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Mauritius im Zeitalter internationaler Wirtschaftsverflechtungen

Title: Mauritius im Zeitalter internationaler Wirtschaftsverflechtungen

Term Paper , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Simon Weller (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Dem ressourcenarmen Inselstaat Mauritius gelang in den 1980er Jahren ein viel beachteter wirtschaftlicher Aufschwung, verbunden mit steigendem Lebensstandard für einen Großteil der Bevölkerung. Dieser Erfolg sucht unter Entwicklungsländern, insbesondere im subsaharischen Afrika, bis heute seinesgleichen. Doch unter den veränderten weltwirtschaftlichen Bedingungen seit Beginn der 1990er Jahre begann auch Mauritius zunehmend unter den Folgen der „verschärften Globalisierung“ zu leiden. Sozioökonomische Fragmentierung und räumliche Disparitäten wuchsen.
In der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel Mauritius die Anwendbarkeit verschiedener theoretischer Konzeptionen zur Erklärung von Entwicklung und Unterentwicklung im Zeitalter der Globalisierung diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2.1 Mauritius als Gegenbeispiel zur Dependenztheorie

2.2 Globalisierungsprozesse entkräften Modernisierungstheorie

3 Fazit – Entwicklung als Fragmentierung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Beispiels Mauritius die Anwendbarkeit klassischer entwicklungstheoretischer Konzeptionen unter den Bedingungen einer zunehmend globalisierten Weltwirtschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie sich die wirtschaftliche Entwicklung des Inselstaates mit der Dependenztheorie sowie der Modernisierungstheorie erklären lässt und inwieweit neuere Ansätze wie die Theorie der fragmentierenden Entwicklung eine zutreffendere Analyse ermöglichen.

  • Wirtschaftlicher Aufschwung von Mauritius seit den 1980er Jahren
  • Kritische Analyse der Dependenz- und Modernisierungstheorie
  • Folgen der verschärften Globalisierung und soziale Disparitäten
  • Phänomen der sozioökonomischen Fragmentierung
  • Rolle von externen Akteuren und globalen Standortentscheidungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Mauritius als Gegenbeispiel zur Dependenztheorie

Nach Scholz (2002: 7) lassen sich generalisierend zwei grundverschiedene theoretische Positionen zum Thema Entwicklung voneinander abgrenzen. Zunächst möchte ich mich dem Standpunkt der mehr oder weniger dependenztheoretisch geprägten Globalisierungskritiker zuwenden. Die Quintessenz der Dependencia-Schule der 70er Jahre lautet zusammengefasst, dass „die Unterentwicklung der Peripherieländer durch die Ausbeutung von seiten der kapitalistischen Zentren produziert sei“(Zapf 1997:35), genauer gesagt durch die kolonialhistorisch bedingten, ungerechten Terms of Trade.

Demnach wäre gerade die Verflechtung in internationale Handelsbeziehungen nachteilig für Entwicklungsländer. Als logische Konsequenz daraus müsste auch die Globalisierung mit ihrer Entgrenzung der Märkte, dem wachsenden internationalen Wettbewerb, ihren Liberalisierungen etc. ( vgl. Scholz 2002: 7) den Ländern des „Südens“ schaden, oder zumindest die gegenwärtige Situation verfestigen.

Mauritius passte nach seiner 1968 erlangten, politischen Selbstständigkeit nur allzu gut in das Schema der Dependenztheorie: Der von den Briten geförderte Zuckerrohranbau dominierte die Landschaft (vgl. Bild 1) sowie mit 95% die mauritischen Exporterlöse.

Damit war jene einseitige Abhängigkeit vom Weltmarkt gegeben, die als typisches Merkmal von Entwicklungsländern gilt. Sie ging einher mit hoher Arbeitslosigkeit, Massenarmut und unterentwickelter Infrastruktur (vgl. Koop 2002: 24).Doch bereits in den 1970er Jahren bemühte sich die Regierung intensiv, die Attraktivität Mauritius' als Produktions- und Investitionsstandort zu erhöhen (Koop 2002: 26), indem sie die Insel als Exportproduktionszone (EPZ) auswies. Dies verhieß möglichen ausländischen Investoren konkrete steuerliche, infrastrukturelle und arbeitsrechtliche Erleichterungen (vgl. Koop 2002: 24).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Erfolgsgeschichte von Mauritius ein und formuliert das Ziel, verschiedene Entwicklungstheorien vor dem Hintergrund der Globalisierung zu diskutieren.

2.1 Mauritius als Gegenbeispiel zur Dependenztheorie: Das Kapitel analysiert, wie Mauritius ursprünglich in das dependenztheoretische Schema der Rohstoffabhängigkeit passte, sich jedoch durch den Aufbau einer Exportproduktionszone erfolgreich dagegen positionieren konnte.

2.2 Globalisierungsprozesse entkräften Modernisierungstheorie: Hier wird thematisiert, wie durch globale Wettbewerbszwänge soziale Errungenschaften erodierten und eine zunehmende sozioökonomische Spaltung der Gesellschaft entstand.

3 Fazit – Entwicklung als Fragmentierung: Das Fazit stellt fest, dass herkömmliche Theorien die heutige Realität nur unzureichend erfassen und plädiert für den Ansatz der fragmentierenden Entwicklung, bei dem der Erfolg maßgeblich von der individuellen Teilhabe an globalen Netzwerken abhängt.

Schlüsselwörter

Mauritius, Globalisierung, Dependenztheorie, Modernisierungstheorie, fragmentierende Entwicklung, Exportproduktionszone, Weltmarkt, soziale Disparitäten, Strukturwandel, Wirtschaftsverflechtung, Standortwettbewerb, Arbeitslosigkeit, soziale Spaltung, ökonomische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomische und soziale Entwicklung des Inselstaates Mauritius und prüft, ob gängige Entwicklungstheorien geeignet sind, die Dynamiken der Globalisierung in diesem Kontext zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Transformation von einer agrarisch geprägten Abhängigkeit hin zu einem exportorientierten Wirtschaftsmodell sowie die anschließenden negativen Auswirkungen der verschärften Globalisierung auf den sozialen Zusammenhalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Anwendbarkeit der Dependenz- und Modernisierungstheorie kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass die Theorie der fragmentierenden Entwicklung die aktuellen Prozesse auf Mauritius besser abbilden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine theoretische Diskursanalyse, in der existierende Theorien anhand von empirischen Daten und wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes Mauritius reflektiert und bewertet werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Widerlegung der Dependenztheorie durch den mauritischen Aufschwung und die darauf folgende Entkräftung der Modernisierungstheorie durch die krisenhafte Entwicklung nach den 1990er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die fragmentierende Entwicklung, Mauritius, Globalisierung, Exportproduktionszone (EPZ) und der soziale Konsens.

Warum wird Mauritius als "Gegenbeispiel zur Dependenztheorie" bezeichnet?

Obwohl das Land anfangs durch eine koloniale Abhängigkeit vom Zuckerrohr geprägt war, gelang es der Regierung durch aktive Industriepolitik, sich erfolgreich in die Weltwirtschaft zu integrieren, was dem dependenztheoretischen Grundsatz der notwendigen Unterentwicklung widersprach.

Was ist mit dem Begriff "fragmentierende Entwicklung" im Fazit gemeint?

Dieser Begriff beschreibt, dass Entwicklung nicht mehr auf staatlicher Ebene als Ganzes stattfindet, sondern dass sich integrierte und vom Fortschritt abgekoppelte Fragmente innerhalb der Gesellschaft bilden, die Armut und Reichtum unmittelbar nebeneinander existieren lassen.

Wie hat sich die Rolle des Tourismus auf Mauritius entwickelt?

Der Tourismus hat sich zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt, birgt jedoch laut Arbeit die Gefahr einer wachsenden Abhängigkeit von Reisetrends und Wirtschaftskrisen in den Herkunftsländern der Besucher.

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Details

Title
Mauritius im Zeitalter internationaler Wirtschaftsverflechtungen
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Einführung in die Wirtschaftsgeographie
Grade
1,2
Author
Simon Weller (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V171191
ISBN (eBook)
9783640903603
ISBN (Book)
9783640903672
Language
German
Tags
mauritius zeitalter wirtschaftsverflechtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Weller (Author), 2005, Mauritius im Zeitalter internationaler Wirtschaftsverflechtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171191
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