Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit vorbereitenden Personalentwicklungsmaßnahmen für Auslandseinsätze. Durch die fortschreitende Globalisierung der Weltwirtschaft ist es für große und mittelständische Unternehmen unerlässlich, weltweit zu agieren. Hierfür müssen neue Unternehmenssitze erschlossen und Know How transferiert werden. Um diesen Wissenstransfer zu gewährleisten, werden regelmäßig Mitarbeiter in die neuen Werke, Filialen etc. entsandt, um dort zu arbeiten. Dieser Auslandseinsatz ist häufig mit Umstellungen verbunden, auf die der Mitarbeiter angemessen vorbereitet werden muss. Besonders die interkulturelle Vorbereitung spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Um zu verdeutlichen, welche Hürden das Unternehmen, die zu entsendeten Mitarbeiter und deren Familien zu überwinden haben, wurde für diese Arbeit China als Beispiel herangezogen. China ist die am schnellsten wachsende Wirtschaftsnation, die schon lange eine weltweit maßgebende Rolle einnimmt. Jedoch ist China auch ein Land, das deutliche kulturelle Unterschiede zu Europa und anderen westlichen Ländern aufweist. Gerade hier werden Mitarbeiter und Unternehmen vor eine große Herausforderung gestellt. Für die Darstellung wurde vom Autor ein Modell entwickelt, welches die Thematik grafisch verdeutlicht. Gestützt wird dieses durch eine Analyse der deutschen sowie internationalen Fachliteratur und Meinungen von Praktikern, die bereits einen Auslandseinsatz in China absolviert haben. Die Arbeit beginnt mit einer kurzen allgemeinen Einführung in die Thematik Personalentwicklung und Auslandseinsätze. Hiernach wird der Untersuchungsrahmen dargestellt und das Modell erläutert. Aufbauend darauf, zeigt der Autor die kulturellen Unterschiede von China und Deutschland auf und stellt gezielte Maßnahmen zur fachlichen und besonders zur interkulturellen Vorbereitung vor. Abschließend folgt ein Vorschlag für ein Maßnahmenbündel für die Vorbereitung eines Auslandseinsatzes sowie ein Fazit, in dem die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit vorgestellt werden. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass auf den folgenden Seiten von Mitarbeitern in der männlichen Form gesprochen wird. Dies soll nicht bedeuten, dass Männer häufiger Auslandseinsätze geschickt werden, es soll lediglich der Lesefluss erleichtert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Zielsetzung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Personalentwicklung
2.1.1 Das Kompetenzmodell als Instrument der Personalentwicklung
2.2 Arten von Auslandsentsendung
2.2.1 Ziele von Auslandseinsätzen
2.2.2 Chancen und Risiken für Mitarbeiter
2.3 China im kulturellen Vergleich mit Deutschland
3. Untersuchungsrahmen
3.1 Mentales Modell
3.2 Vorgehensweise und Methodik
4. Untersuchung
4.1 Ausgangssituation
4.2 Erste Maßnahmen vor der Entsendung
4.3 Fachliche Maßnahmen von Auslandseinsätzen
4.4 Interkulturelle Vorbereitung
4.4.1 Interkulturelle Vorbereitungsseminare
4.4.2 Sprachtrainings
4.4.3 Kollegialer Austausch
4.4.4 Look-and-see-trip
4.5 Die Familie als weiterer Faktor
4.6 Maßnahmenbündel für einen erfolgreichen Auslandseinsatz
4.6.1 Fachliche Maßnahmen
4.6.2 Interkulturelle Maßnahmen
5. Erbebnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Prozess für die personalentwicklungsbezogene Vorbereitung von Mitarbeitern auf Auslandseinsätze zu entwickeln und in einem Modell zu veranschaulichen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche fachlichen und insbesondere interkulturellen Maßnahmen notwendig sind, um das Risiko eines vorzeitigen Abbruchs von Auslandseinsätzen zu minimieren und den langfristigen Erfolg für Unternehmen und Mitarbeiter zu sichern.
- Analyse von Personalentwicklungsstrategien für Expatriates
- Darstellung kultureller Unterschiede zwischen Deutschland und China
- Konzeption eines mentalen Modells für den Entsendungsprozess
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren (z. B. Einbindung der Familie, Sprachtraining)
- Praxisorientierte Ableitung von Maßnahmenbündeln für Auslandseinsätze
Auszug aus dem Buch
2.3 China im kulturellen Vergleich mit Deutschland
In diesem Punkt wird auf kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland eingegangen. Da die chinesische Kultur in weiten Teilen andersartig ist, soll in diesem Abschnitt nur kurz auf die wichtigsten Unterschiede eingegangen.
Die chinesische Kultur und deren Wertegefüge gehört zu den ältesten der Welt. Sie begründen sich zu einem großen Teil auf dem sog. Konfuzianismus. Hierbei handelt es sich um die Lehren des bekannten chinesischen Philosophen Konfuzius (ca. 551 v. Chr. Bis 479 v. Chr.). Der Konfuzianismus galt von 220 n. Chr. bis zum Ende des Kaiserreiches 1911 als Staatsdoktrin und hat sich bis heute auf alle Lebens- und Geschäftsbereiche ausgewirkt. Es lassen sich hier fünf menschliche Grundprinzipien („Wulun“) nennen (vgl. Grafik).
Diese Grundprinzipien unterliegen einer starken Hierarchie. Die Familie wird als „Keimzelle der Gesellschaft“ dargestellt. Der Mensch gilt nicht in erster Linie als Individuum, vielmehr wird die Familie in den Vordergrund gestellt. Das oberste Gebot ist somit auch nicht die persönliche Entwicklung und Individualität des Einzelnen, sondern die Anpassung und Wahrung der Harmonie als solche. Dies wiederum entsteht aus „der Wahrung des eigenen Gesichts“, der persönlichen Würde. Dies ist ein zentraler Punkt des chinesischen Zusammenlebens. Verliert ein Mensch in China seine Würde, ist dies mit dem Verlust der Augen, Nase und des Mundes gleichzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Personalentwicklung für Auslandseinsätze ein und erläutert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit anhand des Beispiels China.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert den Begriff der Personalentwicklung, erläutert die verschiedenen Arten von Auslandseinsätzen und skizziert die zentralen kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und China.
3. Untersuchungsrahmen: Hier wird ein mentales Modell zur Strukturierung des Entsendungsprozesses vorgestellt und die methodische Vorgehensweise der Literaturrecherche begründet.
4. Untersuchung: Dieses Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Phasen der Vorbereitung, von der Personalauswahl über fachliche und interkulturelle Maßnahmen bis hin zur Einbindung der Familie, und illustriert diese anhand eines Praxisbeispiels.
5. Erbebnis: Das Kapitel fasst die Bedeutung interkultureller Kompetenz als entscheidenden Erfolgsfaktor für global agierende Unternehmen zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Auslandsentsendung, Personalentwicklung, Interkulturelle Kompetenz, Kompetenzmodell, Expatriates, China, Vorbereitungsseminare, Sprachtraining, Look-and-see-trip, Familienintegration, Entsendungsvorbereitung, Globalisierung, Unternehmenserfolg, Fachkräfte, Auslandseinsatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Vorbereitung von Mitarbeitern auf Auslandseinsätze durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen, um Risiken zu minimieren und den Erfolg langfristig zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Personalauswahl, die interkulturelle Schulung, die Bedeutung von Sprachkenntnissen sowie die Einbindung der Familie des Mitarbeiters in den Entsendungsprozess.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, einen komplexen Entwicklungsprozess vor Auslandseinsätzen in einem leicht verständlichen Modell darzustellen und notwendige Vorbereitungsstrategien theoretisch und praktisch zu fundieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche zur interkulturellen Personalentwicklung sowie auf die Analyse von Praxisbeispielen, insbesondere im Kontext von Entsendungen nach China.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Ausgangszustands, die Beschreibung spezifischer fachlicher und interkultureller Maßnahmen sowie die Konzeption eines beispielhaften Maßnahmenbündels für einen Familienvater bei einer Entsendung nach China.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Auslandsentsendung, Interkulturelle Kompetenz, Expatriates, Personalentwicklung und Auslandseinsatz charakterisieren.
Warum ist das Kompetenzmodell für die Vorbereitung so relevant?
Das Kompetenzmodell erlaubt es, bereits im Vorfeld spezifische Anforderungen und erforderliche Soft Skills festzulegen, wodurch die Auswahl geeigneter Kandidaten zielgerichteter und erfolgreicher gestaltet werden kann.
Welche Rolle spielt die Familie des Mitarbeiters bei einer Entsendung?
Die Familie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor; eine mangelnde Einbindung oder fehlende Unterstützung der Familie kann die psychische Belastung des Mitarbeiters erhöhen und somit das Scheitern des Auslandseinsatzes begünstigen.
Was unterscheidet das Zeitverständnis in China von dem in Deutschland?
Während deutsche Planung meist einem klaren Zeitgerüst folgt, agieren chinesische Manager oft flexibler und polychron, wobei Aufgaben untereinander beeinflusst werden und Unterbrechungen im Alltag zum Standard gehören.
- Arbeit zitieren
- Tim Mynar (Autor:in), 2011, Die personalentwicklungsbezogene Vorbereitung von Auslandsentsendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171442