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Implikationen des EU-Mercosur-Abkommens auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit regionaler rindfleischverarbeitender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern

Titel: Implikationen des EU-Mercosur-Abkommens auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit regionaler rindfleischverarbeitender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern

Bachelorarbeit , 2026 , 78 Seiten , Note: 1,18

Autor:in: Kirsten Lipper (Autor:in)

BWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das EU-Mercosur-Abkommen zählt zu den aktuell bedeutendsten Handelsprojekten der Europäischen Union und wird insbesondere im Agrarbereich kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob steigende Rindfleischimporte aus den Mercosur-Staaten zu einem zunehmenden Wettbewerbsdruck für europäische und insbesondere regionale Betriebe führen.

Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des Abkommens auf die Rindfleischbranche in Mecklenburg-Vorpommern und ordnet diese am Beispiel der Mecklenburger Fleischwaren GmbH praxisnah ein. Auf Basis von Markt-, Preis- und Wettbewerbsanalysen wird gezeigt, dass der Rückgang der heimischen Produktion ein struktureller Trend ist, der durch das Abkommen nicht verursacht, sondern allenfalls verstärkt wird.

Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, dass Importmengen durch Zollkontingente (TRQs) begrenzt sind und kurzfristig keine drastischen Marktverdrängungseffekte zu erwarten sind. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, dass die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Betriebe weniger vom Importpreis als vielmehr von Kostenstrukturen, regulatorischen Anforderungen und strategischer Positionierung abhängt.

Die Arbeit verbindet theoretische Ansätze der internationalen Handelstheorie mit einer praxisnahen Fallstudie sowie empirischen Einblicken durch ein Experteninterview und eine Kundenumfrage. Daraus werden konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik abgeleitet.

Sie richtet sich an Studierende, Praktiker der Agrar- und Fleischwirtschaft sowie alle, die sich für internationale Handelsbeziehungen und deren Auswirkungen auf regionale Märkte interessieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Motivation

1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage

1.3 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit

2 Theoretischer und wirtschaftspolitischer Rahmen

2.1 Grundlagen internationaler Handelsabkommen

2.1.1 Die EU als handelspolitischer Akteur

2.1.2 Historische Entwicklung und Struktur des Mercosur

2.1.3 Prinzip des komparativen Kostenvorteils

2.1.4 Heckscher-Ohlin-Modell

2.1.5 Bedeutung internationaler Arbeitsteilung

2.1.6 Motivation des Handels

2.2 Internationaler Handel in der Fleischwirtschaft

3 Das EU-Mercosur-Abkommen

3.1 Historische Entwicklung und Verhandlungsverlauf

3.2 Inhalte und Struktur des Abkommens

4 Der Rindfleischmarkt im internationalen Vergleich

4.1 Rindfleischproduktion und -exporte im Mercosur-Raum

4.2 Rindfleischmarkt in der EU und Deutschland

4.3 Preisvergleich EU–Mercosur

4.4 Wettbewerbsbedingungen und Marktstrukturen

5 Analyse der Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommens

5.1 Ökonomische Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommens auf die Rindfleischbranche

5.1.1 Preisanalyse

5.1.2 Wettbewerbsanalyse

5.1.3 Marktanalyse

5.2 Strategische Analyse der Rindfleischbranche in Mecklenburg-Vorpommern

5.2.1 SWOT-Analyse

5.2.2 Szenarioanalyse

5.3 Stakeholder-Analyse

6 Fallstudie Mecklenburger Fleischwaren GmbH

6.1 Allgemeine Unternehmensdaten

6.2 Bedeutung für die Region Mecklenburg-Vorpommern

6.3 Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommens auf die Mecklenburger Fleischwaren GmbH

7 Strategische Handlungsoptionen und empirische Einordnung

7.1 Strategische Handlungsoptionen für regionale Rindfleischverarbeiter

7.2 Experteninterview

7.3 Kundenumfrage zur Herkunftspräferenz beim Rindfleischkauf

8 Fazit und Handlungsempfehlungen

8.1 Zusammenfassung und Einordnung der Ergebnisse

8.2 Empfehlungen für Politik und Unternehmen

8.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen des geplanten EU-Mercosur-Abkommens auf die Rindfleischbranche, mit speziellem Fokus auf die Wettbewerbssituation regionaler Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern am Beispiel der Mecklenburger Fleischwaren GmbH. Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern das Abkommen die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit dieser regionalen Akteure beeinflusst.

  • Handelstheoretische Grundlagen und Analyse des EU-Mercosur-Handelsabkommens.
  • Vergleichende Untersuchung des Rindfleischmarktes in der EU, Deutschland und dem Mercosur-Raum.
  • Durchführung einer SWOT- und Szenarioanalyse zur Einschätzung zukünftiger Marktentwicklungen.
  • Empirische Fallstudie eines regionalen Fleischverarbeiters inklusive Experteninterview und Kundenbefragung.
  • Ableitung strategischer Handlungsempfehlungen für regionale Betriebe und die Politik.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Prinzip des komparativen Kostenvorteils

Bereits Adam Smith stellte mit dem Konzept des absoluten Kostenvorteils fest, dass ein Land diejenigen Güter herstellen sollte, die es absolut günstiger produzieren kann, um so den weltweiten Wohlstand zu erhöhen. Dieses Konzept greift jedoch zu kurz, da es Handelsgewinne nur dann erklärt, wenn eindeutige absolute Kostenunterschiede bestehen. David Ricardo entwickelte dieses Argument weiter und zeigte, dass sich internationaler Handel auch dann lohnt, wenn ein Land bei der Produktion aller Güter absolut teurer ist. Entscheidend ist also nicht, wer absolut günstiger produziert, sondern wer es im Verhältnis zu anderen Gütern effizienter herstellen kann. Ein Land sollte sich daher auf genau das Gut spezialisieren, das es mit dem geringsten relativen Kostennachteil produzieren kann.

Diese Grundidee erläuterte Ricardo bereits 1817 in seinem Werk On the Principles of Political Economy and Taxation und beschreibt insbesondere im Kapitel „On Foreign Trade“, dass Preise und Werte innerhalb eines Landes anderen Gesetzmäßigkeiten folgen als im internationalen Handel, da dieser von relativen, also komparativen, Kosten bestimmt wird und nicht von absoluten.

Bei freier Handelspolitik nutzen Länder ihre Produktionsfaktoren dort, wo sie ihnen den größten relativen Vorteil bringen, wodurch es zu einer Spezialisierung nach komparativen Kostenvorteilen kommt. Beide Länder, so zeigte es Ricardo anhand eines Beispiels, profitieren durch diese Spezialisierung und den anschließenden Handel von einer höheren Gütermenge und größerer Vielfalt. Der daraus resultierende Wohlfahrtsgewinn liegt dabei nicht zwingend in einem höheren ökonomischen „Wert“, sondern vielmehr in einer steigenden Menge verfügbarer Güter und erweiterten Konsummöglichkeiten, in welchem Zusammenhang Ricardo von einer Zunahme der sogenannten „sum of enjoyments“ spricht. Handel ermöglicht somit eine produktivere Nutzung der nationalen Produktionsfaktoren und führt zu gesamtgesellschaftlichen Vorteilen, obwohl einzelne Güter im Inland nicht mehr produziert werden. Dabei entsteht zugleich eine stärkere internationale wirtschaftliche Verflechtung, da Länder über den Austausch von Gütern und Spezialisierung zunehmend durch gemeinsame wirtschaftliche Interessen miteinander verbunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung des EU-Mercosur-Abkommens und dessen Relevanz für die regionale Rindfleischbranche in Mecklenburg-Vorpommern sowie Definition der Forschungsfrage.

2 Theoretischer und wirtschaftspolitischer Rahmen: Darlegung der theoretischen Grundlagen des internationalen Handels, insbesondere der komparativen Kostenvorteile und des Heckscher-Ohlin-Modells.

3 Das EU-Mercosur-Abkommen: Analyse des Verhandlungsverlaufs, der Inhalte und der handelspolitischen Bedeutung des geplanten Freihandelsabkommens.

4 Der Rindfleischmarkt im internationalen Vergleich: Detaillierte Betrachtung der Produktions- und Marktstrukturen im Mercosur sowie in der EU und Deutschland.

5 Analyse der Auswirkungen des EU-Mercosur-Abkommens: Ökonomische Bewertung der Folgen durch Preis- und Wettbewerbsanalysen sowie strategische Einschätzungen für Mecklenburg-Vorpommern.

6 Fallstudie Mecklenburger Fleischwaren GmbH: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein konkretes regionales Unternehmen und dessen spezifische Marktposition.

7 Strategische Handlungsoptionen und empirische Einordnung: Entwicklung strategischer Lösungsansätze sowie Einordnung durch Expertenbefragungen und Kundendaten.

8 Fazit und Handlungsempfehlungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen für Politik und Unternehmen sowie ein Ausblick.

Schlüsselwörter

EU-Mercosur-Abkommen, Rindfleischmarkt, Mecklenburg-Vorpommern, komparative Kostenvorteile, internationale Arbeitsteilung, Wettbewerbsfähigkeit, Handelsliberalisierung, regionale Wertschöpfung, Fleischwirtschaft, Zollkontingente, Nachhaltigkeit, Marktanalyse, SWOT-Analyse, Unternehmensstrategie, Fallstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Konsequenzen des EU-Mercosur-Abkommens speziell auf die rindfleischverarbeitenden Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, wobei die Mecklenburger Fleischwaren GmbH als Fallbeispiel dient.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Der Fokus liegt auf den theoretischen Grundlagen des Freihandels, der aktuellen Marktsituation im Rindfleischsektor, der Analyse von Wettbewerbsfaktoren und der strategischen Anpassungsfähigkeit regionaler Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie sich das Abkommen auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsposition der regionalen Rindfleischbranche auswirkt und welche Handlungsspielräume den Unternehmen bleiben.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es werden qualitative Analysen auf Basis wissenschaftlicher Literatur und Marktstudien durchgeführt, ergänzt durch eine Fallstudie, ein Experteninterview und eine Kundenumfrage zur Herkunftspräferenz.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die ökonomischen Auswirkungen des Handelsabkommens, führt eine SWOT- sowie Szenarioanalyse durch und ordnet die Ergebnisse in den Kontext regionaler Fleischverarbeiter ein.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind EU-Mercosur-Abkommen, Rindfleischmarkt, Wettbewerbsfähigkeit, regionale Wertschöpfung und strategische Handlungsoptionen.

Welche Rolle spielt das regionale Schlachthaus für die Untersuchung?

Das Schlachthaus fungiert als regionaler Ankerpunkt für die Versorgungssicherheit und als zentrales Element in der Fallstudie zur Beurteilung der regionalen Wertschöpfung.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass für regionale Betriebe primär strukturelle und politische Rahmenbedingungen sowie die betriebliche Kostenstruktur maßgeblich sind, während das Handelsabkommen als weniger dominanter Risikofaktor eingestuft wird.

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Details

Titel
Implikationen des EU-Mercosur-Abkommens auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit regionaler rindfleischverarbeitender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern
Hochschule
Hochschule Wismar  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Bachelorarbeit im Studiengang Betriebswirtschaft
Note
1,18
Autor
Kirsten Lipper (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2026
Seiten
78
Katalognummer
V1711018
ISBN (PDF)
9783389185438
ISBN (Buch)
9783389185445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EU-Mercosur-Abkommen Freihandelsabkommen Rindfleischmarkt Agrarhandel Fleischwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern regionale Betriebe Wettbewerbsfähigkeit Preisentwicklung Importdruck TRQ Zollkontingente internationale Handelstheorie komparativer Kostenvorteil Heckscher-Ohlin Strukturwandel Landwirtschaft Marktanalyse SWOT-Analyse Szenarioanalyse Wertschöpfungskette Fleisch Außenhandel Globalisierung Handelsliberalisierung EU-Agrarpolitik internationale Märkte Angebot und Nachfrage Marktgleichgewicht Konsumentenrente Produzentenrente Wohlfahrtseffekte Preisbildung Kostenstruktur Produktionskosten Tierwohlauflagen Nachhaltigkeit Landwirtschaft EUDR SPS-Maßnahmen Wettbewerbsdruck Importquoten Handelshemmnisse nichttarifäre Handelshemmnisse Landwirtschaft Deutschland Fleischproduktion Deutschland regionale Wertschöpfung Mittelstand Landwirtschaft Direktvermarktung Fleischverarbeitung Schlachtbetriebe Agrarökonomie Wirtschaftspolitik Marktstruktur Angebotsverknappung Preis-Kosten-Schere strategische Anpassung Differenzierungsstrategie regionale Produkte Konsumentenverhalten Herkunftspräferenz Fallstudie Mecklenburger Fleischwaren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsten Lipper (Autor:in), 2026, Implikationen des EU-Mercosur-Abkommens auf die wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit regionaler rindfleischverarbeitender Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711018
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Leseprobe aus  78  Seiten
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