Der Chatraum als Ort der Begegnung - Möglichkeiten und Grenzen virtueller Kommunikation


Vordiplomarbeit, 2002

36 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Kommunikation in Real Life
2.1. Allgemeine Erläuterungen
2.2. Das Kommunikationsmodell nach Watzlawick (5 Axiome)

3. Kommunikation in Virtual Life
3.1. Das Internet
3.2. Computervermittelte Kommunikation

4. Das CaféKomm (Münster) als Beispiel eines deutschsprachigen Internet Relay Chats
4.1. Zur Entwicklung des Münster-Chats
4.2. Besonderheiten des CaféKomm

5. Der Internet Relay Chat als Ort der Kommunikation im Vergleich zur face-to-face-Kommunikation
5.1. Darstellung einer Chat-Sequenz
5.2. Theorien zur computervermittelten Kommunikation
5.3. Interpretation zweier Gesprächssequenzen

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Was macht menschliche Kommunikation aus?

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Kommunikation, die in einer face-to-face-Interaktion stattfindet (beispielsweise zwischen zwei Freunden, die an einem Tisch sitzen und sich unterhalten) und der Kommunikation im Internet-Chat[1] ? Was sind die Gemeinsamkeiten? Und warum greifen immer mehr junge Menschen auf die letztgenannte Kommunikationsform zurück?

Liegt in der zunehmenden Nutzung von Computern als Medium sozialer Interaktion eine Gefahr oder ist es im Gegenteil eine Bereicherung für das zwischenmenschliche Zusammenleben?

Mit möglichen Antworten auf diese Fragen wird sich diese Arbeit beschäftigen.

Um einen sinnvollen Vergleich beider Kommunikationsformen, face-to-face-Kommunikation versus Chatten, herauszuarbeiten, ist es zunächst notwendig, grundlegende Definitionen festzuhalten und die zentrale Bedeutung des Begriffes „Kommunikation“ zu klären.

Natürlich ist dies in einer umfassenden und allen Theorien gerechtwerdenden Art im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, gleichwohl werde ich im ersten Teil der Arbeit auf grundlegende Theorien von Kommunikation eingehen (Kapitel 1 und 2), um dann am Ende in einem Vergleich von face-to-face-Interaktion und computervermittelter Kommunikation (cvK) zu Aussagen und Konsequenzen bezüglich meiner Ausgangsfragen zu kommen.

Bei dem kommunikationstheoretischen Teil im Kapitel 2 berufe ich mich im wesentlichen auf die Arbeit von Watzlawick/ Beavin und Jackson: Menschliche Kommunikation[2].

Die ihr zugrundeliegende Systemtheorie, nach der Kommunikation nicht als Einzelmerkmal erklärt und behandelt werden kann, bildet den Ausgangspunkt für die von Watzlawick aufgestellten Axiomen, auf die ich näher eingehen werde.

Zusätzlich stelle ich das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun dar, der auf Paul Watzlawicks Theorien aufbauend sein Konzept der vier Seiten einer Nachricht begründet (siehe Schulz von Thun, 2001, S. 13 -14).

Diese allgemeinen Erläuterungen sind wichtig im Zusammenhang mit einem Vergleich zwischen der herkömmlichen face-to-face-Kommunikation, die ich der Einfachheit halber auch als „Kommunikation in Real Life (RL)“ nenne und der im Kapitel 3 folgenden computervermittelten Kommunikation (cvK), von mir auch „Kommunikation in Virtual Life (VL)“ genannt. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass sich diese Definitionen der computervermittelten (via Internet) und der face-to-face-Kommunikation von den in der Literatur benutzten Begriffen unterscheidet. Auch computervermittelte Kommunikation ist reale Kommunikation, da auf beiden Seiten des Mediums Computer jeweils real existierende Personen sitzen; und Kommunikation in virtuellen Welten kann weitaus mehr bedeuten als die von mir untersuchte Form des Chattens.

Meine Ausführungen über die beiden zu vergleichenden Formen werde ich dennoch in Kommunikation in VL und RL unterscheiden.

Zunächst gebe ich in Kapitel 3 eine kurze Einführung in die Geschichte und Bedeutung des Internet, um dann die wesentlichen Möglichkeiten und Aspekte computervermittelter Kommunikation darzustellen. Hier liegt der Hauptaugenmerk auf einer Autorin, Nicole Döring, die sich in mehreren Aufsätzen und besonders detailliert und umfassend in ihrer Dissertation mit dem Thema: „Kommunikation im Internet“ (Döring, 1999) beschäftigt hat.

In Kapitel 4 werde ich dann als Beispiel für einen deutschsprachigen Chatraum den Münster- Chat „CafeKomm“[3] vorstellen, um die eingangs dargelegten Besonderheiten virtueller Kommunikation (d.h. Kommunikation in Virtual Life) deutlicher zu machen.

Schließlich wird in Kapitel 5 die Diskussion geführt, wieweit sich face-to-face-Interaktionen im realen Leben mit einer Kommunikation in Virtual Life (in Form des Internet-Chats) vergleichen lassen können und welche potentiellen Gefahren in dieser neuen Kommunikationsform liegen könnten.

Ein mögliches Ergebnis könnte sein, dass große Unterschiede zwischen den beiden vorgestellten Kommunikations-Systeme zu entdecken sind, die wiederum zu einer tiefgreifenden Veränderung im sozialen Gefüge menschlicher (Inter-) Aktionen führen könnten.

Meine These jedoch lautet im Gegenteil:

Kommunikation zwischen Individuen im „realen Leben“ und im „virtuellen Leben“ ist insofern zu unterscheiden, als dass eine konträre Ausgangslage gegeben ist und z.B. wichtige nonverbale Zeichen, die in einer „echten Kommunikationsatmosphäre“ zur Deutung der Aussage zur Verfügung stehen, im Internet nicht sichtbar sind.

Dieser Unterschied und noch weitere Merkmale werden jedoch meiner Meinung nach durch andere, neue Möglichkeiten, wie sie nur im Netz zu finden sind, kompensiert, so dass gewisse Ängste und Befürchtungen, die im Zusammenhang mit virtueller Kommunikation immer häufiger genannt werden, an Bedeutung verlieren.

Diese Annahme wird in den nun folgenden Kapiteln noch zu differenzieren und zu diskutieren sein.

2. Kommunikation in Real Life: Kommunikation in face-to-face-Interaktionen

2.1. Allgemeine Erläuterungen:

Kommunikation ist ein weit geläufiger und nicht immer festumrissener Begriff.

Klaus Merten beispielsweise hat 1977 insgesamt 160 Begriffsbestimmungen analysiert und unterscheidet demnach subanimalischer, animalischer, Human- und Massenkommunikation (Merten, 1977, S. 94 f.). Diese Arbeit beschäftig sich ausschließlich mit der Kommunikation zwischen Menschen, der Humankommunikation.

Kommunikation im weiteren Sinne meint alle Prozesse der Informationsübertragung und bezieht technische, biologische, psychische, physische und soziale Informationsvermittlungssysteme ein.

Unter Kommunikation im engeren Sinn versteht man einen Vorgang der Verständigung und der Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen (vgl. Maletzke, 1963, S. 18).

Die menschliche Sprache ist dabei das „leistungsfähigste und differenzierteste Mittel der Bedeutungsweitergabe“ (ebd.), so dass dieses Medium im Mittelpunkt meiner Betrachtung stehen wird. Auf die nonverbale Kommunikation werden wir im Hinblick auf die Eigenschaften einer face-to-face Kommunikation noch zu sprechen kommen.

Bleiben wir bei der engeren Definition:

Der Begriff „Kommunikation“ stammt von dem lateinischen Begriff „communis“ ab, was soviel heißt wie „mehreren“ oder „allen gemeinsam“. Davon abgeleitet ist „communicare“- etwas gemeinsam machen, gemeinsam mitteilen.

Soziologisch betrachtet ist Kommunikation eine Form sozialen Handelns, das mit subjektivem Sinn verbunden ist (Weber, 1980, S. 1).

Wenn zwei oder mehr Personen sich "in ihrem gegenseitigen Verhalten aneinander orientieren und sich auch gegenseitig wahrnehmen können" (Jäckel, 1995, S. 463), wird dies als Interaktion bezeichnet.

Watzlawick definiert Interaktion auch schlicht als „wechselseitigen Ablauf von Mitteilungen zwischen zwei oder mehreren Personen“ (Watzlawick, 1985, S. 50-51).

Kommunikation beinhaltet Informationsaustausch und Bedeutungszuweisung.

Was heißt das konkret?

Da bei einer sogenannten face-to-face-Interaktion (also bei einer gemeinsamen und gegenseitigen Wahrnehmung und Orientierung von Angesicht zu Angesicht) immer

-mindestens- zwei Individuen miteinander kommunizieren, d.h. Informationen austauschen, findet durch die Vermittlung der Nachricht automatisch eine Interpretation des Empfängers statt. Die Informationen, die eine Nachricht enthält, werden objektiv weitergegeben, jedoch unterliegt der Zusammenhang und die genaue Bedeutung der Nachricht der subjektiven Betrachtung des Empfängers. Die Bedeutung von Botschaften sind somit nicht objektiv entscheidbar, sondern sind vielmehr nur durch die subjektive Beurteilung des Empfängers erkennbar (siehe auch Watzlawick, 1985, S. 44).

Nach Schulz von Thun (Schulz von Thun, 2001, S. 13-14) können die vielfältigen Botschaften einer einzelnen Nachricht in insgesamt vier Aspekte unterteilt werden:

(1) Appell (2) Sache (3) Beziehung (4) Selbstmitteilung.

Diese vier Seiten sind stets gleichzeitig im Spiel. Eine Nachricht kann demnach den Sender auffordern, etwas zu tun (1), eine Information bezüglich einer (Tat-) Sache liefern (2), einen Beziehungsaspekt ansprechen (wie stehe ich zu dir?) (3) und eine Information über die Selbsteinschätzung liefern (4). Wie die Nachricht letztendlich verstanden wird, hängt von den „vier Ohren des Empfängers“ (Schulz von Thun, 2001, S. 25 f.) ab.

Damit ist eine Nachricht sowohl situations- und kontextabhängig, zusätzlich wird sie durch die intersubjektive Betrachtung des Empfängers determiniert.

Nach Watzlawick wird der Beziehungsaspekt einer Nachricht bzw. die Beziehungsklärung als die zentrale Funktion zwischenmenschlicher Kommunikation gesehen. (vgl. Watzlawick, 1985, S. 83f.)

Kommunikation kann sowohl verbal als auch nonverbal ablaufen, bewusst wie unbewusst,[4] - in jedem Fall ist sie Grundlage jeglicher sozialer Prozesse und damit die Basis menschlicher Auseinandersetzungen / Interaktionen.

2.2. Das Kommunikationsmodell nach Watzlawick

Das Buch „Menschliche Kommunikation“ von Watzlawick, Beavin und Jackson stellt einen bedeutsamen Beitrag zu den bis dahin existierenden Kommunikationstheorien dar. Anders als seine Vorgänger, deren monadischen Ansatz er kritisierte, versucht Watzlawick, das Phänomen Kommunikation von der systemtheoretischen Seite her zu betrachten. Er erkennt, dass die Regeln menschlicher Kommunikation nicht erklärt werden können. Allenfalls beschrieben sie das Sosein des beobachtbaren Verhaltens (Watzlawick, 1985, S. 44).

Als Grundlage menschlicher Kommunikation generiert er dabei fünf Axiome, die nun näher vorgestellt werden:

2.2.1. Das 1. Axiom: Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren

Oder: Kommunikation hat kein Gegenteil!

Auf der Metaebene betrachtet existiert bei einem Zusammentreffen mehrerer Menschen in einer sozialen Atmosphäre (einer Interaktion) immer ein Verhalten zwischen diesen Personen - ein Mensch kann sich nicht nicht verhalten. Da Kommunikation immer auch einen Beziehungsaspekt beinhaltet und nach Watzlawick der Mensch in der Interaktion mit anderen diese Beziehung, bzw. seine Sicht davon durch seine Kommunikation ausdrückt, kommuniziert man immer, auch wenn man es gar nicht will oder die Mitteilung unbewusst versendet wird. Das Verhalten eines Menschen anderen gegenüber ist also immer auch eine Beziehungsdefinition und damit eine Form der Kommunikation. Auch in einem Schweigen oder einem Wegdrehen sieht Watzlawick einen kommunikativen Akt. Dabei ist jedoch weder das Bewusstsein über noch der Erfolg einer Kommunikation notwendige Bedingungen für die Existenz einer solchen (Watzlawick, 1985, S. 50-53).

2.2.2. Das 2. Axiom: Die Inhalts- und Beziehungsaspekte der Kommunikation

Nach Watzlawick setzt sich eine Mitteilung aus zwei Teilen zusammen:

die inhaltliche Komponente, die die Information enthält, und der Beziehungsaspekt.

„Der Inhaltsaspekt vermittelt die Daten“, der „Beziehungsaspekt weist an, wie die Daten zu verstehen sind.“ (ebd., S. 55).

Der Hinweis, wie die Information zu verstehen ist, ist eine sogenannte Metainformation. Diese wird selten bewusst und ausdrücklich dargestellt, die Beziehungsdefinition geschieht vielmehr unbewusst und subtil. Der Empfänger hat mehrere Möglichkeiten, auf die Beziehungsinformation zu antworten:

Er kann

(1) sie akzeptieren (2) sie verwerfen (3) sie entwerten

Die ersten beiden Formen sieht Watzlawick als einen positiven Umgang mit der Beziehungsmitteilung: Der Empfänger erkennt in beiden Fällen die Aussage seines Gegenübers an. Die Bestätigung im ersten Fall stellt eine wichtige Voraussetzung für gelungene menschliche Kommunikation dar (ebd., S. 84). Die Form der Verwerfung erkennt ebenso die Mitteilung des Sender an, auch wenn der Empfänger die Beziehungsdefinition als solche nicht als richtig akzeptiert.

Die dritte Möglichkeit - die Entwertung (diconfirmation) - stellt das interessanteste Phänomen der Kommunikationsforschung dar. Der Empfänger sagt nicht: „Deine Beziehungsdefinition stimmt nicht bzw. nehme ich anders wahr“, sondern er negiert komplett die menschliche Wirklichkeit des Senders: „Du existierst nicht“. Diese Form kann auch als Unentscheidbarkeit von Beziehungsdefinitionen angesehen werden. Es kann keine konstruktive Auseinandersetzung geben, weil die Definition als solche gar nicht erst in den Fokus gerät.

2.2.3. Das 3. Axiom: Die Interpunktion von Ereignisfolgen

Eine face-to-face-Interaktion erscheint für den außenstehenden Beobachter zunächst als ein ununterbrochener Austausch von Mitteilungen zwischen zwei Menschen. Die Interaktionsteilnehmer jedoch setzen - bei einer gelungenen Kommunikation - eine bei beiden Gesprächspartner übereinstimmenden Interpunktion der Aussagen (Antwort von B auf Frage von A). Durch diese Interpunktion, die jeder Interaktionsteilnehmer individuell nach seinen eigenen Maßstäben für sich setzt, ergibt das Gespräch eine gewisse Struktur. Jedoch ist den Individuen diese Interpunktion nicht bewusst. Auch die beobachtenden Person interpunktiert die Interaktion. Ihr kann dabei auffallen, dass die Kommunikationspartner „aneinander vorbeireden“, dieses ist immer dann der Fall, wenn die Interpunktionen der beiden nicht miteinander korrespondieren.

Watzlawick hat sich besonders mit den Störungen in zwischenmenschlicher Kommunikation beschäftigt, und das 3. Axiom ist Ergebnis seiner Analyse zigfacher Gesprächssequenzen. Als Systemtheoretiker legt er hierbei Wert darauf, dass Kommunikation nicht - wie so oft - fälschlicherweise als ein Frage-Antwort-Spiel gesehen wird, sondern dass die Art der Kommunikation immer abhängig ist von der subjektiven Deutung der Beteiligten. Interpunktionskonflikte sieht er als Folge einer „tief im Inneren verwurzelten und meist unerschütterlichen Überzeugung (...), dass es nur eine Wirklichkeit gibt, nämlich die Welt, wie ich sie sehe, (...)“ (Watzlawick, 1985, S. 93).

Seine These illustriert Watzlawick u.a. mit dem Beispiel des Wettrüstens der Supermächte im Kalten Krieg. Das Aufrüsten einer Nation wird durch die Kriegsgefahr legitimiert, andererseits provoziert diese „Sicherheitsvorkehrung“ ein Aufrüsten der Gegenpartei, wodurch sich erstere in ihrer These bestärkt fühlt. Das 3. Axiom erinnert damit an die Theorie der „self-fullfilling-prophecy“[5], hieran lässt sich einmal mehr illustrieren, dass der Beginn einer sogenannten Ereignisfolge nicht objektiv bestimmbar ist, sondern dass die Interpunktionen von den Kommunizierenden subjektiv selbst gesetzt werden.

Die Frage, ob sich seine Theorie der unterschiedlichen Interpunktion als Grund von Kommunikationsstörungen auch auf die Kommunikation im Virtual Life bezogen werden kann, bleibt vorerst offen.

2.2.4. Das 4. Axiom: Kommunikation kann in zwei Aspekte unterschieden werden:

Die analoge und die digitale Kommunikation

Watzlawick vergleicht die menschliche Kommunikation mit den neuronalen Abläufen, die im Körper eines jeden Menschen stattfinden. Signale können nach dem Schema „alles oder nichts“ weitergegeben werden, oder aber durch die Art der Informationen (beispielsweise mittels bestimmter Hormone). Diese Modalitäten werden digital (Lateinisch: „mit den Fingern“ d. h in Zahlen (engl.: digits) darstellbar) und analog (griechisch „ähnlich, entsprechend“) genannt. Übertragen auf die Kommunikation bedeutet das, dass die digitale Ebenen diejenige darstellt, die sich auf ein JA oder NEIN festlegen lassen kann (in Zahlen: 0 und 1), also eine Information entweder weitergibt oder nicht. Damit ist im digitaler Modus eine Negation möglich. Der Gegenstand der Kommunikation (die Information über die Sache) wird auf digitaler Ebene in form eines Namen dargestellt („da steht ein Baum“). Der Begriff Baum ist dabei ein aus verschiedenen Buchstaben zusammengesetztes Wort: B-A-U-M und hat damit zunächst keine Bedeutung, sondern wird erst durch ein „semantisches Übereinkommen für diese Beziehung zwischen Wort und Objekt (designatum)“ (Watzlawick, 1985, S. 62) sinnhaft.

Die analoge Ebene arbeitet mit Vergleichen, Ähnlichkeiten, Assoziationen und definiert dadurch eine Beziehungsstruktur. Es geht hierbei nicht um das WAS (die Information) sondern das WIE (die Beziehung). Gerade diese Analogie (wie sehe ich etwas im Vergleich zu etwas anderem?) ergibt die Unmöglichkeit, nicht nicht zu kommunizieren (Axiom 1), da es keine Negation von einem Vergleich gibt.

Menschliche Kommunikation umfasst immer beide Modalitäten. Je nach Art der Kommunikation liegt der Schwerpunkt entweder auf der digitalen Ebene (beispielsweise in einem professionellen Gespräch zwischen zwei Wissenschaftlern) oder auf analoger Ebene (zwischen zwei Partnern).

[...]


[1] engl.: „to chat“- plaudern

[2] Im Original unter dem Titel: “Pragmatics of Human Communiacation. A Study of Interactional Patterns, Pathologies and Paradoxes“ 1967 erschienen.

[3] Siehe auch: http://chat.muenster.de/client/index.html

[4] Da sich das Kapitel hauptsächlich auf die Theorien von Paul Watzlawick stützt, bleibt der Meinungsstreit über die Frage, ob das Bewusstsein notwendige Bedingung für Kommunikation sei, unberücksichtigt.

[5] Die Sich- selbst- erfüllende- Prophezeiung: Geht davon aus, dass ein Mensch, der eine Sache befürchtet, genau ein solches Verhalten an den Tag legt, das die unerwünschte Situation „heraufbeschwört“; damit ist jemand, der etwas Negatives befürchtet, selbst der Ursprung für die eintretende Prophezeiung.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Der Chatraum als Ort der Begegnung - Möglichkeiten und Grenzen virtueller Kommunikation
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Pädagogik)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
36
Katalognummer
V17118
ISBN (eBook)
9783638217675
Dateigröße
936 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - kleine Schrift.
Schlagworte
Chatraum, Begegnung, Möglichkeiten, Grenzen, Kommunikation
Arbeit zitieren
Kristin Auer (Autor:in), 2002, Der Chatraum als Ort der Begegnung - Möglichkeiten und Grenzen virtueller Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17118

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