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Ambivalenz und Funktion des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen 'Der goldene Topf'

Title: Ambivalenz und Funktion des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen 'Der goldene Topf'

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Ein besonderes Merkmal Hoffmanscher Texte ist deren auffällige Konstruktion. Die Ambivalenz gilt als dominierendes textstrukturierendes Verfahren bei E. T. A. Hoffmann und eröffnet dem Leser verschiedene Möglichkeiten der Rezeption und der Textdeutung. Sehr augenfällig ist das Prinzip der Ambivalenz als textstrukturierendes Verfahren auch in Hoffmanns Märchen „Der goldene Topf“ aus dem Sammelband „Fantasiestücke in Callot’s Manier“. Das Märchen konstituiert zwei Welten, die nicht getrennt nebeneinander existieren, sondern ineinander übergehen. Damit einher geht die mehrfache Interpretationsmöglichkeit sowohl für die Figuren der erzählten Welt in Bezug auf ihre Erlebnisse innerhalb dieser Welt, als auch für den Leser, für den mehrere Deutungsmöglichkeiten bestehen.
Zusätzlich zur Ambivalenz des Märcheninhaltes schafft der Erzählvorgang selbst Mehrdeutigkeit. Das geschieht einerseits durch den Wechsel der verschiedenen Erzählsituationen und andererseits durch die Reflexivität des Erzählens. Die folgende Analyse beschreibt die Rolle des Erzählers in Hoffmanns Märchen „Der goldene Topf“ im Hinblick auf die Ambivalenz und die Reflexivität des Textes. Eine besondere Stellung nimmt das reflexive Erzählen ein, dass im Abschluss im Kontext der Romantischen Ironie erläutert werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Funktion des Erzählers

2.1 Die Perspektive

2.2. Der auktoriale Erzähler

2.3. Der personale Erzähler

2.4. Reflexivität des Erzählens und romantische Ironie

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen „Der goldene Topf“ unter besonderer Berücksichtigung der Ambivalenz und der Reflexivität des Textes. Ziel ist es, die verschiedenen Erzählsituationen exemplarisch zu analysieren und deren Funktionsweise bei der Etablierung von Mehrdeutigkeit und der Einbindung des Lesers aufzuzeigen.

  • Analyse der narrativen Struktur und der Erzählsituationen nach Stanzel
  • Untersuchung des Zusammenwirkens von bürgerlicher Alltagswelt und wunderbarer Welt
  • Reflexion über die Rolle der romantischen Ironie und deren Einfluss auf den Erzählvorgang
  • Betrachtung der interaktiven Funktion des Erzählers und der Einbeziehung des Lesers als „mitschöpferische“ Instanz
  • Erkenntnisgewinn über die Ambivalenz als zentrales, textstrukturierendes Verfahren Hoffmanns

Auszug aus dem Buch

Die auktoriale Erzählsituation

Die Kunst des vielfach die Perspektiven wechselnden Erzählens ist ein Charakteristikum in E.T.A. Hoffmans Märchen „Der golden Topf“. Dieser Multiperspektivismus sorgt für ein „virtuoses Spiel mit Ambivalenzen und Illusionsdurchbrechungen“. Auf diese Art und Weise wird die Geschichte des tollpatschigen Studenten Anselmus erzählt, der schön gewachsen ist, aber in armseligen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt. Zudem besitzt Anselmus zwei Gaben. Die eine Gabe ist, im entscheidenden Moment immer das Falsche zu tun. Die andere ist, Wunderbares zu erleben.

Hier wird die erste Gabe des Studenten Anselmus beschrieben, und die zweite wird zumindest angedeutet. Der Leser wird in die Geschichte des Studenten Anselmus mittels eines auktorialen Erzählers eingeführt, der zu Beginn die Tollpatschigkeit des Helden der Geschichte beschreibt. Die Eingangspassage gestaltet sich zunächst mehr als ein Erzählerbericht als eine Szene, was ein typisches Merkmal der auktorialen Erzählsituation ist. Die Eingangspassage konstituiert die straffe Rekapitulation des Geschehnisablaufes um das Missgeschick des Studenten Anselmus. Die berichtende Erzählweise lässt deutlich die Mittelbarkeit des erzählten Geschehens und die Vermittlungsfunktion des Erzählers hervortreten. Hier gewinnt der Leser den Eindruck, dass eine außenstehende Person über die Geschehnisse berichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das zentrale Prinzip der Ambivalenz in Hoffmanns Werk ein und definiert die methodische Grundlage der Untersuchung unter Rückgriff auf die Erzähltheorie.

2. Die Funktion des Erzählers: Dieses Hauptkapitel analysiert das Wechselspiel zwischen verschiedenen Erzählsituationen und deren Einfluss auf die Leserwahrnehmung im Kontext des Märchens.

2.1 Die Perspektive: Das Unterkapitel erörtert das theoretische Fundament der Erzählperspektive und die grundlegende Konstruktion des „Wirklichkeitsmärchens“ durch den Erzähler.

2.2. Der auktoriale Erzähler: Hier wird anhand von Textbeispielen die berichtende Funktion des Erzählers untersucht, die den Leser durch Interventionen aus der Fiktion herauslöst.

2.3. Der personale Erzähler: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie der personale Erzähler durch die Figurenperspektive und erlebte Rede eine Unmittelbarkeit erzeugt, die den Leser direkt mit Anselmus' Welterfahrung verbindet.

2.4. Reflexivität des Erzählens und romantische Ironie: Das Kapitel widmet sich der Selbstthematisierung des Schreibprozesses und der Zerstörung der Illusion als konstitutives Element der romantischen Ironie.

3. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie das Zusammenspiel der Erzählsituationen den Leser als integralen Bestandteil des dichterischen Schaffensprozesses definiert.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der goldene Topf, Ambivalenz, Erzählsituationen, Auktorialer Erzähler, Personaler Erzähler, Romantische Ironie, Multiperspektivismus, Reflexivität, Student Anselmus, Narratologie, Märchenanalyse, Leserlenkung, Fiktion, Wirklichkeitsmärchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die erzählerische Gestaltung von E.T.A. Hoffmanns Märchen „Der goldene Topf“ und analysiert, wie durch verschiedene Erzähltechniken eine spezifische Ambivalenz erzeugt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Ambivalenz, die Rolle der Erzählsituationen nach Franz K. Stanzel sowie die Anwendung der romantischen Ironie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise des Erzählers bei der Etablierung von Mehrdeutigkeit aufzuzeigen und zu erklären, wie diese Struktur den Leser zur aktiven Mitgestaltung des Textes zwingt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär auf narratologischen Modellen, insbesondere der Theorie des Erzählens, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des auktorialen und personalen Erzählens sowie die Betrachtung der Reflexivität und der romantischen Ironie als Meta-Ebenen des Erzählens.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Multiperspektivismus, Illusionsdurchbrechung, Ambivalenz, Erzählvermittlung und die Einbeziehung des Lesers.

Warum spielt die Figur des Studenten Anselmus eine so wichtige Rolle für die Analyse?

Anselmus fungiert als „Mittelwesen“ zwischen der bürgerlichen Welt und der phantastischen Sphäre; seine Wahrnehmung dient als zentraler Ankerpunkt für die Analyse der verschiedenen Erzählsituationen.

Wie trägt die „romantische Ironie“ zum Verständnis des Märchens bei?

Sie ermöglicht es dem Autor, den Schreibvorgang selbst zum Gegenstand des Erzählens zu machen, wodurch der Leser die Fiktionalität der Geschichte erkennt und das Märchen als konstruierten Schaffensprozess wahrnimmt.

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Details

Title
Ambivalenz und Funktion des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen 'Der goldene Topf'
College
http://www.uni-jena.de/  (Germanistik)
Course
HS: E. T. A. Hoffmann
Grade
1,3
Author
Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V17092
ISBN (eBook)
9783638217491
ISBN (Book)
9783638644938
Language
German
Tags
Ambivalenz Funktion Erzählers Hoffmanns Märchen Topf Hoffmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Author), 2003, Ambivalenz und Funktion des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen 'Der goldene Topf', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17092
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