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Minderheitenschutz in Ungarn - die Situation der Roma

Title: Minderheitenschutz in Ungarn - die Situation der Roma

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 22 Pages , Grade: "Sehr gut", 16 Punkte

Autor:in: Julia Schmidt (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Der Minderheitenschutz ist zu einem der bedeutensten und zugleich umstrittensten Anliegen der
internationalen Staatengemeinschaft geworden. Der Ausbruch zahlreicher ethnischer Konflikte
hat den Verantwortlichen in Staaten und internationalen Organisationen bewusst gemacht, dass
der rechtliche Schutz ethnischer Gruppen unzureichend ist.
Vor allem die Osteuropäischen Staaten sind sich der destabilisierenden Wirkung von
Minderheitenkonflikten bewusst und haben erkannt, dass Minderheitenschutz ein wichtiger
Beitrag zur Friedenssicherung ist, nicht zuletzt durch die traurigen Geschehnisse auf dem
Balkan.
Allgemein gültige Antworten und Lösungen bezüglich der Minderheitenproblematik sind bisher
nicht gefunden. Dazu sind die Probleme, die in den Staaten auftreten oft zu unterschiedlich.
Trotzdem können Staaten, die einen aktiven Minderheitenschutz betreiben, ein Vorbild für den
Minderheitenschutz in anderen Staaten sein.
In Ungarn hat der Minderheitenschutz traditionell eine große Bedeutung. Daher soll diese Arbeit
eine Untersuchung des Minderheitenschutzes in Ungarn sein. Der besondere Schwerpunkt wird
dabei auf der am stärksten vertretenen Minderheit, den Roma, liegen. Da Ungarns
Minderheitenschutz seine rechtlichen Verbindlichkeiten aus dem universalen Völkerrecht erfüllt
und auch den meisten der wenigen rechtlichen verbindlichen Dokumente auf europäischer
Ebene in diesem Bereich beigetreten ist, soll nur auf die innerstaatliche Situation eingegangen
werden. Hinzu kommt, dass eine zusätzliche Betrachtung des ungarischen Minderheitenschutzes
vor dem Hintergrund des Europa- und Völkerrechts den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. EINLEITUNG

B. HAUPTTEIL

I. Notwendigkeit einer Privilegierung - welche Ansichten gibt es?

II. Die historische Entwicklung / Hintergrund des Minderheitenschutzes

III. Situation der Minderheit Roma in der Geschichte und heute

IV. Minderheitenbegriff

V. Verfassung

VI. Einfachgesetzliche Regelungen (Minderheitengesetz)

VII. Politische Vertretung der Minderheiten

1. Minderheitenparteien

2. Parlamentarische Ausschüsse, Ombudsleute

3. Parlamentarische Vertretung und Wahrnehmung der Minderheiteninteressen auf Ministerialebene – bzw. Regierungsebene

4. Autonomie / Selbstverwaltung

a) Kommunale Ebene

b) Landesebene

c) Bewertung

VIII. Sprachgebrauch

IX. Bildungswesen

1. Kindergarten

2. Grund- und Oberschule

3. Bewertung

C. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Minderheitenschutz in Ungarn mit einem besonderen Fokus auf der Situation der Roma. Ziel ist es, die rechtliche Verankerung sowie die politische und gesellschaftliche Praxis des Minderheitenschutzes in Ungarn kritisch zu beleuchten und den Bedarf für eine zielgerichtete Weiterentwicklung aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des Minderheitenschutzes in Ungarn.
  • Analyse des rechtlichen Minderheitenbegriffs und der Verfassungsgrundlagen.
  • Ausgestaltung der politischen Vertretung und der Minderheitenselbstverwaltungen.
  • Situation der Roma im Bildungswesen und in der gesellschaftlichen Teilhabe.
  • Bewertung des Minderheitenschutzes vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

III. Situation der Minderheit Roma in der Geschichte und heute

Die stärkste in Ungarn lebende Minderheit sind die Roma.

Sie erhielten 1990 den Status einer anerkannten Minderheit, der die Möglichkeit zur Gründung politischer und kultureller Eigenorganisationen sowie gesetzlich verankerte Minderheitengarantien umfasst. Da den Roma der Bezug zu einem „Mutterland“ und auch eine einheitliche Sprache fehlen, werden sie nicht als „nationale“ sondern als „ethnische“ Minderheit bezeichnet.

Das Romaproblem ist in der Diskussion um Minderheitenschutz kein zu vernachlässigender Aspekt, der zugleich eine historische und eine aktuelle Komponente mit einschließt. Die Geschichte der Roma in Osteuropa reicht bis ins Mittelalter, als Roma, die ursprünglich aus dem Norden Indiens durch Persien in das Byzantinische Reich kamen und erst den Balkan und später Ostungarn erreichten.

Im 14. und 15 . Jahrhundert stellten lokale slowakische und ungarische Herrscher den nomadischen Roma oft Passierscheine aus, die es ihnen erlaubten, frei durch das Land zu ziehen. Dieses Recht ließ ihren Wert als erfahrene Soldaten und Handwerker steigen.

Während der Zeit der erfolgreichen Besetzung durch die Osmanen im 14. und 15. Jahrhundert, hatten viele der Roma den muslimischen Glauben übernommen. Das Tragische an der Konvertierung der Roma zum Islam während der Besetzung war, dass die Besetzer die gleichen Vorurteile gegen die Roma verwendeten, obwohl einige Roma sich durch die Konvertierung einen besseren Kontakt erhofften. Diese Konvertierung wurde auch später gegen sie verwendet, da die erfolgreiche Eroberung des Balkans durch die Osmanen eine Atmosphäre des Argwohns allen gegenüber geschaffen hatte, die im entferntesten mit den Osmanen in Verbindung gebracht wurden. Ein muslimischer Roma trug daher in einer größeren christlichen Gemeinde, die einst unter osmanischer Besetzung war, zur Intensivierung des Hasses bei.

Zusammenfassung der Kapitel

A. EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung des Minderheitenschutzes und der Zielsetzung der Untersuchung im Kontext der ungarischen Situation.

B. HAUPTTEIL: Umfassende Analyse der rechtlichen Grundlagen, politischen Vertretungsformen, Bildungseinrichtungen und des Sprachgebrauchs für Minderheiten in Ungarn.

C. FAZIT: Kritische Würdigung der ungarischen Minderheitenpolitik mit Empfehlungen für den Umgang mit der spezifischen Situation der Roma.

Schlüsselwörter

Minderheitenschutz, Ungarn, Roma, Minderheitengesetz, Selbstverwaltung, Assimilation, politische Repräsentation, Minderheitenrecht, ethnische Minderheiten, Menschenrechte, Bildungswesen, Kulturautonomie, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Minderheitenschutz in Ungarn, wobei der Status und die spezifische Situation der Roma als größte Minderheit des Landes im Vordergrund stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit deckt die rechtliche Verankerung des Minderheitenschutzes in der Verfassung, das Minderheitengesetz, die politische Vertretung, die kommunale und landesweite Selbstverwaltung sowie das Bildungswesen und die Medienpräsenz von Minderheiten ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine Untersuchung der Wirksamkeit des ungarischen Minderheitenschutzes, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die bestehenden rechtlichen Mechanismen die Probleme der Minderheiten – speziell der Roma – adäquat adressieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und historische Analyse, die sich auf Gesetzestexte, die ungarische Verfassung und die Auswertung von Fachliteratur sowie Berichten internationaler Organisationen stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Verfassungslage, der Gesetzgebung, der politischen Repräsentationsmodelle, der Minderheitenselbstverwaltungen sowie der Bildungs- und Medienangebote für Minderheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Minderheitenschutz, Minderheitengesetz, Roma-Situation, Selbstverwaltung, kulturelle Identität und politische Integration.

Warum wird die Situation der Roma in Ungarn als besonders problematisch dargestellt?

Die Roma werden als ethnische Minderheit ohne „Mutterland“ eingestuft und sind von einer langjährigen historischen Diskriminierung sowie anhaltenden sozialen Problemen betroffen, die über die Standard-Minderheitenrechte hinausgehende Maßnahmen erfordern.

Welche Rolle spielt die Minderheitenselbstverwaltung in Ungarn?

Sie stellt ein zentrales Instrument dar, um Minderheiten auf kommunaler und landesweiter Ebene Autonomie zu gewähren, wobei die Arbeit die praktische Wirksamkeit dieser Strukturen kritisch hinterfragt.

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Details

Title
Minderheitenschutz in Ungarn - die Situation der Roma
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Rechtswissenschaftliche Fakultät)
Course
Still on the Road to Bruxelles: Die Beitrittskandidaten auf der Zielgeraden oder auf Abwegen in die Europäische Union? - Eine kritische Zwischenbilanz aus der Sicht der Staaten der "Luxembourg Group"
Grade
"Sehr gut", 16 Punkte
Author
Julia Schmidt (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V17158
ISBN (eBook)
9783638217941
Language
German
Tags
Minderheitenschutz Ungarn Situation Roma Still Road Bruxelles Beitrittskandidaten Zielgeraden Abwegen Europäische Union Eine Zwischenbilanz Sicht Staaten Luxembourg Group
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Schmidt (Author), 2002, Minderheitenschutz in Ungarn - die Situation der Roma, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17158
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