Das EU-Mercosur-Abkommen zählt zu den aktuell bedeutendsten Handelsprojekten der Europäischen Union und wird insbesondere im Agrarbereich kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob steigende Rindfleischimporte aus den Mercosur-Staaten zu einem zunehmenden Wettbewerbsdruck für europäische und insbesondere regionale Betriebe führen.
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des Abkommens auf die Rindfleischbranche in Mecklenburg-Vorpommern und ordnet diese am Beispiel der Mecklenburger Fleischwaren GmbH praxisnah ein. Auf Basis von Markt-, Preis- und Wettbewerbsanalysen wird gezeigt, dass der Rückgang der heimischen Produktion ein struktureller Trend ist, der durch das Abkommen nicht verursacht, sondern allenfalls verstärkt wird.
Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass Importmengen durch Zollkontingente (TRQs) begrenzt sind und kurzfristig keine drastischen Marktverdrängungseffekte zu erwarten sind. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, dass die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Betriebe weniger vom Importpreis als vielmehr von Kostenstrukturen, regulatorischen Anforderungen und strategischer Positionierung abhängt.
Die Arbeit verbindet theoretische Ansätze der internationalen Handelstheorie mit einer praxisnahen Fallstudie sowie empirischen Einblicken durch ein Experteninterview und eine Kundenumfrage. Daraus werden konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik abgeleitet.
Sie richtet sich an Studierende, Praktiker der Agrar- und Fleischwirtschaft sowie alle, die sich für internationale Handelsbeziehungen und deren Auswirkungen auf regionale Märkte interessieren.
- Arbeit zitieren
- Kirsten Lipper (Autor:in), 2026, Implikationen des EU-Mercosur-Abkommens auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit regionaler rindfleischverarbeitender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711018