtung: Klärung der systemtheoretischen Kernbegriffe und Einordnung von Klasse und Schichtung innerhalb moderner Gesellschaftssysteme.

3.2 Die Verstärkung von Ungleichheiten, Inklusion und Exklusion: Erläuterung der Mechanismen, durch die Inklusion und Exklusion zur Verfestigung und Verstärkung sozialer Ungleichheit beitragen.

4. Vergleich der Zugänge von Luhmann und Bourdieu zur sozialen Ungleichheit: Synthese und Gegenüberstellung der beiden Theorien zur Erarbeitung von Gemeinsamkeiten und Differenzen in Forschungsperspektive und gesellschaftlicher Relevanz.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Niklas Luhmann, Kulturelles Kapital, Sozialkapital, Ökonomisches Kapital, Habitus, Klassentheorie, Funktional differenzierte Gesellschaft, Inklusion, Exklusion, Bildung, Sozialisation, Systemtheorie, Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Ungleichheit durch die soziologischen Linsen von Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann und vergleicht deren unterschiedliche theoretische Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit umfasst Themen wie Kapitalsorten, den Habitus-Begriff, funktionale Differenzierung sowie die Mechanismen von Inklusion und Exklusion in der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist ein theoretischer Vergleich, um aufzuzeigen, wie beide Soziologen soziale Ungleichheit definieren, erklären und welche Lösungsansätze sie – explizit oder implizit – anbieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse und einen systematischen Vergleich soziologischer Begriffsmodelle anhand der entsprechenden Primär- und Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Ausarbeitung zu Bourdieus Kapital- und Habitus-Theorien sowie eine Analyse der systemtheoretischen Perspektive Luhmanns auf Gesellschaftssysteme und Differenzierungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Habitus, funktionale Differenzierung, Inklusion und Exklusion.

Wie unterscheidet sich laut Arbeit das Verständnis von Klassen bei Bourdieu und Luhmann?

Während bei Bourdieu soziale Klassen durch die Reproduktion und Aneignung von Kapitalressourcen entstehen, betrachtet Luhmann Klassen eher als eine Form der gesellschaftlichen Selbstbeschreibung, die auf wechselseitiger Abhängigkeit basiert.

Was versteht man unter dem in der Arbeit beschriebenen Dominoeffekt bei der Exklusion?

Der Dominoeffekt beschreibt, dass die Exklusion aus einem Funktionssystem die Teilhabemöglichkeiten in anderen Teilsystemen massiv erschwert oder unmöglich macht, was zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Randständigkeit einer Person führen kann.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Soziale Ungleichheit und ihre Reproduktion bei Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann
College
LMU Munich  (Soziologie)
Course
Seminar: Der Preis der sozialen Ungleichheit
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V1708885
ISBN (PDF)
9783389184158
ISBN (Book)
9783389184165
Language
German
Tags
Soziale Ungleichheit Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2013, Soziale Ungleichheit und ihre Reproduktion bei Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708885
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint