Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, zu erklären, warum das deutsche Klimaschutzgesetz im Jahr 2024 in genau dieser Form reformiert wurde. Im Mittelpunkt steht damit nicht die bloße Bewertung der Novelle, sondern die Analyse des politischen Prozesses, der zu ihr geführt hat. Ausgangspunkt ist die kontroverse Reform des Klimaschutzgesetzes, die vor dem Hintergrund anhaltender Klimakrise, verfassungsrechtlicher Anforderungen und politischer Interessenkonflikte breit diskutiert wurde.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage untersucht die Arbeit die Reform des Klimaschutzgesetzes 2024 mithilfe des Ansatzes eigendynamischer politischer Prozesse. Dabei werden zentrale Einflussfaktoren wie politische Akteure, institutionelle Rahmenbedingungen, Instrumentenalternativen, Problemstrukturen und situative Aspekte systematisch in den Blick genommen. So leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis aktueller umweltpolitischer Entscheidungsprozesse in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Einordnung
2.1 Wandel erster, zweiter und dritter Ordnung nach Hall
2.2 Die Grundannahmen des AEP
2.2.1 Akteure und ihre Handlungen
2.2.2 Institutionen
2.2.3 Instrumentenalternativen
2.2.4 Problemstrukturen
2.2.5 Situative Aspekte
3 Methodisches Vorgehen
4 Das Klimaschutzgesetz 2024
5 Analyse
5.1 Einordnung des Wandels nach Hall
5.2 Untersuchung der Novellierung des KSG 2024 anhand der fünf Erklärungsfaktoren des AEP
5.2.1 Akteure und ihre Handlungen
5.2.2 Institutionen
5.2.3 Instrumentenalternativen
5.2.4 Problemstrukturen
5.2.5 Situative Aspekte
6 Diskussion
7 Ausblick und Fazit
8 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit analysiert den politischen Prozess hinter der Novellierung des deutschen Klimaschutzgesetzes (KSG) im Jahr 2024, wobei die Forschungsfrage untersucht, warum die Reform in ihrer spezifischen Form umgesetzt wurde. Unter Anwendung des Ansatzes eigendynamischer politischer Prozesse (AEP) beleuchtet die Arbeit, wie das Zusammenspiel von Akteuren, Institutionen, Instrumenten, Problemstrukturen und situativen Aspekten zu dieser umstrittenen Gesetzesänderung führte.
- Anwendung des AEP zur Erklärung des politischen Wandels in der Umweltpolitik.
- Analyse der Rolle zentraler Akteure wie FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Reformprozess.
- Untersuchung des Einflusses von Institutionen wie der EU-Lastenteilungsverordnung und des deutschen Verfassungsrechts.
- Diskussion von Instrumentenalternativen, einschließlich Tempolimit und Dienstwagenbesteuerung.
- Einordnung der Reform in die Governance der deutschen Klimapolitik.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Akteure und ihre Handlungen
Beim AEP sind Akteure und ihre Handlungen der zentrale Erklärungsfaktor für die Entstehung und den Wandel von Policies. Akteure können gemäß dem AEP individuelle, kollektive (z.B. Bewegungen, Allianzen) oder korporative Akteure (z.B. Parteien, Gewerkschaften, Verbände) sein (vgl. Böcher und Töller 2012a: 463). Ihr Handeln kann grundsätzlich sowohl zweckrational als auch wertrational orientiert sein. Zweckrational handelnde Akteure verfolgen bestimmte Ziele und wollen ihre eigenen Interessen durchsetzen (macht- und interessenorientiert). Im Gegensatz dazu richten sich wertrational handelnde Akteure an Werten, Normen und Ideen (vgl. Böcher und Töller 2012a: 463; Böcher und Töller 2012b: 99). Das Handeln von Akteuren in politischen Prozessen hängt von der Definition und Struktur politischer Probleme, aktuellen öffentlichen Debatten, alternative politische Maßnahmen, verfügbaren Instrumenten und den politischen Logiken ab (vgl. Böcher und Töller 2012a: 463). Politische Prozesse werden nicht nur durch das Lösen klar definierter Probleme angetrieben, sondern auch durch die Eigeninteressen der Akteure, wie z.B. das Profilieren in Wahlen, das Sichern von Ressourcen oder das Verwirklichen von Ideologien. Probleme zu lösen ist nur eines von vielen Motiven im politischen Handeln (vgl. ebd.: 464).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Klimakrise als globale Herausforderung ein und beleuchtet die Entwicklung des deutschen Klimaschutzgesetzes (KSG) von 2019 bis zur kontroversen Novelle im Jahr 2024.
2 Theoretische Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Typologie des politischen Wandels nach Peter Hall und stellt den Ansatz eigendynamischer politischer Prozesse (AEP) mit seinen fünf zentralen Erklärungsfaktoren vor.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird das methodische Design der Bachelorarbeit beschrieben, welches auf einer Literaturrecherche und einer strukturierten Inhaltsanalyse entlang der AEP-Faktoren basiert.
4 Das Klimaschutzgesetz 2024: In diesem Kapitel wird die Genese der Klimagesetzgebung in Deutschland dargestellt und die wesentlichen inhaltlichen Änderungen des KSG 2024 gegenüber den vorherigen Fassungen zusammengefasst.
5 Analyse: Das Kernstück der Arbeit untersucht die Novellierung des KSG 2024 detailliert anhand der fünf Erklärungsfaktoren des AEP und ordnet den Wandel theoretisch ein.
6 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt, um die Forschungsfrage nach den Gründen für die Reform in dieser spezifischen Form zu beantworten.
7 Ausblick und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse, bewertet die Auswirkungen der Reform und wagt einen Blick auf die zukünftige Klimapolitik Deutschlands.
8 Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen, Dokumente und Medienberichte auf.
Schlüsselwörter
Klimaschutzgesetz, KSG, Politikfeldanalyse, AEP, Ansatz eigendynamischer politischer Prozesse, Sektorziele, Klimapolitik, politische Prozesse, Interessenkonflikte, Ampelkoalition, Verkehrssektor, Klimawandel, Governance, Policy-Wandel, Novellierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den politischen Entstehungsprozess der zweiten Reform des deutschen Klimaschutzgesetzes (KSG) im Jahr 2024 und analysiert die Hintergründe der Entscheidung der Ampelkoalition.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der deutschen Klimapolitik, der Rolle von Regierungsparteien, der Bedeutung von EU-Vorgaben und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Debatte um konkrete Instrumente wie das Tempolimit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum das Klimaschutzgesetz im Jahr 2024 in seiner vorliegenden, von Umweltverbänden als Abschwächung kritisierten Form reformiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt den "Ansatz eigendynamischer politischer Prozesse" (AEP), um den Reformprozess strukturiert anhand von fünf Einflussfaktoren zu analysieren.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Herleitung und die praktische Untersuchung anhand der Faktoren Akteure, Institutionen, Instrumentenalternativen, Problemstrukturen und situative Aspekte.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Klimaschutzgesetz, AEP, politische Dynamiken, Sektorziele, Interessenpolitik und der Wandel zweiter Ordnung nach Hall.
Welche Rolle spielt die FDP in dieser Analyse?
Die Analyse zeigt die FDP als treibende Kraft hinter der Abschaffung der sektorspezifischen Klimaziele, motiviert durch das Bestreben nach mehr wirtschaftlicher Flexibilität im Verkehrssektor.
Welche Bedeutung hat das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg?
Das Urteil wird als wichtiger institutioneller Einflussfaktor gewertet, der den politischen Druck auf die Bundesregierung erhöhte und zur beschleunigten Novellierung des Gesetzes beitrug.
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- Miriam Fleischmann (Autor), 2025, Das umstrittene Klimaschutzgesetz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1711868