Ein Reliquienschrein stellt in der Kunstgeschichte einen Aufbewahrungskasten, in dem die Reliquien von Heiligen aufbewahrt werden, dar.
Diese Arbeit möchte den Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom skizzieren. Nach einer kurzen Einleitung, die den Weg der Gebeine von ihrer Fundstelle, über Konstantinopel bis nach Mailand beinhaltet, soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf die künstlerische Gestaltung des Schreins gelegt werden.
Unter welchen Umständen kamen die Gebeine nach Köln, welche Personen waren an diesen Translationen beteiligt? Wer gab den Auftrag einen Schrein zu fertigen und wie sollte dieser Aussehen? Welche Materialien waren nötig, wie wurden diese verarbeitet? Wo sollte der Schrein sich befinden und was verrät das Bildprogramm, sollen die zentralen Fragen der Arbeit sein. Leider können hier nicht all die ikonographischen Aspekte des Drei Königen Schreins berücksichtigt werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die biblischen Magier
2.1 Die Translationen
3. Der Schrein der Heiligen Drei Könige
3.1 Seine Standorte
3.2 Die Stirnseite
3.3 Die Längsseiten
3.4 Die Rückseite
4. Das Bildprogramm
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel, den Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom unter kunsthistorischen Aspekten zu analysieren und seine formale sowie ikonographische Struktur zu skizzieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das komplexe Bildprogramm die christliche Heilsgeschichte narrativ entfaltet.
- Historische Hintergründe der Translation der Reliquien
- Architektonische Gliederung und Materialität des Schreins
- Ikonographische Bedeutung von Stirn- und Rückseite
- Darstellung der Heilsgeschichte durch Propheten und Apostel
- Legitimationsstrategien der königlichen Herrschaft in der Bildsprache
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Stirnseite
Die Stirnseite folgt einem dreizonigen Aufbau und lässt sich in Unter-, Ober- und Mittelgeschoss gliedern. Im Untergeschoss werden drei Szenen, die gleichwertig neben einander gestellt sind gezeigt. Jede einzelne Szene wird von zwei gold-blau emaillierten Säulchen flankiert. Die Säulchen tragen in den beiden äußeren Szenen Kleeblattarkaden und in der mittleren einen Rundbogen. Die Säulen überspannen das komplette Geschoss.
Das mittlere Geschoss bildet eine abnehmbare Trapetzplatte, die zum Teil mit antiken Edelsteinen verziert ist. Die Trapetzplatte schließt nach unten mit einem Jadgfries und nach oben mit einer reich verzierten Schmuckleiste ab. Die Schmuckleiste erstreckt sich bis zum Satteldach, welches den architektonischen Abschluss des Schrein bildet.
Das sogenannte Giebelfeld bildet das Obergeschoss. Auf diesem Giebelfeld ist eine weitere Szene dargestellt, die ebenfalls mit einer gold-blau emaillierten Säule flankiert wird. Darüber erstreckt sich eine Kleeblattarkaden, auf der drei Dreiviertelkreise platziert wurden. Die komplette Szene wird von einer Emailleiste, auf der Löwenköpfe abgebildet sind umgeben. Nach oben hin schließt das Giebelfeld und somit der Schrein, mit einem, durch fünf gold-blauen Emailknaufe gekröntem Satteldach ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Reliquienschreine ein und definiert die Fragestellungen hinsichtlich der Entstehungsgeschichte, der Materialverarbeitung und des ikonographischen Bildprogramms des Schreins.
2. Die biblischen Magier: Dieses Kapitel erläutert die biblische Herkunft der Magier, ihre spätere Transformation zu den Heiligen Drei Königen sowie den Weg der Reliquien von Palästina über Konstantinopel und Mailand nach Köln.
3. Der Schrein der Heiligen Drei Könige: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte kunsthistorische Beschreibung der Standorte sowie der architektonischen Gliederung und Ausgestaltung der Stirnseite, der Längsseiten und der Rückseite.
4. Das Bildprogramm: Hier wird analysiert, wie der Schrein als Gesamtkunstwerk die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zur Apokalypse visuell verknüpft und theologisch kontextualisiert.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die kunsthistorische Bedeutung des Schreins als überdauerndes Zeugnis der christlichen Heilsgeschichte und reflektiert die Rolle des unbekannten Entwerfers.
Schlüsselwörter
Schrein der Heiligen Drei Könige, Kölner Dom, Kunstgeschichte, Reliquien, Nikolaus von Verdun, Heilsgeschichte, Epiphanie, Ikonographie, Translation, Gold, Email, gotische Kathedrale, Mittelalter, Bildprogramm, Edelsteine
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, seiner Entstehung, seiner architektonischen Struktur und seinem theologisch-künstlerischen Bildprogramm.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Translation der Gebeine, die kunsthistorische Analyse der verschiedenen Schrein-Seiten sowie die Deutung der ikonographischen Darstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Skizzierung der künstlerischen Gestaltung und die Aufarbeitung der Frage, wie der Schrein die Heilsgeschichte narrativ und architektonisch in Form fasst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Analysemethoden, um die formale Gestaltung, die Stilistik und die ikonographischen Bezüge des Schreins im Kontext seiner Zeit zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung zur Reliquienverfolgung und eine detaillierte Beschreibung der baulichen Zonen und Bildmotive an Front-, Längs- und Rückseite.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reliquienschrein, Heilsgeschichte, ikonographisches Bildprogramm, Nikolaus von Verdun und mittelalterliche Kunst charakterisieren.
Welche Rolle spielt Kaiser Otto IV. bei der Gestaltung des Schreins?
Otto IV. wird auf der Stirnseite dargestellt, um seine Herrschaft als König zu legitimieren und sich in die Reihe der christlichen Könige zu stellen; zudem gilt er als Stifter der drei goldenen Kronen.
Warum wird die Rückseite als Erweiterung eines „dritten Schreins“ interpretiert?
Die spezifische architektonische Gliederung mit ihren dreizonigen Aufbauten und der Überlagerung lässt darauf schließen, dass der Schrein in mehreren Phasen durch Hinzufügung weiterer Gehäuse erweitert wurde.
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- Nadine Deutscher (Author), 2010, Der Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171523