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Das Kami-Verständnis im "Westen" und in Japan

Am Beispiel von Nelly Naumann, Ueda Kenji und Fujitani Mitsue

Título: Das Kami-Verständnis im "Westen" und in Japan

Trabajo Escrito , 2026 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: M. Schwurack (Autor)

Orientalismo / Sinología - Japonología
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Beschäftigt man sich mit den Gesellschaftsstrukturen oder als religiös wahrnehmbaren Aspekten Japans, so sind der Shinto und die Kami, 神 („Gott“/„Gottheit“) als wichtige Figuren desselben, zentrale Themenbereiche der japanischen Kultur und Gesellschaft. Dabei scheinen auch „außenstehende“, nicht in Japan sozialisierte Menschen Shinto und Kami typischerweise als gegebene Konzepte hinzunehmen, ohne sich über die Hintergründe und tieferliegenden Aspekte dieser Begriffe Gedanken zu machen und sich über ein oberflächliches Verständnis hinweg damit vertraut zu machen. Derartige Begriffe sind jedoch immer auch mit einem individuellen kulturellen und sozialen Vorverständnis verbunden, das die Assoziationen und Bedeutungen hinter einem Wort beeinflusst.

Auch in der Japan-Forschung spielt der Shinto als zentrales Kulturelement eine tragende Rolle. Im Mittelpunkt wissenschaftlichen Interesses stehen jedoch vielmehr die historischen Entwicklungen und Politisierung des Shinto, sowie Vergleiche, Abgrenzungen und Verbindungen zum Buddhismus in Japan. Das tieferliegende Verständnis und historisch gewachsene Bedeutungsebenen zentraler shintoistischer Begriffe, wie das Kami-Verständnis, blieben bislang dagegen meist Randfiguren der wissenschaftlichen Betrachtung.

Dadurch stellt sich die Frage: Was sind „Kami“ überhaupt und was wird unter diesem Begriff vor dem Hintergrund verschiedener kultureller Prägungen verstanden? Dieser Frage möchte ich in den folgenden Kapiteln der vorliegenden Arbeit nachgehen. Im Zuge dessen soll ein westlich sozialisiertes, monotheistisch geprägtes Kami-Verständnis stark japanisch geprägten Kami-Vorstellungen gegenübergestellt werden. Dazu werde ich zunächst verschiedene Übersetzungen des Begriffs beleuchten und mögliche kulturelle Hintergründe zu den verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Anschließend werde ich ausgewählte Schriften der deutschen Japanologin Nelly Naumann zu japanischen Mythen und zentralen Götterfiguren in Japan heranziehen, um einen tieferen Eindruck des „westlichen“ Verständnisses von Kami unter einem monotheistisch geprägten Kulturhintergrund zu gewinnen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das „westliche“ Kami-Verständnis am Beispiel von Nelly Naumann

2.1. Zur Übersetzung und Interpretation des Begriffs „Kami“

2.2. Das Kami-Verständnis in den Schriften Nelly Naumanns

3. Das japanische Kami-Verständnis

3.1. Das Kami-Verständnis bei Fujitani Mitsue

3.2. Das Kami-Verständnis bei Ueda Kenji

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs „Kami“ im westlich-monotheistisch geprägten Kulturraum im Vergleich zum genuin japanischen Verständnis. Ziel ist es, problematische, da meist unzureichende Übersetzungsmöglichkeiten und die daraus resultierende kulturelle Fehlinterpretation aufzuzeigen, indem die Sichtweisen der Japanologin Nelly Naumann mit denen der japanischen Denker Fujitani Mitsue und Ueda Kenji kontrastiert werden.

  • Kulturelle Prägung und deren Einfluss auf religiöse Begriffe
  • Kritische Analyse westlicher Übersetzungsansätze für „Kami“
  • Die Perspektive von Nelly Naumann auf Mythen und Götter
  • Das japanische Verständnis von Kami bei Fujitani Mitsue
  • Das japanische Verständnis von Kami bei Ueda Kenji
  • Relationierung von monotheistischer und polytheistischer Religionsauffassung

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Kami-Verständnis bei Fujitani Mitsue

Zunächst zum Kami-Verständnis von Fujitani Mitsue: Vor der tiefergehenden Analyse und Erklärung dessen, was „Kami“ in seinem Sinne sind, scheint es mir wichtig zu betonen, dass diese keinesfalls nur ortsgebunden sind. „In fact, the idea that kami were things to think of only while in a shrine is really ridiculous.” (Fujitani 2011: 506) Genauso wie der monotheistische Gott nicht nur in Kirchen präsent ist, sind auch Kami einfach überall um uns herum und dabei genauso wenig greifbar. Dennoch wirkt es heuchlerisch, nur an ausgewählten Stätten dessen zu gedenken und das zu verehren, was immer und überall vorhanden ist. Fujitanis Kami-Verständnis steht damit im Gegensatz zur bereits in Kapitel 2.1 erläuterten Ortsgebundenheit der Kami nach der Definition des Wörterbuchs der Japanologie.

Ein zentraler Punkt des Kami-Verständnisses Fujitanis ist die Unterscheidung von Kami und Menschen. Dabei fällt auf, dass sie trotz ihrer Differenzierung nicht getrennt voneinander, sondern als Einheit betrachtet werden: „First, „human“ is the name for those who have kami within the body. What is called kami is that which is housed within the human body.” (Fujitani 2011: 503) Was als Kami im Inneren des Menschen beherbergt wird ist zudem nicht irgendein zusätzliches Ding oder Wesen, das sich als Fremdkörper dort eingenistet hat, sondern es ist der Geist, das innere Wesen des Menschen, das den Menschen zu Grunde liegt: „[…] the mysterious workings of the kami of heaven and earth and the divine ki of humans were the same.“ (Fujitani 2011: 505) Kami sind jedoch nicht nur Teil des Menschen, sondern existieren auch außerhalb in der Natur. „Because kami partake of the heavy, turbid nature of the earth, they are not just private aspects of an individual.” (Fujitani 2001: 504) Das heißt Kami existieren gleichzeitig als das Innerste Wesen, also die “Soheit“, des Menschen und als „Soheit“ von allem was in der Natur, greifbar oder nicht, existiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die kulturell beeinflusste Wahrnehmung des Shinto und der Kami und führt in die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ein.

2. Das „westliche“ Kami-Verständnis am Beispiel von Nelly Naumann: Das Kapitel analysiert, wie in westlichen Fachschriften, insbesondere durch Nelly Naumann, das Kami-Verständnis durch monotheistische Kategorien und eine Konzentration auf alte Mythen geprägt ist.

3. Das japanische Kami-Verständnis: Hier werden die Sichtweisen von Fujitani Mitsue und Ueda Kenji einander gegenübergestellt, um ein japanisches Verständnis aufzuzeigen, das Kami als allgegenwärtig oder als spirituellen Ursprung begreift.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass „Kami“ aufgrund der Divergenz zur westlichen Religionsauffassung ein weitgehend unübersetzbares Konzept bleibt, da in einem monotheistischen System die Notwendigkeit für ein solches polytheistisches Netzwerk fehlt.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Onlinequellen.

Schlüsselwörter

Kami, Shinto, Nelly Naumann, Fujitani Mitsue, Ueda Kenji, Japanologie, japanische Mythen, monotheistischer Blickwinkel, polytheistische Konzepte, kulturelle Prägung, Religionsphilosophie, Übersetzungsproblematik, Ortsgebundenheit, Identitätsfindung, Religion in Japan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis des japanischen Begriffs „Kami“ und stellt dabei westlich sozialisierte Sichtweisen dem japanischen Verständnis gegenüber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die kulturelle Bedingtheit religiöser Begriffe, die Problematik der Übersetzung ins Deutsche sowie der Vergleich zwischen monotheistischen und polytheistischen Religionsvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Kami-Verständnis im „Westen“ durch monotheistische Vorurteile geprägt ist und sich dies von authentisch japanischen Ansätzen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der ausgewählte Schriften der Japanologin Nelly Naumann den Texten der japanischen Philosophen Ueda Kenji und Fujitani Mitsue gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten und die Analyse von Nelly Naumanns Werk dargelegt, gefolgt von einer Untersuchung der Kami-Konzepte bei Fujitani Mitsue und Ueda Kenji.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Kami, Shinto, kulturelle Prägung, Monotheismus und japanische Religionsphilosophie charakterisiert.

Warum hält die Autorin den Begriff „Kami“ für unübersetzbar?

Die Autorin argumentiert, dass gängige Übersetzungen wie „Gott“ oder „Gottheit“ zwangsläufig monotheistische Vergleiche provozieren, die der japanischen Vielschichtigkeit des Begriffs nicht gerecht werden.

Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Fujitani Mitsue von der westlichen Perspektive?

Fujitani begreift Kami nicht als ortsgebundene Wesen, die in Schreinen „wohnen“, sondern als ein im Menschen und in der Natur vorhandenes innerstes Wesen, das nicht kontrollierbar ist.

Wie definiert Ueda Kenji die Beziehung zwischen Mensch und Kami?

Ueda betrachtet Kami und Menschen als zwei genealogisch miteinander verbundene Wesen, wobei Kami als eine Art göttlicher Vorfahre fungieren, der das menschliche Leben gewährt.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des westlichen Kami-Verständnisses?

Das westliche Verständnis wird oft auf Mythenanalysen reduziert und wirkt wie eine Betrachtung eines toten Pantheons, was den Aspekt der Kami als gegenwärtigen, gelebten Teil der japanischen Kultur vernachlässigt.

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Detalles

Título
Das Kami-Verständnis im "Westen" und in Japan
Subtítulo
Am Beispiel von Nelly Naumann, Ueda Kenji und Fujitani Mitsue
Universidad
LMU Munich  (Japanzentrum)
Calificación
1,0
Autor
M. Schwurack (Autor)
Año de publicación
2026
Páginas
19
No. de catálogo
V1710695
ISBN (PDF)
9783389184530
ISBN (Libro)
9783389184547
Idioma
Alemán
Etiqueta
Japan Kami Philosophie Nelly Naumann Ueda Kenji Fujitani Mitsue Shinto Götter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. Schwurack (Autor), 2026, Das Kami-Verständnis im "Westen" und in Japan, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1710695
Leer eBook
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