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Identitätstransformation der russischen Gesellschaft nach 1991

Title: Identitätstransformation der russischen Gesellschaft nach 1991

Seminar Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Susanna Ihracký (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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In einer Gesellschaft wie der russischen, auf die der Fokus in der vorliegenden Arbeit gerichtet ist, fällt eine Einigung auf eine kollektive Identität schwerer als anderen europäischen Nationen. Die hochgradige Heterogenität, die auch nach dem Zerfall der Sowjetunion ein Hauptcharakteristikum des russischen Gesellschaftskörpers ist, engt den Raum der verfügbaren Gemeinsamkeiten ein.
Auf welche Faktoren sich die „alte“ russische Identität stützte, welche Konsequenzen das Ende der Sowjetunion auf dieses Identitätsmodell hatte und welche Veränderungen bezüglich des gesellschaftlichen Selbstverständnisses mit der Transformation seit 1991 eingetreten sind, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Begriff der Identität

III. Besonderheiten der russischen Bevölkerungsstruktur

IV. Die Säulen der sowjetrussischen Identität

IV.1. Voraussetzungen

IV.2. Eine starke Führungsfigur als einigender Faktor

IV.3. Die sozialistische Ideologie als Normativ

IV.4. Weltmachtgeltung – Stolz als Bindeglied

IV.5. Das Russische als Nationalsprache

V. Gesellschaftliche Transformation und Identitätsverlust

V.1. Politische und ökonomische Krise zu Beginn des Transformationsprozesses

V.2. Identitätsverlust

VI. Die neue russische Identität - Kontinuität und Wandel

VI.1. Beginn eines neuen Selbstverständnisses

VI.1.1. Historische Rückbesinnung

VI.1.2. Die Renaissance der russisch-orthodoxen Kirche

VI.1.3. Außenpolitik als Quelle nationaler Geschlossenheit

VI.1.4. Wladimir Putin: ein neuer starker Mann an der Staatsspitze

VII. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des russischen Identitätsverständnisses nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Ziel ist es zu analysieren, welche Faktoren die sowjetische Kollektividentität stützten, wie der Systemwechsel zum Identitätsverlust führte und welche Kontinuitäten sowie neuen Elemente das aktuelle russische Selbstverständnis prägen.

  • Analyse der Grundlagen sowjetischer Identität und deren einigende Faktoren.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Auswirkungen der Transformationskrise in den 1990er Jahren.
  • Erforschung der Rolle der russisch-orthodoxen Kirche und historischer Rückbesinnung im neuen Identitätsgefüge.
  • Bewertung der Bedeutung von Außenpolitik und Tschetschenienkriegen für die nationale Geschlossenheit.
  • Einordnung der Regierungszeit Wladimir Putins als Wiederherstellung zentralistischer Identitätsmerkmale.

Auszug aus dem Buch

IV. 2. Eine starke Führungsfigur als einigender Faktor

Ein Charakteristikum sowjetischer Politik war von Anfang an die Stilisierung einer starken Führungspersönlichkeit an der Spitze des pseudo- föderalistischen Staatsgefüges. Die Rolle des starken Mannes, nacheinander ausgefüllt von Lenin, Stalin, Chruschtschow, Breschnjew und schließlich Gorbatschow, stellte das Zentrum des politischen Machtapparats in der Sowjetunion dar.

Der jeweilige sowjetische Ministerpräsident war selbstverständlich nicht nur starke Führungspersönlichkeit, sondern ebenso der personifizierte Stellvertreter der Einparteienherrschaft der KPdSU in der Sowjetunion.

„Ein Herrscher, eine Partei, ein Volk“- so könnte man etwas pointiert die Maxime der politischen Führung der Sowjetunion zusammenfassen. Der hochgradigen Heterogenität des sowjetischen Volkes wurde ein Zentralistisches System entgegengestellt, das als klarer Gegenpol zur divergierenden sowjetischen Gesellschaft fungierte. Dieses Gegengewicht zog nicht nur die häufig gescholtene Gleichschaltung der Bevölkerung nach sich, sie zentralisierte im gleichen Zug die Macht und oktroyierte eine einheitliche politische Identität. Ganz gleich, welche ethnische Zugehörigkeit die Menschen in den unterschiedlichen Teilen der Sowjetunion hatten, welche Sprache sie im Alltag sprachen und unter welchen klimatischen und ökonomischen Verhältnissen sie lebten: Die politische „Vertretung“ war einheitlich.

Dieser gemeinsame politische Betroffenheitsbereich ist ohne Zweifel ein identitätsstiftender Faktor, weil er ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt, das über die trennenden Faktoren der Herkunft und der Kultur hinweg wirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die komplexe Thematik der nationalen Identität ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich des Identitätswandels in Russland nach 1991.

II. Der Begriff der Identität: Hier werden theoretische Definitionen von Identität, insbesondere aus der Psychologie, für den Kontext einer Nation nutzbar gemacht.

III. Besonderheiten der russischen Bevölkerungsstruktur: Das Kapitel beleuchtet die enorme ethnische und regionale Vielfalt Russlands, die eine einheitliche Identitätsbildung erschwert.

IV. Die Säulen der sowjetischen Identität: Es werden die zentralen Faktoren wie die starke Führung, die sozialistische Ideologie und die Weltmachtstellung analysiert, die den Vielvölkerstaat zusammenhielten.

V. Gesellschaftliche Transformation und Identitätsverlust: Die Arbeit beschreibt die Krisen der 1990er Jahre und den daraus resultierenden Verlust der sowjetischen Identitätsanker.

VI. Die neue russische Identität - Kontinuität und Wandel: Es wird untersucht, wie durch Rückbesinnung auf Geschichte, Religion und eine starke Führung neue Identitätsangebote geschaffen wurden.

VII. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert und das Fazit gezogen, dass Russland trotz des Wandels an bewährte zentralistische Identitätsmuster anknüpft.

Schlüsselwörter

Russland, Sowjetunion, Identitätstransformation, Gesellschaft, Kollektividentität, Wladimir Putin, Systemwechsel, Transformation, russisch-orthodoxe Kirche, Nationalstolz, Zentralismus, Transformation, Identitätsverlust, sowjetische Identität, Vielvölkerstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die nationale Identität der russischen Gesellschaft durch den Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 verändert hat und welche Faktoren dabei eine Rolle spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die sowjetische Staatsstruktur, die Identitätskrise während der 1990er Jahre, die Rolle der Religion und die Rückkehr zu einer zentralistischen Führung unter Wladimir Putin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kontinuitäten und Brüche im russischen Selbstverständnis seit 1991 aufzuzeigen und zu verstehen, wie trotz extremer gesellschaftlicher Heterogenität nationale Identität gestiftet wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin stützt sich primär auf eine Analyse von Monographien und Zeitschriftenartikeln, um die postsowjetische Gesellschaftsentwicklung wissenschaftlich fundiert einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der früheren sowjetischen Identitätssäulen, die krisenhaften Transformationserfahrungen und die neueren Identitätsmerkmale wie die Renaissance der orthodoxen Kirche und die Rolle der Außenpolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identitätstransformation, sowjetische Identität, Transformationskrise, Nationalstolz, russisch-orthodoxe Kirche und das „System Putin“.

Wie hat der Zusammenbruch der Sowjetunion das Identitätsgefühl der Menschen konkret beeinflusst?

Der Zusammenbruch führte zu einer massiven Orientierungslosigkeit und einem Identitätsverlust, da die bisherigen normativen Säulen wie die sozialistische Ideologie und die Weltmachtrolle plötzlich entfielen.

Welche Rolle spielt Wladimir Putin für die heutige russische Identität?

Putin dient als moderne Ausprägung der „starken Herrscherfigur“, die durch zentralistische Regierungsführung und wirtschaftliche Konsolidierung ein neues, stabiles Identitätsangebot für die Bevölkerung schafft.

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Details

Title
Identitätstransformation der russischen Gesellschaft nach 1991
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Susanna Ihracký (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V171092
ISBN (eBook)
9783640901630
ISBN (Book)
9783640901838
Language
German
Tags
identitätstransformation gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanna Ihracký (Author), 2011, Identitätstransformation der russischen Gesellschaft nach 1991, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171092
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