Die Veränderungen im Gesundheitswesen durch laufende Reformen und Restrukturierungen sind vielfältig. Schon seit Jahren sind demografische Tendenzen wie die älter werdende Bevölkerung, Zunahme chronischer Krankheiten, veränderte Familienstrukturen und ein
Wertewandel in der Gesellschaft bekannt. Die Aufgaben der Pflege werden in diesem Zusammenhang immer komplexer, während die finanziellen Mittel und Ressourcen knapper werden.
Es zeigte sich, dass mit herkömmlichen Ausbildungs- und Organisationsstrukturen den ehemaligen und zukünftigen Herausforderungen nur zum Teil entsprochen werden konnte. Neuartige Problemstellungen verlangten nach anderen Werten, Methoden und
Instrumenten.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, hat die Schweizer Bildungslandschaft in der Pflege 1983 begonnen, pflegespezifische Fachausbildungen in der Pflege zu etablieren, um somit der Pflegepraxis neues Wissen und Können zugänglich zu machen.
Zum jetzigen Zeitpunkt stellen sehr unterschiedliche Fachausbildungen einen festen Bestandteil der Schweizer Pflegebildungslandschaft dar. Pflegende mit einer abgeschlossenen
Fachausbildung gelten als die Spezialistinnen für klinische Pflege. Ungeachtet dieser fachlichen Anerkennung bedeutet die Rollenfindung im jeweiligen Praxisfeld für die meisten Absolventinnen solcher Weiterbildungen eine große Herausforderung. Ständig wechselnde
Bedingungen des Gesundheitswesens und institutionellen Gegebenheiten bei der Rollenanpassung müssen in deren Berufsbild mit einbezogen werden.
Diese Literaturarbeit stellt die Entwicklung der Pflegeexpertinnen in der Schweiz vor. Ziel der Arbeit ist es darzustellen, wie sich das Berufsprofil Pflegeexpertin entsprechend der pflegefachlichen Herausforderungen unter veränderten politischen Strukturen im
Gesundheitswesen entwickelt hat. Ein Bezug der Tätigkeit von Pflegeexpertinnen in Deutschland wird hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodenwahl
3. Entstehungsgeschichte der Pflegeexpertin in der Schweiz
3.1. Etablierung der Höheren Fachausbildung in Pflege (HöFa II)
3.2. Aufgaben und Tätigkeitsfelder der HöFa II
3.3. Die Etablierung der Pflegewissenschaft in der Schweiz
4. Zukunftsperspektiven von Pflegeexperten in der Schweiz
4.1. Advanced Nursing Practice als neues Berufsprofil
4.2. Ansatzpunkte von Advanced Nursing Practice in Deutschland
5. Ergebnis
6. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die berufliche Entwicklung der Pflegeexpertin in der Schweiz im Kontext pflegefachlicher und gesundheitspolitischer Herausforderungen sowie deren Übertragbarkeit auf die Situation in Deutschland.
- Historische Entwicklung der Pflegeexpertise in der Schweiz (HöFa II)
- Etablierung der Pflegewissenschaft als Basis für moderne Pflege
- Advanced Nursing Practice (ANP) als zukunftsweisendes Berufsprofil
- Vergleich der Entwicklungsstufen zwischen der Schweiz und Deutschland
- Strategien zur Professionalisierung und Akademisierung der Pflege
Auszug aus dem Buch
Advanced Nursing Practice als neues Berufsprofil
Zukünftige Pflegeexpertinnen in der Schweiz werden, nach Auflösung der Ausbildung HöFa II, zunehmend ausgebildet sein für die Funktion als Advanced Practice Nurse. Die ANP-Praxis unterscheidet sich deutlich von der herkömmlichen Pflegepraxis und der HöFa II, welche generalistisch ausgerichtet war und stark das individuelle Krankheitserleben fokussierte (PES 2009).
Die ANP-Ausrichtung der Schweiz orientiert sich sehr an Hamrics Definition für ANP aus dem Jahr 2005 (Spirig 2008). Diese lautet: „Advanced practice nursing is the applicatition of an expanded range of practical, theoretical, and researched-based competencies to phenomena experienced by patients within a specialized clinical area of the larger discipline of nursing“ (Hamric, Spross & Hanson 2005).
Das ANP-Modell von Hamric beschreibt ausführlich die Kernkompetenzen, Zentralkompetenzen und Primärkriterien für die ANP-Praxis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und den steigenden Versorgungsdruck als Motor für die pflegerische Spezialisierung in der Schweiz.
2. Methodenwahl: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen mittels systematischer Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken und Archiven im Zeitraum von 1990 bis 2009.
3. Entstehungsgeschichte der Pflegeexpertin in der Schweiz: Es wird die historische Entwicklung von der HöFa I bis zur Etablierung der Pflegewissenschaft und der HöFa II als Vorläufer der heutigen Pflegeexpertise nachgezeichnet.
4. Zukunftsperspektiven von Pflegeexperten in der Schweiz: Dieses Kapitel thematisiert die Transformation hin zum Berufsbild der Advanced Practice Nurse und vergleicht die Situation mit den Ansatzpunkten in Deutschland.
5. Ergebnis: Das Ergebnis stellt dar, wie sich das Berufsprofil durch die Kombination von Praxiserfahrung und wissenschaftlicher Evidenz professionalisiert hat.
6. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Hindernisse und Chancen bei der Implementierung von ANP-Konzepten in den schweizerischen und deutschen Gesundheitssystemen.
Schlüsselwörter
Advanced Nursing Practice, ANP, Pflegeexpertin, Schweiz, Deutschland, HöFa II, Pflegewissenschaft, Akademisierung, klinische Praxis, Gesundheitswesen, Spezialisierung, Patientenversorgung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Professionalisierung, Versorgungsqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Pflegeexpertise in der Schweiz, beginnend bei den ersten Fachausbildungen bis hin zur aktuellen Etablierung von Advanced Nursing Practice (ANP).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Höheren Fachausbildung, den Einfluss der Pflegewissenschaft, das ANP-Modell sowie die Übertragbarkeit dieser Entwicklungen auf den deutschen Markt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das veränderte Tätigkeitsprofil der Pflegeexpertin unter dem Einfluss gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen darzustellen und Schlussfolgerungen für den deutschen Kontext zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und -analyse, bei der Fachdatenbanken und bibliothekarische Bestände im Zeitraum von 1990 bis 2009 ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung (HöFa II), die Etablierung der Pflegewissenschaft sowie die Analyse zukünftiger Berufsperspektiven durch ANP.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Advanced Nursing Practice, Pflegeexpertin, Akademisierung, Pflegewissenschaft und die berufliche Spezialisierung im interdisziplinären Kontext.
Wie unterscheidet sich die HöFa II von der modernen ANP-Rolle?
Während die HöFa II generalistisch ausgerichtet war, zeichnet sich die ANP durch eine tiefere Spezialisierung auf spezifische Patientengruppen und eine stärkere wissenschaftliche Fundierung aus.
Welche Rolle spielt die Schweiz für die deutsche Pflegeentwicklung?
Die Schweiz dient als Vorbild für die Akademisierung und Etablierung pflegerischer Expertise, wobei deren Erfahrungen als Impuls für die deutsche Pflegeentwicklung genutzt werden können.
- Citation du texte
- Sabine Römmich (Auteur), Gabriele Weydert-Bales (Auteur), 2010, Advanced Nursing Practice - Die Pflegeexpertin in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170992