Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - General and Theories of International Politics

Konstruktivismus, Kultur und Kommunikation: Das Lebenswelt-Problem

Title: Konstruktivismus, Kultur und Kommunikation: Das Lebenswelt-Problem

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Patrick Zimmerschied (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit möchte ich mich der Frage widmen, wie sich innerhalb der pluralistischen Weltgesellschaft allgemein verbindliche Normen konstituieren und wie eine solche verbindliche Moral ihre Autorität erlangt.
Zuerst erkläre ich, was der Konstruktivismus in den Internationalen Beziehungen ist. Ich erläutere wie er sich von rationalistischen Ansätzen unterscheidet, was er mit Normen und Kommunikation zu tun hat und gehe danach auf die Bedeutung dieser Normen und deren Setzung ein. Es folgt eine Betrachtung der Interaktion von Akteur und Struktur bei der Generierung normativer Standards. Wendts konstruktivistische Darstellung dieser Wechselwirkung kritisiere ich dann aufgrund ihres Mangels an Erklärungskraft.
Außerdem werde ich versuchen darzulegen, wie innerhalb eines Staates eine gemeinsame Sprache, Kultur und Geschichte die Lebenswelt etabliert, die in der internationalen Politik so nicht gegeben ist. Eine Lebenswelt jenseits des Staates ist problematisch und müsste demnach willkürlich konstruiert werden. Ob dies realistisch ist, werde ich erörtern.
Ich betrachte dann die Umstrittenheit normativer Bedeutungen und die Ignorierung dieser Umstrittenheit in den internationalen Debatten.
Warum Staaten sich an Regeln halten, beziehungsweise sich nicht an sie halten, und wie es zu Gesinnungswandel kommen kann, versuche ich anschließend zu klären. Dabei zeige ich, dass die Teilnahme am Diskurs selbst schon ideologische Zugeständnisse bedingt. Davon ausgehend gelange ich zur Betrachtung der Rolle von Regimen und deren Einfluss auf die internationale Politik. Exemplarisch beschreibe ich zuletzt kurz den Umgang mit Kinderarbeit in der internationalen Politik.
Ich schließe mit einem Fazit und bringe dort eigene Gedanken ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Konstruktivismus in den Internationalen Beziehungen

Normen und „Normung“

Wer sagt, was gesagt werden kann?

Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für die Konstituierung allgemein verbindlicher Normen innerhalb einer pluralistischen Weltgesellschaft und analysiert, wie diese Normen Autorität erlangen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern eine gemeinsame Lebenswelt als Voraussetzung für erfolgreichen Diskurs und Handeln in der internationalen Politik fungiert und wie das "Lebenswelt-Problem" in der Theorie sowie in der praktischen Politik (am Beispiel von Kinderarbeit) adressiert wird.

  • Konstruktivistische Theorie in den Internationalen Beziehungen
  • Die Rolle von Normen und deren Internalisierung bei Akteuren
  • Herausforderungen einer gemeinsamen Lebenswelt in der internationalen Anarchie
  • Strategien von "Normunternehmern" und internationalen Regimen
  • Die Bedeutung von Diskursen bei der Aushandlung globaler Standards

Auszug aus dem Buch

Normen und „Normung”

Normen in der internationalen Politik sind zum Beispiel das Prinzip der nationalen Souveränität und die internationalen Menschenrechte. Solche kollektiven Normen und Bedeutungsgehalte konstituieren die sozialen Identitäten von Akteuren und stellen gleichzeitig die Spielregeln auf, welche die Interaktion erst ermöglichen. Doch birgt diese Betrachtungsweise die Gefahr, die Akteursdimension zu vernachlässigen. Häufig wurde bei konstruktivistischen Studien über den Nachweis der Relevanz sozialer statt materieller Strukturen, die Rolle der Akteure im Normentstehungs- und Umsetzungsprozess vergessen (vgl. Risse et al 2002: 18).

Wie wird, trotz der starken Position der Akteure, dann die Umsetzung internationaler Normen gewährleistet? Oder mit den Worten von Alexander Wendt:

„What keeps the United States from conquering the Bahamas, or Nigeria from seizing Togo, or Australia from occupying Vanuatu?” (Wendt 1992: 415)

Wendt argumentiert, dass das mangelnde Interesse an einem solchen Feldzug nur durch die Anerkennung der Souveränität von Staaten erklärt werden könne. Der Grund, dass man seine Freunde nicht ausnutze, liege ja nicht darin, dass es unangenehme Folgen hätte, sondern man nutze sie nicht aus, weil sie eben Freunde seien (vgl. ebd.). Mit anderen Worten, man verhält sich entsprechend den Normen, wenn sich diese bereits internalisiert haben. Ein Freund ist nur ein Freund, wenn man ihn wie einen Freund behandelt.

Dass diese Aussage aber eine Tautologie ist, wird durch eine Hypothese, die in der konstruktivistisch beeinflussten neueren Forschung besonders häufig aufgestellt wird, verdeutlicht. Diese besagt, dass die innerstaatliche Umsetzung und Durchsetzung internationaler Normen davon abhängt, wie stark diese schon im Vorhinein in der politischen Kultur des betroffenen Landes impliziert sind. Die Polizei hält sich nicht deshalb im Allgemeinen an das Folterverbot, weil die Bundesrepublik an die Anti-Folterkonvention gebunden ist, sondern weil der Normkonsens und die entsprechende innenpolitische Institutionalisierung bereits gegeben sind (vgl. Risse et al 2002: 18-19). Eine Erklärung bietet Wendts Gedankegang also nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie internationale Normen Autorität gewinnen und welche Rolle die Lebenswelt hierbei spielt.

Konstruktivismus in den Internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Konstruktivismus und grenzt ihn von rationalistischen Ansätzen der Internationalen Beziehungen ab.

Normen und „Normung“: Hier wird die Problematik diskutiert, wie internationale Normen ohne eine einheitliche globale Lebenswelt von Akteuren internalisiert und umgesetzt werden.

Wer sagt, was gesagt werden kann?: Dieses Kapitel untersucht die Macht von Normunternehmern und internationalen Netzwerken bei der Generierung und Durchsetzung politischer Standards.

Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass institutionelle Verankerung und Wissensaufbau zentrale Voraussetzungen für verständigungsorientiertes Handeln in der internationalen Politik sind.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Internationale Beziehungen, Normen, Lebenswelt, Normunternehmer, Internationale Politik, Diskurs, Kommunikation, Identität, Souveränität, Menschenrechte, Kinderarbeit, Governance, Weltgesellschaft, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie in einer pluralistischen Weltgesellschaft, die keine einheitliche Lebenswelt besitzt, dennoch international verbindliche Normen entstehen und Autorität erlangen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die konstruktivistische Theorie, die Rolle von kollektiven Normen, das Problem der internationalen Kommunikation ohne geteilte kulturelle Basis und die Wirkmacht von Regimen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu erörtern, unter welchen Bedingungen Staaten internationale Regeln akzeptieren und wie argumentative Diskurse zur Stabilisierung internationaler Normen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf konstruktivistischen Ansätzen der Internationalen Beziehungen basiert und die Argumentation mit Literaturdiskursen und Fallbeispielen untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhältnis von Akteuren und Strukturen, die Tautologien innerhalb der konstruktivistischen Forschung sowie die Bedeutung von NGOs und globalen Politiknetzwerken für die Normgenerierung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Konstruktivismus, Lebenswelt, Normen, Kommunikation und argumentative Verstrickung.

Welche Rolle spielen "Normunternehmer" in diesem Kontext?

Normunternehmer, wie etwa NGOs, fungieren als treibende Kräfte, die durch strategische Kommunikation und "Shaming"-Taktiken internationale Diskurse zivilisieren und politische Standards setzen.

Warum ist das Beispiel der Kinderarbeit im Fazit so bedeutend?

Es verdeutlicht, dass bloße moralische Forderungen oft an der sozialen Realität scheitern und dass langfristiges Verständnis, basierend auf Fakten und Wissen, nachhaltigere Lösungen bietet als einseitige Sanktionen.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Konstruktivismus, Kultur und Kommunikation: Das Lebenswelt-Problem
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Internationale Beziehungen 1: Grundlagen
Grade
1,7
Author
Patrick Zimmerschied (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V171674
ISBN (eBook)
9783640911950
ISBN (Book)
9783640910205
Language
German
Tags
Konstruktivismus Lebenswelt-Problem Internationale Beziehungen Onuf Wendt Risse Kultur Kinderarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Zimmerschied (Author), 2011, Konstruktivismus, Kultur und Kommunikation: Das Lebenswelt-Problem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171674
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint