Utopie und Ideologie - Eine Einführung


Essay, 2010
6 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Definitionen von Utopie und Ideologie

Zusammenhang zwischen Utopie und Ideologie anhand von Beispielen

Formen der Utopie

Anfänge der Utopie

Platon

Der Staat (Politeia)

Literatur

Definitionen von Utopie und Ideologie

Der Begriff „Utopie“ leitet sich aus dem Griechischen ou topoV (ou= nicht; topos= Ort, Stelle) ab, was so viel wie „was es nirgends gibt“ bedeutet.[1] Wörtlich wäre Utopie mit „Nirgendland“ zu übersetzten.

„Utopie“ ist ein Kunstwort, welches durch Thomas Morus‘ Werk Utopia (1516) geprägt wurde. Morus stellt das damalige Europa einer utopischen Gesellschaft gegenüber.

Geprägt wurde der Begriff zwar von Morus, die Idee utopischer Gesellschaften ist jedoch viel älter; wir können sie z.B. bereits in Platons Politeia vorfinden, obgleich Platon den Begriff „Utopie“ noch nicht kennt. Auch in der Vorstellung vom Paradies und dem kontrafaktischen Zustand des Goldenen Zeitalters können wir utopisches Denken vorfinden.

Utopie meint auch immer etwas in der Zukunft liegendes, das heute noch nicht erreicht ist. Mittlerweile wird „Utopie“ auch umgangssprachlich gebraucht und bezeichnet häufig etwas, dass zu perfekt für die Wirklichkeit ist.

Der Begriff „Ideologie“ stammt ebenfalls aus dem Griechischen (eidoV oder idea und logoV) und bezeichnet der Wortbedeutung nach eine Ideenlehre.[2]

Bis hin in die französische Aufklärung fungierte er als ein philosophischer Begriff, wurde aber in der Napoleonischen Zeit, nicht minder durch Napoleon selbst, verklärt.

Dadurch wird Ideologie auch heute noch als ein weltfremdes Denken, welches keinen Wahrheitswert besitzt, verstanden.

Zusammenhang zwischen Utopie und Ideologie anhand von Beispielen

Hinter Utopie und Ideologie stehen unterschiedliche Ideen bzw. Vorstellungen. Der Unterschied soll anhand eines Beispiels deutlich werden.

Menschen, welche innerhalb ihrer Religion hohe, ideale Ziele verfolgen, hängen einer Utopie nach. Dient die Religion jedoch nur noch der Vertröstung auf das Jenseits, um die Nöte und Laster des Diesseits ertragen zu können, wird die Realität verschleiert; man spricht von Ideologie.

Ein weiteres Beispiel, welches in Anlehnung an Schillers Odé an die Freude wie folgt aussieht:

Alle Menschen werden Brüder vs. Alle Menschen sind Brüder

Das erstere meint eine Utopie, das andere eine Ideologie, denn wir wissen, dass der Satz nicht der Wahrheit entspricht.

Formen der Utopie

Neben der Utopie, wie Francis Bacon sie in Nova Atlantis beschreibt oder der ideale Staat aus Morus‘ Utopia, stehen auch andere, sogenannte schwarze Utopien (Distopien). Während die ersteren ausschließlich eine mit positiven Attributen ausgeschmückte Gesellschaft zeichnen, zeigen schwarze Utopien die Schattenseiten von Technik, Macht und Fortschritt. Sie zeigen uns, wohin es unsere Gesellschaft führen kann, wenn man die negativen Aspekte außer Acht lässt.

Vertreter schwarzer Utopien sind z.B. Bradburys Fahrenheit 415, Huxleys Schöne neue Welt und Orwells 1984.

Außerdem kann man die sogenannten märchenhaften Utopien von den ersteren abgrenzen. Dazu zählt zum Beispiel das Schlaraffenland der Gebrüder Grimm, welches eine „ideale“ Gesellschaft mit Stilmitteln des Volksmärchens präsentiert.

Anfänge der Utopie

Es fand ein Umbruch im klassischen Griechenland statt. Rivalitäten, Tyrannei, Oligarchie und die Schriften von Homer wurden von den Sophisten „abgelöst“, welche in Athen wirkten und ihre Lehren, anders als Sokrates, gegen Bezahlung preisgaben.

[...]


[1] Hügli & Lübcke. Philosophielexikon. 1997. S. 645

[2] Hügli & Lübcke. Philosophielexikon. 1997. S. 310

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Utopie und Ideologie - Eine Einführung
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
6
Katalognummer
V171205
ISBN (eBook)
9783640903757
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
utopie, ideologie, eine, einführung
Arbeit zitieren
Mendina Morgenthal (Autor), 2010, Utopie und Ideologie - Eine Einführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171205

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