Die Frage nach Legitimität und Funktionsfähigkeit des Parlamentarismus gehört zu den zentralen Streitpunkten der Weimarer Staatsrechtsdebatte. Kaum jemand hat diese Auseinandersetzung schärfer geprägt als Carl Schmitt und Hans Kelsen – zwei Denker, die aus grundlegend verschiedenen theoretischen Ausgangspunkten zu entgegengesetzten Urteilen über den parlamentarischen Staat gelangen. Während Kelsen im Parlament das institutionelle Herzstück einer rationalen, normengebundenen Demokratie erblickt, diagnostiziert Schmitt dessen inneren Verfall und stellt seine geistesgeschichtliche Grundlage radikal in Frage. Ihr Disput ist dabei nicht nur akademischer Natur, sondern spiegelt die tiefe politische und verfassungsrechtliche Krise der ersten deutschen Republik wider.
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- Anonym (Autor:in), 2023, Parlamentarismus bei Carl Schmitt und Hans Kelsen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1710463