Mit der Internationalisierung der Rechnungslegung gewannen internationale Rechnungslegungssysteme
zunehmend an Bedeutung. In dieser Ausarbeitung werden die
International Accounting Standards bzw. International Financial Reproting Standards
und das deutsche Handelsrecht thematisiert. Dabei wird insbesondere auf die Bilanzierung
und Bewertung von Schulden eingegangen.
Das Ziel dieser Studienarbeit besteht darin, die Unterschiede der IAS/IFRS Rechnungslegung
gegenüber des deutschem Handelsrechts in Bezug auf die Bilanzierung und Bewertung
von Schulden aufzuzeigen.
Zunächst wird im zweiten Abschnitt die Entwicklung der Rechnungslegung kurz dargestellt.
Nachfolgend wird auf die Entstehung und den Aufbau der Rechnungslegung nach
IAS/IFRS (Abschnitt 2.1) erläutert und deren Vorteile und Nachteile (Abschnitt 2.2)
aufgeführt. Im folgenden Abschnitt 2.3 werden die wesentlichen Grundsätze und Bewertungsprinzipien
des deutschen Handelsrechts definiert. Danach werden im Abschnitt
2.4 die jeweiligen Vorteile und Nachteile der Rechnungslegung nach dem deutschen
Handelsrecht aufgeführt. Im Anschluss daran werden die maßgeblichen Unterschiede
der beiden Rechnungslegungssysteme gegenübergestellt. Nachdem im zweiten Abschnitt
die Rechnungslegungssysteme grundlegend erläutert wurden, wird nun im dritten
Abschnitt die Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach der IAS/IFRS Rechnungslegung
behandelt. Darauffolgend wird im vierten Abschnitt auf die Bilanzierung
und Bewertung der Schulden nach handelsrechtlichen Vorschriften eingegangen. Abschließend
wird im fünften Abschnitt ein Vergleich der Rechnungssysteme in Bezug auf
die Bilanzierung und Bewertung von Schulden vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Internationalisierung der Rechnungslegung
2.1 IAS/IFRS Rechnungslegung
2.2 Vor- und Nachteile der IAS/IFRS Rechnungslegung
2.3 Das deutsche Handelsrecht
2.4 Vor- und Nachteile der Rechnungslegung nach deutschem Handelsrecht
2.5 Die maßgeblichen Unterschiede der Rechnungslegungssysteme
3. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach IAS/IFRS
3.1 Rückstellungen
3.2 Sonstige Schulden
3.2.1 Abgegrenzte Schulden
3.2.2 Verbindlichkeiten
3.2.2.1 Finanzielle Verbindlichkeiten
3.2.2.2 Sonstige Verbindlichkeiten
4. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach deutschem Handelsrecht
4.1 Verbindlichkeiten
4.2 Rückstellungen
4.2.1 Ungewisse Verbindlichkeitsrückstellungen
4.2.2 Drohverlustrückstellungen
4.2.3 Aufwandsrückstellungen
5. Vergleich der Rechnungslegungssysteme in Bezug auf Schulden
5.1 Rückstellungen
5.2 Verbindlichkeiten
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Studienarbeit besteht darin, die konzeptionellen und praktischen Unterschiede zwischen der internationalen Rechnungslegung nach IAS/IFRS und dem deutschen Handelsrecht (HGB) mit einem spezifischen Fokus auf die Bilanzierung und Bewertung von Schulden systematisch aufzuzeigen und kritisch zu würdigen.
- Entwicklung und Grundlagen der internationalen Rechnungslegung (IAS/IFRS)
- Strukturmerkmale und Rechnungslegungsprinzipien des deutschen Handelsrechts
- Kategorisierung und Bewertung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Bewertungsmethodiken (z.B. Barwert vs. Erfüllungsbetrag)
- Analyse der Auswirkungen unterschiedlicher Ansatzkriterien auf den Jahresabschluss
Auszug aus dem Buch
3.1 Rückstellungen
Der IAS 37 definiert eine Rückstellung als eine Schuld, die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss ist. Eine Rückstellung ist erst anzusetzen, wenn die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann. Die Schätzung soll bestmöglich den anzusetzenden Betrag bestimmten, der zur Erfüllung der Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich ist. Daraus ergeben sich die nachfolgenden Ansatzpflichten bzw. Ansatzverbote.
Eine Ansatzpflicht besteht bei Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Ein schwebendes Geschäft liegt bei einem geschlossenen Kaufvertrag vor, dessen Leistung noch nicht erbracht ist. Für künftige betriebliche Verluste muss ebenfalls eine Rückstellung gebildet werden. Rechtliche Verpflichtungen ergeben sich durch abgeschlossene Verträge oder bestehen aufgrund der Gesetzgebung. Ein Beispiel hierfür ist die Verpflichtung eines Unternehmers zum Schadensersatz bei nicht ordnungsgemäß gelieferter Ware. Steuerrückstellungen müssen bei passiven latenten Steuern angesetzt werden. Passive latente Steuern sind Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt. Sie entstehen, wenn der IAS/IFRS Gewinn niedriger ist als der Gewinn aus der Steuerbilanz. Ein Ansatzverbot besteht für Aufwandsrückstellungen. Diese stellen eine Innenverpflichtung dar, die eine wirtschaftliche Verpflichtung eines Unternehmens gegen sich selbst beinhaltet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung internationaler Rechnungslegungssysteme ein und definiert das Ziel der Arbeit, Unterschiede zu handelsrechtlichen Vorschriften bei der Schuldenbilanzierung aufzuzeigen.
2. Internationalisierung der Rechnungslegung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der IAS/IFRS-Standards, stellt deren Vor- und Nachteile denen des deutschen Handelsrechts gegenüber und arbeitet die methodischen Differenzen heraus.
3. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach IAS/IFRS: Hier erfolgt eine detaillierte Darstellung der Kategorisierung von Schulden nach IAS/IFRS, unterteilt in Rückstellungen, abgegrenzte Schulden und verschiedene Arten von Verbindlichkeiten.
4. Bilanzierung und Bewertung der Schulden nach deutschem Handelsrecht: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen handelsrechtlichen Ansätze zur Erfassung von Verbindlichkeiten und Rückstellungen unter Berücksichtigung des Vorsichtsprinzips und HGB-spezifischer Bewertungsmaßstäbe.
5. Vergleich der Rechnungslegungssysteme in Bezug auf Schulden: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Behandlungsmethoden für Rückstellungen und Verbindlichkeiten direkt gegenübergestellt, um die konzeptionelle Divergenz zwischen den Systemen zu verdeutlichen.
6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die systematischen Unterschiede in den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften beider Rechnungslegungssysteme.
Schlüsselwörter
Bilanzierung, Bewertung, IAS, IFRS, Handelsrecht, HGB, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Unternehmensfortführung, Vorsichtsprinzip, Jahresabschluss, Schuldendefinition, Barwert, Erfüllungsbetrag, Latente Steuern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) und den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Bilanzierung und die Bewertung von Schulden, konkret unterteilt in Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die unterschiedlichen Rechnungslegungssysteme auf die Ausweisung und Bewertung von Schulden auswirken und welche systemimmanenten Unterschiede dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die theoretischen Grundlagen und praktischen Regeln beider Systeme gegenübergestellt und kritisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der IAS/IFRS-Schuldenbilanzierung, eine Analyse der HGB-Vorschriften sowie einen direkten Vergleich beider Systeme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IAS/IFRS, HGB, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Bilanzwahrheit, Vorsichtsprinzip und Bewertungsansätze.
Wie unterscheidet sich die Bewertung von Rückstellungen nach IAS/IFRS von der nach HGB?
IAS/IFRS fokussieren auf eine realistische Schätzung des Erfüllungsbetrags, während das HGB stark vom Vorsichtsprinzip geprägt ist, was sich beispielsweise bei der Bildung von Rückstellungen durch Höchstwertansätze äußert.
Was sind laut der Autorin die Hauptunterschiede bei der Behandlung von Aufwandsrückstellungen?
Während nach deutschem Handelsrecht ein Wahlrecht zur Bildung von Aufwandsrückstellungen bestehen kann, sieht das IAS/IFRS-Regelwerk ein generelles Passivierungsverbot für diese Innenverpflichtungen vor.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Ehrlich (Autor:in), 2011, Die Bilanzierung und Bewertung von Schulden auf Basis der internationalen Standards nach IAS/IFRS im Vergleich zum deutschen Handelsrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171618