Das Thema „Aufschreibesysteme 1800 1900“ und damit verbunden auch das Buch „Grammophon Film Typewriter“ wird bearbeitet, weil es verdeutlicht, wie sich die verschiedenen Medien wie die Sprache oder das Buch im Zusammenhang mit den verschiedenen Institutionen entwickelten. In „Aufschreibesystem 1800-1900“ werden im Wesentlichen die zwei genannten Aufschreibesysteme und die technikzentrierte Medientheorie behandelt. Auch werden die verwendeten Begrifflichkeiten durch Definitionen und Erklärungen abgehandelt. Die Schrittfolge der Bearbeitung des Themas Aufschreibesysteme erfolgt chronologisch, um einen nachvollziehbaren und logischen Aufbau der Abhandlung zu gewähren.
„Grammophon Film Typewriter“ behandelt die Entwicklung dieser drei Medien und ihren Wirkungsbereich. Es geht auch um die Verwendung der Techniken in den beiden Weltkriegen und welchen Einfluss diese auf das Kriegsgeschehen hatten.
Kritik an Friedrich A. Kittler und seinen Analyseansatz und die Auseinandersetzung bzw. Idee von einem Aufschreibesystem 2000 wird in den letzten zwei Kapiteln behandelt. Dabei wird auch die Frage geklärt, inwiefern die militärische Entwicklung heutzutage unseren Medieneinsatz beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Eine technikzentrierte Medientheorie
2 Das Aufschreibesystem 1800
3 Das Aufschreibesystem 1900
3.1 Fallbeispiel „Schreibmaschine und Geschlecht
3.2 Grammophon Film Typewriter
4 Kritik an Friedrich A. Kittler
5 Ideen zum Aufschreibesystem 2000 und der Entwicklung neuer Medien durch militärische Forschung
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Medientheorie von Friedrich A. Kittler, insbesondere seine Analyse der Aufschreibesysteme 1800 und 1900. Ziel ist es, die Entwicklung von Medientechnologien und deren Einfluss auf die menschliche Wahrnehmung sowie das gesellschaftliche Wissen nachzuvollziehen und kritisch zu hinterfragen, wie militärische Forschung maßgeblich zur Entstehung neuer Mediensysteme beigetragen hat.
- Die technikzentrierte Medientheorie nach Friedrich A. Kittler
- Die Analyse der Aufschreibesysteme 1800 und 1900
- Der Einfluss der Schreibmaschine auf Geschlechterrollen und Berufsfelder
- Die Genese von Medien aus militärischen Entwicklungen und Kriegen
- Perspektiven auf ein mögliches Aufschreibesystem 2000 und das Internet
Auszug aus dem Buch
3.2 Grammophon Film Typewriter
Das Buch „Aufschreibesysteme“ von Friedrich A. Kittler beinhaltete eigentlich die medialen Techniken im Wirkungszusammenhang mit komplexen Systemen.
Die Technik tritt immer mehr in den Vordergrund und Kittlers Buch „Grammophon, Typewriter, Film“ ist die Ausführung des Technikaspekt im Aufschreibesystem 1900. Das Grammophon und der Film speicherten unaufschreibbare Daten. Die Schreibmaschine hingegen war ein Zwischending von Werkzeug und Maschine.
Die neuen medialen Techniken trennen zum ersten Mal alle Datenflüsse von Optik, Akustik, Schrift.
Durch die Konkurrenz der technischen Medien sind Reales und Imaginäres aus Büchern verschwunden und die Schrift ist nicht mehr länger das Universalmedium schlechthin. Auch die Schreibmaschine verändert den Charakter der Schrift, so ersetzen genormte Buchstaben die individuelle Handschrift.
Durch die Schreibmaschine gibt es nun eine Apparatur zwischen dem Schreibenden und der Schrift, sie wird getrennt vom Menschen.
Somit ist das Subjekt (der Mensch) nicht länger Schöpfer sprachlicher, visueller oder akustischer Gebilde, dazu dienen nun die neuen Techniken.
Kittler sieht darin, dass die „Menschen Informationsmaschinen nicht erfunden haben [können], sondern sie sind umgekehrt ihre Subjekte“ (Kittler 1993, S. 77).
Die Medien sind Produkte des Menschen und sie produzieren ihrerseits den Menschen.
Kittler betrachtet auch die technische Entwicklung dieser neuen Medien, bei ihm steht dabei der Krieg im unmittelbaren Zentrum. Kittlers These sagt aus, dass die Medien aus dem Krieg geboren werden.
Die wichtigsten Innovationsschübe haben in den 2 Weltkriegen stattgefunden. Dies waren Erforschungen die aufgrund von militärischen Erfordernissen stattgefunden haben. Im ersten Weltkrieg entwickelte sich das Radio und im zweiten Weltkrieg kam die Stereophonie zur Feindortung zum Einsatz, ebenso wie der zivile Rundfunk entstand.
Friedrich A. Kittler stellt 3 Entwicklungsstufen fest. In der ersten Phase im amerikanischen Bürgerkrieg Speichertechniken.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Aufschreibesysteme 1800 und 1900 sowie die Rolle des Buches „Grammophon Film Typewriter“ für das Verständnis medientechnischer Entwicklungen.
1 Eine technikzentrierte Medientheorie: Dieses Kapitel stellt Friedrich A. Kittlers Kritik an traditionellen geisteswissenschaftlichen Methoden dar und führt seinen technikzentrierten Medienbegriff ein.
2 Das Aufschreibesystem 1800: Hier wird der Prozess der allgemeinen Alphabetisierung und die Etablierung des Buches als zentrales Medium in einer von der Dichtung geprägten Epoche analysiert.
3 Das Aufschreibesystem 1900: Das Kapitel behandelt den Zerfall des alten Systems und die Entstehung neuer technischer Speichermedien wie Grammophon und Film, begleitet von der Psychophysik.
3.1 Fallbeispiel „Schreibmaschine und Geschlecht: Es wird untersucht, wie die Schreibmaschine die Arbeitswelt veränderte und eine Emanzipation der Frau im Berufsleben ermöglichte.
3.2 Grammophon Film Typewriter: Dieses Kapitel beleuchtet die Trennung von Datenflüssen durch neue Techniken und Kittlers These der Medienentstehung aus dem Krieg.
4 Kritik an Friedrich A. Kittler: Hier wird die Kritik an Kittlers metaphysischer Herleitung des kriegerischen Charakters von Medien sowie an seinem Verständnis des Computers thematisiert.
5 Ideen zum Aufschreibesystem 2000 und der Entwicklung neuer Medien durch militärische Forschung: Das Kapitel reflektiert die Rolle des Internets als Universalmedium und hinterfragt die permanente technologische Entwicklung aus militärischen Kontexten.
6 Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Thesen zu den Aufschreibesystemen und Kittlers medientheoretischem Ansatz.
Schlüsselwörter
Aufschreibesystem, Friedrich A. Kittler, Medientheorie, Informationstechnik, Grammophon, Film, Schreibmaschine, Alphabetisierung, Psychophysik, Militärforschung, Medienkonvergenz, Internet, Diskursanalyse, Kommunikation, Datenspeicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Medientheorie von Friedrich A. Kittler und dessen Einteilung der Kulturgeschichte in spezifische Aufschreibesysteme, basierend auf den technologischen Bedingungen der jeweiligen Epochen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die technizistische Medienanalyse, die Entwicklung der Alphabetisierung im 18. Jahrhundert, den Aufstieg technischer Speicher- und Übertragungsmedien sowie die militärische Herkunft moderner Medientechnologien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Funktionsweise von Aufschreibesystemen darzulegen und zu untersuchen, wie technische Medien das Denken und Wissen einer Kultur formen und beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit folgt einem chronologischen Ansatz, der die medientheoretischen Thesen Kittlers strukturiert nachzeichnet, vergleicht und einer kritischen Würdigung unterzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Systeme 1800 und 1900, die Fallstudie zur Schreibmaschine, die Kritik an Kittlers militärzentrierter Sichtweise sowie eine Prognose für das Aufschreibesystem 2000 unter Einbeziehung des Internets.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Aufschreibesystem, Medientechnik, Informationsnetzwerke, Diskursanalyse, Technikgenese und der Einfluss des Krieges auf die Ziviltechnik.
Wie verändert die Schreibmaschine laut Kittler die Rolle des Menschen?
Kittler argumentiert, dass durch die Schreibmaschine eine Apparatur zwischen Mensch und Schrift tritt, wodurch der Mensch seine Rolle als alleiniger Schöpfer sprachlicher Gebilde verliert und selbst zum Subjekt der Maschine wird.
Welche Rolle spielt das Militär bei der Entstehung von Medien?
Kittler stellt die These auf, dass Medien aus dem Krieg geboren werden, da technologische Innovationen wie Radio, Stereophonie oder Internet oft aus militärischen Anforderungen der Weltkriege oder des Kalten Krieges hervorgingen.
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- Anna-Sophie Buhler (Author), 2009, Die Aufschreibesysteme 1800, 1900 und Ideen zum Aufschreibesystem 2000 sowie Überlegungen zur Entstehung von Medien durch militärische Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171267