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Konstruktionen von Männlichkeit und ihre Wechselwirkung mit Medienformen und -funktionen in Bret Easton Ellis' "American Psycho"

Title: Konstruktionen von Männlichkeit und ihre Wechselwirkung mit Medienformen und -funktionen in Bret Easton Ellis' "American Psycho"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stephanie Lange (Author)

American Studies - Literature
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Mit American Psycho und seiner Hauptfigur Patrick Bateman hat Bret Easton Ellis die Literaturwelt Anfang der 90er Jahre schockiert. Die detaillierten Beschreibungen bestialischer Gewalttaten und ausschweifender Sexorgien riefen Jugendschützer und Feministinnen auf den Plan, spalteten Leserschaft und Kritiker. Es dauerte Jahre, bis Ellis' Roman in der literaturwissenschaftlichen Forschung Beachtung fand, doch dass es Ellis um mehr ging, als nur einen Schockroman zu schreiben, haben inzwischen einige Untersuchungen seines Werkes gezeigt. Die präzisesten Analysen von American Psycho finden sich in Constanze Alts Publikation Zeitdiagnosen im Roman der Gegenwart, die Ellis' Roman unter dem Gesichtspunkt der Zeitdiagnose bzw. -kritik untersucht und ihn in Beziehung zum deutschen Poproman setzt, und in
Ludwig Kuons Dissertation René Girard und die Wahrheit des Romans, die American Psycho im Hinblick auf Begehrenskonstellationen analysiert. Beide Arbeiten weisen immer wieder auf die Rolle verschiedener Medien im Roman hin und diesen Aspekt möchte die vorliegende Arbeit aufgreifen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf der Wechselwirkung von Medien und Konstruktionen von Männlichkeit liegen, die sich in American Psycho auf unterschiedliche Weise manifestieren. Zunächst sollen daher Grundmuster von Maskulinität erläutert und anhand der Figur Patrick Bateman veranschaulicht werden. Mithilfe der Untersuchungen von Irina Rajewsky zur Intermedialität des Erzählens im zeitgenössischen Roman sollen anschließend Formen und Funktionen von Medien im Roman untersucht und in Bezug zu allgemeingültigen Männerbildern bzw. Konstruktionen von Männlichkeit speziell in den 1980er Jahren gesetzt werden. Anschließend soll gezeigt werden, welchen Einfluss die Erzeugung dieser Bilder auf die Hauptfigur hat und inwieweit sie mit der im Buch dargestellten Gewalt und deren medialen Inszenierung im Zusammenhang steht. Eine abschließende Betrachtung soll dann die Frage beantworten, wie Medien und Männlichkeit im Roman zusammenwirken und welche Konsequenzen dies für die Hauptfigur Patrick Bateman hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Bezugsrahmen

3. Patrick Bateman als „kranker Mann der 80er Jahre“

3.1 Grundmuster von Männlichkeit und ihre Umsetzung in American Psycho

3.2 Konstruktionen von Männlichkeit in Medien

3.2.1 Pornographie

3.2.2 Film

3.2.3 Musik

3.2.4 Printmedien / Werbung

4. Gewaltanwendung und ihre mediale Inszenierung

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Medienkonsum und der Konstruktion von Männlichkeit in Bret Easton Ellis’ Roman American Psycho, wobei der Fokus darauf liegt, wie die Hauptfigur Patrick Bateman versucht, durch mediale Vorbilder seine Identität in den 1980er Jahren zu definieren und warum dieser Prozess in einer Krise mündet.

  • Die Rolle von Medien als identitätsstiftende Instanzen für den modernen Mann.
  • Analyse filmbezogener Erzählweisen und der Simulation von Realität.
  • Die Funktion von Konsum, Marken und Werbung in der Selbstinszenierung.
  • Die Verbindung zwischen Aggression, Gewaltanwendung und medialer Inszenierung als Realitätskontrolle.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Film

Hinsichtlich der Konstruktion von Männlichkeit sind Filme wichtige Indikatoren für den Einfluss von Medienangeboten auf Prozesse der Identitätsfindung. Wie zu Anfang dieses Kapitels angemerkt, brachte die Populärkultur der 1980er Jahre sehr unterschiedliche Männertypen hervor: Während die Popmusik von Künstlern wie Boy George, David Bowie oder auch Michael Jackson eher von effeminierten Männern dominiert wurde, zeigte sich der harte Mann eher im Kino: Filme wie Rambo I, II und III (1982, 1985, 1988), Rocky 3 und 4 (1983, 1985), Terminator (1984) oder Bloodsport (1988) machten Stallone, Schwarzenegger und Van Damme zu Idolen. Auch Patrick erwähnt kurz, dass er „Rambo movies“ ausleihen will, weitere Einzelreferenzen bleiben jedoch aus (American Psycho 193). American Psycho macht weniger den passiven Konsum solcher oder ähnlicher Filme zum Thema (abgesehen vom Konsum einiger Horrorfilme), als vielmehr die Tatsache, dass diese Medienangebote zu Patricks kognitiven Schemata geworden sind, was sich in der Erzählweise des Romans niederschlägt: Patrick nimmt als Ich-Erzähler oft eine Kamera-Perspektive ein, beispielsweise bei seinen genauen Beschreibungen, in denen er wie eine „Videokamera […] langsam und akribisch über jedes Detail gleitet“ (Alt 2009: 116 f.).

Zwei andere Beispiele filmbezogenen Erzählens finden sich gegen Ende des Romans. Nach einer Verabredung mit seiner Sekretärin Jean verabschiedet Patrick sich von ihr. Auf der Ebene der erzählerrischen Vermittlung stellt sich diese Szene folgendermaßen dar:

And though it has been in no way a romantic evening, she embraces me and this time emanates a warmth I'm not familiar with. I am so used to imagining everything happening the way it occurs in movies, visualizing things falling somehow into the shape of events on a screen, that I almost hear the swelling of an orchestra, can almost hallucinate the camera panning low around us, fireworks bursting in slow motion overhead, the seventy-millimeter image of her lips parting and the subsequent murmur of „I want you“ in Dolby sound. But my embrace is frozen and I realize, at first distantly and then with greater clarity, that the havoc raging inside me is gradually subsiding and she is kissing me on the mouth and this jars me back into some kind of reality and I lightly push her away. (American Psycho 254 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Bret Easton Ellis ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich der Wechselwirkung zwischen Medien und männlicher Identitätskonstruktion.

2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie das „Medium“ nach Siegfried Schmidt sowie „Intermedialität“ nach Irina Rajewsky, um eine wissenschaftliche Basis für die Analyse zu schaffen.

3. Patrick Bateman als „kranker Mann der 80er Jahre“: Das Kapitel beleuchtet das Identitätsbild des Protagonisten im Kontext der 1980er Jahre und untersucht detailliert, wie verschiedene Medienkategorien wie Pornographie, Film, Musik und Printmedien Patricks Wahrnehmung prägen.

4. Gewaltanwendung und ihre mediale Inszenierung: Es wird analysiert, inwieweit Gewalt als Versuch einer Realitätskontrolle und als Ausdruck einer „Supermännlichkeit“ dient, die maßgeblich durch mediale Inszenierung strukturiert wird.

5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Patricks Flucht in die mediale Parallelwelt die Krise seiner Identität nicht lösen kann, sondern ihn im Gegenteil entfremdet und in die Resignation führt.

Schlüsselwörter

American Psycho, Bret Easton Ellis, Männlichkeit, Medienkonsum, Medienproduktion, Intermedialität, Identitätsfindung, Gewaltanwendung, Patrick Bateman, 1980er Jahre, Hyperrealität, Film, Pornographie, Entfremdung, Konsumkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Wechselwirkung zwischen Medienangeboten und der Konstruktion von Männlichkeit im Roman American Psycho von Bret Easton Ellis.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Einfluss von Medien auf die Identitätsbildung, die Rolle von Konsum und Marken als Statussymbole sowie die Funktion von Gewalt als Instrument zur Männlichkeitsdemonstration.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie die Hauptfigur Patrick Bateman versucht, durch die Nachahmung medial vermittelter Rollenbilder seine Identität zu festigen und warum dieses Vorhaben in einer existenziellen Krise scheitert.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Konzepte der Intermedialität (nach Irina Rajewsky) und medienwissenschaftliche Theorien (nach Siegfried Schmidt) anwendet, um die Erzählstruktur und Medialisierung im Roman zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Männlichkeitsmustern und die detaillierte Analyse verschiedener Mediensparten (Pornographie, Film, Musik, Printmedien), die Patricks Leben bestimmen, sowie die daraus resultierende Inszenierung von Gewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Intermedialität, Hyperrealität, maskuline Identitätskonstruktion, Medienkonsum und die Entfremdung des modernen Mannes.

Warum spielt die Figur des Donald Trump eine Rolle in der Analyse?

Donald Trump fungiert im Roman als ein medial omnipräsenter Bezugspunkt für Patrick Bateman, der dessen Bewunderung und Streben nach ökonomischer Macht sowie ein ideales Prestige-Bild verkörpert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Gewalt bei Patrick Bateman?

Die Arbeit interpretiert Gewalt nicht nur als zerstörerischen Akt, sondern als verzweifelten Versuch Batemans, eine „Echtheit“ und Machtposition zu erzwingen, die in seiner durch Medien simulierten Welt sonst nicht mehr spürbar ist.

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Details

Title
Konstruktionen von Männlichkeit und ihre Wechselwirkung mit Medienformen und -funktionen in Bret Easton Ellis' "American Psycho"
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Anglistik)
Grade
1,7
Author
Stephanie Lange (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V171418
ISBN (eBook)
9783640907939
ISBN (Book)
9783640907717
Language
German
Tags
Ellis American Psycho Männlichkeit Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Lange (Author), 2010, Konstruktionen von Männlichkeit und ihre Wechselwirkung mit Medienformen und -funktionen in Bret Easton Ellis' "American Psycho", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171418
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