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Das Reale des Antagonismus. Politische Theorie und Psychoanalyse bei Slavoj Zizek

Title: Das Reale des Antagonismus. Politische Theorie und Psychoanalyse bei Slavoj Zizek

Seminar Paper , 2001 , 31 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Michael Turinsky (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Der als global agierender Philosophie-Entertainer geltende Psychoanalytiker und Philosoph Slavoj Zizek, herausragender Vertreter der sogenannten Laibacher Lacan-Schule, zählt zu den wahrscheinlich schrillsten, amüsantesten, aber ebenso ernstzunehmendsten Persönlichkeiten der internationalen Theorie-Szene. Während Zizeks intellektueller Hauptbezugspunkt, Jacques Lacan, französischer Psychoanalytiker, auf den noch zu sprechen kommen sein wird, in Frankreich und Lateinamerika vor allem zu klinischen Zwecken, sowie im angloamerikanischen Raum vor allem in der Literatur-, Film- und feministischen Theorie rezipiert wurde, sticht dessen Rezeption durch Zizek und die Laibacher Lacan-Schule in erster Linie durch deren eminent philosophischen und politischen Charakter hervor.
Da die vorliegende Arbeit aus einem im Rahmen eines politikwissenschaftlichen Proseminars gemeinsam mit KollegInnen gehaltenen Referat über ,,Psychoanalyse und die Linke" hervorgeht, konzentriert sie sich vorwiegend auf den politischen Aspekt der theoretischen Produktion Zizeks (die, wie sich noch zeigen wird, zweifelsohne als ,,links" gelten kann), zielt also darauf ab, ein gewiß auch den persönlichen Interessenslagen des Verfassers dieser Arbeit entsprechendes Assortiment an darin enthaltenen Verknüpfungen von Psychoanalyse und politischer Theorie schematisch zu rekonstruieren. Vier Schwerpunkte Zizeks Erkundungsbewegung entlang der Berührungslinie von politischer und psychoanalytischer Theorie, wovon zumindest die ersten drei ebenso der Laibacher Lacan-Schule im allgemeinen zuzuschreiben sind, können generell hervorgehoben werden. Dies sind: erstens die Auseinandersetzung mit der Funktionsweise von Ideologie, zweitens der Entwurf einer radikal-demokratischen Politik, drittens die Spezifizierung der Struktur des stalinistischen und faschistischen Totalitarismus und viertens die Analyse verschiedenster Phänomene der Populärkultur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Jacques Lacan

2 Slavoj Zizek

2.1 Zu einer anti-essentialistischen Theorie des Sozialen

2.2 Ideologie

2.3 Multikultureller Liberalismus versus radikale Demokratie

3 Kritisch-würdigende Schlußbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die theoretischen Verknüpfungen zwischen der Psychoanalyse Jacques Lacans und der politischen Theorie Slavoj Zizeks, mit einem besonderen Fokus auf die Funktionsweise von Ideologie und die Konzeption radikal-demokratischer Politik. Ziel ist es, Zizeks politische Theorie im Kontext seiner psychoanalytischen Bezugspunkte systematisch zu rekonstruieren und kritisch zu reflektieren.

  • Die psychoanalytische Fundierung des Subjektbegriffs nach Lacan.
  • Die Analyse der Funktionsweise von Ideologie als Verdeckung gesellschaftlicher Antagonismen.
  • Die Auseinandersetzung mit der Kritik am multikulturellen Liberalismus und dem Entwurf einer radikalen Demokratie.
  • Die kritische Würdigung der Überbetonung antagonistischer Strukturen in Zizeks Werk.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Sublimierung für das Subjekt

Durch die Erhebung eines Objekts zur Würde des Dinges eröffnet sich also dem Subjekt die Möglichkeit, über das sublime Objekt eine indirekte Beziehung zu dem von sich her abwesenden Ding zu unterhalten, um somit die Sackgasse seines auf das abwesende Ding gerichteten Begehrens wenigstens partiell zu umgehen. Es ist allerdings wichtig, an dieser Stelle ein mögliches Mißverständnis bezüglich des Begriffs des Objekts auszuräumen. Wenn Lacan nämlich vom „Objekt“ spricht, so ist darunter nicht ein in irgendeiner Weise neutral wahrgenommenes, äußeres Objekt zu verstehen, sondern vielmehr ein vermittels einer vorgängigen, im Subjekt selbst zu verortenden phantasmatischen Repräsentanz, vermittels eines phantasmatischen Musters vorgestelltes Objekt zu verstehen – vermittels eines phantasmatischen Musters, das als eine Art Schale funktioniert, in das sich ein äußeres Objekt einfügt und das genau insofern die Rolle eines Vermittlers zwischen leerem, abwesendem Ding und äußerem Objekt spielen kann, als es die für das einzelne Subjekt spezifische sinnliche Positivierung / Versinnlichung des leeren, abwesenden Dings darstellt.

Mit dem Begriff der Sublimierung ist bereits der zweite oben genannte Punkt angedeutet: die Möglichkeit partiellen Genießens. Daß das charakteristisch Menschliche aufgrund der sprachlichen Verfaßtheit des Subjekts weder in einer bloßen Bedürfnisbefriedigung, noch in einem unerträglichen, integritätszerstörenden absoluten Genießen (das noch am ehesten dem psychotischen Subjekt zuzuschreiben ist) liegen kann, dürfte aus dem Vorangegangenen hervorgegangen sein. Etwa im Dazwischen dieser beiden Extreme liegt das, worauf sich Lacan mit dem Begriff des (partiellen) Genießens bezieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in Slavoj Zizeks theoretisches Schaffen ein und definiert das Ziel der Arbeit, die politischen Aspekte seiner psychoanalytisch inspirierten Theorie zu rekonstruieren.

1 Jacques Lacan: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Konzepte Lacans, insbesondere die sprachliche Struktur des Unbewussten, das Symbolische, das Imaginäre und das Reale als notwendige Voraussetzung für das Verständnis von Zizeks Theorie.

2 Slavoj Zizek: Das Hauptkapitel befasst sich mit Zizeks anti-essentialistischer Theorie des Sozialen, seiner Ideologiekritik und seinem Verständnis des Politischen in Abgrenzung zum Multikulturalismus.

2.1 Zu einer anti-essentialistischen Theorie des Sozialen: Hier wird der Begriff des Antagonismus als Reales eingeführt, um zu verdeutlichen, dass soziale Identitäten nie vollständig fixiert sind.

2.2 Ideologie: Dieses Kapitel analysiert Ideologie als Mechanismus zur Verdeckung gesellschaftlicher Antagonismen, illustriert am Beispiel des Antisemitismus.

2.3 Multikultureller Liberalismus versus radikale Demokratie: Der Abschnitt kritisiert die multikulturelle Toleranz als Ideologie des globalen Kapitalismus und entwirft das Politische als Infragestellung dieser Ordnung.

3 Kritisch-würdigende Schlußbemerkungen: Das Fazit reflektiert die Stärken und Schwächen von Zizeks Ansatz, insbesondere im Hinblick auf die Vernachlässigung konkreter politischer Strategien und das Fehlen einer Konzeption von Solidarität.

Schlüsselwörter

Slavoj Zizek, Jacques Lacan, Psychoanalyse, Politische Theorie, Ideologie, Antagonismus, Reales, Sublimierung, Multikulturalismus, Radikale Demokratie, Gesellschaft, Begehren, Symptom, Post-Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Schnittstelle von Psychoanalyse und politischer Theorie im Denken von Slavoj Zizek.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Begriff des Antagonismus, der Funktionsweise von Ideologie und dem Verständnis des Politischen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es wird das Ziel verfolgt, Zizeks politische Reflexionen basierend auf den Grundlagen von Lacans Psychoanalyse systematisch darzustellen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, um Begriffe und Thesen von Zizek und Lacan auf ihren politischen Gehalt hin zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der anti-essentialistischen Theorie des Sozialen, der Analyse von Ideologie und dem Kontrast zwischen multikulturellem Liberalismus und radikaler Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Antagonismus, Reales, Ideologie, Sublimierung und radikale Demokratie.

Wie unterscheidet sich Zizeks Begriff des "Antagonismus als Reales" von Laclau und Mouffe?

Zizek präzisiert den Antagonismus als eine fundamentale, im Sozialen abwesende Leere, die eine endgültige Schließung der Gesellschaft unmöglich macht.

Warum übt der Autor Kritik an Zizeks Ansatz?

Der Autor kritisiert die Vernachlässigung konkreter politisch-strategischer Überlegungen und das Fehlen eines Konzepts für authentische Solidarität.

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Details

Title
Das Reale des Antagonismus. Politische Theorie und Psychoanalyse bei Slavoj Zizek
College
University of Vienna  (Institut für Philosophie)
Course
Proseminar aus Politikwissenschaft
Grade
sehr gut
Author
Michael Turinsky (Author)
Publication Year
2001
Pages
31
Catalog Number
V1709
ISBN (eBook)
9783638110532
Language
German
Tags
Reale Antagonismus Politische Theorie Psychoanalyse Slavoj Zizek Proseminar Politikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Turinsky (Author), 2001, Das Reale des Antagonismus. Politische Theorie und Psychoanalyse bei Slavoj Zizek, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1709
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