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Frankfurt - Messe- und Handelsstadt im Mittelalter

Title: Frankfurt - Messe- und Handelsstadt im Mittelalter

Seminar Paper , 2000 , 22 Pages , Grade: gut (2)

Autor:in: Matthias Mißler (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Laufe der Zeit veränderte sich Frankfurt erheblich, seine Messe jedoch trotzte allen Widrigkeiten des Mittelalters bis in unsere heutige Zeit. Frankfurt war königliche Pfalz und wurde freie Reichsstadt, sowie zur Wahl- und Krönungsstadt deutscher Könige. In guten und schlechten Zeiten behauptete sich die Frankfurter Messe und bestimmt seit acht Jahrhunderten das wirtschaftliche und kulturelle Leben Frankfurts. Frankfurt entwickelte sich dadurch von einer provinziellen fürstlich verwalteten mittelalterlichen Stadt zu einer souveränen freien Stadt und schließlich zur heutigen „Wirtschaftsmetropole mit Weltstadtcharakter“1. Die optimale Lage der Stadt im Mittelpunkt von bedeutenden Handelsstraßen und die begünstigte wirtschaftliche und politische Stellung Frankfurts gegenüber den anderen deutschen Messestädten waren die Bedingungen für die Kontinuität des hohen Ansehens der Messestadt Frankfurt.

Die damaligen Messen waren auf Grund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch für die europäische wirtschaftliche Ideengeschichte prägend. Der Wandel von der abhängigen kleinen Wirtschaftseinheit (Leibeigenschaft: Bauer – Fürst) zum überregionalen (bis zum globalen) Warenverkehr bis zur boomenden Geldwirtschaft war grundlegend mit der Entwicklung der Messen verbunden. Für die Wirtschaftslehre des freien Spiels von Angebot und Nachfrage waren die Messen jener Zeit die Geburtsorte. „Die mittelalterlichen Messen waren Wareneinkaufs- und –verkaufsmessen, Zahlungstermine, sie übernahmen Banken- und Börsenfunktion und wurden zu den mittelalterlichen Kommunikationszentren“.2 In der folgenden Hausarbeit werde ich auf die Voraussetzungen, Entwicklungsfaktoren und weitere wichtige Einflüsse für die Entwicklung Frankfurts zur Messe- und Handelsstadt eingehen. Dazu werde ich zu Beginn der Arbeit die privilegierte Stellung Frankfurts im Reich skizzieren, um später die wichtigsten Faktoren für die Entwicklung Frankfurts als Messe- und Handelsstadt zu beleuchten. Desweiteren wird die Arbeit nicht verschweigen, welche Fäden im Konkurrenzkampf zwischen den größeren deutschen Handelsstädten des alten Reiches gezogen werden mussten, um den jeweils anderen in der eigenen Entwicklung zu schwächen bzw. seine Messen durch protektionistische Politik zu stärken. Ein Warenbeispiel wird dann noch abschließend die erstaunliche Professionalität des mittelalterlichen Messeablaufes Frankfurts aufzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Entwicklung der Frankfurter Messe

1.) Frankfurts privilegierte Stellung im Reich

a) Die geographische Lage

b) Die Königspfalz

c) Die Königswahl

d) Internationale Entwicklung

2.) Wichtige Faktoren für die Entwicklung Frankfurts zu einem bedeutendem Messeplatz

a) Zölle und Abgaben

b) Geleit

c) Das Privileg einer zweiten Messe (Fastenmesse)

III. Die Konkurrenzmessen

1. Mainz

2. Nürnberg

3. Leipzig

IV. Warenbeispiel

a) Der Weinhandel

b) Wein, Zölle und Abgaben

V. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historischen Voraussetzungen und Entwicklungsfaktoren, die Frankfurt am Main im Mittelalter zu einem bedeutenden Messe- und Handelszentrum aufsteigen ließen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie politische Privilegien, eine günstige geografische Lage und ein straffes Zollsystem die Marktposition der Stadt gegenüber Konkurrenten wie Mainz, Nürnberg und Leipzig sicherten.

  • Frankfurts Aufstieg als königliche Pfalz und Wahlstadt.
  • Einfluss von Geleitschutz und Privilegien (z.B. Kampfprivileg) auf die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Konkurrenzanalyse im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Handelszentren.
  • Die Rolle des Weinhandels als exemplarischer Wirtschaftsfaktor und Einnahmequelle.
  • Strukturelle Bedeutung des städtischen Zoll- und Abgabenwesens für den Messeablauf.

Auszug aus dem Buch

b) Geleit

Frankfurt, wie auch andere Messestädte, musste sich um den Schutz der Kaufleute, die ihre Messe besuchten, Gedanken machen. Natürlich war es für die Kaufleute wichtig, sicher und unbeschadet hinter die Stadtmauern zu gelangen. Soweit es möglich war, übernahm die Stadt den bewaffneten Schutz ihrer Messegäste. Dies sah meistens so aus, dass sie Stadtknechte unter der Führung eines Stadthauptmannes, der meist dem Ritterstand angehörte und mit der Kriegskunst vertraut war, bewaffneten und diesen auftrugen, die fremden Kaufleute an bestimmten Stellen zu empfangen und unter sicherem Geleit in die Stadt zu bringen.

„Das städtische Geleit galt nur im Zuständigkeitsbereich des Frankfurter Gerichts. Der im städtischen Geleit zugesicherte prozessuale Schutz und die Friedenszusicherung im städtischen Gebiet waren unumgängliche Voraussetzungen für den geregelten Ablauf der beiden Messen“.

Das größte Problem für Messestädte wie Frankfurt war, dass ihre Gäste aus den verschiedensten Richtungen und von den entferntesten Stellen des Reiches kamen, so dass sie ihnen dadurch den nötigen Schutz nicht deckend gewähren konnten. Aus diesem Grund schlossen die Messestädte zum einen Bündnisse untereinander, zum anderen schlossen sie Geleitsverpflichtungen mit Rittern und Landesherren ab.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Transformation Frankfurts von einer mittelalterlichen Königspfalz zur bedeutenden Wirtschaftsmetropole und führt in die zentralen Forschungsfaktoren der Arbeit ein.

II. Entwicklung der Frankfurter Messe: Dieses Kapitel behandelt die Standortfaktoren wie Geografie und Königswahlen sowie die politischen Instrumente wie das Geleitswesen und die Erlangung der zweiten Messe.

III. Die Konkurrenzmessen: Hier wird der Wettbewerb mit den Handelsplätzen Mainz, Nürnberg und Leipzig analysiert, wobei besonders die politische Diplomatie Frankfurts zur Abwehr dieser Konkurrenz hervorgehoben wird.

IV. Warenbeispiel: Dieses Kapitel verdeutlicht am Beispiel des Weinhandels die organisatorische Komplexität des Frankfurter Wirtschaftslebens und des städtischen Abgabensystems.

V. Schluss: Der Schluss fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die fundamentale Rolle der Privilegienpolitik und des Geleitschutzes für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg Frankfurts im Mittelalter.

Schlüsselwörter

Frankfurt am Main, Mittelalter, Frankfurter Messe, Handelsstadt, Königswahl, Geleitschutz, Messeprivileg, Zölle, Abgabenwesen, Weinhandel, Wirtschaftsgeschichte, Stapelplatz, Konkurrenz, Mittelalterliche Stadt, Privilegienpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Aufstieg Frankfurts am Main zu einer der bedeutendsten Messe- und Handelsstädte des deutschen Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Frankfurter Messen, der politischen Privilegierung durch das Reich, dem Schutz der Kaufleute und der regulatorischen Kontrolle des Warenverkehrs.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Frankfurt durch geschickte Ausnutzung seiner politischen Stellung, den Schutz der Händler und ein effizientes Zollsystem seine Vormachtstellung gegenüber regionalen Konkurrenten behaupten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor wählt einen historischen Analyseansatz, der auf der Auswertung relevanter Fachliteratur sowie auf der Untersuchung von historischen Dokumenten und Privilegien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Standortfaktoren, den diplomatischen Konkurrenzkampf mit anderen Städten wie Mainz und Leipzig sowie eine Fallstudie zum Weinhandel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören: Frankfurter Messe, Mittelalter, Handelsstadt, Privilegien, Zollwesen, Geleitschutz und Konkurrenzanalyse.

Welche Rolle spielte das Kampfprivileg für Frankfurt?

Es war ein entscheidendes rechtliches Instrument von Ludwig dem Bayern aus dem Jahr 1337, welches anderen Städten untersagte, Messen abzuhalten, die dem Erfolg der Frankfurter Märkte schaden könnten.

Wie organisierte Frankfurt den Warenverkehr beim Weinhandel?

Durch ein komplexes Kontrollnetz mit Zollstellen, Visiere zur Mengenaufzeichnung und spezielle Handelsvermittler (Weinsticher) stellte die Stadt sicher, dass alle Handelsaktivitäten steuerlich erfasst und geregelt abliefen.

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Details

Title
Frankfurt - Messe- und Handelsstadt im Mittelalter
College
University of Tubingen  (Mittelalterliche Geschichte)
Course
Proseminar: Die mittelalterliche Stadt: Vielfalt und Einheit
Grade
gut (2)
Author
Matthias Mißler (Author)
Publication Year
2000
Pages
22
Catalog Number
V17130
ISBN (eBook)
9783638217743
ISBN (Book)
9783640202805
Language
German
Tags
Frankfurt Messe- Handelsstadt Mittelalter Proseminar Stadt Vielfalt Einheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Mißler (Author), 2000, Frankfurt - Messe- und Handelsstadt im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17130
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