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Der Zusammenhang von Wahnsinn und Wald in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant"

Titel: Der Zusammenhang von Wahnsinn und Wald in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 13 Seiten

Autor:in: Nadja Leuenberger (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vorliegende Seminararbeit setzt sich mit der Rolle des Waldes in der mittelalterlichen Literatur auseinander und untersucht, ob der Wald allenfalls einen Einfluss auf den Geisteszustand einer Person haben kann. Zahlreiche Literaturwissenschaftler haben sich bereits mit der Waldszene im Iwein (Hartmann von Aue) oder im Parzival (Wolfram von Eschenbach) auseinandergesetzt, so beispielsweise Dirk Matejovski, Marianne Stauffer oder auch Bernhard Waldmann. Die mittelalterliche Erzählung Der Busant wurde, Dirk Matejovski ausgenommen, der ihr ein eigenes Kapitel widmete (Wahnsinn und höfisches Ritualhandeln: Der Bussard), bisher kaum besprochen. Dies soll mit dieser Seminararbeit nachgeholt werden. In einem ersten Kapitel soll die Rolle des Waldes in der mittelalterlichen Literatur, in einem allgemeinen Rahmen besprochen werden. Neben dem Versuch einer Typisierung von verschiedenen Waldtypen, soll auch das Zwischenspiel zwischen Natur und Kultur untersucht werden. Ich stütze mich dabei auf das Werk von Robert Pogue Harrison, der darin einen Überblick über die kulturelle Vorstellung des Waldes im Westen gibt. Das zweite Kapitel wendet die Theorie auf die Praxis an und beschäftigt sich explizit mit den Stellen im Busanten, wo der Wald thematisiert wird. Damit sollen die verschiedenen Etappen der Verwilderung aufgezeigt werden. Zusätzlich soll besprochen werden, inwiefern der Busant ein Wesen des Waldes ist und welche Rolle er in der Maere einnimmt. Schlussendlich sollen die verschiedenen Etappen des Wahnsinns betrachtet werden, vom Vergehen, das den Wahnsinn auslöste, über den Wahnsinn selbst, bis hin zum zweigeteilten Heilungsverfahren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Rolle des Waldes in der mittelalterlichen Literatur

1.1. Der Versuch einer Waldtypologie

1.1.1. Locus amoenus

1.1.2. Der Wald als Zufluchtsort

1.1.3. Der wilde Wald

1.1.4. Der Jagdwald

1.2. Natur vs. Kultur

2. Der Wald im Busanten

2.1. Der Baumgarten

2.2. Die Waldlichtung

2.2.1. Der Busant – ein Waldwesen

2.3. Der Wald und seine Benutzer

3. Die verschiedenen Etappen des Wahnsinns im „Busanten“

3.1. Das Wahnsinnigwerden

3.1.1. Die Vergehen

3.1.2. Der Ringraub

3.2. Der Wahnsinn

3.3. Die Heilung

3.3.1.Die Rolle des Busanten bei der Heilung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die symbolische und narrative Funktion des Waldes in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant" und analysiert, inwiefern dieser Raum den Geisteszustand sowie die Entwicklung der Protagonisten beeinflusst.

  • Die typologische Einordnung des Waldes als Ort der Natur im Kontrast zur höfischen Kultur.
  • Die Rolle des Waldes als Ort der Verwilderung und als Schauplatz des Wahnsinns.
  • Die symbolische Bedeutung des Busanten als Fabelwesen und als Spiegel des "animalischen Ichs".
  • Die Analyse von Vergehen, Wahnsinn und den Etappen der Heilung im höfischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Der Ringraub

Beim zweiten Vergehen des Königssohns handelt es sich um den Ringraub, für den er die Verantwortung trägt. Der Prinz löste die Ringlein zwar ohne böse Absicht von den Fingern seiner Geliebten, trotzdem trifft ihn die Schuld, da es sich um einen instinktiven Akt handelte, er nicht genügend aufgepasst hatte und der Busant sie ihm in der Folge entwenden konnte. Er begeht also ein Versäumnis gegenüber seiner Geliebten, darum kann hier auch von einer Minnesünde gesprochen werden. Der Busant übernimmt im Ringraub die Rolle des Königssohns während dem Brauraub, der Busant kann also als „animalisches-Ich“ des jungen Prinzen betrachtet werden. Zusätzlich zum Brautraub macht sich der Königssohn also noch einer Minnesünde schuldig.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit stellt das Ziel vor, die Rolle des Waldes in der Erzählung "Der Busant" im Kontext des mittelalterlichen Wahnsinnsmotivs zu beleuchten.

1. Die Rolle des Waldes in der mittelalterlichen Literatur: Dieses Kapitel erarbeitet eine Typologie des Waldes und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Natur und höfischer Zivilisation.

2. Der Wald im Busanten: Hier wird die Theorie auf das Werk angewendet, wobei der Wald als Fluchtort und Lebensraum für das Liebespaar sowie als Schauplatz für den Busanten analysiert wird.

3. Die verschiedenen Etappen des Wahnsinns im „Busanten“: Das Kapitel untersucht die Ursachen des Wahnsinns, das Abgleiten in die Animalität und den Prozess der Heilung durch die Konfrontation mit dem Busanten.

Schlüsselwörter

Der Busant, Waldtypologie, Wahnsinn, Minnesünde, Locus amoenus, Natur und Kultur, Animalisierung, höfische Welt, Identitätsfindung, Mittelalterliche Literatur, Brautraub, Heilungsprozess, Fabelwesen, Wildnis, Zivilisationsferne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Waldes als Handlungsraum und Symbol in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant" und dessen Einfluss auf den Wahnsinn des Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die literarische Waldtypologie, das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kultur sowie die Darstellung von Wahnsinn und Heilung im Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Waldaufenthalt und dem Geisteszustand des Königssohns sowie dessen Rückkehr in die höfische Identität aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf literaturwissenschaftliche Typisierungen (u.a. von Robert Pogue Harrison und Peter Wunderli), um eine strukturierte Analyse des Primärtextes vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Waldtypologie, die Anwendung auf den "Busanten" und eine detaillierte Betrachtung der Vergehen und des anschließenden Heilungsverfahrens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Der Busant", "Wald", "Wahnsinn", "Natur vs. Kultur" und "animalisches-Ich".

Warum wird der Wald als "Negierung der höfischen Welt" bezeichnet?

Weil im Wald die Gesetze der höfischen Gesellschaft nicht gelten und er einen Raum darstellt, in dem die Zivilisation (und damit auch der soziale Status) verloren geht.

Welche Funktion hat der Busant im Heilungsprozess?

Der Busant fungiert als Spiegel des "animalischen-Ichs"; durch das Zerfleischen und Einverleiben des Wesens überwindet der Königssohn seine Wildheit und kehrt in die Kultur zurück.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Vergehen von Prinz und Prinzessin?

Beide tragen Schuld an der Entführung, doch das Leiden des Prinzen ist intensiver, was auf ein zusätzliches, tieferliegendes Vergehen, die Minnesünde (Ringraub), hindeutet.

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Details

Titel
Der Zusammenhang von Wahnsinn und Wald in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant"
Hochschule
Universität Zürich
Autor
Nadja Leuenberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V171386
ISBN (eBook)
9783640907441
ISBN (Buch)
9783640907564
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenhang wahnsinn wald erzählung busant
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadja Leuenberger (Autor:in), 2010, Der Zusammenhang von Wahnsinn und Wald in der mittelalterlichen Erzählung "Der Busant", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171386
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Leseprobe aus  13  Seiten
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