Montesquieu: „Vom Geist der Gesetze“ ‒ Analyse und Interpretation


Referat / Aufsatz (Schule), 2009
3 Seiten

Leseprobe

Montesquieu

„Vom Geist der Gesetze“

Analyse und Interpretation von Tim Blume

Das Dokument „Vom Geist der Gesetze“ (französisch: „De l’esprit des loix“) wurde 1748 vom französischen Schriftsteller und Staatsphilosophen Montesquieu (1689-1755) ver- fasst. Das Dokument behandelt die Freiheit der Menschen in verschiedenen Regierungs- systemen, sowie Möglichkeiten welche einen Gewaltenmissbrauch in den Regierungs- systemen verhindern können. Der Artikel wurde 41 Jahre vor Beginn der französischen Revolution verfasst, in einem Zeitalter des Absolutismus. In dieser Zeit herrschte der König (Ludwig XV.), welcher über dem Gesetz stand und uneingeschränkte Macht besaß. Das Hauptwerk Montesquieus wurde überregional veröffentlicht und richtet sich an die breite Masse.

Nach Aussage Montesquieus finde sich eine politische Freiheit nur in gemäßigten Staa- ten, nicht jedoch in Staaten die von einer Demokratie oder Monarchie regiert werden. Weiterhin sei diese Freiheit auch nur vorhanden, sofern es keinen Gewaltenmissbrauch gibt. Montesquieu sind Menschen stets dazu geneigt, die Gewalt die sie besitzen zu miss- brauchen. Weiterhin ist Montesquieu der Meinung, dass sich die drei Gewalten - Legisla- tive, Exekutive und Judikative - gegenseitig überwachen, bzwǤ „im Zaum“ (ZǤ 27) halten müssen. Die einzelnen Gewalten habe der herrschende Obere ausgeführt; es sei jedoch wichtig, dass nicht ein und dieselbe Person Gewalt über mehrere Gewalten habe, das heißt die Gewalten müssten getrennt voneinander arbeiten, da ansonsten keine Freiheit mehr vorhanden wäre und Willkür herrschte.

Das Volk solle die gesetzgebende Macht besitzen, dies sei jedoch sowohl in großen als auch kleinen Staaten nicht praktikabel. Deswegen müsse das Volk all jene Dinge die es nicht selbst verrichten kann durch einen Vertreter verrichten lassen, denn diese seien fähig, über verschiedene Angelegenheiten zu verhandeln. Das Volk hingegen sei nicht geneigt zu verhandeln, diese Tatsache sei ein Grundübel der Demokratie.

Montesquieu scheint eine Demokratie ungeeignet, da das Volk in dieser nur scheinbar tun könne was es will. Seiner Aussage nach habe man die Macht des Volkes mit der Freiheit ebendiesen verwechselt, das heißt das Volk ist zwar weitestgehend frei, hat jedoch keine Macht über die gesetzgebende Gewalt. Dementsprechend müsse es Vertreter geben, welche im Interesse des Volkes handeln.

Eine Demokratie ist im wörtlichen Sinne jedoch eine Herrschaft des Volkes und keine Herrschaft der Volksvertreter, das heißt man kann Montesquieu in seinen Ausführungen soweit zustimmen. Ein ganzes Volk kann nicht mit einigen wenigen Personen verhan- deln. Um eine ordentliche Verhandlung zu führen, sind tatsächlich Vertreter notwendig. Doch sobald Vertreter ins Spiel kommen ist die Macht und die Herrschaft des Volkes eingeschränkt, da die Vertreter auch ihre eigenen Interessen vertreten und nicht unbe- dingt die des ganzen Volkes.

Vielmehr sieht es so aus, als wolle Montesquieu den Absolutismus weiterhin aufrecht erhalten, ihn jedoch verändern und einer Demokratie sehr ähnlich machen. Die drei Ge- walten sollten aufgeteilt werden, so dass keine Gewalt eine andere beeinträchtigen kein was zur Folge gehabt hätte, dass es keine Freiheit gegeben hätte. Auch der Obere habe eine Aufgabe, er solle zum Beispiel Frieden schließen oder Gesetzte verändern, heraus- geben und abschaffen.

Dieses System der gegenseitigen Gewaltenkontrolle ist vergleichbar mit dem 1787, also 39 Jahre später, in die Verfassung der USA aufgenommenem System der „Checks and Balances“Ǥ Dadurch, dass gesichert ist, dass alle drei Gewalten gleichviel Macht besitzen und keine an mehr Macht gelangen kann, kann ein Missbrauch verhindert werden. Die Gewalten halten einander - wie Montesquieu sagt - in Zaum. Der Verfasser scheint demnach den Machtmissbrauch in Frankreich zu kritisieren, dies tut er aber nicht auf direkte Art, sondern vielmehr in einer Art Vergleich: Nicht nur der Herrscher, sondern auch jeder andere Mensch sei geneigt die Macht, die ihm zuteilwird, zu missbrauchen. Der Herrscher dürfe nicht mehr unabhängig vom Gesetz handeln und nicht mehr über alle Angelegenheiten entscheiden dürfen: Die Gewalten müssten gleichmäßig aufgeteilt werden.

Es ist bemerkenswert, dass das von Montesquieu genannte System der gleichmäßigen Gewaltenteilung beinahe 40 Jahre später Einzug in die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika fand. Diesen Einzug kann man ebenfalls als Beispiel dafür sehen, dass seine Wunschvorstellung nicht vollkommen abwegig und undurchführbar ist, sondern sich vielmehr sogar als sehr nützlich erweist. Im Vergleich zum Auszug der Encyclopédie von D’Alambert und Diderot, welcher ca. in den 60er-Jahren des 18. Jahrhunderts veröf- fentlicht wurde, stellt man zudem fest, dass der Wunsch nach einer Veränderung hin zur Revolution bereits ca. zehn Jahre vorher schon bestand. Daraus kann man schließen, dass einige Menschen mit den vorherrschenden Zuständen in Frankreich, welche sich über die Jahre auch noch verschlechterten, unzufrieden waren. Man kann davon ausge- hen, dass diese Absolutismus-kritischen Artikel dazu führten, dass Volk dazu zu veran- lassen, etwas gegen die Belastungen ihrer selbst und die Entlastung des Adels und der Kirche zu tun und somit auch einen Schritt hin zur Revolution in Frankreich darstellten.

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Details

Titel
Montesquieu: „Vom Geist der Gesetze“ ‒ Analyse und Interpretation
Autor
Jahr
2009
Seiten
3
Katalognummer
V170954
ISBN (eBook)
9783640899746
Dateigröße
942 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
montesquieu, geist, gesetze“, analyse, interpretation
Arbeit zitieren
Tim Blume (Autor), 2009, Montesquieu: „Vom Geist der Gesetze“ ‒ Analyse und Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170954

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