Gründe für Erhebung von Einfurzöllen und sonstige Einfuhrbeschränkungen hinsichtlich der Einfuhr von Waren in die Europäische Union


Seminararbeit, 2010

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Europäische Union

3. Die EU und die Welthandelsorganisation WTO
3.1. Grundlagen der WTO
3.2. Die Gründung der WTO
3.3. Die Grundprinzipien der WTO

4. Die Erhebung von Einfuhrzöllen und Beschränkungen in der EU
4.1. Gründe für die Erhebung von Zöllen
4.2. Der Regelzoll
4.3. Der Schutzzoll
4.4. Sonstige Einfuhrbeschränkungen

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

1. Einleitung

Die Bevölkerung der Europäischen Union ist mit nahezu 500 Millionen Bürgern nach China und Indien die drittgrößte der Welt. Schon allein ihrer Größe und ihres kommerziellen, wirtschaftlichen und finanziellen Einflusses wegen ist die EU eine Macht von globalem Gewicht. Auf sie entfällt der größte Anteil des Welthandels, und sie erzeugt ein Viertel des weltweiten Vermögens.

Im Bewusstsein ihrer weltweiten Bedeutung in Wirtschaft und Handel nutzt die Europäische Union ihre Macht gleichermaßen im Interesse anderer und in ihrem eigenen Interesse. Die EU fördert den Wohlstand und die demokratischen Werte in allen Teilen der Welt; gleichzeitig trägt sie so dazu bei, Stabilität und Wohlstand für die Bürger innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu konsolidieren. Die Aufnahme neuer Mitgliedstaaten stärkt die Rolle der EU auf der Weltbühne.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Gründe für die Erhebung von Einfuhrzöllen und sonstige Einfuhrbeschränkungen hinsichtlich der Einfuhr von Waren in die Europäische Union herauszuarbeiten.

Zunächst soll die EU als Zollunion und ihre Bedeutung im Welthandel dargestellt werden. Da sich die Bildung der Zölle an den Massstäben der Welthandelsorganisation WTO orientiert, wird im nächsten Schritt dieselbige mit ihrer Geschichte und den Grundprinzipien abgehandelt. Zuletzt werden dann die daraus abgeleiteten Gründe für die Einfuhrzölle der EU vorgestellt und auf die verschiedenen Zollarten eingegangen.

2. Die Europäische Union

Die Europäische Union, die einen Kontinent vereinigt, strebt enge Beziehungen zu ihren Nachbarn an, damit nicht neue künstliche Trennungen an die Stelle der alten treten. Nach ihren eigenen Zielen „Stabilität und Wohlstand“, strebt sie nun nach Zusammenarbeit mit anderen in einer interdependenten Welt, um überall deutlich zu machen, welche Vorteile offene Märkte, Wirtschaftswachstum und ein politisches System, das auf sozialer Verantwortung und Demokratie beruht, mit sich bringen.[1]

Die gemeinsame Außenhandelspolitik ist ein zentrales Element der Beziehungen der Europäischen Union mit der übrigen Welt. Zum einen ist sie im Rahmen der Welthandelsorganisation aktiv zusammen mit ihren Partnern an der Festlegung von Regeln für das multilaterale Welthandelssystem beteiligt. Zum anderen handelt sie auf bilateraler Ebene ihre eigenen Abkommen mit Staaten und Regionen aus. Sie bemüht sich besonders darum, Produkten aus den Entwicklungsländern leichten Zugang zu ihrem Markt zu verschaffen und die Entwicklung durch ihre Handelsbeziehungen zu fördern.

Die Europäische Union ist die größte Handelsmacht der Welt, auf die nahezu 20% der weltweiten Exporte und Importe entfallen. Der wichtigste Handelspartner der EU sind die USA, gefolgt von China und Russland. Die Handelsströme über den Atlantik haben, beide Richtungen zusammengenommen, einen Wert von knapp 400 Mrd. EUR jährlich.[2]

Der offene Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten hat zum europäischen Binnenmarkt mit freiem Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehr geführt. Daher treibt die Union die weitere Handelsliberalisierung weltweit voran, von der die reichen und die armen Länder gleichermaßen profitieren sollen.

3. Die EU und die Welthandelsorganisation WTO

3.1. Grundlagen der WTO

Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich die Industrienationen, zu einer globalen Welthandelsordnung zu finden, die die Regeln für Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie für eine internationale Wettbewerbs- und Kartellordnung enthalten sollte; allerdings scheiterte dies am Widerstand im US-Kongress. Jedoch kam 1947 das Allgemeine Zoll und Handelsabkommen GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) zustande. Das GATT diente über die Jahre erfolgreich dem Abbau von Handelshemmnissen durch Bildung und Senkung von Zöllen und die im GATT-Vertrag festgeschriebenen Grundsätze der Nichtdiskriminierung und Meistbegünstigung, sowie die Antidumping- und Antisubventionskodizes.

Ein beachtlicher Schritt in Richtung „freier Welthandel“ war 1995 nach Abschluss der sogenannten Uruguay-Runde des GATT die Schaffung der selbständigen Welthandelsorganisation WTO. Somit wurde das Regelwerk für den Welthandel erheblich erweitert und verbessert; die multilateralen Handelsabkommen sind für alle Mitglieder verbindlich.

3.2. Die Gründung der WTO

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, ist die WTO ein Ergebnis der Uruguay Runde, der von 1986 bis 1994 andauernden Welthandelskonferenz. Angesichts großer Meinungsunterschiede war ein Verhandlungsabschluss nur möglich, indem strittige Themen ausgeklammert wurden. Das Verhandlungsergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen:

- Erleichterung des Marktzugangs durch Abbau von Zöllen durch die Verbesserung und Durchsetzung bestehender GATT-Regeln in den Bereichen nichttarifärer Hemmnisse, Dumping und Subventionen.
- Einbeziehung der Ausnahmebereiche Agrarprodukte sowie Textilien und Kleidung.
- Ausdehnung der Welthandelsregeln auf die Bereiche Dienstleistungen, geistiges Eigentum und Direktinvestitionen.
Für die stark außenhandelsorientierte EU sind die positiven Effekte der Liberalisierung überdurchschnittlich hoch. Für bestimmte umstrittene Sektoren der EU-Wirtschaft wurden Sonderregelungen getroffen, bestimmte Punkte aber auch ausgeklammert:
- Im Agrarsektor der EU wirken die GATT-Vereinbarungen besonders stark. Deshalb wurde die Anpassung der europäischen Agrarproduzenten an die vorsichtige Marktöffnung durch zahlreiche Sonderverordnungen, die sogenannten „Green-Box-Vereinbarungen, erleichtert.
- Für Zölle auf sensible Produkte wurden häufig geringere oder gar keine Senkungen festgelegt als im Durchschnitt, sodass die Wettbewerbszunahme hier nicht wirksam ist.
- Bei den Dienstleistungen verständigten sich die USA und die EU kurz vor Ende der Verhandlungen, wichtige Bereiche auszuklammern, wie z.B. den Seeverkehr oder den Finanzdienstleistungssektor.

Die Welthandelsorganisation wurde am 01.01.1995 zur Rechtsnach-folgerin des GATT. Die dem GATT zugrundeliegenden Überzeugung, dass offene Märkte und fairer Wettbewerb zentrale Voraussetzungen für ein dauerhaftes weltwirtschaftliches Wachstum seien, führten zu dem Ziel, die Regeln für den freien Welthandel mithilfe von Welthandelskonferenzen zu verbessern und deren Einhaltung zu überwachen. Alle seit der Gründung des GATT geschlossenen Welthandelsabkommen haben ihre Gültigkeit behalten und sind von der WTO übernommen worden.

Dass die EU als gemeinsame Macht und als einziger Nichtstaat als Mitglied bei der WTO dabei ist, hat zwei Gründe: Zum einen gilt der gemeinsame Wirtschaftsraum als der weltweit am weitesten liberalisierte. Zum anderen verfügt Westeuropa in seiner Gesamtheit über eine gewaltige Handelsmacht, denn sein Wirtschaftsraum macht fast die Hälfte des gesamten Welthandels aus.[3]

Dies bedeutet: Wenn Einigkeit unter den Europäern herrschen würde, könnte sie mit ihrer einzigartigen Weltmarktmacht auftreten, zu der die einzelnen Länder, wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien nicht in der Lage wären.

[...]


[1] Vgl.: http://europa.eu/abc/history/2000_today/index_de.htm (Stand 13.11.2010)

[2] Vgl.: http://ec.europa.eu/publications/booklets/eu_glance/66/index_de.htm (Stand:13.11.2010)

[3] Vgl.: http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/its2010_e/its10_highlights_e.pdf

(Stand: 28.11.2010

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Gründe für Erhebung von Einfurzöllen und sonstige Einfuhrbeschränkungen hinsichtlich der Einfuhr von Waren in die Europäische Union
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
IBW03
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V171356
ISBN (eBook)
9783640906598
ISBN (Buch)
9783640906703
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfuhrbeschränkungen, EU, Zölle
Arbeit zitieren
Marina Jelencic (Autor), 2010, Gründe für Erhebung von Einfurzöllen und sonstige Einfuhrbeschränkungen hinsichtlich der Einfuhr von Waren in die Europäische Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171356

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