Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Die Deutschen Christen und der Zweite Weltkrieg

Welche Stellung nahmen die Thüringer Deutsche Christen im Zweiten Weltkrieg ein?

Titel: Die Deutschen Christen und der Zweite Weltkrieg

Hausarbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Johannes Richter (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Denn tatsächlich war die Glaubensbewegung DC ja keine einheitliche Gruppe, sondern der Stoßtrupp und Exponent der NSDAP in der Kirche.“ (Pertiet 1968: 75) Ferner schreibt Künneth: „Die DC Bewegung muß zunächst als eine Vorhut der Partei zur Eroberung der evangelischen Kirche durch kirchliche Kräfte verstanden werden.“ (Künneth 1948: 201) Mit diesen eindeutigen Aussagen beschreiben Pertiet und Künneth die Glaubensbewegung Deutsche Christen, welcher auch kurzzeitig die Thüringer DC angehörten. Wenn man sich genauer mit diesen handfesten Ausführungen auseinandersetzt, dann stellt sich die Frage: Sind die Deutschen Christen auch bedingungslos in den zweiten Weltkrieg gefolgt? Wenn ja, wie konnten sie dies mit ihrem Glauben vereinbaren? Wie verhielten sich speziell die Thüringer DC?
Die Zeit des Nationalsozialismus brachte bei der protestantischen Kirche viele Bewegungen hervor und somit kann laut Kaiser nicht von einer homogenen protestantischen Kirche im zweiten Weltkrieg gesprochen werden (Vgl. Kaiser 2007: 224). Die beiden entgegensetzlichsten Bewegungen sind der Pfarrernotbund, aus welchem später die Bekennende Kirche hervorging und die Deutschen Christen. Wenn von den DC die Rede ist, dann wird zunächst an eine homogene Bewegung zur Zeit des Nationalsozialismus gedacht. Doch dies ist bei weitem nicht der Fall – im Übrigen ist dies auch bei der Bekennenden Kirche nicht der Fall gewesen. Es gab zahlreiche Entwicklungen, aus welcher sich die DC speisten. Letztlich waren es vier große Bewegungen: die Kirchenbewegung Deutsche Christen, die Glaubensbewegung Deutsche Christen, die Reichsbewegung Deutsche Christen und die Nationalkirchliche Bewegung Deutsche Christen. Ihnen allen wird vor allem die Nähe zum NS-System nachgesagt. Die KDC, welche vor allem aus Mitgliedern Thüringer DC bestand, spielte hierbei eine besondere Rolle. Zum einen zieht sich die Bewegung wie ein roter Faden durch die Zeit des Nationalsozialismus und zum anderen galten sie als starke Anhänger des nationalsozialistischen Gedankengutes. Dies ist auch der Grund, warum die Thüringer DC bzw. die KDC in dieser Arbeit näher beleuchtet werden. Es soll insbesondere um die eingangs aufgeworfene Frage gehen: Wie verhielten sich die Thüringer DC im zweiten Weltkrieg? Wie standen sie zu den Machthabern? Wie begründeten sie ihre Haltung? ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Die Thüringer Deutsche Christen und der Zweite Weltkrieg

3.1 Geschichtliche Entwicklungen der Thüringer Deutschen Christen

3.1.1 Die Anfänge

3.1.2 Die Thüringer Deutsche Christen bis zur Sportpalastkundgebung am 13.11.1933

3.1.3 Die Thüringer Deutschen Christen nach der Sportpalastkundgebung

3.1.4 Zwischenfazit

3.2 Die Frage vom Verhältnis der Thüringer Deutschen Christen zum Krieg anhand der Quelle „Kundgebung zu Beginn des Russlandfeldzuges“

3.2.1 Einordnung der Quelle

3.2.2 Auswertung der Quelle

3.2.2.1 Strukturierung

3.2.2.2 Inhalt und Bezug zur Fragestellung

3.2.3 Zwischenfazit

3.3 Die Ideologie der Deutschen Christen

3.3.1 Grundgedanken der Deutschen Christen

3.3.2 Die Ideologie der Thüringer Deutschen Christen

3.3.3 Zwischenfazit

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Haltung der „Thüringer Deutschen Christen“ (DC) während des Zweiten Weltkriegs, um zu klären, inwiefern diese Bewegung den Krieg befürwortete und wie sie ihre ideologische Unterstützung mit christlichem Glauben in Einklang brachte.

  • Geschichtliche Entwicklung der Thüringer DC von den Anfängen bis 1939
  • Analyse der „Kundgebung zu Beginn des Russlandfeldzuges“ als Primärquelle
  • Untersuchung der ideologischen Verstrickung zwischen DC und Nationalsozialismus
  • Darstellung der Legitimationsstrategien für den Krieg innerhalb der Bewegung
  • Rolle der Thüringer DC als geistig-religiöse „Avantgarde“ des NS-Regimes

Auszug aus dem Buch

Die Thüringer Deutsche Christen nach der Sportpalastkundgebung

Bereits knapp zwei Woche nach der Sportpalastkundgebung, am 23. November, fand in der Weimarhalle in Weimar eine öffentliche Veranstaltung der KDC statt. Auf der Veranstaltung sprachen auch Leutheuser und Leffler. (Vgl. Meier 1964: 45) „Das Referat Lefflers, auf Grund dessen Hossenfelder am nächsten Tag die Beziehungen zur Landesleitung Thüringen löste und damit Leffler aus dem Führerrat der GDC ausschloß, verleugnete den eigengeprägten Charakter der Thüringer Deutschen Christen nicht, wie er auch während der Eingliederung der KDC in die GDC durchaus erhalten geblieben war.“ (Ebd.: 45) Auch Hossenfelder sprach auf dieser Veranstaltung. Er fasste nochmals die Ereignisse in Berlin zusammen und verwies auf die Bekenntnisgebundenheit der GDC, während Leffler in seiner Rede das Bekenntnis der GDC nicht ernst nahm und somit auch gegen die kirchlichen Oppositionen wetterte. Für Hossenfelder waren die Aussagen Lefflers in der aktuellen Krisensituation der GDC nicht hinnehmbar. So kam es, wie bereits beschrieben, nach dieser Tagung zum Austritt der KDC aus der GDC. Die KDC erlangt somit ihre Selbstständigkeit wieder.

Zu den Gründen der Trennung der KDC von der GDC nach der Sportpalastkundgebung in Berlin lässt sich des Weiteren bei Meier folgendes finden: „Zum Verständnis der Trennung von der Reichsleitung Hossenfelder, zu der schon seit längerem Gegensätze bestanden hätten, sei wichtig zu wissen, daß die Idee der Deutschen Christen aus einem Kreis von Pfarrern, Lehrern, Bauern und Arbeitern im Wieratale bei Altenburg heraus geboren sei. Dort habe man nicht etwa ,ein neues Evangelium oder eine neue Bibel oder eine neue Dogmatik erdacht, sondern das Erlebnis des Nationalsozialismus’ sei zum ,Ausgangspunkt einer neuen Gemeinde um Christus’ geworden.“ (Meier 1964: 46) Die KDC wollte nichts mit den „tausenden theologischen Überlegungen“ zu tun haben, sondern berief sich darauf, dass Gott ihnen nur den einen Befehl in der Geschichte gegeben habe.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Hier wird die Fragestellung zur Haltung der Thüringer Deutschen Christen zum Zweiten Weltkrieg sowie zur Vereinbarkeit dieser Haltung mit ihrem Glauben dargelegt.

3. Die Thüringer Deutsche Christen und der Zweite Weltkrieg: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung, die ideologischen Grundlagen und die enge politische Verbindung der Bewegung zum Nationalsozialismus.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die bedingungslose Unterstützung der NS-Politik durch die Thüringer Deutschen Christen und reflektiert die Entfremdung von der kirchlichen Lehrtradition.

Schlüsselwörter

Thüringer Deutsche Christen, Nationalsozialismus, Kirchenkampf, Russlandfeldzug, NS-Ideologie, KDC, Glaubensbewegung, Adolf Hitler, Antisemitismus, Nationalkirche, Ideologie, Kriegsbefürwortung, Evangelische Kirche, Religiöse Sondergruppierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Einstellung und das Verhalten der „Thüringer Deutschen Christen“ während des Zweiten Weltkriegs unter Berücksichtigung ihrer ideologischen Nähe zum NS-Regime.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historische Genese der Bewegung, die inhaltliche Auswertung einer kriegsbezogenen Kundgebung sowie die ideologische Gleichschaltung christlicher Inhalte mit nationalsozialistischen Zielen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage ist, wie die Thüringer Deutschen Christen den Zweiten Weltkrieg rechtfertigten und wie sie ihr bedingungsloses Eintreten für die nationalsozialistischen Machthaber theologisch begründeten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der kritischen Auswertung einer zeitgenössischen Primärquelle (einer kirchenrätlichen Kundgebung von 1941).

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Entwicklung, eine detaillierte Quellenanalyse der „Kundgebung zu Beginn des Russlandfeldzuges“ und eine Untersuchung der Ideologie der Thüringer Deutschen Christen.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kirchenkampf, Nationalsozialismus, Thüringer Deutsche Christen, ideologische Verstrickung und christlich-völkische Weltanschauung charakterisieren.

Warum wird die „Sportpalastkundgebung“ als Zäsur in der Arbeit thematisiert?

Die Sportpalastkundgebung 1933 verdeutlichte die internen Spannungen innerhalb der Deutschen Christen und führte letztlich zur Verselbstständigung der Thüringer Gruppe, die sich als radikalere, völkisch geprägte Avantgarde verstand.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Adolf Hitler in der Ideologie der KDC?

Der Autor zeigt auf, dass die Thüringer Deutschen Christen Hitler zu einer gottähnlichen Vermittlergestalt stilisierten, deren Befehle als göttliche Aufträge innerhalb der Geschichte interpretiert wurden.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Deutschen Christen und der Zweite Weltkrieg
Untertitel
Welche Stellung nahmen die Thüringer Deutsche Christen im Zweiten Weltkrieg ein?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Evangelische Theologie)
Veranstaltung
Der deutsche Protestantismus und die Frage von Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert
Note
1,3
Autor
Johannes Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V171715
ISBN (eBook)
9783640913473
ISBN (Buch)
9783640912278
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutschen christen zweite weltkrieg welche stellung thüringer deutsche christen zweiten weltkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Richter (Autor:in), 2011, Die Deutschen Christen und der Zweite Weltkrieg , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171715
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  29  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum