Die MediCare Klinikum GmbH ist ein regionales Akutkrankenhaus in Nordrhein-Westfalen mit 780 Betten und 2.450 Mitarbeitenden. Die Belegschaft verteilt sich auf fünf Bereiche, wobei die Pflege mit 1.100 Mitarbeitenden den größten Anteil stellt gefolgt von Innere Medizin (420), Chirurgie/OP (360), Technik & Service (350) sowie Verwaltung (220). Wie viele Krankenhäuser in Deutschland sieht sich auch das Klinikum mit erheblichen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Durch den Fachkräftemangel im Pflege- und OP-Bereich, sowie die zunehmende Arbeitsverdichtung, hohe psychische Belastung durch Verantwortung und emotionale Beanspruchung sowie Belastungen durch Digitalisierung (Einführung elektronischer Patientenakte).
Inhaltsverzeichnis
1 ZUSAMMENFASSUNG ANALYSE ALS FAZIT
1.1 Analyse und Interpretation der Kennzahlen HR und Sicherheit
1.2 Ergebnisse: Mitarbeiterbefragung und Gefährdungsbeurteilung
1.3 Gesamtfazit
2 ABLEITUNG VON STRATEGISCHEN BGM-ZIELEN
2.1 Reduktion Psychische Belastung & Krankenstand in der Pflege
2.2 Verbesserung der Arbeitssicherheit und Reduktion der Unfallquote
2.3 Förderung altersgerechter Arbeitsbedingungen
2.4 Begründung der Priorisierung
3 ERSTELLUNG EINER INTERVENTIONSPLANUNG ZUR VORLAGE BEI DER GESCHÄFTSLEITUNG
3.1 Initiale Interventionsmaßnahmen
3.1.1 Interventionsmaßnahme 1: Programm „Resiliente Pflege und gesundheitsorientierte Führung“
3.1.2 Interventionsmaßnahme 2: Programm „Ergonomische Arbeitsgestaltung und Unfallprävention“
3.2 Projekt- und Ressourcenplanung
3.2.1 Kostenpositionen
4 DISKUSSION UND PROBLEME DER EVALUATION
4.1 Möglichkeiten der Evaluation
4.2 Probleme und Herausforderungen der Evaluation
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein systematisches Interventionskonzept für die MediCare Klinikum GmbH, um auf Basis einer detaillierten Analyse der aktuellen Gesundheits- und Risikokennzahlen (insb. hoher Krankenstand und Unfallzahlen im Pflegebereich) die Arbeitsfähigkeit und psychische Gesundheit der Belegschaft zu stärken sowie strukturelle Verbesserungen zu implementieren.
- Analyse der HR-Kennzahlen und Gefährdungsbeurteilung
- Ableitung und Priorisierung strategischer BGM-Ziele
- Konzeption von Maßnahmen für resiliente Pflege und Führung
- Entwicklung von Programmen zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung
- Methodische Planung der Evaluation und Ressourcensteuerung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Interventionsmaßnahme 1: Programm „Resiliente Pflege und gesundheitsorientierte Führung“
Die Primäre Zielgruppe ist die geplante Maßnahmen stellt das Pflegepersonal mit insgesamt 1.100 Mitarbeitenden dar. Die sekundäre Zielgruppe bilden die Führungskräfte im Pflegebereich, da die Analyse gezeigt hat, dass die wahrgenommene Führungsunterstützung mit 2,1 besonders niedrig ist. Daraus lässt sich ein deutlicher Handlungsbedarf im Bereich Führungsverhalten und Unterstützungsstrukturen ableiten. Da Führungskräfte maßgeblich Einfluss auf Arbeitsklima, Motivation und Mitarbeiterbindung nehmen, kommt ihnen im Veränderungsprozess eine zentrale Rolle zu. Die Maßnahme verfolgt das Ziel, psychische Belastungen zu reduzieren, die Arbeitszufriedenheit zu steigern und den Krankenstand nachhaltig zu senken. Gleichzeitig soll die gesundheitsorientierte Führungskompetenz gestärkt werden. Langfristig wird eine Senkung des Krankenstandes sowie eine Verbesserung der wahrgenommenen Führungsunterstützung angestrebt.
Auf der Verhaltensebene werden resilienzfördernde Maßnahmen implementiert. Dazu zählen Resilienztrainings zur Förderung individueller Stressbewältigungskompetenzen, Schulungen zu Zeit- und Selbstmanagement, Workshops zur Emotionsregulation im Patientenkontakt sowie Supervisionsangebote zur Reflexion belastender Arbeitssituationen. Diese Interventionen orientieren sich am Job-Demands-Resources-Modell (JD-R-Modell). Dieses Modell beschreibt, dass hohe Arbeitsanforderungen (z. B. Zeitdruck, emotionale Beanspruchung) dann besonders belastend wirken, wenn ihnen nicht ausreichend Ressourcen gegenüberstehen (Bakker & Demerouti, 2017). Durch die Stärkung persönlicher Ressourcen können negative Effekte hoher Anforderungen abgepuffert werden. Da die Analyse deutliche strukturelle Belastungsfaktoren identifiziert (Schichtarbeit, Personalmangel, hohe Verantwortung), werden parallel verhältnispräventive Maßnahmen umgesetzt. Hierzu gehört die Optimierung der Dienstplangestaltung mit dem Ziel, kurzfristige Planänderungen zu reduzieren, der Aufbau eines Entlastungspools bei Personalausfällen sowie die Einführung regelmäßiger Teamreflexionsgespräche zur kollektiven Belastungsverarbeitung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZUSAMMENFASSUNG ANALYSE ALS FAZIT: Das Kapitel liefert eine detaillierte Auswertung der betrieblichen Kennzahlen, des Krankenstands und der Mitarbeiterbefragung, um den Gesundheitszustand des Unternehmens zu identifizieren.
2 ABLEITUNG VON STRATEGISCHEN BGM-ZIELEN: Es werden auf Basis der Analyseergebnisse konkrete strategische BGM-Ziele formuliert und nach ihrer Dringlichkeit und Relevanz priorisiert.
3 ERSTELLUNG EINER INTERVENTIONSPLANUNG ZUR VORLAGE BEI DER GESCHÄFTSLEITUNG: Dieses Kapitel beschreibt zwei konkrete Interventionsprogramme mit Fokus auf Personalresilienz, Führungskompetenz und Ergonomie sowie die dazugehörige Ressourcenplanung.
4 DISKUSSION UND PROBLEME DER EVALUATION: Hier werden die methodischen Ansätze zur Erfolgsmessung sowie die Herausforderungen wie Attributionseffekte oder externe Störfaktoren bei der Evaluation von BGM-Maßnahmen diskutiert.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Krankenstand, Pflegebereich, Psychische Belastung, Unfallprävention, Führungskompetenz, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsfähigkeit, Work Ability Index, Interventionsplanung, Ergonomie, Resilienz, Evaluation, Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Planung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitssituation und Leistungsfähigkeit bei der MediCare Klinikum GmbH.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Dokumentation?
Zentrale Themen sind die psychische Gesundheit und Belastungsverarbeitung, physische Ergonomie am Arbeitsplatz, Führungskräfteentwicklung sowie die systematische Projektplanung und Evaluation von Gesundheitsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel des Konzepts?
Das primäre Ziel ist die Reduktion des Krankenstandes und der körperlichen Belastungen im Pflegebereich durch eine Kombination aus verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine evidenzbasierte Datenanalyse der HR-Kennzahlen sowie etablierte wissenschaftliche Modelle wie das Job-Demands-Resources-Modell und das Belastungs-Beanspruchungs-Modell nach Rohmert & Rutenfranz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die Ableitung priorisierter strategischer Ziele als auch die konkrete Planung von Interventionsprogrammen, inklusive Zeitplänen, Kostenpositionen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Betriebliches Gesundheitsmanagement, Krankenstandsanalyse, Pflegebelastung, Resilienzförderung und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung definiert.
Warum spielt die Personalstruktur des Klinikums bei den Zielen eine Rolle?
Insbesondere der Pflegebereich zeigt hohe Belastungswerte, während in der Verwaltung ein demografischer Herausforderungsfaktor durch ein höheres Durchschnittsalter identifiziert wurde, was spezifische präventive Anpassungen erfordert.
Welche Rolle nehmen Führungskräfte in dem vorgeschlagenen Konzept ein?
Führungskräfte agieren als zentrale Multiplikatoren, deren gesundheitsorientierte Führungskompetenzen gestärkt werden sollen, um Arbeitsklima und Unterstützung am Arbeitsplatz direkt zu verbessern.
Warum ist die Evaluation für den Erfolg der Maßnahmen entscheidend?
Ohne eine systematische Evaluation durch Kennzahlen und Mitarbeiterfeedback ist eine fundierte Überprüfung der Wirksamkeit der getätigten Investitionen und eine bedarfsgerechte Anpassung der Maßnahmen nicht möglich.
- Quote paper
- Carmen Laupp (Author), 2026, Erstellung eines Interventionskonzepts für die MediCare Klinikum GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1708918