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Sprachursprungstheorien in den Siglos de Oro - Ein Vergleich

Titre: Sprachursprungstheorien in den Siglos de Oro - Ein Vergleich

Thèse de Bachelor , 2009 , 27 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Raphaela Orth (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die „Siglos de Oro“ waren eine Epoche politischer, religiöser und kultureller Veränderungen. Die Ideen der Renaissance verursachten einen Mentalitätswechsel und eine Veränderung aller Aspekte des menschlichen Lebens. Die theozentrische Konzeption der Welt wurde zu einer anthropozentrischen, das heißt dass der Mensch zunehmend zum Zentrum des Universums wurde. Somit rückten auch alle Dinge, die mit ihm verbunden sind in den Mittelpunkt. Zu diesen Dingen gehört auch die Sprache.
Die Aufwertung der Volkssprachen ist ein Phänomen, das sich hauptsächlich im 16 Jh. entwickelt. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass die Renaissance sowohl die Rückkehr zur Klassik bedeutete als auch die Bildung eines eigenen nationalen Charakters.1 Ausschlagend hierfür sind jedoch auch politische Gründe. Nach dem Niedergang des feudalen Ständestaates, kam es zur Bildung von Zentralstaaten. Zentralisierende Tendenzen wurden nicht nur auf politischer und wirtschaftlicher Ebene angestrebt, sondern auch im Hinblick auf die Sprachpolitik. Die Volkssprache sollte sich als Nationalsprache durchsetzen und durch eine Grammatik normiert werden. Die Verfechter der Nationalsprache kämpften gegen die Überbetonung des Lateins und die restlichen Mundarten, die der neuen Nationalsprache weichen sollten.
[...]
1 Vgl. ALDRETE, Bernardo José de (MCMLXXV): Del origen y principio de la lengua castellana ò romance que oi se usa en España. Ideas Lingüísticas de Aldrete. Edición facsimilar y estudio de Lidio Nieto Jiménez. Madrid Consejo Superior de Investigaciones Científicas), 37 ff.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprachursprungstheorien in den “Siglos de Oro”

2.1. Bernardo José de Aldrete

2.2. Juan de Valdés

2.3. Gregorio López Madera

3 Vergleich der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera

4 Mögliche Kritik der Theorien

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachursprungstheorien spanischer Gelehrter während der Epoche der „Siglos de Oro“. Das primäre Ziel ist es, die unterschiedlichen Erklärungsansätze von Bernardo José de Aldrete, Juan de Valdés und Gregorio López Madera darzustellen, kritisch zu vergleichen und in den historischen Kontext der Renaissance sowie des internationalen Sprachenwettstreits einzuordnen.

  • Die Korruptionstheorie als Erklärungsmodell für die Entstehung der romanischen Sprachen.
  • Die „urkastillische“ Theorie und der Anspruch auf eine ehrwürdige Herkunft der Nationalsprache.
  • Die Einbettung linguistischer Debatten in das neue Weltbild der Renaissance und den Nationalstaatsgedanken.
  • Kritische Analyse der Argumentationsweisen im Vergleich zur modernen Sprachwissenschaft.

Auszug aus dem Buch

2.1. Bernardo José de Aldrete

Der bedeutendste Beitrag zum Studium des Ursprungs der spanischen Sprache ist zweifellos das Werk von Bernardo José de Aldrete. Er veröffentlichte zwei Bücher, das erste davon erschien 1606 in Rom unter dem Titel „Del Origen y Principio de la lengua castellana o Romance que oi se usa en España“, das zweite trug den Titel „Varias Antigüedades des España, Africa y otras provincias“ und wurde 1619 in Amberes veröffentlicht (vgl. GAUGER 1989, 52).

Mein Interesse gilt speziell seinem Werk „Del Origen y Principio de la lengua castellana o Romance que oi se usa en España“, da er sich im ersten und zweiten Buch dieser Schrift ausführlich mit dem Ursprung der spanischen Sprache beschäftigt. Aldrete geht davon aus, dass das „romance“ sich von der lateinischen Sprache ableitet und von ihr sein „principio“, das heißt seine Wesensart und seinen Namen erhalten hat. Mit der Ankunft der Goten begann auch der Niedergang des Lateinischen, es wurde durch die Goten korrumpiert. (vgl. Gauger). Aldrete ist somit ein klarer Verteidiger der Korruptionstheorie. Diese Theorie existiert schon seit dem 15 Jh, Aldrete ist jedoch der erste der die Grundlagen für diese Theorie ausarbeitete (vgl. BAHNER 1956, 78).

Seine Schrift teilt sich in drei Bücher. Im ersten Buch beschäftigt sich Aldrete mit der Romanisierung der iberischen Halbinsel und der Tatsache, dass das Latein die Umgangssprache Spaniens war und im zweiten Teil mit der Sprachverwandtschaft des Lateinischen mit dem „romance“. Der dritte Teil dient der Untersuchung der nicht lateinischen Elemente der spanischen Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen und mentalen Wandel während der „Siglos de Oro“ und führt in die Relevanz der Sprachursprungsfrage für das aufkommende Nationalstaatsbewusstsein ein.

2 Sprachursprungstheorien in den “Siglos de Oro”: Dieses Kapitel erläutert die Grundpositionen der drei zentralen Autoren Aldrete, Valdés und López Madera bezüglich des Ursprungs der spanischen Sprache.

3 Vergleich der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien herausgearbeitet, wobei insbesondere der Gegensatz zwischen der Korruptionstheorie und der „urkastillischen“ Theorie im Vordergrund steht.

4 Mögliche Kritik der Theorien: Dieses Kapitel prüft die historischen Argumente der Autoren unter Einbeziehung moderner sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse zum Vulgärlatein und zur Sprachgeschichte.

5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, inwieweit die damaligen Theorien von patriotischen Motiven und dem Zeitgeist geprägt waren und ordnet die Bedeutung der Autoren für das Sprachbewusstsein der Epoche ein.

Schlüsselwörter

Siglos de Oro, Sprachursprung, Korruptionstheorie, urkastillische Theorie, Bernardo José de Aldrete, Juan de Valdés, Gregorio López Madera, Renaissance, Romanisierung, Latein, Vulgärlatein, Sprachwandel, Nationalstaatsbewusstsein, Sprachpolitik, Hispanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie spanische Gelehrte im 16. und 17. Jahrhundert den Ursprung ihrer Nationalsprache erklärten und welche Theorien dabei dominierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Korruptionstheorie, die Idee der „urkastillischen“ Ursprache, der Einfluss des italienischen Humanismus und die Rolle des Patriotismus bei der Aufwertung der spanischen Sprache.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung und kritische Einordnung der linguistischen Argumentationsmodelle dreier Schlüsselfiguren vor dem Hintergrund des damaligen europäischen Sprachenwettstreits.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgeschichtliche und sprachwissenschaftliche Analyse, die Originalquellen der Epoche untersucht und mit zeitgenössischen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien von Aldrete, Valdés und López Madera, einen systematischen Vergleich ihrer Argumente sowie eine kritische Hinterfragung ihrer wissenschaftlichen Validität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Sprachursprung, Siglos de Oro, Korruptionstheorie und Sprachbewusstsein.

Warum lehnte López Madera die Abstammung vom Lateinischen ab?

López Madera vertrat die „urkastillische“ Theorie, nach der das Kastillische bereits vor der römischen Eroberung auf der iberischen Halbinsel existierte, um dem Spanischen einen eigenständigen, ehrwürdigen Status zuzuweisen.

Was ist das „romance“ im Verständnis von Aldrete?

Aldrete definiert das „romance“ als ein durch die Goten korrumpiertes Latein, das sich nach der römischen Herrschaft als Volkssprache auf der iberischen Halbinsel durchsetzte.

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Résumé des informations

Titre
Sprachursprungstheorien in den Siglos de Oro - Ein Vergleich
Université
University of Tubingen
Note
1,7
Auteur
Raphaela Orth (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
27
N° de catalogue
V171306
ISBN (ebook)
9783640907328
ISBN (Livre)
9783640907663
Langue
allemand
mots-clé
sprachursprungstheorien siglos vergleich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Raphaela Orth (Auteur), 2009, Sprachursprungstheorien in den Siglos de Oro - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171306
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Extrait de  27  pages
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